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„Walküre“ – Totgesagte leben länger.

  1. Prolog

Am 9. April 2019 erschien im Aschaffenburger „Main-Echo“ ein umfassender Artikel von Peter Freudenberger über die Pläne zur Neugestaltung des Mainufers zwischen Willigisbrücke und Pompejanum, den Zeitrahmen der Realisierung und die Finanzierung des Vorhabens. Darin wurde die Öffentlichkeit über die vorläufige Konzeption des Umbaues der „Schokoladenseite Aschaffenburgs“[i] informiert. Umfassendere Aussagen über das Wie wurde im September 2020 allen Aschaffenburger Haushaltungen in einem Flyer übermittelt. Darin entdeckte ich eine Zeichnung mit einem Bootsanleger für Fahrgastschiffe unterhalb der mainseitigen Schlossmauer.[ii]

 

Abb. 1: Geplante Anlegestelle für Ausflugsschiffe – Quelle: Erholung. Freizeit. Kultur – Schlossufer Aschaffenburg. In: https://www.schlossufer-aschaffenburg.de/planung/

Je länger ich die Planzeichnung betrachtete, desto stärker entwickelte sich in mir eine Art Déjà-vu-Gefühl[iii]. Hatte ich diese dargestellte Situation nicht schon einmal selbst wahrgenommen oder auf einem Bild dargestellt gesehen? Klar: Öfter schon hatte ich in den vergangenen Jahren an dieser Stelle Fluss-Kreuzfahrtschiffe bei kurzen Maschinenstopps gesehen, um ihren Fahrgästen die Möglichkeit für einen Schnappschuss oder einen kurzen Videofilm mit der einmaligen Kulisse des Aschaffenburger Schlosses Johannisburg hoch über dem Mainufer zu bieten. Aber da musste es noch ein Bild aus weiter zurückliegender Zeit geben, auf dem genau an dieser Stelle schon einmal ein größeres Passagierschiff abgelichtet war. Ich begab mich auf Spurensuche – und wurde fündig: Im Bildernachlass meines Vaters entdeckte ich eine kolorierte Ansichtskarte[iv], ungelaufen[v], ohne weitere Hinweise auf den Zeitpunkt der Erstellung bzw. Drucklegung. Motiv und Text

Abb. 2: Ansichtskarte (ca. 1934) „Aschaffenburg am Main – Schloß“ mit FGS „Walküre“ vor der Kranichmauer unterhalb des Aschaffenburger Schlosses „Johannisburg“ – Quelle. Archiv P. Grasmann

sprachen eine klare Sprache: „Aschaffenburg am Main – Schloß“. Mein Erinnerungsvermögen hatte mich also nicht getäuscht. Motiv, Gestaltungsart, aber auch die beiden abgebildeten Schiffe deuteten auf einen Entstehungszeitpunkt der Ansichtskarte vor dem 2. Weltkrieg hin. Ob über den nur schwer erkennbaren Schiffsnamen das Alter der Karte zu erfahren war? Mit der Lupe war an der rechten Bordwand des Fahrgastschiffes in Großbuchstaben der Name des „Doppeldeckers“ zu lesen: „Walküre“. Damit war der Grundstein für weitere Recherchen gelegt, eine Zeitreise nicht nur durch ein Schiffsleben, sondern auch durch mehrere Epochen der deutschen und – abschnittsweise – der regionalen Geschichte zwischen 1927 und 2022 hatte begonnen.

  1. „Walküre“ – Schiff-gewordener Ausdruck der „Goldenen Zwanziger“

Nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges, den verheerenden wirtschaftlichen Folgen aus dem Versailler Vertrag für breite Bevölkerungsschichten, den sich daraus entwickelnden politischen Umwälzungen im Deutschen Reich und anderen europäischen Ländern und der Inflation von 1923 begann ab etwa 1924 eine neue Ära: die sog. „Goldenen Zwanziger“. Ein Wirtschaftsaufschwung in vielen Ländern, auch im Deutschen Reich, verlieh weiten Bevölkerungsteilen ein neues Lebensgefühl. Kultur, Wissenschaft und Kunst erlebten einen unerwarteten Höhenflug. Wer es sich finanziell erlauben konnte, wollte verreisen, auch wenn es nur eine Tagesreise war. Entlang der großen Schifffahrtsstraßen boomte der Schiffbau. Werften, spezialisiert auf das Segment der Fahrgastschiffe, produzierten zum Teil mehrere Boote pro Jahr. Eine dieser Werften war die Mondorfer Schiffswerft und Maschinenfabrik Heinrich Bröhl[vi]. 1927/1928 entstand dort nach den Plänen von Heinrich Bröhl[vii] das Passagierschiff „Walküre“.

