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Bodendenkmäler – Schweinheim

Grabhügelfeld

Südöstlich des Sangenbachs befindet sich auf der Flur „Pärlein“ ein größeres Grabhügelfeld vorgeschichtlicher Zeitstellung. Im digitalen Geländemodell sind an dem sanft nach Norden abfallenden Hang mindestens 13 Hügel zu erkennen. Björn-Uwe Abels nennt 1979 nur 10 Grabhügel. Die aus Sand aufgeworfenen Objekte sind mit Durchmessern zwischen meist 15 und 20 m vergleichsweise groß, z. T. aber stark verflacht. Zwei Hügel besitzen Durchmesser von etwa 35 m und sind noch bis zu 3 m Höhe erhalten. Zwei Objekte sind durch einen wohl bereits um 1920, auf jeden Fall aber vor 1979 angelegten Waldweg angeschnitten und deutlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Weitere Hügel wurden durch zumeist alte Angrabungen gestört. Jüngere Eingriffe gehen auf die Nutzung des Geländes zu Übungszwecken der US-Army zurück, die in den Hügeln noch bis in die 1990er Jahre Schanzarbeiten ausführte. Funde aus dem Gräberfeld sind nicht bekannt geworden. Eine nähere Datierung innerhalb der Vorgeschichte ist somit nicht möglich.

Siedlung des Alt- bis Mittelneolithikums

Im Frühjahr 1961 wurde am Rand der bereits damals aufgelassenen Gemeindesandgrube im Süden von Schweinheim durch einen Schüler ein jungsteinzeitliches Steinbeil, ein sog. Schuhleistenkeil, gefunden. Das in etwa 0,6 m Tiefe am Rand der Grube zutage getretene Beil wurde gleich den Museen der Stadt Aschaffenburg übergeben. Wenige Tage später entdeckte der Finder in unmittelbarer Nähe zwei kleine rötlich-ockerfarbene Keramikstücke vorgeschichtlicher Zeitstellung sowie etwas Holzkohlereste. Eine baldige Nachgrabung durch Mitarbeiter der Aschaffenburger Museen ergab an dieser Stelle keine Hinweise auf Befunde. Das nicht ganz 10 cm lange trapezförmige Beil aus grünlich-grauem Amphibolit ist besonders am Nacken beschädigt, während die Schneide sehr gut erhalten ist. Die Keramikfragmente weisen keine Besonderheiten auf. Die Befunde der ungewöhnlicherweise auf einem Hochsattel gelegenen Siedlung des Alt- bis Mittelneolithikums wurden durch den Sandabbau großflächig zerstört und dürften nur noch im Randbereich der Grube anzutreffen sein.

Pfarrkirche Mariä Geburt

Bei dem bestehenden Bau der kath. Pfarrkirche Mariä Geburt handelt es sich um einen Neubau von 1894 an der Stelle von älteren Sakralbauten. So ist seit 1660 eine Kapelle belegt, die im 18. Jh. erweitert wurde. Im Bereich der Kirche sind Befunde von Vorgängerbauten des Mittelalters und der frühen Neuzeit im Boden zu erwarten (Vgl. Baudenkmäler, Marienstraße 16).

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 313.

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