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Ludwig-Roth-Straße

1996 benannt nach Ludwig Roth
* 05.06.1897 in Gailbach † 20.08.1969 in Gailbach

Bürgermeister von Gailbach

Ludwig Roth wurde 1897 in Gailbach (ab 1975 zu Aschaffenburg gehörig) geboren. Der gelernte Former, Maurer und Gemeindearbeiter war von 1960 bis 1965 Bürgermeister von Gailbach.
Ludwig Roth war ab 1933 Mitglied der NSDAP und der SA. Er bekleidete die Funktion des „Stützpunkt Kassenleiters“ in der NSDAP-Ortsgruppe Aschaffenburg. Zudem war Ludwig Roth Mitglied weiterer NS-Organisationen, wie der Deutschen Arbeitsfront (DAF), der NS-Volkswohlfahrt (NSV), des Reichsluftschutzbunds (RLB) und des Reichskolonialbunds (RKB). Bereits 1925 trat er dem „Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser“ bei, der größten Organisation ehemaliger Soldaten in der Weimarer Republik, die 1938 in den „Nationalsozialistischen Reichskriegerbund“ überführt wurde. Von 1937 bis 1945 war er Mitglied des Gemeinderats in Gailbach. Als Soldat des 13. Infanterieregiments 388 zog er in den Zweiten Weltkrieg. Im September 1940 wurde er zum „Frontstalag 181“ nach Saumur ins besetzte Frankreich versetzt, befördert zum Oberfeldwebel. Aufgrund seiner eigenen Angaben wurde Ludwig Roth zunächst automatisch in die Klasse II der „Belasteten“ (Aktivisten) eingeordnet. Das Urteil des Entnazifizierungsverfahrens findet sich in der Spruchkammerakte jedoch nicht tradiert. Ludwig Roth starb 1969 in Gailbach.

Zum Dossier über Ludwig Roth

 

Nachtrag des Stadt- und Stiftsarchivs Aschaffenburg zum Dossier über Ludwig Roth

Im Nachgang zur Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt!?“, die vom 28. Juni bis zum 11. August 2023 im Schönborner Hof zu sehen war, hat Irmgard Roth, Tochter von Ludwig Roth, einen Teilnachlass ihres Vaters dem Stadt- und Stiftsarchiv übergeben. Dieser umfasst Ehrungen, Fotografien, Dokumente und Zeitungsausschnitte. Der Teilnachlass ist unter der Signatur PBS 202 einsehbar.

Aus dem Material lassen sich Informationen entnehmen, die das Dossier zu Ludwig Roth, angefertigt im Auftrag der Stadt Aschaffenburg im Prozess der Überprüfung der nach Personen benannten Straßennamen (Stand: März 2023), an einigen Stellen ergänzen:

Detaillierte Angaben zum Einsatz (Einsatzorte) im Ersten Weltkrieg (April 1916 – Oktober 1918)

Ergänzende Angaben zum Einsatz im Zweiten Weltkrieg (laut Wehrpass), darunter: Datum der Ernennung zum Oberfeldwebel (01.05.1941), offizielle Dienststelle „Front Stalag 181“ (September 1940 – Juni 1942), anschließend offizielle Dienststelle „Dulag [Durchgangslager] 181“ (bis einschließlich Mai 1944), Teilnahme am „Russlandfeldzug“ im Winter 1942/43, Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern (30.01.1943)

Hinweis auf Entscheid der Spruchkammer vom 15.03.1948, wonach Ludwig Roth unter die sogenannte „Weihnachtsamnestie“ gefallen war (Entnazifizierungsverfahren daraufhin eingestellt, Sperre über Vermögen aufgehoben)

 

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