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Stengerts

Der Stengerts ist ein 347 m hoher, bewaldeter Hügel südöstlich des Stadtgebietes von Aschaffenburg und als Ausflugsziel für Wanderer beliebt. Hier wurde am 23. Mai 1937 unter Anwesenheit von Gauleiter Otto Hellmuth aus Würzburg und Oberbürgermeister Wilhelm Wohlgemuth in seiner Funktion als Vorsitzender des Spessartbundes der von den Mitgliedern des Spessartbundes finanzierte Aussichtsturm eingeweiht. Vor den zahlreich erschienenen Anwesenden nannte Wohlgemuth den Turm des Spessartbundes ein „Wahrzeichen seines Schaffens und Wirkens und seiner Heimatliebe“. Das von den Nationalsozialisten als „Hindenburgturm“ nach Paul von Hindenburg (1847–1934) bezeichnete Bauwerk war nicht das ursprüngliche Ziel des Spessartbundes. Es sollte eigentlich eine Art Informationszentrum auf der Geishöhe in Dammbach errichtet werden. Als jedoch die Nationalsozialisten ab 1933 begannen, Vereine aufzulösen und deren Vermögen zu beschlagnahmen, wurde das bereits gesammelte Geld für zwei Aussichtstürme ausgegeben, einer davon der Aussichtsturm auf dem Stengerts. Nach dem Krieg wurde der Turm in „Dr.-Hönlein-Turm“ umbenannt und erhielt so den Namen des damaligen stellvertretenden Vorsitzenden des Bundes, der wesentlich dazu beitrug, den Wanderverband nach dem Krieg neu aufzustellen. Der Spessartbund schenkte den Turm der Gemeinde Schweinheim. Seit der Eingemeindung 1939 gehört er zur Stadt Aschaffenburg. Der Turm erhebt sich auf quadratischem Grundriss. Er wurde aus Bundsandsteinquadern aus dem Spessart errichtet. Mit 22 m Höhe reichte er zur Zeit seiner Errichtung über die Baumwipfel hinweg und bot einen weiten Rundblick. Im Innern des Turmes befindet sich eine Treppe mit ca. 100 Stufen und zehn Podesten. Zur Belichtung sind an zwei Seiten schmale Fenster eingebaut. Die Aussichtsplattform ist mit einem Dach abgeschlossen.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 312.

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