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Pfeiferstraße

1970 benannt nach Valentin Pfeifer
* 24.06.1886 in Sommerau † 20.06.1964 in Aschaffenburg

Lehrer und Heimatschriftsteller

Valentin Pfeifer wurde 1886 in Sommerau geboren. Der Pädagoge lehrte in jungen Jahren an Dorfschulen im Spessart, ab 1909 in Aschaffenburg, über 20 Jahre an der Luitpoldschule, anschließend an der Volksschule in Aschaffenburg-Damm. Bekannt wurde er als Heimatschriftsteller, insbesondere mit (Sammlungen von) Märchen und Sagen aus dem Spessart, die er auch in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlichte. Er machte sich Zeit seines Lebens um die Tradierung von Brauchtum und „Volksgut“ aus dem Spessart verdient.
Ab 1933 war Valentin Pfeifer im NS-Lehrerbund organisiert. Er war Mitglied der NSDAP. Als Heimatschriftsteller war Valentin Pfeifer Mitglied der Reichsschrifttumskammer. Darüber hinaus war er Mitglied der NS-Volkswohlfahrt (NSV) und des Reichsluftschutzbunds (RLB), Mitglied im Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA) und im Reichskolonialbund. Seine literarischen Werke veränderten sich dahingehend, dass sie auch Elemente der NS-Ideologie aufnahmen und weiterverbreiteten. Er äußerte sich öffentlich zu kulturpolitischen Fragen im Sinne des NS-Regimes.
1945 wurde Pfeifer krankheitsbedingt in den Ruhestand versetzt. Er starb 1964 in Aschaffenburg. Valentin Pfeifer war Ehrenbürger der Gemeinde Sommerau (Eschau), Ehrenmitglied des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg und Namensgeber der Valentin-Pfeifer-Volksschule Eschau (Grund- und Mittelschule). Er ist in einem Ehrengrab auf dem Waldfriedhof in Aschaffenburg bestattet.

Zum Dossier über Valentin Pfeifer

Kommentare

  1. Interessant zu sehen, wie Valentin Pfeifer, der ja fast noch in Kinderschuhen seinen Geburtsort verlassen hat und nach 1945 eher notgedrungen für einige Jahre nach Sommerau zurückgekehrt ist, gewissermaßen auch zur Selbststilisierung als Heimatschriftsteller immer wieder auf seinen Heimatort und seine Familie rekurriert hat und wie umgekehrt Eschau/Sommerau sich (wie ja andere Gemeinden auch) gerne mit dem Heimatschriftsteller geschmückt hat. Diese Symbiose sei Eschau und Pfeifer unbenommen.

    Nur irritiert halt neuerdings Pfeifers einstige Sammelleidenschaft in Bezug auf NS-Organisationen, die ab 1945 seine Selbststilisierung und seine Stilisierung durch andere zunehmend erschwert haben dürfte und noch erschwert.

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