{"id":7578,"date":"2023-06-07T11:43:50","date_gmt":"2023-06-07T09:43:50","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=7578"},"modified":"2024-07-25T07:14:59","modified_gmt":"2024-07-25T05:14:59","slug":"dossier-erich-stenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/dossier-erich-stenger\/","title":{"rendered":"Dossier Erich Stenger"},"content":{"rendered":"<p>Stengerstra\u00dfe (Damm), benannt 1962 nach<\/p>\n<p><strong>Erich Stenger (1878 \u2013 1957)<\/strong><\/p>\n<p>Fotochemiker, Sammler, Experte f\u00fcr Fotogeschichte (<a href=\"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/stengerstrasse\/\">Umwidmung der Stra\u00dfe im Jahr 2024<\/a>)<\/p>\n<ul>\n<li>* 5. August 1878 in Aschaffenburg<\/li>\n<li>1888 \u2013 1897 Besuch des humanistischen Gymnasiums in Aschaffenburg<\/li>\n<li>1897 \u2013 1903 Studium der Chemie und verwandter Gebiete (auch Mineralogie und Philosophie) in M\u00fcnchen (TH und Universit\u00e4t) sowie ab 1899 an der Universit\u00e4t Kiel<\/li>\n<li>1903 Promotion in Kiel zum Dr. Phil., Dissertation \u201e\u00dcber eine neue Synthese unsymmetrisch substituirter Pyrrole; \u00dcber Acetonoxamins\u00e4ure\u201c<\/li>\n<li>1903 \u2013 1904 Milit\u00e4rdienst (Einj\u00e4hrig Freiwilliger) in M\u00fcnchen<\/li>\n<li>1904 \u2013 1905 Assistent am Physikalischen Institut der TH Hannover (bei Julius Precht)<\/li>\n<li>1905 \u2013 1928 Assistent von Adolph Miete am \u201ePhototechnischen Laboratorium\u201c der TH Berlin-Charlottenburg; ab 1919 Privatdozent (kumulative Habilitation), ab 1922 au\u00dferordentlicher Professor<\/li>\n<li>1906 Heirat mit Margaretha (Margarete) Schmelzer (zwei Kinder)<\/li>\n<li>1915 \u2013 1919 \u201eFreiwilliger Kriegsdienst bei der Fliegertruppe seit Sept. 15; entlassen als Ingenieurstellvertreter Nov. 19\u201c<\/li>\n<li>Ca. 1925 \u2013 1933 Pr\u00e4sentationen von Teilen seiner fotografiegeschichtlichen Sammlung in historischen Kabinetten gro\u00dfer Fotoausstellungen<\/li>\n<li>1928 \u2013 1934 Bibliothekarsrat an der Preu\u00dfischen Staatsbibliothek Berlin (Leiter der Dokumentensammlung)<\/li>\n<li>1929 Ver\u00f6ffentlichung \u201eGeschichte der Photographie\u201c; Mitglied des Deutschen Museums M\u00fcnchen<\/li>\n<li>Ca. 1933 \u2013 1945 Mitgliedschaften im Reichsbund Deutscher Beamter, NS-Lehrerbund, NS-Opfergemeinschaft, Reichsluftschutzbund (RLB)<\/li>\n<li>1933 Ausstellung \u201eDie Kamera\u201c in Berlin<\/li>\n<li>1934 \u2013 1945 Professor f\u00fcr angewandte Fotochemie an der TH Berlin (Leiter des \u201ePhotochemischen Laboratoriums\u201c, nun unter dem Namen \u201eInstitut f\u00fcr angewandte Photochemie\u201c)<\/li>\n<li>1934 \u2013 1945 Mitglied im NS-Dozentenbund<\/li>\n<li>1936 Ausstellung \u201eFilm und Foto\u201c in D\u00fcsseldorf<\/li>\n<li>1938 Ver\u00f6ffentlichung \u201eDie Photographie in Kultur und Technik. Ihre Geschichte w\u00e4hrend hundert Jahren\u201c<\/li>\n<li>1937 \u2013 1943 Vorstand der \u201etechnischen Untersektion\u201c in der \u201eKommission zur Bewahrung von Zeitdokumenten, Sektion Bildpresse\u201c (angesiedelt im Propagandaministerium)<\/li>\n<li>1939 Wahl zum Schriftf\u00fchrer des Vorstandsrats des Deutschen Museums<\/li>\n<li>1942 Ausstellung \u201ePhotographie einst und jetzt\u201c in Sofia (Bulgarien)<\/li>\n<li>1944 Auslagerung des \u201eInstituts f\u00fcr Photochemie\u201c an die Technische Hochschule Br\u00fcnn<\/li>\n<li>1945 Privatgelehrter in Kreuzwertheim (Unterfranken); Autobiografie: \u201eLebenserinnerungen