Abb. 3: Briefkopf der Schiffswerft und Maschinen-Fabrik Heinrich Bröhl in Mondorf – Quelle: https://www.roland-klinger.de/Mondorf/broehl.htm

Auftraggeber war die Reederei Johann van Holt aus Duisburg[viii], ein Unternehmen das Personen- und Schleppschiffe besaß.

Abb. 4: Reederei Johann van Holt – Eintrag im Einwohnerbuch der Stadt Duisburg 1927. Teil IV. S. 249 – Quelle: www.ancestry.de

Mit der „Walküre“ ließ Johann van Holt ein für die 1920er Jahre relativ groß dimensioniertes Fahrgastschiff auf der Mondorfer Schiffswerft bauen:

Abb. 5: Typentwurf für FGS „Walküre“ von Heinrich Bröhl – Quelle: Archiv Bröhl

Mit einer Länge von 32,0 m, einer Breite von 6,0 m, einer Seitenhöhe von 1,9 m, einem Tiefgang von 1,2 m und einer Motorleistung von 180 PS[ix] hatte die „Walküre“ eine durchaus beachtliche Größe aufzuweisen. In der Chronik der Mondorfer Schiffswerft hieß es dazu: „1928 wird das Doppelschraubenschiff `Walküre´ fertiggestellt, einer der größten Neubauten. Zu dieser Zeit werden rund 55 Mitarbeiter beschäftigt.“[x] Selbst ein Schiffsexperte der Gegenwart stellt im Fachportal „Binnenschifferforum“[xi] zu den Ausmaßen und dem Erscheinungsbild des Passagierschiffes anerkennend fest: „Ziemlich gewaltiger Kasten für die damalige Zeit“. Ein geräumiges Hauptdeck mit großflächigen Fenstern auf jeder Seite, eine Bordküche, ein großzügiges, überdachtes Oberdeck und die Technik des Doppelschraubenantriebs[xii] versprachen ein komfortables Schiffsreisevergnügen für die damalige Zeit.

 

Abb. 6: 1927/28 – FGS „Walküre“ im Bau auf der Schiffswerft Heinrich Bröhl, Mondorf – Quelle: Roland Klinger. In:  https://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?27548-Walk%C3%BCre-FGS

 

Andere Fakten als die Entwurfszeichnung der Mondorfer Schiffswerft enthält der erste Eintrag für die „Walküre“ aus dem Jahre 1928 in das „Grundbuch für Schiffe“, das Rhein-Schiffsregister. Dort waren 1,92 m Tiefgang, eine Länge von 34,13 m und eine Breite von 6,0 m als Hauptmaße aufgeführt. Diese Maße unterschieden sich ebenso wie die Tatsache, dass die „Walküre“ in der Chronik der Werft als Doppelschraubendampfer aufgeführt wird, was die Entwurfszeichnung von Heinrich Bröhl jedoch nicht beinhaltet.

Abb. 7: FGS „Walküre“ im Endausbauzustand 1929 – Quelle: Roland Klinger. In: https://www.binnenschifferforum.de/ showthread.php?27548-Walk%C3%BCre-FGS
  1. Die „Walküre“ als Fahrgastschiff

Johann van Holt setzte das Fahrgastschiff mit einem Fassungsvermögen von bis zu 600 Passagieren auf den beiden Decks überwiegend auf dem Rhein[xiii] ein.

 

Abb. 8: FGS „Walküre“ auf dem Rhein vor Koblenz – Quelle: Archiv Helmut Klammer

Durch die Verbindungen der westdeutschen Schifffahrtskanäle kam es auch immer wieder zu Einsatzzeiten auf der unteren Weser[xiv].

Abb. 9: FGS „Walküre“ unterhalb der Badener Berge an der Unterweser – Ansichtskarte – Quelle: Thomas Albert. In: https://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?27548-Walk%C3%BCre-FGS

Wann genau die „Walküre“ Anfang der 1930er Jahre ihren Besitzer wechselte, ist bis heute nicht nachvollziehbar. Da im Duisburger Adressbuch von 1930 nur noch die Witwe von Johann van Holt aufgeführt wird, kann davon ausgegangen werden, dass der „Walküre“-Eigner schon bald nach dem Erwerb des Schiffes verstorben ist und das Schiff verkauft wurde.

