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Wilhelminenstraße

Wilhelminenstraße 3

Im Juni 1921 plante Otto Leitolf, Direktor der Aschaffenburger Meisterschule für Bauhandwerk, für die „Kleinwohnungsbaugenossenschaft m.b.H. Aschaffenburg“ eine Häusergruppe mit Laden in der sog. Obernauer Kolonie (s. Legatplatz). Die Häuser Wilhelminenstraße 1 und 3 wurden als zweigeschossige Satteldachbauten, die durch einen Zwischenbau miteinander verbunden sind, errichtet. Der Verbindungsbau diente als Bäckerladen. Haus Nr. 3 hat einen eingeschossigen Halbwalmdachvorbau, in dem ein Kolonialwarenladen eingerichtet war. Somit bildete die mit den Giebeln zu dem kleinen Platz gerichtete, mehrgliedrige Häusergruppe einen zentralen Gemeinschaftspunkt in der Gartenvorstadt, die – ganz im Sinne der deutschen Gartenstadtbewegung – in erster Linie ein Leben im Grünen mit möglicher Selbstversorgung bedeutete und keine Einkaufs- oder Arbeitsmöglichkeiten bot. Die kleine Versorgungsstelle diente nur dem täglichen Bedarf. Haus Nr. 1 wurde im Laufe der Zeit mehrfach erweitert und umgebaut. Bereits 1927 wurde eine Gastwirtschaft angebaut, 1935 erfolgte der Anbau einer Backstube. Da das Gebäude im März 1945 durch Artillerie Schäden erlitt, musste die Bäckerei 1946 instand gesetzt werden, wobei man gleichzeitig weitere Umbauten durchführte. Haus Nr. 3 hingegen zeigt sich weitgehend in bauzeitlichem Zustand als kleines Einfamilienhaus mit einstiger Stallung für Kleintierhaltung und einem Garten zur Versorgung einer Familie. Der Laden wird heute nicht mehr betrieben. Darüber befand sich ein als „ausbaufähiger Speicher“ bezeichneter Dachraum. Im zweigeschossigen Wohnhaus lagen im Erdgeschoss eine Wasch- und eine Wohnküche, im Obergeschoss die Schlafräume. Die Fassade des massiven Gebäudes ist weiß getüncht. Die Fenster sind mit Sandsteingewänden gerahmt und mit Fensterläden verschließbar.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 195.

 

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