{"id":7531,"date":"2023-06-07T11:43:59","date_gmt":"2023-06-07T09:43:59","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=7531"},"modified":"2023-06-19T12:13:45","modified_gmt":"2023-06-19T10:13:45","slug":"dossier-friedrich-von-bodelschwingh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/dossier-friedrich-von-bodelschwingh\/","title":{"rendered":"Dossier Friedrich von Bodelschwingh"},"content":{"rendered":"<p>Bodelschwinghstra\u00dfe (Innenstadt), benannt 1949 nach<\/p>\n<p><strong>Friedrich von Bodelschwingh (1877 \u2013 1946)<\/strong><\/p>\n<p>Evangelischer Theologe, Innere Mission<\/p>\n<ul>\n<li>* 14. August 1877 in Gadderbaum (Bielefeld)<\/li>\n<li>1883 \u2013 1896 Schulbesuch mit Abschluss Abitur am Gymnasium in Bielefeld<\/li>\n<li>Ab 1896 Studium der Theologie an den Universit\u00e4ten Bonn, Basel, T\u00fcbingen und Greifswald<\/li>\n<li>1900 \u2013 1901 einj\u00e4hrig-freiwilliger Milit\u00e4rdienst in G\u00f6ttingen (Abgang als Unteroffizier der Reserve)<\/li>\n<li>1900\/03 Theologische Pr\u00fcfungen in M\u00fcnster<\/li>\n<li>1903 Hilfsprediger in Dortmund<\/li>\n<li>1904 Ordination als Pfarrer und R\u00fcckkehr nach Bethel<\/li>\n<li>1906 Pfarrer der Zionsgemeinde Bethel und stellvertretender Leiter der Betheler Anstalten<\/li>\n<li>1910 \u00dcbernahme der Leitung der Betheler Anstalten<\/li>\n<li>1911 Hochzeit mit Julia (geb. von Ledebur)<\/li>\n<li>Ab 1918 Ausbau und Spezialisierung der Betheler Anstalten im Hinblick auf medizinische Forschung (Epilepsie), Schulwesen, Kinderheilkunde, gezielte Behandlung und Betreuung von Kranken und Behinderten sowie F\u00fcrsorge f\u00fcr Nichtsesshafte und schwererziehbare Jugendliche<\/li>\n<li>1924 Vorbereitung und Durchf\u00fchrung des ersten Kirchentags des Deutschen Evangelischen Kirchenbunds in Bethel<\/li>\n<li>1925 Delegierter auf der Stockholmer Weltkirchenkonferenz<\/li>\n<li>1925 \u2013 1932 Ver\u00f6ffentlichungen \u201eDie Stadt der Epileptischen: Bethel bei Bielefeld\u201c (1925), \u201eLeben, Leiden und Lieben der Kinder in Bethel\u201c (1927 oder 1931), \u201eSaat und Segen in zw\u00f6lf Jahren der Arbeit von Bethel\u201c (1931), \u201eDie Macht der Liebe\u201c (1932)<\/li>\n<li>1931 Teilnahme an der Fachkonferenz f\u00fcr Eugenik des Central-Ausschusses der Inneren Mission in Treysa (\u201eTreysaer Erkl\u00e4rung\u201c)<\/li>\n<li>1933 kurzzeitig gew\u00e4hlter Reichsbischof (Mai\/Juni)<\/li>\n<li>1933 \u2013 1945 Mitglied der DAF<\/li>\n<li>1934 \u2013 1945 Mitglied der NSV<\/li>\n<li>1934 Gr\u00fcndungsmitglied der \u201eReichsarbeitsgemeinschaft der missionarischen und diakonischen Werke und Verb\u00e4nde\u201c, Mitglied deren Leitungsgremiums (Bruderrat)<\/li>\n<li>1934 \u2013 1937 Beitr\u00e4ge in anstaltseigenen Publikationen (Zeitschriften), darunter \u201eDas Geheimnis und die F\u00fclle Christi in der Heilsgeschichte\u201c (1937)<\/li>\n<li>1935 Vizepr\u00e4sident des Central-Ausschusses f\u00fcr die Innere Mission, Vorsitzender des Provinzialverbandes f\u00fcr Innere Mission Westfalen<\/li>\n<li>1939 Ver\u00f6ffentlichung \u201eLebendig und frei. Predigten\u201c<\/li>\n<li>1945 Anteil an der Gr\u00fcndung der Evangelischen Kirche in Deutschland, am Wiederaufbau der Betheler Anstalten sowie der dortigen Theologischen Schule<\/li>\n<li>\u2020 4. Januar1946 in Gadderbaum (Bielefeld)<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Ehrungen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>1917 Dr. theol. h. c. in M\u00fcnster<\/li>\n<li>1932 Dr. med. h. c. in Heidelberg<\/li>\n<li>1938 Dr. h. c. med. in Debrecen (Ungarn)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Theologe Friedrich von Bodelschwingh gilt als eine der f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten der Inneren Mission und hatte Anteil an der Entwicklung der Anstaltsf\u00fcrsorge in Deutschland. Sein Vater, der Theologe Friedrich Christian Carl von Bodelschwingh (1831 \u2013 1910), leitete ab 1872 die \u201eEvangelische Heil- und Pflegeanstalt\u201c bei Bielefeld, die er in \u201eBethel\u201c umbenannte. Sohn Friedrich (der J\u00fcngere) \u00fcbernahm nach dem Tod des Vaters 1910 die Leitung der Betheler Anstalten und betrieb nach dem Ersten Weltkrieg \u201eden Ausbau und die Spezialisierung der Betheler Anstalten im Hinblick auf die medizinische Forschung (Epilepsie), das Schulwesen, Kinderheilkunde, gezielte Behandlung und Betreuung von Kranken und Behinderten sowie F\u00fcrsorge f\u00fcr Nichtsesshafte und schwererziehbare Jugendliche\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Auch als Kirchenpolitiker spielte er eine Rolle.