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Schloßgasse 13 – Pfarrkirche zu Unserer Lieben Frau

Die kath. Pfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau, Muttergottespfarrkirche genannt, ist die älteste Pfarrkirche der Stadt, da zu dem bereits im 10. Jh. gegründeten Stift St. Peter und Alexander keine eigene Pfarrei bestand. So gehörten zur Seelsorge der Muttergottespfarrkirche der ganze Ort Aschaffenburg sowie zahlreiche umliegende Ortschaften, bis im 12. Jh. die Pfarrei St. Agatha gegründet wurde und einen Teil der Seelsorge in der Stadt sowie in einigen Dörfern erhielt. Die Pfarrkirche befindet sich innerhalb der ersten Stadterweiterung, die sich von der frühen Stadt (zwischen Badberg und Stiftsberg, wohl seit Beginn des 9. Jh.) ausgehend entlang der heutigen Schloß- und Pfaffengasse entwickelte und sich bis zum Bau der Burg um 1220 vollzog. Über das tatsächliche Gründungsjahr der Kirche gibt es allerdings außer Vermutungen keine gesicherten Quellen. Die früheste schriftlich überlieferte Erwähnung des Gotteshauses ist einer Urkunde von 1183 zu entnehmen, worin ein Heinrich als Pfarrer von St. Maria in Aschaffenburg genannt ist. In einer weiteren Urkunde aus dem Jahr 1184 von Papst Lucius III. ist die Pfarrei als Besitz des Stiftes dokumentiert. Fast ein Jahrhundert später erfolgte dann die Inkorporation der Pfarrkirche in das Stift St. Peter und Alexander, was die Aufgabe der pfarrlichen Selbstständigkeit der Kirche bedeutete. Zwischen dem ausgehenden 13. Jh. bis in die 2. Hälfte des 16. Jh. sind kaum Hinweise zur Muttergottespfarrkirche überliefert. Mit der Säkularisation 1803 und der damit verbundenen Aufhebung des Kollegiatsstifts verlor die Stiftsbasilika St. Peter und Alexander ihre Funktion. In der Folge mussten die Pfarreien neu eingeteilt werden. Am 24. März 1821 informierte die Regierung des Untermainkreises in Würzburg den Stadtmagistrat darüber, dass die Stiftspfarrei zur Stadtpfarrei erhoben wurde und die Seelsorge unter den nun drei Stadtpfarreien aufzuteilen sei. Damit ging ein Teil der Pfarrei der Muttergottespfarrkirche an die Stiftskirche über.

Baugeschichte:

Bei der Muttergottespfarrkirche handelt es sich heute um einen barocken Kirchenbau aus der Mitte des 18. Jh., dessen Hauptfassade zum Schloss Johannisburg gerichtet ist. Der an der östlichen Langhausseite stehende gotische Turm ist noch von dem vorhergehenden Kirchenbau überkommen. Durch die Nennung eines Erzbischofs Konrad auf einer erhaltenen halbrunden Tympanonplatte (heute unter der Orgelempore links), womit wohl der Mainzer Erzbischof Konrad von Wittelsbach (reg. 1161–1165 und 1183–1200) gemeint ist, und die Erwähnung der Kirche St. Marien in Aschaffenburg in der Urkunde von 1183 lässt sich die Gründung der Kirche in einen Zeitraum zwischen Mitte und Ende des 12. Jh. eingrenzen.

