{"id":9689,"date":"2024-07-04T17:09:02","date_gmt":"2024-07-04T15:09:02","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=9689"},"modified":"2025-04-17T13:04:39","modified_gmt":"2025-04-17T11:04:39","slug":"ein-stueck-aschaffenburger-geschichte-das-institut-der-englischen-fraeulein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/ein-stueck-aschaffenburger-geschichte-das-institut-der-englischen-fraeulein\/","title":{"rendered":"Ein St\u00fcck Aschaffenburger Geschichte: Das Institut der Englischen Fr\u00e4ulein"},"content":{"rendered":"<p><em>Nur alte Aschaffenburger wissen das noch: Bis zu ihrer Zerst\u00f6rung im Winter 1944\/1945 pr\u00e4gten die Geb\u00e4ude des Instituts der Englischen Fr\u00e4ulein das Bild des Schlossplatzes: Sie zogen sich von der heutigen Volkshochschule, diese eingeschlossen, bis an das Haus Strickergasse 11, also bis zum Ende der Front der Stadtbibliothek an der Strickergasse hin, und nahmen damit etwa die H\u00e4lfte der heute freien Fl\u00e4che des Schlossplatzes ein.<br \/>\nDie Geschichte dieser Geb\u00e4ude und des Instituts soll hier erz\u00e4hlt werden.<\/em><\/p>\n<p><strong>Vorgeschichte: Mary Ward<\/strong><\/p>\n<p>Mary Ward (Bild [1]), geboren im Jahr 1585 in der Grafschaft Yorkshire, England, erlebte in ihrer Kindheit und Jugend eine Zeit schwerer Katholikenverfolgung. Gegen den Wunsch ihrer Familie verlie\u00df sie mit 21 Jahren mit einem falschen Pass ihre Heimat, um in einen \u201e<em>beschaulichen\u201c<\/em> Orden einzutreten \u2013 das war aber nicht ihr Ding: 1610 gr\u00fcndete sie zusammen mit f\u00fcnf Gef\u00e4hrtinnen im damals belgischen Saint-Omer eine \u201e<em>t\u00e4tige\u201c<\/em> Frauen-Gemeinschaft nach dem Vorbild des Jesuitenordens mit dem Ziel der M\u00e4dchenbildung und der Seelsorgearbeit.<\/p>\n<p>Bis 1621 entstanden Niederlassungen der Gemeinschaft in L\u00fcttich, K\u00f6ln und Trier. Einige Mitglieder halfen in England in der Seelsorge mit.<\/p>\n<p>Um vom Papst die Best\u00e4tigung f\u00fcr ihre Gemeinschaft zu erhalten, reiste Mary Ward dreimal nach Rom \u2212 vergeblich. Um die Bedeutung der M\u00e4dchenerziehung sichtbar zu machen, gr\u00fcndete Mary Ward Schulen in Rom, Neapel und Perugia. Die italienischen Niederlassungen wurden aber von der Kirche verboten, sie selbst als Ketzerin Wochen inhaftiert. Das r\u00f6mische Inquisitionsgericht endete zwar mit ihrer Rechtfertigung, aber das Werk Mary Wards blieb aufgehoben. Sie unterwarf sich dem Urteil der Kirche \u2212 und blieb dennoch ungebrochen ihren Zielen treu.<\/p>\n<p>Mary Ward ging wieder nach Norden. Sie gr\u00fcndete bl\u00fchende M\u00e4dchenschulen in M\u00fcnchen (1627), Wien und Pre\u00dfburg. Sie gab nicht auf, sondern blieb im Rahmen des ihr vom Papst Erlaubten ihrer Sendung treu. Mary Ward starb in ihrer Heimat England\u00a0 im Alter von 60 Jahren.<\/p>\n<p>Heute tragen zahlreiche Schulen in aller Welt ihren Namen. Insgesamt gibt es mehrere hundert Niederlassungen in f\u00fcnf Kontinenten. Neben Unterricht und Erziehung sind Pastoral- und Sozialarbeit sowie Krankenpflege T\u00e4tigkeitsfelder der Maria-Ward-Schwestern.<\/p>\n<p>Erst in den Jahrhunderten nach ihrem Tod konnte ihre Gr\u00fcndung, die <em>Institutio Beatae Mariae Virginis<\/em>\u00a0<em>(IBMV), <\/em>seit 2004 <em>Congregatio Jesu<\/em> <em>(CJ),<\/em> schrittweise die kirchliche Anerkennung als Frauenorden erhalten.\u00a0 Am 19. Dezember 2009 wurde Maria Ward von Papst Benedikt XVI. der Ehrentitel \u201eEhrw\u00fcrdige Dienerin Gottes\u201c zuerkannt.<\/p>\n<p><em>Die spannende Geschichte Mary Wards und ihres beinahe unglaublichen Lebenswerks ist ausf\u00fchrlich in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maria_Ward\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a> nachzulesen!