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St. Martinsgasse

Die südöstlich der Oberstadt gelegene und nach dem hl. Martin benannte Gasse verläuft quasi parallel zur Wermbachstraße zwischen Brennofengasse und Lamprechtstraße.

St.-Martinsgasse 11

Die ehem. Spitalkapelle St. Katharina an der Lamprechtstraße entstand als Stiftung einer wohlhabenden Aschaffenburger Bürgerin 1848, die den im 1. Obergeschoss des Krankenhauses vorhandenen Betsaal als unzureichend ansah. Die Kranken- und Wohltätigkeitsanstalt wurde zwischen 1824 und 1826 nach Magistratsbeschluss auf dem Grundstück an der Ecke Wermbach- und Lamprechtstraße nach Plänen des Landbauinspektors Wolfgang Streiter errichtet. Der Bau bestand aus einem langgestreckten zweigeschossigen Hauptflügel entlang der Wermbachstraße und zwei kürzeren Seitenflügeln, von denen der südliche an der Lamprechtstraße verlief. Der Bau der Kapelle erfolgte in Verlängerung des südlichen Flügels an der Wermbachstraße. Der Saalbau mit zwei Stufengiebeln und einem Glockenturm am Südgiebel, beide mit Satteldach, wurde im Stil der Neuromanik errichtet. Die Seitenfassaden sind schlicht und mit je fünf Rundbogenfenstern mit roten Sandsteingewänden versehen. Auf der Nordseite befindet sich unter dem ersten und dem letzten Fenster ein Eingang. Auf der Südseite liegt ein weiterer Zugang. In den Jahren 1869/70 wurde die Kapelle unter Leitung von Anton Niedling restauriert. Er entwarf einen neuen Altar für die Kirche, in dessen Aufsatz die Figuren der Kirchenpatronin Katharina von Alexandrien und der hl. Anna, Mutter Mariens, stehen. Letztere ist im Mittelfeld als Immaculata dargestellt. Die weitere Ausstattung (Altäre, Figuren, Bestuhlung, Emporen und Fußboden) stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jh. Der Volksaltar wurde nach einem Entwurf von Alois Grimm geschaffen. Zwischen 1837 und 1969 wurde die Kapelle von den Vinzentinerinnen, den Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul, genutzt, die zur Unterstützung des Pflegepersonals auf Bitten des Königs und des Ministeriums von München nach Aschaffenburg gerufen worden waren. Mit dem Umzug des Krankenhauses in das Klinikum am Hasenkopf am Rande der Stadt 1989 erlosch die Aufgabe der Kirche als Spitalkapelle. Seit 1997 nutzt die rumänisch-orthodoxe Gemeinde „Darstellung des Herrn“ die Kirche zur Feier ihrer Gottesdienste, nachdem sie zwischenzeitlich einige Jahre den Aschaffenburger Krippenfreunden als Domizil gedient hatte.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 179-180.

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