eines Sammlers\u201c<\/li>\n<li>1949 Ver\u00f6ffentlichungen \u201eDie Steingutfabrik Damm bei Aschaffenburg 1827\u20131884\u201c und \u201eDie Geschichte der Kleinbildkamera bis zur Leica\u201c<\/li>\n<li>1951 Mitbegr\u00fcnder der \u201eDeutschen Gesellschaft f\u00fcr Photographie\u201c (DGPh)<\/li>\n<li>1951\/52 Ausstellungen seiner Werke auf der \u201ephotokina\u201c (1951) und auf der \u201eWeltausstellung der Photographie\u201c in Luzern (1952)<\/li>\n<li>1955 Verkauf seiner Sammlung zur Fotogeschichte an die Agfa AG<\/li>\n<li>\u2020 24. September 1957 w\u00e4hrend eines Urlaubs in San Remo (Italien)<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Ehrungen<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Kriegsverdienstkreuz (I. WK)<\/li>\n<li>1926 Mitglied der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL)<\/li>\n<li>1928 (oder 1931) Hans-Wagner-Medaille (Auszeichnung f\u00fcr hervorragende philatelistische Bet\u00e4tigung)<\/li>\n<li>1939 Lindenberg-Medaille (Auszeichnung f\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnliche Leistungen auf dem Gebiet der philatelistischen Forschung)<\/li>\n<li>1942 Ehrenmitglied der Deutschen Photographischen Gesellschaft<\/li>\n<li>1955 David Octavius Hill-Medaille der GDL<\/li>\n<li>1956 Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Photographie (DGPh)<\/li>\n<li>1978 \u2013 2010 Verleihung Erich-Stenger-Preis der DGPh (2012 \u2013 2018 umbenannt in \u201eDGPh-Forschungspreis Photographiegeschichte\u201c; seit 2020 ersetzt durch die Preise \u201eThinking Photography. DGPh-Forschungspreis\u201c und \u201eWriting Photography. DGPh-Preis f\u00fcr innovative Publizistik\u201c)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der in Aschaffenburg geborene Fotochemiker Erich (Waldemar) Stenger war seit seiner Jugend ein begeisterter Sammler, besonders auf dem Gebiet der Philatelie und der Steingutfabrikation (f\u00fcr Aschaffenburg wichtig: die Sammlung zur Steingutmanufaktur in Aschaffenburg-Damm, die bereits sein Vater anlegte, und die detaillierte Publikation zur Geschichte der Fabrik, 1949). W\u00e4hrend seines Studiums und seiner Berufst\u00e4tigkeit trug Erich Stenger eine gro\u00dfe private Sammlung zur Geschichte der Photographie zusammen (Bilder, Dokumente, B\u00fccher, Autografen und Ger\u00e4te), die er seit Mitte der 1920er Jahre auf gro\u00dfen Fotoausstellungen in Teilen pr\u00e4sentierte. Die Sammlung ist heute Bestandteil des Museums Ludwig in K\u00f6ln.<\/p>\n<p><strong>Wirken in der NS-Zeit<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der NS-Zeit galt Erich Stenger als Koryph\u00e4e auf dem Gebiet der Fotogeschichte und seine private Sammlung zur Fotogeschichte als eine der gr\u00f6\u00dften europaweit. Seit 1934 wirkte er als Professor f\u00fcr angewandte Fotochemie an der TH Berlin. Den Forschungen von Miriam Halwani, Cornelia Kemp und Rolf Sachsse folgend stellte Erich Stenger seine Arbeit und seine Sammlung in den Dienst des Nationalsozialismus. \u201eIn dem Stenger die Leistungen der Deutschen an der Entwicklung der Fotografie betonte, hingegen diejenigen j\u00fcdischer Wissenschaftler verschwieg, machte er die Hundertjahrfeier der Fotografie 1939 zum ideologiekonformen Ereignis\u201c, urteilt Miriam Halwani.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Cornelia Kemp sieht Erich Stenger als widerspr\u00fcchliche Pers\u00f6nlichkeit \u201eim Konflikt zwischen historischer Objektivit\u00e4t und politischem Opportunismus\u201c.