<\/em><\/p>\n<p><strong>Schulgr\u00fcndung in Aschaffenburg 1748<\/strong><\/p>\n<p>In einem Schreiben vom 5. Mai 1747 erkl\u00e4rte der Mainzer Kurf\u00fcrst und Reichserzkanzler Johann Friedrich Carl von Ostein, er wolle mit einer Verordnung m\u00f6glichst rasch die Schulsituation in seinem Kurf\u00fcrstentum, zu dem Aschaffenburg seit dem Ende des 10. Jahrhunderts geh\u00f6rte, entscheidend verbessern. Ein Jahr danach wurden Verhandlungen zwischen dem Institut der Englischen Fr\u00e4ulein in M\u00fcnchen und dem Mainzer Kurf\u00fcrsten gef\u00fchrt, die einer Filialgr\u00fcndung in Aschaffenburg im Jahr 1748 mit Einrichtung einer M\u00e4dchenschule den Weg ebneten.<\/p>\n<p>Der Unterricht an dieser \u201eTrivialschule\u201c, der Lesen und Schreiben, christliche Lehre, gute Sitten und Benehmen, Haushaltsf\u00fchrung und Handarbeiten umfasste, fand zun\u00e4chst in der bescheidenen Wohnung statt, die den vier ersten Schwestern in einem Haus am Stiftsberg (vermutlich Dalbergstra\u00dfe 43) zugewiesen worden war. Die Schule und die Schwestern wurden von den weltlichen und geistlichen Beh\u00f6rden gr\u00fcndlich beobachtet und erfreuten sich wachsender Anerkennung. ln Joseph Franz Bonaventura Graf von Sch\u00f6nborn fand das Institut einen G\u00f6nner, der bewirkte, dass die Schwestern schon 1750 in ein ger\u00e4umigeres Haus in der <a href=\"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/webergasse\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Webergasse 3<\/a> (sp\u00e4ter von der Familie Brentano bewohnt) umziehen konnten, das allerdings auch schon bald wieder zu klein war.<\/p>\n<p><strong>Das Haus am Marktplatz<\/strong><\/p>\n<p>lm Jahr 1764 kauften die Schwestern ein Haus Ecke Strickergasse\/Marktplatz in Schlossn\u00e4he (Bild [2]; der damalige Marktplatz ist heute der Abschnitt der Luitpoldstra\u00dfe vor der Volkshochschule). Da sie bis dahin sehr \u00e4rmlich von einer recht geringen beh\u00f6rdlichen Unterst\u00fctzung und zeitweilig auch von einem bescheidenen Betrag der Sch\u00fclerinnen gelebt hatten, kamen sie nach dem Hauskauf nicht mehr aus ihrer bedr\u00e4ngten finanziellen Lage heraus.<\/p>\n<p>Die Schwestern konnten nach fast 40 Jahren T\u00e4tigkeit in Aschaffenburg kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten, da der Unterricht den Ordenssatzungen gem\u00e4\u00df kostenlos sein sollte. 1784 entschloss sich deshalb <a href=\"https:\/\/www.main-echo.de\/region\/stadt-kreis-aschaffenburg\/im-schatten-des-beruehmten-bruders-art-1344067https:\/www.main-echo.de\/region\/stadt-kreis-aschaffenburg\/im-schatten-des-beruehmten-bruders-art-1344067\">Cornelia Stadelmann<\/a>, die j\u00fcngste Schwester des Stiftskanonikers Dr. Christian Stadelmann, die Zinsen ihrer betr\u00e4chtlichen Stiftung an das Aschaffenburger Kollegiatsstift der \u201eAusbildung von M\u00e4dchen&#8220; zukommen zu lassen.<\/p>\n<p>Vom Haus Ecke Strickergasse\/Marktplatz aus entwickelte sich durch Zukauf, Schenkungen, Aufstockungen, Um- und Erweiterungsbauten bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts das eindrucksvolle dreist\u00f6ckige Institutsgeb\u00e4ude entlang der Strickergasse, wie es die Aschaffenburger aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in Erinnerung haben (Bilder [3] bis [8], [12] in der Galerie).<\/p>\n<p><strong>Entwicklung bis 1935<\/strong><\/p>\n<p>Die Armut des Anfangs ist bis zur S\u00e4kularisation 1802\/1803 geblieben und hat das Englische Institut in Aschaffenburg vor der gewaltsamen Aufl\u00f6sung bewahrt. Seine Vernichtung h\u00e4tte dem Staat nichts eingebracht, sondern neue Lasten durch Erteilung von Pensionen auferlegt. Die Schule konnte also ohne Unterbrechung fortgef\u00fchrt werden, war aber durch das dem Orden auferlegte Verbot der Neuaufnahme von Kandidatinnen zum allm\u00e4hlichen Aussterben verurteilt.