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Münchstraße

Die Münchstraße ist eine kleine, im Pompejanumsviertel gelegene Parallelstraße zur Cunibertstraße. Sie geht von der Hanauer Straße ab und trifft auf die Ziegeleistraße. Die in nordsüdlicher Richtung verlaufende Straße wurde 1897 nach Barbara Münch, der Frau des Kaufmanns Peter Alois Münch, benannt. Nach dem Tod ihres Mannes führte die Witwe 1844 dessen Geschäfte weiter. Bereits 1880 richtete Barbara Münch eine Stiftung ein, mit deren Hilfe „aus den Zinsen des Kapitals Stipendien für gutbeleumundete, alte, gebrechliche, dienstunfähige, vorzugsweise weibliche Dienstboten verteilt werden“ sollte. Die Münch’sche Dienstbotenstiftung stand unter der Verwaltung des Stadtmagistrats Aschaffenburgs.

Münchstraße 12/Ziegelbergstraße 14

Der Baumeister und -unternehmer Johann Scheuermann entwarf 1914 das Doppelhaus im Stil des Historismus mit neubarocken Anklängen an der Ecke Ziegelbergstraße/Münchstraße als Spekulationsobjekt. Der zweigeschossige, vielgliedrige, als Mehrfamilienwohnhaus genutzte Eckbau wird von einem großen Mansarddach bestimmt. Die Fassaden sind durch Zwerchgiebel, Risalite und Erker aufgelockert. Die zur Straßenkreuzung gerichtete Gebäudeecke ist abgerundet und durch drei schmale, durch roten Mainsandstein hervorgehobene Fensterachsen besonders gestaltet. An den Obergeschossfenstern befindet sich eine Sandsteinbalustrade auf Konsolen. Die Fassadengliederung beschränkt sich auf Fensterrahmungen aus rotem Sandstein und ein umlaufendes Sohlbankgesims. Damit bleibt Johann Scheuermann seiner Vorliebe für große, vielgliedrige Baukörper mit eher zurückhaltendem Dekor treu. Im Zweiten Weltkrieg beschädigten Granaten das Dach sowie die Wohnungen in allen Geschossen. 1948 wurde das Gebäude instand gesetzt und die zur Münchstraße gehörende Seite mit einer Dachwohnung versehen. 1991 wurde in der Münchstraße 12 das Dach erneuert und das Dachgeschoss ausgebaut. 1998 erfolgte eine Renovierung der Wohnungen und der Ausbau des Dachgeschosses in der Ziegelbergstraße 14. Im Jahr 2010 wurden die Balkone erneuert und vergrößert.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 99.

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