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Rolf Sachsse fasste das Wirken Stengers in der NS-Zeit in seinem Beitrag f\u00fcr die Neue Deutsche Biographie aus dem Jahr 2013 wie folgt zusammen:<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Berliner Ausstellung \u201aDie Kamera\u2018 1933 agierte er bereits im Sinne der neuen Machthaber als Beauftragter des Propagandaministeriums. 1938 erschien \u201aDie Photographie in Kultur und Technik\u2018, die er durch gr\u00f6\u00dfere Artikelserien in Amateur- und Fachzeitschriften vorbereitet hatte. Allgemein galt S[tenger] zu diesem Zeitpunkt als h\u00f6chste Autorit\u00e4t auf dem Gebiet der Photogeschichte in Deutschland, was mit erheblicher Anpassung an die NS-Ideologie verbunden war: So unterschlug er den j\u00fcd[ischen] Assistenten Miethes, Arthur Traube (1878\u20131948), und dessen wissenschaftliche Leistung, w\u00e4hrend er den Leibphotographen Hitlers, Heinrich Hoffmann (1885\u20131957), wortreich r\u00fchmte. Zum hundertj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Photographie 1939 publizierte S[tenger] eine Reihe von Texten, hielt zahlreiche Vortr\u00e4ge und war auch an der Neuaufstellung der Abteilung Photographie im Deutschen Museum M\u00fcnchen beteiligt. 1939 wurde S[tenger] zum Schriftf\u00fchrer des Vorstandsrats des Deutschen Museums gew\u00e4hlt; 1937\u201343 war er Vorstand der \u201atechnischen Untersektion\u2018 in der \u201aKommission zur Bewahrung von Zeitdokumenten, Sektion Bildpresse\u2018, die im Propagandaministerium angesiedelt war. Zeitlebens versuchte er, den dt. Anteil an der Photogeschichte \u00fcberm\u00e4\u00dfig hoch darzustellen, etwa durch die Hervorhebung von Johann Heinrich Schulze (1687\u20131744) als Entdecker der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen oder durch die zu starke Herausstellung der Verdienste von Hermann Wilhelm Vogel (1834\u201398).\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Miriam Halwani (heute verheiratete Szwast), seit 2013 Kuratorin der Fotografischen Sammlung im Museum Ludwig (K\u00f6ln), das neben Erich Stengers tradierter Sammlung zur Fotogeschichte auch dessen Nachlass bewahrt, hat sich intensiv mit dem Sammler auseinandergesetzt. Sie widmet ihm in ihrer \u201eGeschichte der Photogeschichte 1839 \u2013 1939\u201c mehrere Unterkapitel und brachte 2014 Teile seiner lange unver\u00f6ffentlichten Autobiografie \u201eErinnerungen eines Sammlers\u201c (1945) heraus, versehen mit Kommentaren von ihr sowie von Cornelia Kemp und Ulrich Pohlmann. Cornelia Kemp, Kuratorin der foto- und filmtechnischen Abteilung des Deutschen Museums in M\u00fcnchen, hat sich besonders mit Erich Stengers Wirken im Deutschen Museum im Jubil\u00e4umsjahr der Fotografie 1939 besch\u00e4ftigt. Die folgenden Ausf\u00fchrungen, die die zitierte Zusammenfassung von Rolf Sachsse vertiefen und erg\u00e4nzen, st\u00fctzen sich auf die ver\u00f6ffentlichten Ergebnisse der beiden Wissenschaftlerinnen (siehe Literatur).<\/p>\n<p>Schon 1933 agierte Erich Stenger als \u201eBeauftragter des Propagandaministeriums\u201c im Rahmen der Ausstellung \u201eDie Kamera\u201c (noch vom Werkbund geplant, schlie\u00dflich vom Reichsministerium f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda organisiert). Er zeichnete hier verantwortlich f\u00fcr die Bereiche \u201eGeschichte, Entwicklung und Technik der Fotografie\u201c, \u201eFotografie als F\u00f6rderin deutschen Volkstums, deutscher Heimatkunde und deutscher Arbeit\u201c sowie f\u00fcr die \u201eFotografie als Helferin wissenschaftlicher Forschung\u201c und \u201eLehrst\u00e4tten f\u00fcr Fotografie\u201c. In seinen Lebenserinnerungen schreibt Erich Stenger:<\/p>\n<p>\u201eIch selbst hatte die Geschichte und die gesamte wissenschaftliche Anwendung der Photographie zu betreuen und mit allem Dazugeh\u00f6rigen fast die ganze Funkhalle und einige Gro\u00dfr\u00e4ume zu versorgen.