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Max I. Joseph schlie\u00dflich genehmigte das Institut Aschaffenburg im Jahr 1819 aufs Neue und trug daf\u00fcr Sorge, dass die Stadt im Jahr 1820 ein zweigeschossiges Schulhaus auf dem Gel\u00e4nde des Instituts erbaute (Bild [2]) und den Englischen Fr\u00e4ulein den Unterricht \u00fcbertrug. Von den vier Schwestern, welche die Zeit der S\u00e4kularisation \u00fcberlebten, konnte nur noch eine unterrichten. Vom W\u00fcrzburger Ursulinenkloster kam Carolina Walburga Fischer nach Aschaffenburg und hatte acht Jahre lang die Stelle der Oberin und Schulleiterin inne. In ihrer Amtszeit wuchs die Zahl der Mitglieder so stark, dass dem Institut der Unterricht der B\u00fcrgerm\u00e4dchen in sechs Bildungsst\u00e4tten der Stadt \u00fcbertragen wurde, wo ihnen eine gediegene Ausbildung \u201ein den Elementargegenst\u00e4nden&#8220; und den \u201eweiblichen und h\u00e4uslichen Arbeiten&#8220; zuteilwurde.<\/p>\n<p>Es konnte auch ein \u201ePensionat&#8220; errichtet werden, denn die h\u00f6heren Schichten schickten ihre M\u00e4dchen in die \u201eT\u00f6chterschule&#8220; oder als \u201eZ\u00f6glinge&#8220; ins \u201ePensionat&#8220;. Es war von Sch\u00fclerinnen aus der ganzen Welt besucht und genoss einen ausgezeichneten Ruf.<\/p>\n<p>Die Englischen Fr\u00e4ulein wirkten dabei nicht nur in den Geb\u00e4uden am Marktplatz (Bilder [9], [10]): Im Lauf der Zeit wurden Bildungsst\u00e4tten in Damm, an der Obernauer Stra\u00dfe, in Gro\u00dfostheim und weitere gegr\u00fcndet und das Bildungsangebot f\u00fcr M\u00e4dchen und junge Frauen erweitert (siehe nachfolgende Tabelle).<\/p>\n<p>Der Schulbetrieb verlief ruhig bis zum Jahr 1911. Infolge des \u00dcberschusses an ausgebildeten Lehramtskandidatinnen in Unterfranken wurde dem Institut eine Beschr\u00e4nkung bei der seit dem Jahr 1903 durchgef\u00fchrten Ausbildung auferlegt. 1916 wurden diese Kurse im Institut beendet. Es hatten sich aber schon neue Bed\u00fcrfnisse in der Gesellschaft herausgebildet, und das Institut antwortete auf die Herausforderung mit der Gr\u00fcndung folgender Schultypen:<\/p>\n<p>1907\u00a0\u00a0\u00a0 M\u00e4dchen-Fortbildungsschule (eine Art Berufsschule)<br \/>\n1910\u00a0\u00a0\u00a0 Frauen-Handarbeitsschule<br \/>\n1907\u00a0\u00a0\u00a0 Kinderg\u00e4rtnerinnenseminar und Fr\u00f6belscher Kindergarten,<br \/>\n1913\u00a0\u00a0\u00a0 Dreiklassige M\u00e4dchenmittelschule,<br \/>\n1915\u00a0\u00a0\u00a0 Wirtschaftslehrerinnenseminar.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurden dreimonatige Handelskurse abgehalten. Das reichhaltige Bildungsangebot wurde noch erg\u00e4nzt durch Privatkurse in Fremdsprachen, Musik und Malen und durch wissenschaftliche Abendkurse.<\/p>\n<p>Trotz kriegsbedingter H\u00e4rten in den Familien stieg die Zahl der Sch\u00fclerinnen im Schuljahr 1915\/16. Zwischen den beiden Weltkriegen er\u00f6ffnete sich dem Institut auch ein weites Feld f\u00fcr soziale Bet\u00e4tigung. Auch die Sch\u00fclerinnen wurden in den schweren Jahren der Wirtschaftskrise in viele soziale Aktivit\u00e4ten eingebunden.<\/p>\n<p>Einen Eindruck von der vielseitigen T\u00e4tigkeit der Englischen Fr\u00e4ulein im Mutterhaus und den Filialen gibt eine Momentaufnahme aus dem Jahr 1925 (gefunden in der Festschrift zum 300-j\u00e4hrigen Bestehen des Instituts in M\u00fcnchen im Jahr 1926, mit kleinen Erg\u00e4nzungen 1927, 1954):<\/p>\n<table border=\"1\" frame=\"void\" rules=\"rows\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\"><strong>Gr\u00fcndung<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\"><strong>Bezeichnung<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\">Sch\u00fclerinnen<\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\"><strong>Erziehungs- und Unterrichtst\u00e4tigkeit<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1748<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">Aschaffenburg,<br \/>\nInstitut am <strong>Marktplatz<\/strong>:<br \/>\n<strong>Mutterhaus\u00a0<\/strong>(bis 