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Neben der Großen Metzergasse

Die kleine Verbindung zwischen Dalbergstraße und Stiftsgasse erhielt die Bezeichnung „Neben der Großen Metzgergasse“. Früher trug die kleine Gasse keinen eigenen Namen, wurde aber 1667 schon als „Neben-Metzgergasse“ bezeichnet, weil sie sich neben der sog. Großen Metzgergasse, der heutigen Dalbergstraße, befindet. Nach der Umbenennung der Großen Metzgergasse in Dalbergstraße 1875 wurde die Bezeichnung der kleinen Gasse beibehalten.

Neben der Großen Metzgergasse 1

Das zweigeschossige Wohnhaus steht mit dem Giebel zur Gasse. Es ist mit einem Satteldach mit Halbwalm abgeschlossen. Über dem massiven Erdgeschoss folgt ein unverputztes, in konstruktivem Fachwerk errichtetes Obergeschoss. Der Eingang liegt auf der rechten Seite der dreiachsigen Giebelfassade. Daneben befinden sich zwei hochrechteckige Fenster und darunter jeweils zwei schmale Kellerfenster. Die Forderung nach Einhaltung der neuen Straßenflucht führte 1808 zur Erneuerung der Fassade, wobei sie einige Zentimeter eingerückt und das vorkragende Obergeschoss zurückgenommen wurde. Der außerdem geforderten Firstdrehung zur Traufstellung kam man allerdings nicht nach. Für den Umbau erhielt der damalige Besitzer Martin Kirsch eine Prämie. 1849 wurde ein neuer Hauseingang angelegt und das Treppenhaus geändert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus durch Luftdruck schwer beschädigt und in der Folge wieder aufgebaut. 1971 wurde eine Holzdecke über dem Keller durch eine Betondecke ersetzt. Die Datierung des kleinen Wohnhauses erweist sich als schwierig. Da aber bei Bauarbeiten am Haus Dalbergstaße 47 1980 am Ostgiebel eine vermauerte spitzbogige Pforte mit Gewänden in der Art des frühen 17. Jh. entdeckt wurde und auch das Fachwerk dieses Giebels in diese Zeit weist, kann das Anwesen ebenfalls in dieser Zeit entstanden sein. Alois Grimm vermutet, dass es sich zunächst um ein Nebenhaus gehandelt haben könnte, welches später zu einem Wohnhaus ausgebaut worden ist.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 99.

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