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Im Bereich der Geschichte der Fotografie waren Aufnahmen des \u201eReichsbildberichterstatters\u201c Heinrich Hoffmann zur \u201eGeschichte der nationalsozialistischen Bewegung\u201c prominent platziert. In seiner Kulturgeschichte der Fotografie (1938) wird Stenger den Leibfotografen Adolf Hitlers als einzigen modernen, den Stand des Bildberichterstatters repr\u00e4sentativ vertretenden Fotografen bezeichnen, dessen \u201eBilder aus dem Leben des F\u00fchrers und der Bewegung sind volksverbunden f\u00fcr uns und sp\u00e4tere Zeiten; sie spiegeln die Einigung und Erstarkung der Nation, stehen im Dienst des Aufbaues und der Neugestaltung und dienen den Aufgaben des Friedens\u201c.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Zur Best\u00e4tigung findet sich im Bildteil eine Aufnahme Hoffmanns von Hitler und Mussolini. Ganz offensichtlich bezieht Erich Stenger in seine Geschichte der Fotografie Propagandamaterial ein. In einem Aufsatz aus dem Jahr 1937 verwies Erich Stenger auf die besondere F\u00e4higkeit eines modernen Fotografens (\u201eFachlichtbildners\u201c) des \u201eneuen Reiches\u201c im Allgemeinen:<\/p>\n<p>\u201e[A]ls neuzeitlicher Handwerker hat er neben seiner Technik das Sehen gelernt, das von ihm geschaffene Bild des deutschen Seins atmet die meisterhafte Erfassung und in ihr die Liebe zum Beruf und zur deutschen Art und Scholle.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Vieles in der Ausstellung \u201eDie Kamera\u201c war noch vergleichbar zu fr\u00fcheren Ausstellungen. Neu war hingegen der Verweis auf den \u201erassenkundlichen\u201c Einsatz der Fotografie, den Erich Stenger im Ausstellungskatalog wie folgt kommentierte:<\/p>\n<p>\u201eDer nationale Staat in seiner zielbewussten Arbeit der <em>Volksverbesserung<\/em> durch k\u00f6rperliche Ert\u00fcchtigung und Emporf\u00fchrung und durch rassenbedingte Reinhaltung des einzelnen Individuums, verwendet fotografische Bildbeweise in seiner wissenschaftlichen und propagandistischen T\u00e4tigkeit. Beispiel und Gegenbeispiel vermitteln dem Beschauer Einblick in die geradlinige Zielsetzung dieser der Volksgesundheit und dem Neuaufbau dienenden einzigartigen Bestrebung.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>In seinen Ver\u00f6ffentlichungen stellte Erich Stenger den deutschen Anteil an Erfindung und Entwicklung der Fotografie besonders heraus. Im Vorwort zu \u201ePhotographie in Kultur und Technik\u201c 1938 betonte er \u201edie Leistungen deutscher M\u00e4nner\u201c und verwehrte sich gegen Publikationen, die die Fotografie als \u201erein ausl\u00e4ndische Erfindung\u201c darstellten:<\/p>\n<p>\u201eEs war ein Deutscher, der das fr\u00fcheste Lichtbild erzeugt hat, es war ein Deutscher, der das Wort \u201aPhotographie\u2018 zuerst in aller \u00d6ffentlichkeit brauchte, und wiederum war es ein Deutscher, welcher der Lichtbildnerei die Vollendung gab [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Die Erfindung der Fotografie national zu besetzen, zeichnete sich seit den 1920er Jahren auch in Frankreich und England ab. \u201eChauvinismen, ja Rassismen bez\u00fcglich der Erfindung der Fotografie finden sich allseits\u201c, konstatiert entsprechend Miriam Halwani.