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Kleine Metzgergasse

Die Kleine Metzgergasse ist eine Verbindung zwischen Metzger- und Webergasse, die außerdem über die Stiegengasse von der Dalbergstraße aus erreichbar ist. Sie gehört zu den frühesten Straßen der Oberstadt. Es ist anzunehmen, dass es sich um eine Andienungsstraße handelt, in der sich Ställe und Scheunen sowie die rückseitigen Zufahrten zu den Anwesen an der Dalbergstraße befanden. Im 18. Jh. wurde die Gasse noch Kleine Webergasse genannt und kurz nach 1800 in Kleine Metzgergasse als Abgrenzung zur ehem. Großen Metzgergasse, die seit 1875 Dalbergstraße heißt, umbenannt.

 Kleine Metzgergasse 2

Das Wohnhaus, ein zweigeschossiger Satteldachbau an der Ecke Kleine Metzgergasse/Metzgergasse, steht traufständig zur Kleinen Metzgergasse. Das Fachwerkobergeschoss kragt an Trauf- und Giebelseite über dem Erdgeschoss vor. Das Erdgeschoss war ursprünglich auch in Fachwerk ausgeführt, wurde aber 1967 massiv erneuert. Die Fenster sind z.T. gekuppelt; sie sitzen wahrscheinlich nicht mehr alle an ihrem ursprünglichen Platz, was sich durch spätere Umbauten ergab. Außer dem inschriftlich am Giebel genannten Baudatum 1544 ist die Baugeschichte des Hauses nicht bekannt. Der Grundriss wurde wohl recht früh bereits einschneidend verändert, als aus dem rechteckigen Hauskörper ein Hofraum ausgeschnitten und Teile des Gebäudes mit dem Nachbarhaus Nr. 4 zusammengefasst wurden. 1886 ist die Abtragung von drei auf den Gebälken aufsitzenden steigbaren Kaminen und deren Ersetzung durch einen doppelten russischen Kamin im Hause des Landgerichtsdieners Johann Eichhorn verzeichnet. Im Zweiten Weltkrieg wurden durch Luftangriffe das Dach, Mauern, Decken, Wände, Fenster und Türen beschädigt. 1953 erhielt das Gebäude eine Gaube und zwei Jahre später wurden Aborte sowie ein Bad eingerichtet. Bei Instandsetzungsarbeiten 1967 wurde das Erdgeschoss mit neuen Umfassungsmauern versehen und damit das Fachwerk durch massives Mauerwerk ersetzt.

Kleine Metzgergasse 4

Das Wohnhaus, ein dreigeschossiger, zur Kleinen Metzgergasse traufständiger Satteldachbau mit vorkragenden Fachwerkobergeschossen, ist wohl im 16./17. Jh. errichtet worden. 1781 wird das Gebäude als der Muttergottespfarrkirche zinspflichtig genannt. 1883 wurden Reparaturen am Haus durchgeführt und dabei im Erdgeschoss eine neue Mauer eingezogen, nachdem sich die alte gesenkt hatte, gleichzeitig wurden die Fensterbänke im Erdgeschoss ersetzt. Für dasselbe Jahr verzeichnen Bauakten die Verbesserung und Neufassung der Dunggrube im Anwesen des Johann Riede an der Grundstücksgrenze zu Haus Nr. 2. Während des Zweiten Weltkrieges wurden das Dach, Wände, Fenster und Türen des Gebäudes durch Explosion beschädigt. Im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten wurden 1959 die sanitären Anlagen im gesamten Haus erneuert und ein Balkon auf der Gebäuderückseite angefügt. Fassadensanierungen fanden in den Jahren 1956, 1974 und 1988 statt. Die beiden Eingänge und das unterschiedliche Fachwerk lassen vermuten, dass es sich ursprünglich um zwei separate Häuser gehandelt hat. Ein über fünf Stufen erreichbarer Eingang befindet sich auf der linken Seite. An der Seite zu Haus Nr. 2 liegt ein ebenerdiger Eingang mit einem Oberlicht, zwischen den beiden Eingängen ist ein rundbogiger Kellerabgang angelegt. Das Fachwerk der beiden Obergeschosse zeigt formale Unterschiede. Auf der linken Seite sind K-Streben, Winkelhölzer und eine geschwungene Strebe mit Nasen verwendet worden. Die Verstrebungen der Bund- und Eckpfosten deuten darauf hin, dass das Haus ursprünglich giebelständig war. Auf der rechten Seite hingegen finden sich gerade Stützen und keinerlei Zierelemente. Das Fehlen besonderer Fachwerkformen ist wohl auf eine Erneuerung der Fassade zu unbekanntem Zeitpunkt zurückzuführen. Der Keller unter dem Gebäude erstreckt sich als tonnengewölbter Raum nur unter der linken Gebäudehälfte, sein Eingang liegt jedoch in der Mitte des heutigen Gebäudes.

Kleine Metzgergasse 6/8

Das im 18. oder frühen 19. Jh. über einem älteren Keller errichtete traufständige, zweigeschossige Wohnhaus mit Satteldach Kleine Metzgergasse 6 wurde 1813 zur Miete angeboten und gehörte 1856 dem Cornelia-Stadelmann’schen Armenfonds. 1859 wurde es von dem Nachbarn Elbert ersteigert. Zum Einbau einer Kaminanlage kam es im Jahr 1884; 1961 erfolgte der Anschluss an die städtische Kanalisation und 1986 die letzte Fassadensanierung. Das Erdgeschoss des schmalen Gebäudes ist massiv, das leicht vorkragende Fachwerkobergeschoss unverputzt. Der Eingang befindet sich auf der linken Seite, rechts ist ein steingerahmtes gekuppeltes Fenster. Im Obergeschoss sitzt mittig ebenfalls ein gekuppeltes Fenster. Darüber im Dach gibt es eine Gaube mit Dreiecksgiebel. Auf dem Pfarreienplan von 1809 ist das Wohnhaus Kleine Metzgergasse 8 bereits als selbstständiger Bau verzeichnet. Es scheint in den ersten Jahren des 19. Jh. entstanden zu sein. Der Keller ist jedoch älter als das Gebäude. Das Grundstück gehörte wohl ursprünglich zu dem benachbarten Anwesen Webergasse 2. 1874 wurde im Hof eine Abortgrube angelegt, 1879 ein Stallgebäude an der Südseite des Nebengebäudes an der Grundstücksgrenze zu Webergasse 2 errichtet und 1882 ein Kamin eingebaut. 1977 erfolgte der Anschluss an die städtische Kanalisation. Heute zeigt sich das Wohnhaus als zweigeschossiger, traufständiger verputzter Massivbau mit Satteldach. Der Eingang liegt auf der Seite zu Haus Nr. 6 leicht erhöht und ist über drei Stufen zu erreichen. Daneben befinden sich zwei Fenster, darunter ein halbrunder Kellereingang sowie eine weitere kleine Luke. Im Obergeschoss sitzen drei Fenster, im Dach darüber zwei Gauben.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 81-82.

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