Neuer Besitzer wurde – und hier begannen die Verbindungen zu Aschaffenburg und zum Untermain – die „Erste Aschaffenburger Personen- und Schleppschiffahrt“ mit Sitz in Aschaffenburg.[xv]

Abb. 10: Eintrag zur Ersten Aschaffenburger Personen- u. Schleppschiffahrt Aschaffenburg – Quelle: Adressbuch Aschaffenburg 1933. Firmenverzeichnis. Stadt- u. Stiftsarchiv Aschaffenburg

Die „Walküre“ bekam nun ihren Liegeplatz an der Kranichmauer unterhalb des Aschaffenburger Schlosses Johannisburg, etwa in Höhe der heutigen Boot-Slipanlage.[xvi] Von hier aus unternahm sie Ausflugsfahrten mainaufwärts nach Klingenberg, Miltenberg, Wertheim oder gar Würzburg. Sonderfahrten zur Michaelismesse oder zum Obernburger Apfelblütenfest gehörten ebenfalls zum Fahrtenangebot des stolzen „Doppeldeckers“.[xvii] Sogar eine eigene Tanzkapelle verkürzte bei solchen Fahrten den Reisenden die Zeit. Die „Walküre“ wurde je nach Bedarf auch im Liniendienst zwischen Aschaffenburg und Miltenberg bzw. Wertheim genutzt. Auch Mehrtagesfahrten wurden mit der „Walküre“ verschiedentlich angeboten, wie die nachfolgende Darstellung vom 13. April 1935 auf Seite 8 des

 

Abb. 11: Zeitungsanzeigen im „Aschaffenburger Anzeiger“ zu Ausflugsfahrten von FGS „Walküre“ – Quelle: Aschaffenburger Anzeiger v. 1.6.1935 (li.) u. 26.8.1935 (re.), Stadt- u. Stiftsarchiv Aschaffenburg–Zeitungsarchiv

„Aschaffenburger Anzeigers“ über eine Fahrt der Hitlerjugend vom Untermain nach Rüdesheim zum Niederwald-Denkmal beweist: „Rheinfahrt der Aschaffenburger Hitler-Jugend. Fahrtbericht in Wort und Bild von Richard Glaab. Auf vier Tage Abschied! Es waren mehr als 300 Hitler-Jungen, teils Werktätige, teils Schüler, die sich in schönster Uniform am vergangenen Sonntag früh pünktlich zu der Fahrt eingefunden hatten, welche die Aschaffenburger Jugend an den Rhein führen sollte. Besorgte Eltern waren mitgekommen, um ihren Schützlingen für die 4 Tage Lebewohl zu sagen. Diese aber bekümmerten sich wenig um diesen Abschied, denn wenn die Jugend ferne Lande sehen will, fällt ihr der Abschied nicht schwer. Zwar leuchtete die Sonne nicht, wie wir es alle gern gehabt hätten, es geht aber bekanntlich bei uns auch ohne Sonne, wenn sie mal nicht lachen mag. […]“[xviii]

Eine Besichtigung der Opel-Werke in Rüsselsheim, Übernachtung im Arbeitsdienstlager und in der Jugendherberge in Mainz, am nächsten Tag Weiterfahrt nach Rüdesheim, Besichtigung des Niederwalddenkmals, Weinprobe in Aßmannshausen, Übernachtung in St. Goar und Oberwesel in Arbeitsdienstlagern, Gasthöfen und Privatquartieren, Rückfahrt nach Mainz, Stadtbesichtigung und Übernachtung in den bereits bekannten Quartieren; am 4. Tag Rückfahrt nach Aschaffenburg. So liest sich Glaabs Bericht, der natürlich ganz im Sinne nationalsozialistischer Propaganda verfasst ist, in Stichworten. Neben den bereits erwähnten Ausflugsfahrten stellten solche Mehrtagesfahrten für NS-Organisationen wie z. B. auch die KdF[xix] ein zweites wirtschaftliches Standbein für die Eigner dar.

Zwischen 1935 und 1936 gab es abermals einen Besitzerwechsel: Neuer Schiffseigner wurde die „Mainfränkische Personenschiffahrts-Gesellschaft“, eine Gesellschaft des Miltenberger Reeders Josef Anton Kehrer. Die „Walküre“ blieb also am Untermain und befuhr auch in der Folgezeit die bisherigen Streckenabschnitte.[xx]

Otto Berninger, Begründer des Wörther Schifffahrts- und Schiffsbaumuseums, schrieb 1989: „Den älteren Mainschiffern wird der Personendampfer `Walküre´ der Mainfränkischen Personenschiffahrts-Gesellschaft[xxi] noch in guter Erinnerung sein. Er befuhr von etwa 1935 bis 1939 den Main, vorwiegend die Strecke zwischen Aschaffenburg und Ochsenfurt. Tausende von Passagieren genossen auf dem Schiff frohe, unbeschwerte Urlaubsstunden und lernten den Mainstrom kennen. Viele Binnenländer machten hier erstmals Bekanntschaft mit der Mainschiffahrt. Freilich erlebten sie mehr die Schifferromantik als den nüchternen und mitunter auch sehr harten Schifferalltag.“[xxii]

Abb. 12: Werbeplakat der Bayer. Personenschiffahrts-Gesellschaft für Fahrten mit „Walküre“ und „Mainfranken“ – Quelle: Archiv

