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Konradstraße

Konradstraße 2

Die kath. Pfarrkirche St. Konrad in der Strietwaldsiedlung wurde auf dem leicht abfallenden Gelände oberhalb der Strietwaldschule errichtet. Die Firstrichtung des nach Osten ausgerichteten Gebäudes folgt dem Gelände. Der an der Südseite angefügte Turm trennt formal die Baumassen von Schule und Kirchengebäude und steigert die Wirkung der Kirche im Landschaftsbild. Der Kirchenneubau wurde von Regierungsbaumeister Erwin van Aaken (1904–2008), der mit Albert Boßlet, seinem Onkel, eine Ateliergemeinschaft unterhielt, geplant. Maßgabe war, ein repräsentatives, jedoch nicht allzu kostenintensives Gotteshaus für ca. 500 Gläubige zu schaffen. Am 29. November 1953 wurde die neue Pfarrkirche St. Konrad geweiht. Das 43 m lange und 16 m breite Kirchengebäude mit eingezogenem, gerade geschlossenem Chor wird von dem 25 m hohen Glockenturm mit Schallöffnungen und großer Uhr dominiert. Turm und Kirchengebäude sind aus Bimshohlblocksteinen errichtet, besonders beanspruchte Bauteile sind aus Ziegeln gefertigt, die tragende Konstruktion ist aus Stahlbeton bzw. Stahlfachwerk. Die verputzte Fassade wird von sechs schmalen Fenstern gegliedert. Durch die Lage am abschüssigen Gelände bedingt, war ein Kirchenvorplatz im Westen der Kirche nicht möglich, daher wurde er auf der Südseite der Kirche geschaffen. Hier befindet sich auch das Hauptportal hinter einer hohen Vorhalle, in der Bruno Supernok (1923–1971) ein Sgraffito geschaffen hat, das den Kirchenpatron Konrad von Parzham, flankiert von Szenen aus der Pfarrei und aus dem Leben des Bruders Konrad von Altötting, darstellt.

Im Innern der Kirche trifft man zunächst auf den Taufstein, der im Schnittpunkt des Hauptzugangs und der Hauptachse der Kirche unter der Orgelempore steht. Der großzügige Innenraum der Hallenkirche verfügt auf der Nordseite über Seitennischen, in denen Beichtstühle Platz gefunden haben, auf der Südseite befindet sich der Kreuzweg von August Weckbecker (1888–1939) mit den Apostelleuchtern. Je drei äußerst schlanke verkleidete Stahlsäulen tragen die flache Segmentbogendecke. Bemerkenswert sind die drei farbigen Glasmosaikfenster des Obernburger Künstlers Richard Reis an der Westfassade mit Motiven der Schöpfung und Taufe. Oberhalb der Empore ist der auferstandene Christus, über ihm die Hand Gottvaters umgeben von musizierenden Engeln, dargestellt. An der Ostwand befindet sich in dem weiträumigen, von beiden Seiten belichteten Chor ein Mosaik mit der Darstellung Christi als Weltenherrscher. Das Mosaik fertigte Hans König (1913–2005) aus Trennfurt 1956. Der Altarraum wurde nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil den neuen liturgischen Erfordernissen entsprechend umgestaltet. Die Entwürfe für Altar, Ambo, Sedilien, Vortragekreuz und Tabernakel stammen von Hermann Kröckel. Alle Teile wurden aus durchbrochenem Aluminium gefertigt und folgen einer einheitlichen Formensprache. Dabei wurde auch das Mosaik um die Buchstaben Alpha und Omega ergänzt. Der neue Altar wurde 1972 geweiht. Bei einer Renovierung des Kircheninnenraums 1994 wurden die Seitenaltäre entfernt und durch geschnitzte Holzfiguren der Muttergottes und des hl. Konrad ersetzt, die Martin Bühner aus Bad Neustadt schuf. Der Aufgang zur Orgelempore befindet sich in einem abgeschlossenen Raum. Die Orgel wurde im Jahr 2007 von der Firma Hardwig Spät aus Freiburg erneuert. Auf der Südseite des Kirchenschiffs ist die Sakristei angefügt, über die die im Turm gelegene Paramentenkammer zugänglich ist. Unter dem um vier Stufen erhöht liegenden Chor und der Sakristei wurden zwei Räume mit Nebenräumen eingerichtet, die separat von außen erschlossen sind. Im Turmuntergeschoss ist der Heizraum untergebracht. Das Pfarrhaus wurde 1953 von dem gleichen Architekten geplant und östlich des Kirchengebäudes als zweigeschossiger Satteldachbau errichtet.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 245.

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