Der Turm wurde Ende der 1. Hälfte des 13. Jh. errichtet. Zur selben Zeit wurde außerdem ein gerade schließender Chor angefügt und das Kirchenschiff mit einem neuen, höheren und steileren Dach versehen. Im 16. Jh. wurden Seitenschiffe an die Kirche angefügt, wobei es möglich erscheint, dass bereits vorher solche bestanden und diese dann nur erhöht wurden. Ende des 17. und Mitte des 18. Jh. wurde der Kirchenbau barockisiert. Dabei wurden u. a. Altäre umgewidmet und, wie Alois Grimm vermutet, die Lattendecke in ein Spiegelgewölbe geändert. Unter Dr. Christian Stadelmann (1699–1782), Pfarrer und erzbischöflicher Kommissar, erfolgte nach Abbruch der alten Kirche am 28. September 1768 die Grundsteinlegung für den heute bestehenden Kirchenbau. Der Pfarrer finanzierte den Neubau zum Großteil aus eigenen Mitteln und bestimmte dessen Gestalt mit. Ein zeitgenössisches Portrait Pfarrer Stadelmanns aus den Beständen des Stiftsmuseums zeigt ihn im Priestergewand in der Pose des Bauherrn mit einer aufgezogenen Planrolle, auf der unverkennbar die Muttergottespfarrkirche dargestellt ist. Bücher im Hintergrund sollen seine Gelehrsamkeit verdeutlichen, ein Zirkel im Vordergrund kennzeichnet ihn als Architekten und Konstrukteur. Der Pfarrer hat wohl jegliche Dokumente und Nachweise über die Kosten für den Bau der Kirche vernichtet, um sich selbst und die Nachwelt im Unklaren über die tatsächliche Bausumme zu lassen, daher sind keine weiteren Einzelheiten über den Bauablauf überliefert. Bauleiter war der um 1729 in Böhmen geborene und seit 1751 in Aschaffenburg als Stiftsmaurer tätige Franz Boccorny (auch Boccorni oder Pocorny). Er starb am 26. April 1771 und wurde in der zwischen 1770 und 1772 ausgebauten Gruft der neuen Pfarrkirche beigesetzt. Sämtliche am Kirchenbau beteiligten Handwerker waren Aschaffenburger Meister. Die ursprünglichen Deckengemälde in Chor und Langhaus schuf Jakob Konrad Bechtold 1770. Im Chor war die Anbetung des Lammes durch die 24 Ältesten dargestellt, im Langhaus die Krönung Mariens. Am 3. September 1775 erfolgte die feierliche Kirchenweihe durch den Erzbischof und Kurfürsten Friedrich Carl Joseph von Erthal.

Nachdem bereits 1786 Nässeschäden am Deckengemälde repariert werden mussten und 1792 die Fassade neu verfugt und farbig gestrichen wurde, erfolgten im 19. Jh. zwei Restaurierungs- und Umgestaltungsphasen. Während der ersten Phase 1852/53 wurden primär durch Wurmfraß entstandene Schäden an holzgeschnitztem Zierrat und Figuren von Altären, Kanzel und Orgel behoben. Dabei wurden nicht nur Teile ergänzt, sondern ganze Figuren erneuert. Ferner wurden die aus der alten Kirche übernommenen Gemälde der im 17. Jh. gefertigten Altäre erneuert. Für die zweite Restaurierungsphase von 1886 bis 1913 wurde eigens ein Restaurierungsverein gegründet. Anlass war wohl weniger die Behebung von Mängeln, sondern eher die Anpassung des Kirchenraumes an den damaligen Zeitgeschmack. So wurde die Innenfassung des Kirchenraumes erneuert, dabei die Lisenen rötlich marmoriert, wodurch dieser eine renaissancehafte Schwere erhalten hat. Neue Altar- und Kommunionbankstufen aus schwarzem Marmor wurden angeschafft. Die Erneuerung der Glasfenster zu beiden Seiten des Hochaltars ermöglichten 1887 private Stifter. Gestaltet waren die Fenster von der Hofglasmalerei und Kunstanstalt F. H. Zettler aus München. 1890 wurden fünf Fenster für das Kirchenschiff gestiftet. Sie waren mit farbigen Medaillons, umrahmt von ornamentalen Teppichmustern, gestaltet. Die Sandsteinplatten des Kirchenfußbodens wurden 1893 durch keramische Platten ersetzt. 1897 erfolgten Restaurierungsarbeiten am Hochaltar, dabei wurde das Wappen des Stifters Graf von Ostein (ein springender Hund) vom Mittelmedaillon entfernt. Zwischen Juli und Dezember 1897 wurden an Turm (Baufirma Sager & Woerner) und Vorplatz an der Nordseite der Kirche Ausbesserungsarbeiten durchgeführt. 1898 wurde die Figur des Ecce Homo, die 1812 abgenommen und ins Museum verbracht worden war, restauriert und an der Nordseite des Turmes angebracht. Die Wandflächen links und rechts der Figur wurden von Adalbert Hock bemalt, dargestellt waren links der Erzengel Michael und rechts die Muttergottes als Himmelskönigin. Bei den Angriffen auf die Stadt am 27. Oktober und 5. November 1944 wurden das Dach der Kirche abgedeckt und das Dachwerk beschädigt.