<\/p>\n<p><strong>Wirken in der NS-Zeit<\/strong><\/p>\n<p>Friedrich von Bodelschwingh war w\u00e4hrend der NS-Zeit als Leiter (sp\u00e4ter \u201eNS-Betriebsf\u00fchrer\u201c) der Anstalten Bethel verantwortlich f\u00fcr eine der gr\u00f6\u00dften Institutionen der Inneren Mission in Deutschland mit etwa 4.500 Pl\u00e4tzen. Die Anstaltsleitung sah sich dem \u201evaterl\u00e4ndisch-rechten Lager zugeh\u00f6rig\u201c, wie Matthias Benad im Res\u00fcmee seines Beitrags \u201eBethels Verh\u00e4ltnis zum Nationalsozialismus\u201c feststellte:<\/p>\n<p>\u201eDie Errichtung einer Rechtsdiktatur unter Hitlers F\u00fchrung fand im Anstaltsmilieu seit 1931\/32 breite politische Unterst\u00fctzung, weil man sich davon eine Stabilisierung der politischen und sozialen Ordnung und positive Auswirkungen auf wichtige Arbeitsbereiche versprach, so in der F\u00fcrsorgeerziehung und in der Betreuung arbeitsloser Wanderer. Man erwartete, eine Regierung der nationalen Revolution werde, nach dem Vorbild der Verh\u00e4ltnisse vor 1918, der evangelischen Kirche \u201avollen Lebensraum\u2018 gew\u00e4hren und ihr g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr die Rechristianisierung des Volkes schaffen, indem sie weltanschauliche Konkurrenz aus dem marxistischen und liberalen Lager unterband.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Auch Friedrich von Bodelschwingh erschien im Sp\u00e4tsommer 1933 \u201eeine Diktatur die einzige L\u00f6sung\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> zur Erhaltung des Staates. Er teilte anfangs die Hoffnung vieler deutscher Protestanten auf einen autorit\u00e4ren Staat, der der evangelischen Kirche volle Freiheiten lasse und sich dem \u201emarxistischen Sozialismus\u201c als gr\u00f6\u00dftem Gegner der Kirche entgegenstelle.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich war Friedrich von Bodelschwingh ab Ende 1933 Mitglied Deutschen Arbeitsfront (DAF) und ab 1934 der der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV). Er war zu keiner Zeit Mitglied der NSDAP \u2013 im Gegensatz zu f\u00fchrenden Angestellten der Bethler Anstalten, darunter leitende \u00c4rzte, die sich mit und ohne Parteizugeh\u00f6rigkeit der NSDAP zuwandten.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Er schenkte Anfang 1933 \u201ePaul von Hindenburg als Vertreter einer konservativen Politik im Geiste des evangelischen Kaiserreiches sein uneingeschr\u00e4nktes politisches Vertrauen\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>, lie\u00df keine Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr eine parlamentarisch-demokratische Ordnung erkennen und unterst\u00fctzte die Forderung nach einem autorit\u00e4ren System. Trotz der Sympathie mit der \u201enationalen Erhebung\u201c stand sein umfassender volksmissionarischer Anspruch fr\u00fch im Gegensatz zu dem Totalit\u00e4tsanspruch der Nationalsozialisten, wie Matthias Benad anmerkt. Vor und w\u00e4hrend der NS-Zeit ver\u00f6ffentlichte Friedrich von Bodelschwingh zahlreiche Beitr\u00e4ge zumeist in anstaltseigenen Organen. Aus seiner schriftstellerischen T\u00e4tigkeit resultierten allerdings keine Einnahmen, wie er selbst bekundete, da die Ver\u00f6ffentlichungen \u201enur der F\u00f6rderung meiner beruflichen Aufgaben\u201c dienten. Gleiches galt f\u00fcr Vortr\u00e4ge \u201e\u00fcber kirchliche und soziale Fragen im Zusammenhang mit meiner amtlichen T\u00e4tigkeit\u201c. Von der Reichsschrifttumskammer, deren Mitglied er nicht war, erhielt er (r\u00fcckwirkend) Befreiungsscheine f\u00fcr Publikationen.