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Zeitwagen

Rainer Stoltz, 1992
Bronze

Der Entwurf des Brunnens ist das Ergebnis eines Künstlerwettbewerbs aus dem Jahr 1989 zur
Ergänzung des Wolfsthalplatzes. Der Platz erhielt 1984 eine Neugestaltung als Gedenkstätte.
Der einstige Standort des Synagogengebäudes ist als Platanenhain gestaltet. Der Name erinnert an den Bankier und Wohltäter der Stadt Aschaffenburg Otto Wolfsthal (1872–1942), der mit sechs
Glaubensgenossen vor der Deportation im September 1942 seinem Leben ein Ende setzte.
Die Wasserskulptur entstand zwischen 1989 und 1992 im Atelier des Künstlers und wurde in der
Niedernberger Metallgießerei Jörg Grundhöfer gegossen. Dargestellt ist der „Zeitwagen“, der Fluss und Richtung der Zeit verkörpert. Auf einem Wagen treiben Adam und Eva als Verkörperung des
Menschengeschlechts. Weise, mit merkwürdigen Hüten ausgestattete, frühneuzeitliche
Priesterherrscher bespeien den Wagen auf seiner Fahrt. Von hinten beschleunigt ein Krieger den Fluss. Seine Aggression erscheint damit als eine Quelle des Zeitstroms. Das Skulpturen-Ensemble wird auf der gegenüberliegenden Straßenseite von den im Boden eingelassenen Reliefplatten des „Finalen Adam“ ergänzt. Der Brunnen ist für den Künstler ein Werk, das mahnend an die Geschichte erinnert und das den Geist des Platzes als Friedensplatz herausstellen möchte.

Siehe auch unter diesem Link.

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