Die Decke mit dem Deckengemälde von Jakob Konrad Bechtold stürzte ein. Luftdruck hatte die Außenmauern und den Turm erschüttert und Risse verursacht. Noch 1945 wurde damit begonnen, erste Reparaturen vorzunehmen. So wurde das Dach mit Blech abgedeckt und im nächsten Jahr der Turm soweit geschert, dass Glocken aufgezogen werden konnten. 1947 war der Chor fertiggestellt, Weihnachten 1949 war der Kircheninnenraum verputzt und gestrichen. Die Bauleitung der Wiederaufbauarbeiten direkt nach dem Krieg oblag Architekt Georg Ackermann. Nach ersten Notsicherungen und der Wiederherstellung des Kirchenraumes zum Feiern von Gottesdiensten folgte Mitte der 1950er Jahre die vollständige Rekonstruktion des Innenraumes auch auf Empfehlung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Priorität lag auf der Wiederherstellung der Baldachinanlage und der Seitenaltäre sowie die Gestaltung der Decke durch Freskenmalerei. Nachdem es nicht möglich war, Altäre aus aufgelassenen Kirchen in Freudenberg, Versbach und Laudenbach für die Muttergottespfarrkirche zu verwenden, entschied man sich für die Rekonstruktion, die durch die Schreinermeister Hans und Erich Bauer nach einer von Alois Grimm nach historischen Fotos angefertigten Zeichnung 1963 vorgenommen wurde. Des Weiteren wurde ein Windfang aus Leichtmetall und Glas am Kircheneingang eingebaut, die Kirchenbänke hat man überarbeitet sowie zwei neue Beichtstühle angeschafft. Ein neuer Fußboden wurde verlegt, der Taufstein restauriert und die Sakristei erweitert. Am 1. Oktober 1967 konnte die Fertigstellung des Deckengemäldes, die den Abschluss des Wiederaufbaus bildete, mit einem Festgottesdienst gefeiert werden. Die Restaurierung des Turms war erst 1975 beendet.

Baubeschreibung:

Die einschiffige Saalanlage ist nach Süden orientiert. Der Chor ist einjochig, leicht eingezogen und halbrund geschlossen. An der Ostseite des Langhauses steht in Höhe des dritten Jochs der Glockenturm. Daran angefügt ist die eingeschossige Sakristei. Das Langhaus ist durch Pilaster aus Rotsandsteinquadern gegliedert. Die Kanten sind etwas abgerundet. Der niedrige Sockel und ein umlaufendes Gesims, welches im Bereich der Pilaster verkröpft ist, sind ebenfalls aus rotem Sandstein gearbeitet, die Wandflächen sind hell verputzt. Die zur Schloßgasse gerichtete Hauptfassade aus unverputzten Rotsandsteinquadern mit Zierelementen aus hellem Sandstein ist durch toskanische Pilaster in drei Felder gegliedert. Eine horizontale Einteilung in zwei Ebenen erfolgt durch ein Traufgesims. Die betonte Mittelachse tritt risalitartig hervor und schließt mit einem Dreiecksgiebel über dem verkröpften Traufgesims ab. Im Tympanon ist das Wappen des Pfarrers Stadelmann zu sehen. Darüber folgt ein Aufsatz mit Anschwüngen, der mit einem offenen Segmentgiebel abschließt. Dieser ist von einem goldenen Kardinalskreuz bekrönt, auf den Schenkeln befinden sich Sandsteinvasen. Im Giebelfeld ist das Wappen des Erzbischofs Emmerich Josef von Breidbach-Bürresheim (1707–1774) zu sehen. In der Mitte der zweiten Ebene der Fassade steht in einer Nische eine vergoldete Immaculata-Figur. Die äußeren Pilaster sind von zwei überlebensgroßen Heiligenfiguren aus Sandstein bekrönt: links der hl. Christophorus, rechts der hl. Johann Nepomuk. Die das Mittelfeld flankierenden Wandflächen sind konkav geschwungen.

