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Heinsestraße

1901 benannt nach Wilhelm Heinse
* 15.02.1746 in Ilmenau † 22.06.1803 in Aschaffenburg

Schriftsteller und Hofbibliothekar

Wilhelm Heinse wurde 1746 in Ilmenau südlich von Erfurt geboren. Sein Vater Nikolaus Heinse war Organist, Stadtschreiber und Bürgermeister. Heinse studierte Jura und war als Hofmeister tätig. Er wurde 1786 Lektor des Bischofs und Kurfürsten Friedrich Carl Joseph von Erthal. Nachdem Mainz vom französischen Militär eingenommen worden war, kam Heinse nach Aschaffenburg, um die Hofbibliothek des Kurfürsten zu schützen. Nach Erthals Tod arbeitete Heinse für Carl Theodor von Dalberg. Er schrieb eigene Literatur, auch über den Bestand der Hofbibliothek, und beschäftigte sich mit Literaturgeschichte sowie der Geschichte des Buchdrucks. Wilhelm Heinse starb 1803 in Aschaffenburg.

  • von der Gönna, Siegrid: Hofbibliothek Aschaffenburg. Ihre Geschichte in der Tradition der Kurfürstlich Mainzischen Bibliothek. Eine Ausstellung im Schloss Johannisburg, Wiesbaden 1982.

Kommentare

  1. Einem gewissen Dr. Ludwig Herrmann zufolge (Es dürfte sich dabei um einen ehemaligen Aschaffenburger praktischen Arzt handeln) hatte Heinse einen Freund, dem berühmten Anatomen Sömmering seinen durch eine merkwürdige Schädelbildung ausgezeichenten Kopf vermacht.

    Da dieses Vermächtnis beim Tod Heinses nicht bekannt war, wurden Heinses gesamte sterblichen Überreste auf dem ehemaligen Kirchhof der Pfarrkirche St. Agatha beerdigt. In der Folge lies Sömmering mit Erlaubnis Dalbergs die Leiche Heinses zur Vermeidung von Aufsehen nachts ausgraben und nahm den Kopf Heinses an sich. Nach Sömmerings Tod ging Heinses Schädel an dessen Sohn über, der ihn der Senkenberg’schen Stiftung in Frankfurt am Main schenkte. Der Schädel wurde damals in deren anatomische Sammlungen aufgenommen.
    Das übrige Skelett Heinses wurde 1826 auf Veranlassung von König Ludwig I einige Schritte entfernt in ein Grabmal an der damaligen Stadtmauer umgebettet. Da dieses aufwändig gestaltete und mit zwei Robinien bepflanzte Denkmal 1871 zusammen mit der Stadtmauer für den Bau der Erthalstraße abgebrochen werden musste, wurden die sterblichen Überreste Heinses ein drittes mal ausgegraben und ein zweites mal umgebettet an die heutige Grabstelle im Altstadtfriedhof.

    Quelle: Westermann’s IIlustrirte Deutsche Monatshefte Nro. 6 der dritten Folge vom März 1873, S. 656

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