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Mittelstraße – Pfarrkirche St. Michael

Die Mittelstraße im Stadtteil Damm besteht aus zwei Teilabschnitten. Der erste Abschnitt beginnt an der Dammer Straße und verläuft in nordwestlicher Richtung bis er auf die Schillerstraße trifft. Hier beginnt der zweite Abschnitt, der die Verlängerung der Müller- bzw. Burchardtstraße nach Norden bis zur Aschaff darstellt und dann als Dorfstraße jenseits des Baches weiterführt. Die Bezeichnung erhielt die Straße durch ihren Verlauf durch die Mitte des Ortes. An der Stelle, an der die Mittelstraße auf die Schulstraße trifft, hatten die Bürger von Damm 1867 als Dank für die Verschonung vor Kriegsschäden im Jahr 1866 auf dem Eckgrundstück ein Gedenkkreuz errichtet. Dieses wurde jedoch beim Bombenangriff am 21. November 1944 zerstört, sodass sich an dieser Stelle heute eine Nachbildung von 1953 befindet, die nun vor allem an die Toten des Luftkrieges und die Gefallenen des Stadtteils erinnern soll. Das Kreuz ist aus rotem Mainsandstein gefertigt und besteht aus einem altarähnlichen Sockel und einem nicht allzu hohen Kreuz mit Korpus. Auf der Stirnplatte des Sockels sind eine Inschrift sowie der Hinweis auf die Wiedererrichtung des Kreuzes durch die Jahrgangsgemeinschaft 1900 in Damm zu lesen.

Mittelstraße 42 – Kath. Pfarrkirche St. Michael

Weil die Michaeliskapelle in der Dorfstraße für die Gemeinde im 19. Jh. zu klein geworden war, wurde in Vorbereitung eines Kirchenneubaus 1843 der Dämmer Kirchenbauverein gegründet. 1874 begann man mit dem Bau der neuen Kirche nach Plänen des Frankfurter Architekten Max Meckel (1847– 1910) auf der Wiesenfläche des Reigersbergischen Hofgutes zwischen Schulstraße und Mittelstraße. Nach Komplikationen am Bau konnte das neue, im neugotischen Stil errichtete Gotteshaus am 14. Oktober 1877 geweiht werden. Nachdem die Gemeinde zunächst der Pfarrei St. Agatha unterstellt war, wurde sie am 24. Mai 1897 zur eigenständigen Gemeinde. Am 21. November 1944 wurde die Kirche durch Bombenvolltreffer bis auf den Glockenturm zerstört. Zunächst wurde auf dem Turnplatz eine Notkirche errichtet. 1947 konnte der beschädigte Glockenturm saniert und mit den Vorbereitungen zu einem Neubau der Pfarrkirche begonnen werden. Regierungsbaumeister Michael Niedermeier aus Würzburg plante unter Verwendung des noch erhaltenen Glockenturmes einen großen Kirchenbau ohne Seitenschiffe mit freiem Blick von jedem Platz auf den Hochaltar.

Der Kirchenneubau erfolgte zwischen Juli 1951 und September 1952. Das Langhaus wurde als stützenloser Raum in klaren, geraden Formen mit eingezogenem, rechteckigem Chor errichtet. Etwa in der Mitte, an der Stelle des ehem. Querhauses, befinden sich seitliche dreiteilige Ausweitungen wie Nischen. In diesen Ausweitungen sind die Seiteneingänge, Beichtstühle, Kanzel und Taufstein untergebracht. Gleichzeitig dienen sie der Versteifung der Längswände. Die Sakristei mit anschließendem Paramentenraum ist durch eine Vorsakristei mit dem Chor verbunden. Dieser ist höher als das Langhaus und mit einem Kreuzdach und kleinem Türmchen versehen. Unter dem Chor befindet sich eine Unterkapelle. Auf der Außenwand des Chores befindet sich ein Sandsteinrelief von Hermann Kröckel. es zeigt den Erzengel Michael als Bezwinger des Bösen. In dem schlichten Innenraum, der sich heute in der Form seiner Neugestaltung aus dem Jahr 1979 zeigt, fällt der Blick des Betrachters vor allem auf das große Kruzifix im Chor. Das gotische Holzkreuz aus dem 16. Jh. stammt aus dem Raum Nürnberg und wird Jörg Syrlin d.J. zugeschrieben. Es wurde 1938 angeschafft und ist von Medaillons der Wundmale, geschaffen von Max Walter aus Vasbühl, umgeben. Die Figuren der Schutzmantelmadonna und des hl. Michael stammen aus der Kunstwerkstätte Kirchner aus Bad Kissingen. Weitere Figuren der neugotischen Kirchenausstattung wurden an den Wandpfeilern aufgestellt. Eine Pietà aus dem 15. Jh. (erwähnt in KdB 1918) hat den Krieg nicht überstanden. Die Prinzipalstücke aus rotem Sandstein sind ebenfalls Werke des Bildhauers Max Walter. Über dem Chorbogen ist das Apokalyptische Lamm auf dem Buch mit sieben Siegeln zu sehen, ein Werk des Künstlers Willibald Blum. Die Orgel wurde 1974 von der Orgelbaufirma Gustav Weiß, Zellingen gebaut.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 246-247.

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