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Erich Stenger negierte zudem in seiner Kulturgeschichte der Fotografie den Anteil von Juden an der Entwicklung der Fotografie, etwa die Leistungen von Arthur Traube. Auf die Nachfrage eines Kollegen nach Kriegsende antwortete Erich Stenger:<\/p>\n<p>\u201eIt would have been impossible and would resulted in a prohibition of the book, if deliberately a German Jew would have been mentioned. This risk I could not take.\u201d<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Im Ausland wurde die Kulturgeschichte Erich Stengers bereits von zeitgen\u00f6ssischen Rezensenten ob ihres nationalistischen Tons und der beschriebenen Leerstellen kritisiert.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Avantgardistische und experimentelle Fotografie spielen in der Kulturgeschichte kaum eine Rolle.<\/p>\n<p>Immer wieder war Erich Stenger w\u00e4hrend der NS-Zeit als Koryph\u00e4e der Fotogeschichte und deren Sammler gefragt. 1939 war er ma\u00dfgeblich an der Neugestaltung der fotografischen Abteilung im Deutschen Museum beteiligt. Hitler-Aufnahmen von Heinrich Hoffmann spielten darin eine herausgehobene Rolle.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Teile seiner fotogeschichtlichen Sammlung wurden etwa 1936 im Rahmen der Ausstellung \u201eFilm und Foto\u201c in D\u00fcsseldorf gezeigt; 1942 verantwortete Erich Stenger die Ausstellung \u201eDie Photographie einst und jetzt\u201c in Sofia (Bulgarien).<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Der Werberat der deutschen Wirtschaft verf\u00fcgte dort \u00fcber angemietete R\u00e4umlichkeiten, die Stenger bespielte. In seinem \u201eBericht \u00fcber eine Reise nach Sofia (Bulgarien)\u201c schreibt Stenger \u00fcber den Erfolg der Ausstellung: \u201e[\u2026] glaube ich annehmen zu d\u00fcrfen, dass ich meine Aufgabe, im Ausland f\u00fcr die deutschen Belange zu werben, nach besten Kr\u00e4ften gel\u00f6st habe.\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Eine geplante Ausstellung in New York 1939, f\u00fcr die er Leihgaben seiner Sammlung zur Verf\u00fcgung stellen sollte, kam nicht zustande.<\/p>\n<p>In seiner Arbeit als Professor f\u00fcr angewandte Fotochemie an der TH Berlin seit 1934, als Leiter des \u201ePhotochemischen Laboratoriums\u201c, nun unter dem Namen \u201eInstitut f\u00fcr angewandte Photochemie\u201c, war Erich Stenger an Kriegsauftr\u00e4gen des Reichsministers der Luftfahrt beteiligt, wie Dokumente im Archiv der TU Berlin nahelegen. Demnach leitete er 1940 \u201eExperimentelle Versuche von Photographie durch Nebel\u201c.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> An anderer Stelle wird als Forschungsauftrag \u201eSichtbarmachung einer nicht entzifferbaren Schrift\u201c vermerkt.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Das \u201eInstitut f\u00fcr angewandte Photochemie\u201c wurde im Fr\u00fchjahr 1944 an die Technische Hochschule nach Br\u00fcnn ausgelagert \u2013 und Erich Stenger mit ihm. Er pendelte 1944 nur f\u00fcr Kurzaufenthalte nach Berlin.<\/p>\n<p>Erich Stenger war offensichtlich kein Mitglied der NSDAP. In den eingesehenen Best\u00e4nden im Bundesarchiv Berlin fanden sich Hinweise auf Mitgliedschaften im Reichsluftschutzbund (RLB), im Reichsbund Deutscher Beamter, im NS-Lehrerbund sowie in der NS-Opfergemeinschaft.