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Carl-von-Linde-Platz – Güldner-Motorenwerk

An der Schweinheimer Straße, direkt nach der Überfahrt des Südrings, befinden sich die Linde-Werke. Der kurze Straßenabschnitt vor dem Verwaltungsgebäude des Werkes wird als Carl-von-Linde-Platz bezeichnet. Mit der Namensgebung des Platzes wird der am 11. Juni 1842 in Berndorf geborene Ingenieur Carl Paul Gottfried Linde, der seit 1897 den Adelstitel führen durfte, geehrt. Er gründete 1879 die „Gesellschaft für Lindes Eisenmaschinen AG“, welche 1929 die „Güldner-Motoren-Gesellschaft“ übernahm. Das Werksgelände erstreckt sich entlang der Schweinheimer Straße.

Carl-von-Linde-Platz 1 – Verwaltungsbau des Güldner-Motorenwerks der Firma Linde

Hugo Güldner hatte gemeinsam mit Carl von Linde und Georg von Krauss 1904 in München die „Güldner-Motorengesellschaft“ gegründet und 1907 das Werk wegen der besseren Verkehrslage im Main-Rhein-Gebiet nach Aschaffenburg an die Schweinheimer Straße verlegt. Das Werk wurde 1929 von der Fa. Linde gänzlich übernommen. Den historischen Fabrikbauten, die im Zweiten Weltkrieg z.T. schwer beschädigt worden sind, wurde zur Stadt hin Mitte der 1950er Jahre ein moderner Verwaltungsbau hinzugefügt. Die Pläne dafür wurden im September 1955 von Karl Jung vorgelegt, die Baugenehmigung im November erteilt. Der Bau wurde in den kommenden zwei Jahren fertiggestellt und 1957 bezugsfertig. Bis auf eine Zwischendecke, die 1966 im Foyer eingebaut wurde, hat das Gebäude keine gravierenden baulichen Veränderungen erfahren. 1992 wurden die Fenster erneuert und die Natursteinplatten ausgetauscht. 2007/08 erfolgten Brandschutzertüchtigungen.

Das Verwaltungszentrum des ehem. Güldner-Motorenwerks (heute Linde AG-Material Handling AG) ist ein dreiteiliger breitgelagerter Komplex aus Stahlbetonskelettbauten, der nördlich des alten Werkes repräsentativ zur Stadt hin ausgerichtet erbaut worden ist. Der Komplex besteht aus dem sechsgeschossigen Verwaltungs-Hochbau, dem nördlich anschließenden zweigeschossigen Foyerbau und dem westlich anschließenden viergeschossigen Lagergebäude, die beide Flachdächer haben. Der langgestreckte mit Souterrain sechsgeschossige Bürobau erstreckt sich über 29 Achsen, wobei die Stahlbetonkonstruktion am Außenbau ablesbar ist. Sein Hochparterre hat eine größere Höhe als die übrigen Geschosse. Der Bau schließt mit einem flach geneigten Walmdach ab. Die Grundrisse im Innern haben einen Mittelkorridor mit Fenstern an den sonst blinden Stirnseiten. Das Skelett erlaubt eine nachträgliche Veränderung der Binnendisposition. Erschlossen werden die Geschosse durch das Haupttreppenhaus und zwei Nebentreppenhäuser. Die Stahlbetonskelett-Gefache sind ausgemauert und mit Naturstein verkleidet. Die Fensterbrüstungen sind mit Platten aus rotem Sandstein verblendet. Das viergeschossige Lagergebäude ist im Innern dreischiffig angelegt und wird auf der Südseite von einer Rampe begleitet. Hinter der das Skelett stabilisierenden blinden Westwand befindet sich noch eine eigene Treppe. Der Bau insgesamt wird über den Foyerbau erschlossen, der als zweigeschossiger Bau nordwestlich an den Bürobau angebaut ist und an das Haupttreppenhaus anschließt. Der Eingang ist mit einem breiten Flugdach überfangen. Man betritt das Gebäude über das große Foyer mit einer repräsentativen Treppe, die auf einen großen Vorplatz im Obergeschoss mit Sitzungsräumen führt. Ehemals beherbergte der Bau noch einen gesonderten Ausstellungsraum. Die wandfeste Ausstattung der Hauptraumgruppe des Foyers stellt mit Fußboden, Rundstützeninkrustation, Treppe mit gestaltetem Metallgeländer, Kronleuchter und weiteren Lampen, Heizungsverkleidungen usw. ein Zeugnis des zeitgenössischen Geschmacks in hochwertiger gestalterischer Ausführung dar.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 23-24.

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