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Nilkheimer Bahnhofstraße

Der Bunker ist der einzige erhaltene Teil der sog. Wetterau-Main-Tauber-Stellung in Aschaffenburg, die 1935–37 als militärischer Verteidigungs- und Bunkergürtel zwischen Büdingen in der Wetterau und Klingenberg gebaut wurde. Zwischen Nilkheim und Leider wurde gegen einen Angriff eine Sperrstellung aus drei Bunkern bzw. MG-Ständen im Mainbogen errichtet: Nördlich an der Darmstädter Straße der MG-Schartenstand Nr. 223, südlich an der Nilkheimer Eisenbahnbrücke Nr. 225 und dazwischen am Nilkheimer Bahnhof der MG-Schartenstand Nr. 224, ein Regelbau Typ 1 in der mittleren Ausbaustärke C (0,6 m starke Wände), die stärkerer Artillerie nicht standhielt. Der Bunker wurde zur Tarnung in eine bruchsteinverkleidete Laderampe des Bahnhofs in Ortbetonbauweise mit einer Decke über Stahlträgern eingebaut und dabei etwa zur Hälfte unter das Niveau der Umgebung eingetieft. Vom Typ abweichend wurde dabei auf eine Flanke zur Eingangsverteidigung verzichtet und der Bau mit 3,30×2,95 m etwas größer ausgelegt. Er verfügt über verschiedene Öffnungen: einen westlichen Eingang und einen Notausgang, eine MG-Scharte und Belüftungen. Die Eingangstür, eine Panzertür aus 3 cm starkem Stahl, zeigt noch den sog. Mannlochverschluss als Notausstieg mit Gewehrscharte. Die MG-Scharte aus 6 cm starkem Stahl ist nach Süden zur Sicherung der Straße nach Großostheim ausgerichtet (das Gelände war seinerzeit noch unbebaut). Weitere wandfeste Details und Schablonenbeschriftungen ergänzen den Bau in seiner beklemmenden historischen Aussagefähigkeit.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 280.

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