1961)<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\">2119<\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">Lyzeum, Kinderg\u00e4rtnerinnenseminar, H\u00f6here M\u00e4dchenschule, Frauenschule, M\u00e4dchenmittelschule, Private Elementarschule, M\u00e4dchen-Volksschule, Kindergarten, St\u00e4dtische N\u00e4hschule, Lehrerinnenseminar \u2026<br \/>\n(heute Schlossplatz, Stadtbibliothek)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1844<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">AB-Damm<br \/>\n(bis 1951)<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\">207<\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">M\u00e4dchen-Volksschule, Kinderhort<br \/>\n(heute Kindergarten St. Michael und mehr)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1856<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">Gro\u00dfostheim<br \/>\n(bis 1998)<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\">293<\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">M\u00e4dchen-Volksschule, Kinderhort, Handarbeitslehre<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1866<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">W\u00fcrzburg<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\">468<\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">Lyzeum, H\u00f6here M\u00e4dchenschule, Hauswirtschaftliches Seminar, M\u00e4dchenmittelschule<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1894<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">Bad Homburg<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\">68<\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">Haushaltungsschule, Fremdenpension<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1898<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">AB Obernauer Str.<br \/>\n(bis 1970)<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\">68<\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">Internat, Haushaltungsschule<br \/>\n(heute Kreuzung Obernauer\/Ringstra\u00dfe)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1907<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">Marktplatz 2\/4<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\"><\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">Zusatzr\u00e4ume zum Institut am Marktplatz;<br \/>\n(heute Luitpoldstr. 2, Volkshochschule)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1916<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">AB\u00a0<a href=\"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/landingstrasse\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Landingstra\u00dfe 16<\/a><br \/>\n(bis 1944)<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\"><\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">Kindergarten, Klassenr\u00e4ume (sp\u00e4ter Krau\u00df\u2018sche Handelsschule, Jugendhaus, jetzt Kunstlanding)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1916<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">Kleinostheim<br \/>\n(bis 1956)<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\">\u2013<\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">\u00d6konomiegut und Erholungsheim<br \/>\n(Marienhof; heute Biergarten und Restaurant)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1925<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">Schloss Pfaffendorf<br \/>\n(bis 1954)<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\">35<\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">Haushaltungskurse, Handarbeitsschule, Kinderhort, Erholungsheim<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1927<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">AB\u00a0<a href=\"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/treibgasse\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Treibgasse 7<\/a><br \/>\n(bis 