P. Grasmann

  1. Vom Main ins Kurische Haff

Mit Kriegsbeginn im September 1939 verschlechterte sich auf Grund der Treibstoffbewirtschaftung die wirtschaftliche Situation rapide. Josef Kehrer entschloss sich zum Verkauf des Schiffes. Mitte März 1940 wurden die Verkaufsverhandlungen mit dem Kaufmann Johann Froese aus Nidden auf der Kurischen Nehrung (Ostpreußen) erfolgreich abgeschlossen, das FGS „Walküre“ wechselte für 52.500,– Reichsmark den Besitzer und seinen Stammliegeplatz: Vom Main trat es noch im März 1940 seine Reise ins Kurische Haff an.

Abb. 13: Links: Reeder und Kaufmann Johann Froese mit Ehefrau Clara, Nidden (Ostpreußen), ab März 1940 neuer Besitzer der „Walküre“

 

 

 

 

Links: Briefkopf der Reederei Johann Froese – Quelle: Archiv Hans-Jörg Froese, Werder (Havel)

Heinrich Wüst, der letzte Kapitän der „Walküre“ während ihrer „Miltenberg-Epoche“ bekam von seinem Chef, Josef Kehrer, den Auftrag, das Fahrgastschiff von Miltenberg an die Kurische Nehrung zu überführen. Nur wenige Wochen vor seinem Tod im April 1989 berichtete Wüst seinem Neffen Otto Berninger ausführlich über diese auch für ihn beeindruckende Fahrt auf zum größten Teil unbekanntem Fahrwasser. Neueigner Johann Froese kam zur Überführungsfahrt mit 2 Matrosen und einem Maschinisten aus seinem Unternehmen nach Miltenberg. Sie sollten sich während der Fahrt mit dem Schiff und seiner Technik vertraut machen. Bis nach Duisburg erhielten sie dabei vom Monteur Röder der Fa. Kehrer die entsprechenden Einweisungen. Einen kleinen Geschmack, welche Schwierigkeiten bei einer Überführungsfahrt auftreten konnten, liefert der Bericht von Kapitän Wüst gleich vom ersten Fahrttag: „Bereits in Auheim a. Main traten die ersten Probleme auf. Das Frühjahrshochwasser ließ den Main so anschwellen, daß die Durchfahrtshöhe für die „Walküre“ an der Auheimer Brücke zu gering war. Es fehlten nur einige Centimeter. Ich mußte deshalb mit der `Walküre´ beidrehen. Da kein fallendes Wasser in Aussicht stand, mußte ich nach einer Lösung suchen, um nicht längere Zeit vor Auheim liegen bleiben zu müssen. Ein Zuschauer gab mir den Ratschlag, das Schiff mit Soldaten aus der naheliegenden Kaserne zu beladen, damit es die Brücke passieren könne. Ich begab mich also in die Pionierkaserne und trug dem Kompaniechef meinen ausgefallenen Wunsch vor. Er versprach mir bereitwillig seine Hilfe.

Nach 17 Uhr rückte eine Pionierkompanie aus Auheim unter Gewehr und mit Marschgepäck an; vorweg der Hauptmann hoch zu Roß. Die Pionierkompanie marschierte auf die `Walküre´ und brachte sie dadurch zu einem tieferen Eintauchen. Doch alle Hilfe war umsonst. Der Main war zwischenzeitlich weiter angestiegen und was durch den größeren Tiefgang der beladenen `Walküre´ gewonnen wurde, hatte das gestiegene Wasser wieder egalisiert. Die Pioniere mußten wieder abziehen.

Es blieb keine andere Wahl, als mit Hilfe des Schiffspersonals die Brückenaufbauten der `Walküre´ zu demontieren und nach dem Passieren der Mainbrücke wieder zu montieren.“[xxiii] Über Bingen, Duisburg, Rhein–Herne–Kanal, Mittellandkanal, das Schiffshebewerk Rothensee, Ihle–Kanal, Plauer–Kanal und Havel gelangte die „Walküre“ nach Berlin. Wannsee und Brandenburger–Kanal, Finow–Kanal, Schiffshebewerk Niederfinow und Oder hießen die nächsten Wasserwege auf dem Weg nach Stettin.

Abb. 14: Schiffshebewerk Niederfinow (Aufnahme von 1934) – Quelle: Historisches Bildarchiv der Bundeswasserstraßen. Eine digitale Dokumentation der Schifffahrt und der Wasserstraßen in Deutschland. S. 172

In dreitägiger Arbeit wurden alle tiefliegenden Fenster und Öffnungen mit Eisenluken verschweißt, die „Walküre“ dadurch seetüchtig gemacht. Ein Seelotse brachte Schiff und Mannschaft bei leichter Dünung sicher in seinen neuen Heimathafen Nidden an der Kurischen Nehrung, wo es Herr Froese als Fährschiff zwischen Nidden (heute: Nida, Litauen) und Memel (heute: Klaipeda, Litauen) einsetzen wollte.

