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Brunnen in Aschaffenburg (13)

Der Ludwigsbrunnen

Am Beginn der Großmutterwiese erhebt sich Aschaffenburgs größter Brunnen – der Ludwigsbrunnen. Er wurde zu Ehren König Ludwigs I. 1897 erbaut. Doch stand er zunächst mitten in der Stadt im offenen Schöntal, gegenüber der Stelle, wo die Luitpoldstraße auf die Friedrichstraße trifft. Prinzregent Luitpold persönlich enthüllte ihn am 5. September 1897. Entworfen hatte den 7,5 m hohen Brunnen der Architekt Paul Pfann. Der Bildhauer Ernst Pfeifer gestaltete ihn aus hellgrauem Granit und Kehlheimer Kalkstein. Wie auf der Widmungstafel an der Rückseite zu lesen ist, soll er das Andenken an König Ludwig in Ehren halten.

Vier pompejanische Säulen tragen das Dach und Gebälk, das von zwei Löwenköpfen gekrönt wird. Dazwischen blickt der König selbst auf die Besucher herab, die auf den Sockeln des Brunnens die Kardinaltugenden des Königs nachlesen können: gerecht, beharrlich, tapfer und weise. Eine Figur, die ein Rad in der Hand hält, symbolisiert Historia, die Geschichte, rechts davon erkennt man die Figur der Bavaria. Umrundet man den Brunnen findet man weitere Motive. Sie symbolisieren, worum sich der König verdient gemacht hat: Handel, Industrie und Spessartjagd, Mainschifffahrt und Obstbau. Über Löwenköpfe, Schlangen und Froschköpfe plätschert das Wasser in die beiden halbrunden Bassins.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es lange, bis das Wasser wieder aus dem Brunnen floss. 1954 ist im Main-Echo zu lesen, dass der Ludwigsbrunnen bald wieder Wasser haben soll.

Als Mitte der 1960er-Jahre die Verkehrsführung in der Innenstadt geändert wurde, und die Spange zwischen Luitpoldstraße und Weißenburger Straße entstehen sollte, musste der Brunnen seinen angestammten Platz räumen. 1964 schon entschied man sich dafür. Doch als man ihn 1969 dann tatsächlich abbaute und in mehr als 100 Einzelteile zerlegte, hatte man sich immer noch nicht entschieden, wo das Monument neu aufgebaut werden sollte. Vorschläge gab es viele, doch es dauerte ein weiteres Jahr, bis man sich für den neuen Standort auf der Großmutterwiese aussprach. Ende 1970 war es dann soweit und im folgenden Frühjahr floss das Wasser wieder.

Mittlerweile war der Brunnen in die Jahre gekommen. Unschöne Graffitis verunzierten ihn immer wieder und auch der Stein wies wetter- und zeitbedingte Beschädigungen auf. Im Auftrag der Stadt Aschaffenburg und gefördert von der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken wurde der denkmalgeschützte Brunnen schließlich 2015 teilrestauriert. Die Inschriften wurden gereinigt, beschädigte Stellen ergänzt und Risse geschlossen.
Mit diesem Beitrag endet die Serie zu Brunnen in Aschaffenburg.

In weiteren Beiträgen gibt es Informationen zum Zeitwagen und zum Stiftsbrunnen

Außerdem alle Brunnenbeiträge im Überblick: Zinsquetsche, Meinungsaustausch am Stadtgraben, Geißenbrunnen, Janusbrunnen, Leiderer Schwellkopp, Geschwister Scholl Brunnen, Brentanobrunnen, Möwenbrunnen, Fischbrunnen, Eulenbrunnen, Brunnen im Duftgarten, Brunnen in der Strietwaldsiedlung

Quellen:

Main-Echo vom 27.4.1954, 30.5.1964, 6.2.1969, 26.6.1970, 25.8.1995, 8.9.1997.

Aschaffenburger Volksblatt vom 6.5.1955.

 

Kommentare

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