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Schöneberg

Auf der als „Schöneberg“ bezeichneten Erhebung westlich des Ortskerns von Damm steht in einem natürlichen Hain die Gedächtniskapelle, ein Ehrenmal, welches 1926 vom Denkmalverein zur Erinnerung an gefallene Dämmer Bürger errichtet worden war.

Seit 1920 wurde am Sonntag nach Allerheiligen der Gefallenen von Damm mit einem besonderen Gottesdienst gedacht. Daraus erwuchs der Wunsch zur Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an die Mitbürger. Zur Planung des Vorhabens wurde ein Denkmalkomitee, dem Bezirkslehrer Karl Link vorstand und aus dem später der Denkmalverein hervorging, eingerichtet. Das durch Spenden von Dämmer Bürgern finanzierte Projekt drohte wegen der Inflation zu scheitern, konnte aber durch zahlreich geleistete unentgeltliche Hilfe von Handwerkern doch realisiert werden. Den Entwurf lieferte der Architekt und Leiter der Aschaffenburger Meisterschule Otto Leitolf. Den Platz, an dem das Denkmal errichtet werden sollte, stellte die Stadt zur Verfügung. Außerdem übernahm sie die gärtnerische Gestaltung. Der erste Spatenstich erfolgte am 15. März 1925. Die feierliche Weihe mit Festgottesdienst und Festzug der Vereine fand am 1. August 1926 statt. Auf kreisrundem Grundriss stehen fünf Stützen aus unverputztem Bruchstein, die durch Spitzbögen miteinander verbunden sind. Diese werden von einem Betonkranz und einem Zeltdach abgeschlossen. In der Mitte der Kapelle erhebt sich auf einem fünfseitigen Podest ein würfelförmiger Sockel mit der von dem Würzburger Bildhauer Ludwig Sonnleitner (1878–1947) geschaffenen Figur des hl. Michael aus Muschelkalk. Auf der Vorderseite des Sockels steht auf einer Inschriftentafel: „Zum Gedächtnis / an alle in den / Jahren 1870–71, / 1914–18, 1939–1945 / im Felde u. in der / Heimat Gefallenen.“ Die Namen der Gefallenen sind an den Innenseiten der Pfeiler eingemeißelt. Als der Ortsteil Damm in der Nacht vom 21. November 1944 bombardiert wurde, wurde auch das Ehrenmal beschädigt. Dennoch wurden hier in der ersten Zeit nach Kriegsende die sonntäglichen Hauptgottesdienste abgehalten, weil beide Dämmer Kirchen zerstört waren und eine Notkirche noch nicht eingerichtet war. Die Restaurierung der Gedächtniskapelle erfolgte 1951, nachdem der Touristengesellschaft Aschaffenburg-Damm 1908 anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens alle Rechte des vormaligen Denkmalvereins übertragen worden waren.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S. 249.

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