  1. Von Ostpreußen an die Elbe

 Der Bericht von Otto Berninger und Heinrich Wüst über die „letzte Mainreise des Personendampfers `WALKÜRE´“ endete mit folgenden Aussagen: „Über das Schicksal der `Walküre´ wurde nichts bekannt. 4 ½ Jahre nach der Ablieferung des Schiffes wurde Ostpreußen in das Kriegsgeschehen einbezogen. Die vordringenden russischen Truppen schnitten den in Ostpreußen kämpfenden deutschen Soldaten und flüchtenden Zivilisten den Rückweg ab. Alle noch dort befindlichen Schiffe wurden zur Evakuierung der Zivilbevölkerung und der deutschen Truppen eingesetzt. Vielleicht befand sich unter diesen Fluchtschiffen auch die `Walküre´. Vielleicht hat dieses Schiff, das früher tausenden Menschen frohe Stunden bereitet hatte, Soldaten und Zivilisten das Leben gerettet. Oder hat das Schiff sie mit in den Tod genommen?“[xxiv]

Abb. 15: MS „Nidden“ 1943 im Hafen von Nidden – Quelle: Archiv Hans-Jörg Froese, Werder (Havel)

Die Antwort auf diese letzte Frage kann eindeutig mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Die ruhigeren und fröhlichen Zeiten jedenfalls waren für die „Walküre“ mit der Ankunft in Ostpreußen erst einmal vorbei. Johann Froese vercharterte die jetzt unter dem Namen „Nidden“ fahrende ehemalige „Walküre“ an die Schichau-Werft. In deren Auftrag befuhr das Schiff das Kurische Haff als Personen- und Güterfähre zwischen Nidden und Memel.[xxv] 1943 wurde die „Nidden“ infolge der Kriegsereignisse auf der Schichau-Werft zu einem Werkstattschiff für die Marine umgebaut. Bis 1944/45 war es vor Kurland[xxvi] in dieser Funktion im Einsatz.

Als die Familie von Johann Froese nach mehrmonatiger Flucht über die Ostsee und Dänemark mit ihrem zweiten Schiff, MS „Herta“, im Sommer 1945 nach Kiel-Heikendorf gelangte, fand sie dort in der Nähe ihres Liegeplatzes MS „Nidden“ versenkt vor. Die eigene Besatzung hatte das Schiff noch vor der Kapitulation am 8. Mai 1945 geflutet, um es für die britischen Besatzungstruppen unbrauchbar zu machen.

Schon wenige Wochen später ließ Johann Froese das Wrack heben, seine Schwimmfähigkeit herstellen und nach Buxtehude überführen.[xxvii]

Abb. 16: Kasko der MS „Nidden“ ex „Walküre“ in Hamburg-Harburg 1945 – Quelle: Archiv Hans-Jörg Froese, Werder (Havel)

  1. Schiffsrumpf – Frachtschiff – Lagerschiff – Verschrottung

1949 verkaufte Johann Froese den Kasko[xxviii] der ehemaligen „Walküre“ an den Hamburger Frachtschiffer Willi Ohl. 1951 erfolgte in dessen Auftrag auf der Travewerft Ebschner & Gabler in Lübeck der Umbau zum Frachtschiff MS „Ludwig“ mit folgenden Maßen: L: 60 m, B: 6 m, T: 2,00 m, Tragfähigkeit 498 t; eingebaut wurde ein 240 PS MaK-Dieselmotor. Ab diesem Zeitpunkt galt MS „Ludwig“ als Neubau Baujahr 1951.

 

Abb. 17: MS „Ludwig“ auf Fahrt – Quelle: Archiv Familie Ohl, Hamburg

Im „Binnenschifferforum“ lieferte 2009 ein Beitrag folgende Informationen zu MS „Ludwig“: „MS Ludwig war mir bekannt. War in den 60er und 70er Jahren Partikulier bei der Ruhr-Reederei Mülheim/Ruhr und ist mit seiner 240 MAK, umsteuerbar, 6 Zylinder, viel von Salzgitter nach Basel gefahren und ich meine, dass es schon damals ein Einraumschiff war. Das Schiff sah ja stabil aus. Für Langeisen nach Basel ideal. Sein (gemeint ist Willi Ohl; Anm. d. Verf.) Bruder, Fritz Ohl mit seiner `Gefion´ und 160 PS MAK fuhr auch viel nach Basel, beide haben sich immer `gejagt´. Das Schiff hatte irgendwie eine eigenartige Bauart auch der Farbanstrich war gewöhnungsbedürftig. Ich kann mich noch daran erinnern, dass das Schiff einer seiner Söhne von Willi Ohl gefahren hat. Aber wer, ist mit nicht bekannt.“[xxix] Aus der Familie Ohl wurde dem Verfasser berichtet, dass die Brüder Ingo und Uwe Ohl, Söhne von Willi Ohl, die MS „Ludwig“ gefahren sind.