1993)<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\"><\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">Kinderhort, Kinderg\u00e4rtnerinnenseminar<br \/>\n(jetzt Kindergarten St. Agatha)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\">1954<\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\">Ebersbach<br \/>\n(bis 1985)<\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\"><\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\">Erholungshaus, Veranstaltungsort f\u00fcr Gruppen von Sch\u00fclerinnen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 11.9632%;\" width=\"115\"><em>Summe<\/em><\/td>\n<td style=\"width: 21.9836%;\" width=\"215\"><em>\u00a0<\/em><\/td>\n<td style=\"width: 7.77096%;\" width=\"72\"><em>3258<\/em><\/td>\n<td style=\"width: 58.702%;\" width=\"571\"><em>Gesamtzahl der in eigenen oder st\u00e4dtischen Einrichtungen unterrichteten Sch\u00fclerinnen und junger Frauen<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckschl\u00e4ge im Dritten Reich<\/strong><\/p>\n<p>lm Jahr 1935 besuchten 446 Sch\u00fclerinnen die Schulen des Instituts. Ab 1936 mussten aufgrund des nationalsozialistischen Schulbedarfsgesetzes die T\u00e4tigkeit der Schwestern an \u00f6ffentlichen Schulen eingestellt und die einzelnen Schulgattungen schrittweise abgebaut werden. Das \u201eBeamtengesetz&#8220; zwang manche Eltern, ihre T\u00f6chter in \u00f6ffentliche Lehranstalten zu schicken. Auch j\u00fcdische Sch\u00fclerinnen waren Repressalien ausgesetzt.<\/p>\n<p>Am 5. April 1941 endete die gesamte unterrichtliche T\u00e4tigkeit, die das Institut der Englischen Fr\u00e4ulein seit nahezu 200 Jahren in Aschaffenburg entfaltet hatte.<\/p>\n<p>Die Geb\u00e4ude des Instituts am Marktplatz und an der Obernauer Stra\u00dfe wurden als Hilfskrankenh\u00e4user genutzt.<\/p>\n<p>Bei den Bombenangriffen auf Aschaffenburg von Oktober 1944 und bis Januar 1945 wurden auch die Geb\u00e4ude des Instituts an der Strickergasse fast vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt (Bilder [3] und [4]). F\u00fcnf Schwestern fanden den Tod. Das Geb\u00e4ude auf der anderen Seite des Marktplatzes (heute Volkshochschule) und das in der Landingstra\u00dfe 16 (heute Kunstlanding) erlitten ebenfalls schwere Sch\u00e4den.<\/p>\n<p><strong>Wiederbeginn im Sommer 1945<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Registrierung durch die amerikanische Milit\u00e4rregierung im Juni\/Juli 1945 schrieben sich \u00fcber 350 Sch\u00fclerinnen f\u00fcr das Lyzeum der Englischen Fr\u00e4ulein ein. In den Resten der alten Schulgeb\u00e4ude hatten die Schwestern R\u00e4ume f\u00fcr 200 Sch\u00fclerinnen bereitgestellt. Da half nur Schichtunterricht!<\/p>\n<p>Nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten wurde 1949 mit gro\u00dfer Freude das neue \u201eSchulhaus am Marktplatz&#8220; (heute VHS) wieder bezogen. 450 Sch\u00fclerinnen besuchten jetzt die M\u00e4dchen-Oberrealschule, 193 die Mittelschule. Schon ein Jahr sp\u00e4ter zeichnete sich wieder Raumnot ab.<\/p>\n<p>Das einstige gro\u00dfe Areal in Schlossn\u00e4he sollte nicht mehr bebaut werden; die Geb\u00e4udereste wurden 1961 abgerissen. Die Grundst\u00fccke waren aber bereits 1954 gegen das zwischen Brentanoplatz und Schweinheimer Stra\u00dfe gelegene Kleingartengel\u00e4nde getauscht worden. Dort entstand zwischen 1959 und 1961 ein Neubau f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.mwsab.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maria-Ward-Schule<\/a>, wie sie inzwischen hei\u00dft. Dieser, f\u00fcr etwa 800 Sch\u00fclerinnen ausgelegt, entstand ohne staatliche Zusch\u00fcsse unter gro\u00dfen pers\u00f6nlichen Opfern der Schwestern (Bild [11]).