Das mittige Hauptportal wiederholt den Aufbau des Aufsatzes. Es wird von zwei korinthischen Säulen flankiert, die einen verkröpften Segmentgiebel tragen. Auf den Schenkeln befinden sich zwei Putten, links mit Gesetzestafeln, rechts mit Tiara. Das Tympanon ist mit Rankwerk und Initialen geschmückt. Über dem Türsturz gibt eine Inschrift Auskunft darüber, dass Pfarrer Christian Stadelmann, apostolischer Protonotar zu Mastricht geboren, diese Kirche auf seine Kosten erbaut habe. Das Chronostichon gibt als Jahreszahl 1768 an. Über dem Portal sitzt ein hohes Rundbogenfenster. Der Glockenturm mit quadratischem Grundriss hebt sich stilistisch und in der Verwendung des Materials von dem Kirchenbau ab. Er ist durch Ecklisenen aus grauem Sandstein betont. Die ersten beiden hohen Geschosse sind verputzt und durch Gesimse und profilierte Rundbogenfriese unterteilt. In den Geschossen sind Schlitzfenster angeordnet. Die Glockenstube ist zweigeschossig und besitzt an allen vier Seiten jeweils zwei übereinanderstehende Spitzbogenblendfenster mit gekuppelten Schallöffnungen. Das Trennungssäulchen ist mit einem Knospenkapitell versehen, im Zwickel darüber befindet sich ein Vierpass. Zu allen vier Seiten zeigt ein spitzer Giebel, der jeweils mit einer Vase bekrönt ist. An den Turmkanten sind Wasserspeier angebracht. Ein mit Krabben besetzter Helm schließt den Turm ab. Am Turmuntergeschoss sind die Reste des Choransatzes des Vorgängerbaus noch erhalten. Die Seitenfassaden der Kirche sind durch toskanische Pilaster gegliedert. Sie sind aus Bruchsteinen gemauert und waren ursprünglich nicht verputzt. Die Fenster sind rundbogig und mit einem profilierten Gewände mit Scheitelstein versehen. An der östlichen Außenfassade des Turmes in Höhe des ersten Geschosses ist auf einer Konsole mit Laubwerk und Fratze die steinerne Figur des Schmerzensmanns angebracht. Sie soll laut des Chronisten Franz Haus (1855) 1478 gefertigt worden sein. Mader hält diese Datierung für wahrscheinlich, wenn man annimmt, dass der Bildhauer etwas rückständig war. Der Innenraum ist durch gekuppelte Pilaster in vier Joche gegliedert und mit einer Segmenttonne abgeschlossen. Der eingezogene Chor ist ebenfalls mit einer Tonne gewölbt. An der Nordseite des Langhauses befindet sich eine von zwei ionischen Säulen getragene Orgelempore.

Ausstattung:

Langhaus und Chor sind mit einem Deckengemälde versehen, welches hinter der Orgel bis zum Boden geführt ist. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gemälde wurde während der zweiten Wiederaufbauphase in den Jahren 1965–67 rekonstruiert. Der Künstler Professor Hermann Kaspar gestaltete es weder als Imitation des barocken Gemäldes noch in der flächigen Malweise der damaligen Zeit. Er versuchte vielmehr mittels Verkürzungen und atmosphärischen Abstufungen der Farbtöne sowie durch Verzicht auf statuarische Strenge zugunsten kreisender Bewegungen in den Figuren und Gewandfalten eine der architektonischen Umgebung angemessene Gestaltung zu realisieren. Die vor der Zerstörung dargestellten Themen wurden wieder aufgegriffen. Im Chor wird die Anbetung des Lammes durch die 24 Ältesten gezeigt, im Langhaus sind einzelne Szenen um die Himmelfahrt Mariens gruppiert. Zusätzlich ist die Hochzeit zu Kana dargestellt. Die Komposition knüpft an die Tradition barocker Deckengemälde an, stilistisch ist sie ein Zeugnis der Entstehungszeit. Der ursprüngliche Hochaltar war um 1772 als frei stehende Baldachinanlage mit vier gedrehten Säulen aus Holz und Stuckmarmor im Stil des Spätrokokos als eine Nachahmung des durch den Mainzer Schreiner Johann Michael Henle gefertigten Hochaltars der Stiftskirche entstanden und von dem Grafen Ostein gestiftet worden. Dieser Altar wurde im Krieg zerstört. Nur die in der Gruft gesicherten Teile (Säulenstühle und Schäfte des vorderen Säulenpaares) konnten 1949 restauriert werden. Eine 1961 von Alois Grimm nach erhaltenen Teilen und Fotos vor der Zerstörung angefertigte Rekonstruktionszeichnung ermöglichte den Neuaufbau des Hochaltars. Die Seitenaltäre links und rechts des Triumphbogens entstanden wenige Jahre nach dem Hochaltar. Sie waren von den Schwestern von Pfarrer Stadelmann gestiftet worden und erlitten im Zweiten Weltkrieg das gleiche Schicksal wie der Hochaltar. Auch die Seitenaltäre mussten nach dem Krieg neu angefertigt werden. Beide sind architektonisch aufgebaut. Auf einer als Sockel gestalteten Predella erheben sich zwei Säulen. Die Altarrückwand zeigt statt eines Altarbildes eine von je zwei Pilastern flankierte Nische; darin im linken Seitenaltar die Figur des hl. Josef mit den Heiligen Michael und Nikolaus und im rechten die Pietà mit den Heiligen Anna und Barbara.