Am 28. Juni 1971 wurde das Gütermotorschiff MS „Ludwig“ an Frau Bethylon Ruth Jähring aus Bocholt verkauft.[xxx] Unter der neuen Eignerin wurde das Schiff umbenannt auf „Ulua“. Zum Einsatz kam die „Ulua“ ab 1971 laut mdl. Mitteilung aus der Familie Ohl dann überwiegend als Lagerschiff im Hamburger Freihafen. Dafür spricht die Tatsache, dass in der Abwrackbescheinigung von 1984 für die „Ulua“ zwar der Schiffstyp „Motorgüterschiff“ angegeben ist, bei der Motorleistung wurde die Eingabezeile jedoch durch einen Mittestrich entwertet, d. h. das Schiff hatte keinen Motor mehr. In der Zeit vom 15. bis 26.11.1984 läutete schließlich nach 56 im wahrsten Sinne des Wortes bewegten Jahren für „Walküre“ – „Nidden“ – „Ludwig“ – „Ulua“ das Totenglöcklein: Bei der Firma G. Grantz/K. H. Wermke mit Sitz am Moorburger Elbdeich in Hamburg wurde das Schiff abgewrackt, am 26.11.1984 die Abwrackbescheinigung ausgefertigt und am 31. Januar 1985 das Schiffsregisterblatt am Amtsgericht Hamburg geschlossen.[xxxi]

  1. Wiedergeburt der „Walküre“

Dieser letztgenannte Amtsakt bedeutete zwar das Ende eines ehemals stolzen Schiffes, das auch in der Region Bayerischer Untermain Spuren hinterlassen hat. Nicht geklärt werden konnte die Frage, ob es der ehemalige Schreiner Kurt Fries aus Gerbrunn bei Würzburg war, der die „Walküre“ nach den Originalplänen der Firma Bröhl in Mondorf im Maßstab 1:75 zu neuem Leben erweckte. Im Wörther Schifffahrts- und Schiffsbaumuseum können Besucher und Besucherinnen vielfältige Zeugnisse heimischer Schifffahrt und regionalen Schiffbaus bewundern. Seit einigen Jahren können sie in einer eigenen Ausstellungsvitrine am Modell der „Walküre“ den Glanz eines Fahrgastschiffes aus dem frühen 20. Jahrhundert nachempfinden.

Abb. 18: Maßstabsgetreues Modell der „Walküre“ im Schifffahrts- und Schiffsbaumuseum Wörth am Main – Foto: P. Grasmann

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Geplante Anlegestelle für Ausflugsschiffe – Quelle: Erholung. Freizeit. Kultur – Schlossufer Aschaffenburg. In: https://www.schlossufer-aschaffenburg.de/planung/

Abb. 2: Ansichtskarte (ca. 1934) „Aschaffenburg am Main – Schloß“ mit FGS „Walküre“ vor der Kranichmauer unterhalb des Aschaffenburger Schlosses „Johannisburg“ – Quelle. Archiv P. Grasmann

Abb. 3: Briefkopf der Schiffswerft und Maschinen-Fabrik Heinrich Bröhl in Mondorf – Quelle: https://www.roland-klinger.de/Mondorf/broehl.htm

Abb. 4: Reederei Johann van Holt – Eintrag im Einwohnerbuch der Stadt Duisburg 1927. Teil IV. S. 249 – Quelle: www.ancestry.de

Abb. 5: Typentwurf für FGS „Walküre“ von Heinrich Bröhl – Quelle: Archiv Bröhl

Abb. 6: 1927/28 – FGS „Walküre“ im Bau auf der Schiffswerft Heinrich Bröhl, Mondorf – Quelle: Roland Klinger. In: https://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?27548-Walk%C3%BCre-FGS

Abb. 7: FGS „Walküre“ im Endausbauzustand 1929 – Quelle: Roland Klinger. In: https://www.binnenschifferforum.de/ showthread.php?27548-Walk%C3%BCre-FGS

Abb. 8: FGS „Walküre“ auf dem Rhein vor Koblenz – Quelle: Archiv Helmut Klammer

Abb. 9: FGS „Walküre“ unterhalb der Badener Berge an der Unterweser – Ansichtskarte – Quelle: Thomas Albert. In: https://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?27548-Walk%C3%BCre-FGS