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> In der Hochschullehrter-Kartei des Reichsministeriums f\u00fcr Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wird keine politische T\u00e4tigkeit vermerkt. Erich Stenger war Mitglied der 1937 von Joseph Goebbels gegr\u00fcndeten \u201eKommission zur Bewahrung von Zeitdokumenten, Sektion Bildpresse\u201c, die im Propagandaministerium angesiedelt war.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Zu den Mitgliedern der Kommission z\u00e4hlte auch Heinrich Hoffmann, zu dem Erich Stenger nachweislich seit 1935 in Kontakt stand. Hoffmann schrieb denn auch ein Vorwort f\u00fcr Stengers \u201ePhotographie in Kultur und Technik\u201c (1938).<\/p>\n<p>Im Staatsarchiv W\u00fcrzburg fanden sich auf Anfrage keine Entnazifizierungsdokumente tradiert. Allerdings gibt es im Nachlass Stengers im Museum Ludwig (K\u00f6ln) Dokumente, die ein Verfahren vor der Spruchkammer Marktheidenfeld belegen.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Demnach wurde Erich Stenger am 19. Januar 1948 von der Spruchkammer Marktheidenfeld als \u201eMitl\u00e4ufer\u201c eingestuft und zu einer Strafe von 50 Reichsmark verurteilt. Aus anderem Schriftverkehr geht seine Mitgliedschaft im NS-Dozentenbund hervor. Erich Stenger selbst sah sich nach Kriegsende als \u201ein keiner Richtung politisch belastet\u201c.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>Nach Kriegsende lebte Erich Stenger im bayerischen Kreuzwertheim, wo seine Frau bereits seit 1943 bei Verwandten Zuflucht gefunden hatte. Dort verfasste er im Sp\u00e4tsommer 1945 seine Memoiren unter dem Titel \u201eLebenserinnerungen eines Sammlers\u201c. Das Typoskript befindet sich \u2013 in Form eines Zettelkastens \u2013 im Museum Ludwig; die umfangreichen Teile zur Fotogeschichte sind, wie erw\u00e4hnt, in kommentierter Form von Miriam Halwani herausgegeben. \u201eStenger schreibt seine Memoiren in einem komplett ahistorischen Kontext, in dem die gesamte politische Entwicklung der 1930er Jahre ausgeblendet ist; den Begriff Nationalsozialismus sucht man in seinem Text vergeblich\u201c, kommentiert Cornelia Kemp.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Der Verbleib gro\u00dfer Teile seiner an unterschiedliche Orte ausgelagerten Sammlungen war ihm zu diesem Zeitpunkt (Sommer 1945) noch unbekannt. Umfangreiches Material befand sich etwa in Br\u00fcnn, wohin sein Institut ausgelagert worden war.<\/p>\n<p>Die Argumente, wonach Erich Stenger sich \u201euntadelig\u201c verhalten habe, als er gegen den Ausschluss mehrerer nichtarischer Freunde aus Briefmarkenverb\u00e4nden mit dem eigenen Austritt reagierte, \u00fcberzeugen Cornelia Kemp nicht; in anderen \u201earisierten\u201c Verb\u00e4nden sei er schlie\u00dflich verblieben. \u201eGanz offensichtlich wurde Stenger nur dann aktiv\u201c, so Kemp, \u201ewenn antisemitische Diskriminierungen seinen eigenen Wirkungskreis ber\u00fchrten\u201c.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> So setzte er sich f\u00fcr die Tochter von Hermann Wilhelm Vogel ein, die mit einem Nichtarier verheiratet war. Stengers Haltung in der NS-Zeit sei mit der Zuschreibung \u201ekonservativ-unpolitisch\u201c oder mit \u201eNaivit\u00e4t den politischen Verh\u00e4ltnissen gegen\u00fcber\u201c aufgrund seines Handelns nur unzureichend gekennzeichnet:<\/p>\n<p>\u201eStenger, der offenbar nicht bereit war, auf seine in der Weimarer Zeit m\u00fchsam erarbeitete Position eines Fotoexperten und damit verbundene gesellschaftliche Anerkennung zu verzichten, geh\u00f6rt damit zu jener gro\u00dfen Schar von Intellektuellen, f\u00fcr die das Interesse an der eigenen Profilierung st\u00e4rker wog als eine kritische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Ideologie.