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Mainaschaffer Straße

Mainaschaffer Straße 113

Die Pläne für die Kleiderfabrik von Heinrich Staab zeichnete der Aschaffenburger Architekt Werner Schlauersbach im Januar 1955. Die Baugenehmigung wurde im Mai desselben Jahres erteilt. Das Gebäude steht etwas zurückgesetzt in der von Gewerbebauten bestimmten Mainaschaffer Straße westlich des Stadtkerns von Aschaffenburg. Die Fabrik ist eine mehrteilige Baugruppe aus einem Verwaltungs-, Lager und Werkstattbau mit turmartigem Treppenhausbau und einer südlich angeschlossenen Fabrikationshalle mit Sheddach. Der dreigeschossige Verwaltungsbau (Souterrain, Hochparterre und Obergeschoss) mit überkragendem Flachdach ist erkennbar in Stahlbetonskelettbauweise errichtet: Die relativ eng gestellten, nach außen vortretenden Stützen verjüngen sich nach unten, womit dem Bau optisch eine gewisse Leichtigkeit verliehen wird. Zwischen den Stützen liegen die Fenster, deren Brüstungsfelder senkrecht geriefelt sind. Die rückwärtige Seite ist ähnlich wie die Vorderseite gestaltet. Hier befinden sich eine von einem Flugdach überdachte Treppe zum Souterrain und östlich zwei Garagen.

Westlich an den Verwaltungsbau schließt der um ein Geschoss höhere, turmartig wirkende Treppenhausbau an, dessen Front fast völlig mit sog. Kathedralglas in schlanken Rahmen versehen ist. Hier liegt im Erdgeschoss der Eingang, der durch ein elegant sich nach oben und nach vorn wölbendes fächerartiges Vordach auf zwei schlanken schrägen Rohrstützen hervorgehoben wird. Im sehr hellen Treppenhaus sind die Treppenstufen wie die Bodenfliesen aus dunkelgrauem granitähnlichem Kunststein; die Geländer aus Stahlband sind in der zeittypischen Zickzack-Schlangen-Form gestaltet, wie auch die übrigen Geländer auf dem Anwesen. Der vertikalen Tendenz der Architektur folgen die Gitter der Souterrainfenster aus gestreckten Rauten. Ähnliche Gitter weist die Einfriedung zur Straße auf, die gerundet auf den Haupteingang zuführt. Weitere bauzeitliche Ausstattungselemente erhöhen den historischen Zeugniswert der Gebäude. Die südlich an den Fabrikbau angefügte Fertigungshalle ist ein Flachbau mit vier durchgehenden gewölbten Sheddächern mit schräg stehenden Fensterfriesen. Dieser Bau wurde später noch erweitert.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 246.

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