Abb. 10: Eintrag zur Ersten Aschaffenburger Personen- u. Schleppschiffahrt Aschaffenburg – Quelle: Adressbuch Aschaffenburg 1933. Firmenverzeichnis. Stadt- u. Stiftsarchiv Aschaffenburg

Abb. 11: Zeitungsanzeigen im „Aschaffenburger Anzeiger“ zu Ausflugsfahrten von FGS „Walküre“ – Quelle: Aschaffenburger Anzeiger v. 1.6.1935 (li.) u. 26.8.1935 (re.), Stadt- u. Stiftsarchiv Aschaffenburg–Zeitungsarchiv

Abb. 12: Werbeplakat der Bayer. Personenschiffahrts-Gesellschaft für Fahrten mit „Walküre“ und „Mainfranken“ – Quelle: Archiv P. Grasmann

Abb. 13: Links: Reeder und Kaufmann Johann Froese mit Ehefrau Clara, Nidden (Ostpreußen), ab März 1940 neuer Besitzer der „Walküre“ – Unten: Briefkopf der Reederei Johann Froese – Quelle: Archiv Hans-Jörg Froese, Werder (Havel)

Abb. 14: Schiffshebewerk Niederfinow (Aufnahme von 1934) – Quelle: Historisches Bildarchiv der Bundeswasserstraßen. Eine digitale Dokumentation der Schifffahrt und der Wasserstraßen in Deutschland. S. 172

Abb. 15: MS „Nidden“ 1943 im Hafen von Nidden – Quelle: Archiv Hans-Jörg Froese, Werder (Havel)

Abb. 16: Kasko der MS „Nidden“ ex „Walküre“ in Hamburg-Harburg 1945 – Quelle: Archiv Hans-Jörg Froese, Werder (Havel)

Abb. 17: MS „Ludwig“ auf Fahrt – Quelle: Archiv Familie Ohl, Hamburg

Abb. 18: Maßstabsgetreues Modell der „Walküre“ im Schifffahrts- und Schiffsbaumuseum Wörth am Main – Foto: P. Grasmann

 

Literaturverzeichnis

Aschaffenburger Anzeiger. Ausgabe v. 1.6.1935 u. 26.8.1935. Stadt- u. Stiftsarchiv Aschaffenburg – Zeitungsarchiv

Berninger, Otto: Die letzte Mainreise des Personendampfers „Walküre“. In: Mainschiffahrts-Nachrichten 1989. Heft 9. S. 35 ff.

Bröhl, Heiner: Chronik der Mondorfer Schiffswerft und Maschinenfabrik Heinrich Bröhl & Söhne 1885 – 1983. In: Niederkasseler Hefte 7. Hrsg.: Stadt Niederkassel. Ausgabe 2004

Freudenberger, Peter: Bund gibt Mainufer seinen Geldsegen. In: Main-Echo Aschaffenburg. Ausgabe vom 9. April 2019. S. 17

Froese, Hans-Jörg: Die Geschichte der MS Herta (2). In: Memeler Dampfboot. Heft 2. Febr. 2005

Historisches Bildarchiv der Bundeswasserstraßen. Eine digitale Dokumentation der Schifffahrt und der Wasserstraßen in Deutschland. Karlsruhe 2018 – Online verfügbar: http://medienarchiv.baw.de

 

Online-Ressourcen

Binnenschifferforum: www.binnenschifferforum.de

Meyers Großes Konversations-Lexikon 1905. – http://www.zeno.org/Meyers-1905

Online-Lexikon Wikipedia: www.wikipedia.de

 

Anmerkungen:

[i] Vollständiges Zitat von Klaus Herzog, Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg bei der Übergabe der neugestalteten Uferpromenade am Freitag, 5.4.2019: „Das Schlossufer ist die Schokoladenseite Aschaffenburgs.“

[ii] Siehe Abb. 1!

[iii] Als Déjà-vu [deʒaˈvy] (frz. déjà vu = ‚schon gesehen‘) bezeichnet man eine Erinnerungstäuschung, bei der eine Person glaubt, ein gegenwärtiges Ereignis früher schon einmal erlebt zu haben. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A9j%C3%A0-vu

[iv] Siehe Abb. 2!

[v] Ungelaufen bedeutet bei Ansichts-/Postkarten, dass die Rückseite unbeschriftet und unfrankiert ist und die Ansichts-/Postkarte nicht auf dem Postweg „gelaufen“ ist. In der Regel ist neben dem Adressfeld lediglich vertikal eine Angabenzeile zur Hersteller-Druckerei eingefügt. Anm. d. Verf.

[vi] Siehe Abb. 3!

[vii] Siehe Abb. 5!

[viii] Siehe Abb. 4!

[ix] Daten aus Planzeichnung von H. Bröhl, Abb. 5. Anm. d. Verf.

