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Industriestraße

Das Bahnbetriebswerk wurde im Zusammenhang mit dem 1921 eröffneten Staatshafen für die Hafenbahn errichtet. Es besteht aus einer Gruppe von unterschiedlichen technischen Bauten, die z. T. in lockerem Abstand zueinander in einem zentral zwischen den Bahnanlagen des Hafens gelegenen Grundstück zwischen Hafen, Hafenbahnhof und zur Nilkheimer Brücke führendem Gleis liegen. Zu der Bautengruppe gehört ein langgestrecktes Verwaltungs- und Lagergebäude, ein eingeschossiger Massivbau mit Walmdach. Die sechs Türen des Gebäudes an den Langseiten sind aus rotem Sandstein und kämpferlos-rundbogig mit Schlussstein. Die Fenster für die östlichen Büros haben Klappläden und sechsteilige Fensterfüllungen, die des Lagerteils sind nachträglich mit Glasbausteinen geschlossen worden. Das Dach hat an den Schmalseiten große schiefergedeckte Ladeerker und seitlich drei Schleppgauben. Stilistisch entspricht der Bau dem Heimatstil.

Der Werkstattbau ist eine Halle basilikaler Erscheinung mit Satteldach und Anbauten an drei Seiten. Der massive Bau erhebt sich auf einem Bossenquadersockel und hat profilierte Traufen. Auf der Westseite ragt der mit Gesims verkröpfte Kamin der Schlosser-Esse mit einem achteckigen konischen Schlot empor. Die Durchfensterung der Anbauten ist großflächig, die des „Obergadens“ zeigt schmale Dreiergruppen, was in der Konstruktion des mittleren Baus begründet ist. Die Ostseite wird von einem Gleis über ein großes Rolltor erschlossen. Der Lokschuppen hat fünf radiale Stände, von denen drei noch das ursprüngliche Dachwerk aufweisen (zwei mit einem neuen Stahldachwerk). Den Außenbau charakterisieren ein Sandsteinquadersockel, eine Lisenengliederung und pro Stand je drei hochformatige Fenster. Die Gleisanbindung erfolgt über die zugehörige Drehscheibe. Der viergeschossige Wasserturm auf einem rechteckigen Grundriss besteht aus einem hohen Sockelgeschoss aus Sandsteinbossenquadern, drei verputzten Obergeschossen, die von Ecklisenen zusammengefasst werden, und einem Mansardwalmdach. Er wird von kleinen querformatigen Fenstern belichtet. Ebenfalls einen hohen Sandsteinsockel und Ecklisenen hat das kleine turmartige Trafohaus mit Satteldach. Der historische Baubestand des Betriebswerks der Hafenbahn ist eine differenzierte, aber stilistisch aufeinander bezogene Gruppe von z. T. originellen technischen Bauten im Heimatstil, die in gutem Erhaltungszustand und mit ihrer technischen Ausstattung bis in den älteren Maschinenbestand hinein von hoher historischer Aussagefähigkeit ist.

Quelle:

Ina Gutzeit/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkmäler, Bodendenkmäler (Denkmäler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), München 2015, S: 268.

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