\u201c<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p><strong>Anmerkung<\/strong><\/p>\n<p>Hinsichtlich der Stra\u00dfenbenennung in Aschaffenburg Anfang der 1960er Jahre findet sich in den tradierten Dokumenten folgende Begr\u00fcndung vermerkt:<\/p>\n<p>\u201eDamit soll das Andenken an den bedeutenden Gelehrten, der Ordinarius f\u00fcr Fotochemie an der TH Berlin war und sich durch zahlreiche Publikationen \u00fcber die Fotochemie einen internationalen Namen erworben hat, wachgehalten werden. Weiterhin ist Prof. Stenger auch als Erforscher der Aschaffenburger Geschichte (Sch\u00f6nbusch und Monografie \u00fcber die Steingutfabrik Damm) hervorgetreten.\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>BArch, R 4901\/13277<\/li>\n<li>BArch, R 26-III\/90683<\/li>\n<li>SSAA, ZAS 01_4489<\/li>\n<li>SSAA, SBZ II, 904<\/li>\n<li>Archiv der TU Berlin, 434 Nachlass Narath, Albert (1900-1974), Nr. 54<\/li>\n<li>Museum Ludwig (K\u00f6ln), Sammlung Agfa, Stenger-Archiv, Ordner Originalmaterialien I<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Halwani, Miriam: Geschichte der Fotogeschichte 1839\u20131939. Berlin 2012.<\/li>\n<li>Halwani, Miriam (Hrsg.): Photographien f\u00fchren wir nicht &#8230; Erinnerungen des Sammlers Erich Stenger (1878\u20131957). Anl\u00e4sslich der Ausstellung \u201eDas Museum der Fotografie: eine Revision\u201c im Museum Ludwig K\u00f6ln. Mit Kommentaren von Miriam Halwani, Cornelia Kemp und Ulrich Pohlmann. Heidelberg\/Berlin 2014.<\/li>\n<li>Kemp, Cornelia: Das hundertj\u00e4hrige Jubil\u00e4um der Fotografie und das Deutsche Museum. Ein Balanceakt zwischen wissenschaftlichem Anspruch und NS-Propaganda? In: Trischler, Helmut\/Wolff, Stefan L.\/Vaupel, Elisabeth (Hrsg.): Das Deutsche Museum im Nationalsozialismus. Eine Bestandsaufnahme. G\u00f6ttingen 2010, S. 412\u2013448.<\/li>\n<li>Pollnick, Carsten: Aschaffenburger Stra\u00dfennamen. Aschaffenburg 1990.<\/li>\n<li>Sachsse, Rolf: Erich Stenger, Photochemiker, Sammler. In: Neue Deutsche Biographie (NDB), Bd. 25, Berlin 2013, S. 249\u2013250.<\/li>\n<li>Sachsse, Rolf: Daguerre-B\u00fcste, Photographenmarsch und Werbetonfilm. Jubil\u00e4umsausstellungen und Geburtstagsfeiern f\u00fcr die Photographie. In: Dewitz, Bodo von\/Matz, Reinhard (Hrsg.): Silber und Salz. Zur Fr\u00fchzeit der Photographie im deutschen Sprachraum (1839\u20131860). Kataloghandbuch zur Jubil\u00e4umsausstellung 150 Jahre Photographie. K\u00f6ln et al. 1989, S. 584\u2013597.<\/li>\n<li>Stenger, Erich: Deutschland und die Entwicklungsgeschichte der Fotografie. In: Gemeinn\u00fctzige Berliner Ausstellungs-, Messe- und Fremdenverkehrs-GmbH (Hrsg.): Die Kamera. Ausstellung f\u00fcr Fotografie, Druck und Reproduktion. Amtlicher Katalog und F\u00fchrer. Berlin 1933, S. 15\u201320.<\/li>\n<li>Stenger, Erich: Die Fotografie im Dienste der Forschung. In: Gemeinn\u00fctzige Berliner Ausstellungs-, Messe- und Fremdenverkehrs-GmbH (Hrsg.): Die Kamera. Ausstellung f\u00fcr Fotografie, Druck und Reproduktion. Amtlicher Katalog und F\u00fchrer. Berlin 1933, S. 23\u201325.