Die Figuren stammen aus der Erbauungszeit der Kirche. Beide Altäre sind mit einem prächtigen Altaraufsatz und einem goldenen Strahlenkranz bekrönt. Bei der Weihe der Kirche im September 1775 waren einige Ausstattungsstücke des Vorgängerbaus aus dem 17. Jh. übertragen worden. Darunter zwei kleinere Altäre (Kreuzaltar und ein dem hl. Johann Nepomuk geweihter Altar), die an den Seiten des Chores Aufstellung fanden. Beide fielen dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Die Kanzel befindet sich am dritten Pfeiler links. Sie wurde wie die Altäre im Stil des Spätrokoko gestaltet und 1951 neu geschaffen. Auf dem Schalldeckel erhebt sich ein Baldachin, auf dem ein Posaunenengel von der ursprünglichen Kanzel sitzt. Neben der Kanzel ist links ein gefasstes Kruzifix aus Holz angebracht, wohl aus dem letzten Drittel des 18. Jh. Der in Form einer Muschel aus Marmor gefertigte Taufstein mit frühklassizistischem Holzdeckel wurde laut Inschrift 1784 von Maria Cornelia Stadelmann gestiftet. Es handelt sich hierbei um den ersten Taufstein der Pfarrei, da bis zu diesem Zeitpunkt nur in der Stiftskirche getauft wurde. Die Orgel wurde in der Werkstatt G. F. Steinmeyer & Co. in Oettingen 1971 gefertigt und in das vorhandene, 1954 gefertigte Gehäuse eingebaut. Die leicht geschwungene Brüstung der Orgelempore ist mit goldenem Zierblattwerk aus Stuck auf rotem Grund mit Darstellungen von Musikinstrumenten auf farbigem Grund dekoriert. Die Gestühlwangen mit reichem Akanthusschnitzwerk entstanden um 1710 und wurden nach den Zerstörungen des Krieges restauriert. Bemerkenswert ist die Kommunionbank mit durchbrochenen Spätrokokoschnitzereien. Zur weiteren, nach dem Krieg wieder hergestellten Ausstattung gehören zwei Beichtstühle, die 1961/62 neu gefertigt wurden. Seitlich des Hochaltars befinden sich Epitaphe aus Marmor mit Wappen und trauernden Engeln. An der Ostseite das für Anna Charlotte Maria Gräfin von Ostein, geb. Gräfin von Schönborn (1671–1746) und an der Westseite für Maria Anna Carolina Franziska Gräfin von Ostein (1700–1765). Des Weiteren befindet sich an der Westwand das von den Bildhauern Clemens Eckardt von Gerlachshausen und Heinrich Philipp Sommer 1808 geschaffene Grabmal des Obristhofmeisters Lothar Franz Michael Freiherr von Erthal (1717–1805) aus schwarzem nassauischem Marmor. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Holzepitaph für den in der als Unterkirche genutzten Gruft begrabenen Pfarrherrn und Stifter der Kirche Christian Stadelmann angebracht. Zwei weitere Epitaphe aus Bronze befinden sich im Langhaus der Kirche. Unter der Orgelempore steht links eine gefasste Immaculata aus Holz aus der 2. Hälfte des 18. Jh. Außerdem wird dort das Portaltympanon aus dem 12. Jh. mit der auf Erzbischof Konrad hinweisenden Inschrift aufbewahrt. Das Relief zeigt die thronende Muttergottes mit dem bekleideten Jesuskind mit Kreuznimbus auf dem Schoß, welches mit seiner rechten Hand einen Apfel, den die Mutter hält, segnet. Flankiert wird die Gruppe rechts von der hl. Katharina und links von Johannes dem Evangelisten.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 126-131.

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