<\/p>\n<p>Und bald war auch dieses Geb\u00e4ude am Brentanoplatz zu klein f\u00fcr die wachsende Sch\u00fclerinnenzahl. Wanderklassen waren zun\u00e4chst die L\u00f6sung. lm Schuljahr 1977\/78 konnte die Kollegstufe in ein neues Domizil einziehen, errichtet auf dem Sportgel\u00e4nde zwischen Schweinheimer und Mattstra\u00dfe. Dieses Gel\u00e4nde hatten die Englischen Fr\u00e4ulein im Tausch gegen das f\u00fcr den Neubau der Mainbr\u00fccke (Adenauerbr\u00fccke) ben\u00f6tigte Grundst\u00fcck an der Obernauer Stra\u00dfe und einen Garten am Pompejanum erworben.<\/p>\n<p>lm Schuljahr 1979\/80 wurde dann der Verwaltungstrakt am Brentanoplatz aufgestockt.<\/p>\n<p>1984 wurde schlie\u00dflich ein Anbau (zur Stadelmannstra\u00dfe hin) mit acht Klassenzimmern, Zeichensaal, Werkraum, Medienraum und Sch\u00fclerbibliothek bezogen. Dies war als letzte Bauma\u00dfnahme gedacht \u2013 eigentlich.<\/p>\n<p>Im Schuljahr 2006\/2007 wurde der Schule noch eine Cafeteria angegliedert.<\/p>\n<p><strong>Erneute Erweiterung n\u00f6tig<\/strong><\/p>\n<p>Die inzwischen auf \u00fcber 1100 angewachsene Zahl von Sch\u00fclerinnen in Realschule und Gymnasium und die gestiegenen Anforderungen in Naturwissenschaften und Computerwesen machten einen neuen Erweiterungsbau n\u00f6tig, der 1998 in Angriff genommen wurde: Eine zweite Turnhalle und 15 Unterrichtsr\u00e4ume entstanden entlang der Schweinheimer und der Herrleinstra\u00dfe. lm bestehenden Geb\u00e4ude wurden mehrere Klassenr\u00e4ume zu Fachr\u00e4umen umgebaut.<\/p>\n<p>Die traditionsreiche Schule hat damit endlich das Platzangebot bekommt, das f\u00fcr einen effektiven Unterricht nach heutigen Ma\u00dfst\u00e4ben gebraucht wird. Der Baubeginn im Juni 1998 war vielleicht das sch\u00f6nste Geschenk zum 250-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Wirkens der Englischen Fr\u00e4ulein in Aschaffenburg (1748 &#8211; 1998), das der Orden der Schulfamilie machen konnte!<\/p>\n<p><strong>Die Englischen Fr\u00e4ulein verlassen Aschaffenburg,<br \/>\ndie <a href=\"https:\/\/www.mwsab.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maria-Ward-Schule<\/a> besteht weiter<\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fcher unterrichteten \u00fcberwiegend Maria-Ward-Schwestern als Lehrkr\u00e4fte an der Maria-Ward-Schule, um die M\u00e4dchenbildung im Sinne der Ordensgr\u00fcnderin zu f\u00f6rdern. Seit einigen Jahren gibt es keine Schwestern mehr an der Schule, daf\u00fcr aber viele engagierte Lehrkr\u00e4fte, die bei ihrem Einsatz f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen den Geist der Schwestern selbstverst\u00e4ndlich mit modernen Unterrichtsformen verbinden.<\/p>\n<p>Schultr\u00e4ger war bis zum 31.12.2007 die <a href=\"https:\/\/www.congregatiojesu.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Congregatio Jesu (CJ)<\/a>, wie der Orden der Englischen Fr\u00e4ulein inzwischen hei\u00dft, heute ist es die Maria-Ward-Stiftung Aschaffenburg. Neben der Aschaffenburger Schule mit ihrer Realschule und ihrem Gymnasium unterh\u00e4lt die Stiftung noch eine Realschule und einen Kindergarten in W\u00fcrzburg.<\/p>\n<p><em>M. Elfriede Frasch CJ,\u00a0 Michael Amtmann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur alte Aschaffenburger wissen das noch: Bis zu ihrer Zerst\u00f6rung im Winter 1944\/1945 pr\u00e4gten die Geb\u00e4ude des Instituts der Englischen Fr\u00e4ulein das Bild des Schlossplatzes: Sie zogen sich von der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":115,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,38,39],"tags":[54,138,723,990],"post-format":[2],"post-content":[3,67],"class_list":["post-9689","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-geschichte","category-kultur","tag-schule","tag-bildung","tag-maria-ward","tag-maria-ward-schule","format-information","content-image","content-text","project-stadtarchiv"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ein St\u00fcck Aschaffenburger Geschichte: Das Institut der Englischen Fr\u00e4ulein - 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