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Das Aschaffenburger Schloss auf lithographischen Grußkarten

Das Aschaffenburger Schloss ist sicherlich das Wahrzeichen der Stadt. Anfang des 17. Jahrhunderts vom Mainzer Erzbischof Johann Schweikart von Kronberg (1604-1626) in Auftrag gegeben, entstand unter der Führung des Baumeisters Georg Ridinger (1562-1617) in den Jahren bis 1614 auf dem Gelände der zerstörten mittelalterlichen Burg ein neues kurfürstliches Schloss, das der Stadt bis heute einen wichtigen Wiedererkennungswert verleiht.

Oberhalb des Mains ist das Bauwerk in viele Richtungen weithin sichtbar und es überrascht nicht, dass es im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Motiv auf Ansichtskarten, besonders lithographischen Grußkarten (beispielhaft einige Grußkarten, u.a. eine sog. Mondscheinlitographie) wurde, die Besucherinnen und Besucher der Stadt gerne an Freunde und Bekannte im gesamten Deutschen Kaiserreich, aber auch darüber hinaus verschickten. Diese Karten sind mitunter sehr vielseitig, was die Darstellungsform oder die jeweilige Perspektive auf das Aschaffenburger Schloss betrifft. Den Fokus auf dieses Wahrzeichen bestärken jedoch alle. Einige dieser Karten sind bisweilen nur noch selten zu finden, andere wurden in großer Stückzahl gedruckt und belegen, dass das Verschicken von Postkarten um 1900 eine wichtige Form der visuellen Kommunikation, die das Wahrzeichen der Stadt auch überregional bekannt gemacht haben dürfte, war. So wurde das Schloss zu einem Teil des semiotischen Systems der Stadt Aschaffenburgs, d.h. eines Zeichensystems, welches auf visuelle Bilder zurückgreift, die in einem gewissen Raum als bekannt zu verstehen sind, jedoch auch jenseits der rein visuellen Abbildung vermitteln. Kurzum: Wer das Schloss erkennt, der verbindet es automatisch mit Aschaffenburg, bzw. im Umkehrschluss die Stadt mit dem Bauwerk. Die Postkarte mag als Medium heute für diese Prozesse weniger von Bedeutung sein und wurde durch andere Medien und Kommunikationsformen, etwa das Selfie vor dem Schloss abgelöst. Das berühmte Wahrzeichen hat dessen ungeachtet aber wohl kaum an Strahlkraft und Wiedererkennungswert verloren. 

 

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