<\/li>\n<li>Stenger, Erich: Die Fotographie schafft Zeitdokumente. In: Das Atelier des Photographen 44 (1937), S. 183 f.<\/li>\n<li>Stenger, Erich: Die Photographie in Kultur und Technik. Ihre Geschichte w\u00e4hrend hundert Jahren. Leipzig 1938.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Halwani 2014, S. 263.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Kemp 2010, S. 413.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Sachsse 2013, S. 249 f.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Halwani 2014, S. 233. Siehe auch Kommentar 191, S. 232.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Stenger 1938 (siehe Literatur), zitiert nach Halwani 2012, S. 100. Cornelia Kemp wertet dies als \u201egrotesk einseitige Darstellung\u201c, Kemp 2010, S. 420.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Stenger 1937 (siehe Literatur), zitiert nach Kemp 2010, S. 418.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Stenger Fotografie 1933 (siehe Literatur), zitiert nach Kemp 2010, S. 416, Hervorhebung im Original.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Stenger 1938, S. 11.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Halwani 2012, S. 93.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Zitiert nach Kemp, S. 420. \u201eIm Konflikt zwischen drohender Zensur und Geschichtsklitterung war Stenger bereit, die Leistungen eines j\u00fcdischen Wissenschaftlers auszuklammern und damit wichtige Ergebnisse der Forschung nur unvollst\u00e4ndig wiederzugeben.\u201c<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ausf\u00fchrlich dazu Halwani 2012, S. 94 f.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Ausf\u00fchrlich dazu und zur begleitenden Sonderausstellung Kemp 2010, S. 421\u2013439.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Halwani 2014, S. 236\u2013241.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Zitiert nach Halwani 2014, Kommentar 196, S. 236.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> 15-seitiger Bericht aus dem Jahr 1940 im Archiv der TU Berlin unter 434 Nachlass Narath, Albert (1900-1974), Nr. 54 [nicht pers\u00f6nlich eingesehen!].<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Eintrag ohne Datum und n\u00e4here Erl\u00e4uterungen, BArch, R 26-III\/90683.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Reichsministerium f\u00fcr Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Kartei aller Hochschullehrer, BArch, R\u00a04901\/13277.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Halwani 2014, S. 246, Kommentar 203.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Hierzu und zum Folgenden Museum Ludwig (K\u00f6ln), Sammlung Agfa, Stenger-Archiv, Ordner Originalmaterialien I [nicht pers\u00f6nlich eingesehen!]. Siehe dazu Halwani 2012, S. 122, FN 130, sowie Kemp 2010, S. 418 f.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Lebenserinnerungen eines Sammlers, zitiert nach Halwani 2014, S. 261.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Halwani 2014, Kommentar 190, S. 230.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Kemp 2010, S. 419.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Kemp 2010, S. 419 f.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> SSAA, SBZ II, 904.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stengerstra\u00dfe (Damm), benannt 1962 nach Erich Stenger (1878 \u2013 1957) Fotochemiker, Sammler, Experte f\u00fcr Fotogeschichte (Umwidmung der Stra\u00dfe im Jahr 2024) * 5. 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