[x] Bröhl, Heiner: Chronik der Mondorfer Schiffswerft und Maschinenfabrik Heinrich Bröhl & Söhne 1885 – 1983. In: Niederkasseler Hefte 7. Hrsg.: Stadt Niederkassel. Ausgabe 2004. S. 12

[xi] Siehe: www.binnenschifferforum.de!

[xii] „Etwa seit 1862 baut man Dampfschiffe mit Zwillingsschrauben (Zweischraubenschiffe, auch Doppelschraubendampfer genannt), bei denen zwei Schraubenwellen in der rechten und linken Hälfte des Schiffes angebracht sind, die, aus dem Schiff hinten und seitlich neben dem Steuerruder […] hervorragend, je eine Schraube tragen. Diese Konstruktion ist in den Kriegsmarinen und meist auch für Passagierdampfer gebräuchlich. Der Bruch einer Welle vernichtet noch nicht die Bewegungsfähigkeit des Fahrzeugs, damit der zweiten Schraube die Fahrt bei verminderter Geschwindigkeit fortgesetzt werden kann. Außerdem werden durch Anwendung zweier Schrauben die Erschütterungen vermindert. Die größere Schnelligkeit dieser Schiffe kann aber nur durch größern Kostenaufwand gegenüber der Anwendung von nur einer Schraube mit gleicher Kraft erreicht werden.“ Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon 1905. – http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Dampfschiff

[xiii] Siehe Abb. 8!

[xiv] Siehe Abb. 9!

[xv] Siehe Eintrag im Adressbuch Aschaffenburg 1933, SSAA, Abb. 10! Nach dem beim Verfasser vorliegenden Datenmaterial waren Karl Grasmann (Stadtprozelten) und ?? Schmitt (Klingenberg) die Inhaber der Ersten Aschaffenburger Personen- und Schleppschiffahrt. Auch Otto Berninger benennt in seinem Bericht „Die letzte Mainreise des Personendampfers „Walküre“, a. a. O., Grasmann und Schmitt als Nachbesitzer der „Walküre“ nach Johann van Holt. Wilhelm Harding dürfte demzufolge nur der Inhaber der Agentur ihrer Firma gewesen sein, der Fahrtaufträge vermittelte. Anm. d. Verf.

[xvi] Diese Darstellung enthält die Ansichtskarte in Abb. 2, die zu meinem eingangs erwähnten Déjà-vus-Erlebnis führte.

[xvii] Siehe Sammlung von diversen Zeitungsanzeigen im „Aschaffenburger Anzeiger“ in Abb. 11!

[xviii] Aschaffenburger Anzeiger. Ausgabe vom 13. April 1935, S. 8

[xix] KdF: Kraft durch Freude. Staatlicher und größter Reiseveranstalter im Dritten Reich. Anm. d. Verf.

[xx] Siehe dazu auch Abb. 12!

[xxi] Auch Berninger konnte den genauen Verkaufszeitpunkt der „Walküre“ von der Ersten Aschaffenburger Personen- u. Schleppschiffahrt an die Mainfränkische Personenschiffahrts-Gesellschaft nicht exakt datieren. Erstmals wurde im Rhein-Schiffsregister von 1936 die Bayerische Personenschiffahrts-Gesellschaft Miltenberg a. M. als Schiffseigner benannt. Welche der beiden letztgenannten Firmennamen rechtlich bindend war, konnte nicht geklärt werden. Beide tauchen in amtl. Registern und auf Briefköpfen auf.

[xxii] Berninger, Otto: Die letzte Mainreise des Personendampfers „Walküre“. In: Mainschiffahrts-Nachrichten 1989. Heft 9. S. 35 ff.

[xxiii] Berninger, Otto, a. a. O., S. 36.

[xxiv] Berninger, Otto, a. a. O., S. 38.

[xxv] Siehe Abb. 15!

[xxvi] Kurland: Region nördlich des ehemaligen Memel. Anm. d. Verf.

[xxvii] Froese, Hans-Jörg: Die Geschichte der MS Herta (2). In: Memeler Dampfboot. Heft 2. Febr. 2005. S. 20. Siehe dazu auch Abb. 16! Zusätzl. mündl. Informationen durch Hans-Jörg Froese.

[xxviii] Kasko: schwimmfähiger Rumpf eines Schiffes ohne Technik und Innenausbau. Anm. d. Verf.

[xxix] Beitrag von „Navico 2“. In:  www.binnenschifferforum.de vom 12.06.1917.

[xxx] So eingetragen im Binnenschiffsregister am Amtsgericht Hamburg Band 115 Blatt Nr. 18753.

[xxxi] Siehe Binnenschiffsregister am Amtsgericht Hamburg Band 115 Blatt Nr. 18753!

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