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Blütenstraße

Die seit 1939 als Blütenstraße bezeichnete Straße beginnt an der Seebornstraße, an der Einmündung der Bergstraße, und endet an der Spessartstraße.

Blütenstraße 48/52/54/Güldnerweg 2/4/6/8/10/12/14/Heckmannweg 2/4–18/20/Neuhofstraße 12

Die Arbeitersiedlung aus kleinen Doppelhäusern im Süden der Stadt wird nach ihrem Initiator, dem Fabrikanten Carl Justus Heckmann, auch „Heckmannsiedlung“ genannt. Dieser ließ 1907 14 Doppelhäuser für je zwei Arbeiterfamilien, ein Meisterwohnhaus und ein Beamtenwohnhaus planen. Die Pläne sind von Ernst Haun, der im Baugeschäft Caspar Schmelzer tätig war, unterzeichnet. Die Siedlung entstand südöstlich des Stadtkerns von Aschaffenburg, wo sie durch die Neuhofstraße im Osten, die Taunusstraße im Süden, die Blütenstraße im Westen und die Spessartstraße im Norden begrenzt wird. Sie erstreckt sich an einem nach Südosten leicht ansteigenden Hang, von dem aus sich das in nördlicher Richtung befindliche Werksgelände der Kupfer- und Messingwerke überblicken lässt. Die gleichmäßig am Heckmann- und am Güldnerweg verteilten eingeschossigen Arbeiterhäuser sind komplett unterkellert und mit einem gekreuzten Halbwalmdach abgeschlossen. Sie wurden in Ziegelbauweise errichtet. Das Dachgeschoss mit Kniestock ist verputzt. Die Fassade ist durch farbig abgesetzte Ziegel gestaltet. Jede Doppelhaushälfte verfügt über einen kleinen Garten zur Selbstversorgung. Alles ist in kleinem Maßstab fast malerisch zugeschnitten. Der Keller war in zwei Räume unterteilt. Der Zugang zu jeder Wohnung erfolgte über einen kleinen Treppenanbau, wo sich auch ein kleines Bad und eine Holzlege befanden. Im Erdgeschoss waren die Küche und eine Stube, im Obergeschoss zwei weitere Zimmer, etwa Schlaf- und Kinderzimmer, untergebracht. Für damalige Verhältnisse boten die Häuser ein hohes Maß an Wohnqualität. Heute entsprechen sie nicht mehr vollends den Wünschen ihrer Bewohner und wurden im Laufe der Zeit leicht verändert, zumeist durch eingeschossige Anbauten vergrößert. 1921 plante Alois Scheuermann zwei weitere Doppelhäuser für vier Familien an der heutigen Neuhofstraße. Er nutzte dazu die Pläne von 1907 und legte Tekturen darüber. Die Häuser haben ähnliche Abmaße wie die übrigen und verfügen über die gleichen Grundrisse, sind äußerlich aber im reduzierten Heimatstil errichtet.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 19-20.

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