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Da Friedrich von Bodelschwingh im Januar 1946 verstarb, durchlief er kein Entnazifizierungsverfahren, das eventuell weitere Mitgliedschaften in NS-Organisationen h\u00e4tte belegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ende Mai 1933 geriet Friedrich von Bodelschwingh \u201ef\u00fcr kurze Zeit in das Rampenlicht der kirchenpolitischen \u00d6ffentlichkeit\u201c:<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Er wurde von der \u201eJungreformatorischen Bewegung\u201c, die in Opposition zu den \u201eDeutschen Christen\u201c (DC) stand, als Kandidat f\u00fcr das Amt des Reichsbischofs benannt (ohne sein Wissen). Friedrich von Bodelschwingh z\u00f6gerte, stellte sich dann aber als Kandidat gegen den Kandidaten der DC (in Person von Ludwig M\u00fcller, K\u00f6nigsberger Wehrkreispfarrer) zur Verf\u00fcgung \u2013 und wurde mit \u00fcberraschend klarer Mehrheit gew\u00e4hlt. In einer Ver\u00f6ffentlichung kurz nach der Wahl beschwor er den \u201eWeg der Diakonie\u201c und sah sich \u2013 obwohl Kandidat einer kirchenpolitischen Gruppe \u2013 als Bischof der <em>ganzen<\/em> Kirche; die Kirche konnte seiner Vorstellung nach ihren Dienst nur in politischer Unabh\u00e4ngigkeit erf\u00fcllen. Schnell wurde jedoch klar, dass die nationalsozialistische F\u00fchrung und die DC die Wahl nicht akzeptieren w\u00fcrden. Friedrich von Bodelschwingh blieb zun\u00e4chst standhaft, sah sich schlie\u00dflich dazu gezwungen, den ihm erteilten Auftrag zur\u00fcckzugeben (Juni 1933); mehrere lutherische Kirchenf\u00fchrer, die ihn noch gew\u00e4hlt hatten, hatten ihm den R\u00fcckhalt entzogen; der politische Druck auf ihn war enorm. Er gilt als \u201eprominenteste[s] Opfer dieser Kapitulation\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> der evangelischen Kirchenf\u00fchrer vor dem nationalsozialistischen Staat.<\/p>\n<p>Auf kirchlicher Ebene vermied Friedrich von Bodelschwingh nach au\u00dfen in der Folge jede Parteibindung. Er nahm damit bewusst den Verdacht in Kauf, \u201eer bewege sich im \u201aNiemandsland der Unentschiedenen\u2018\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>. Er stand der \u201eBekennenden Kirche\u201c nahe, war auch an deren Gr\u00fcndung pers\u00f6nlich beteiligt. Gegen\u00fcber den DC ging es ihm aber weniger um eine trennende Klarstellung denn um Ausgleich; offene Konfrontation war seine Sache nicht. Im Grunde k\u00e4mpfte er darum, \u201edie Volkskirche auch unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Herrschaft zu erhalten bzw. sie von innen her zu einer bekennenden Volkskirche zu entwickeln\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>. Im Herbst 1934 war er Mitbegr\u00fcnder der \u201eReichsarbeitsgemeinschaft der missionarischen und diakonischen Werke und Verb\u00e4nde\u201c, einer Sammelbewegung von Vertretern des Protestantismus <em>neben<\/em> der \u201eBekennenden Kirche\u201c.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Friedrich von Bodelschwingh sah die Bethler Anstalten (als Institution des Wohlfahrtssektors) st\u00e4rker und in anderer Weise auf Kooperation mit staatlichen Stellen angewiesen, als das bei kirchlichen Gemeinden der Fall war. Laut \u00fcbereinstimmender Darstellungen in der Literatur bem\u00fchte er sich fortw\u00e4hrend (bis etwa 1940) um eine \u00dcbereinkunft mit dem Staat, suchte in wohlfahrtspolitischen, diakonischen, kirchlichen Fragen engen Kontakt zu Beh\u00f6rden und Ministerien bzw. deren Vertretern.<\/p>\n<p>Nach der anf\u00e4nglichen Phase der Zustimmung und Sympathie gegen\u00fcber dem Nationalsozialismus war die zweite Phase von 1933 bis kurz nach Kriegsbeginn \u2013 Matthias Benad folgend \u2013 gepr\u00e4gt von \u201eder latenten weltanschaulichen und wohlfahrtspolitischen Konkurrenz bei gleichzeitiger Zustimmung zu zahlreichen innen- und au\u00dfenpolitischen Ma\u00dfnahmen des Regimes\u201c.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Manche Autoren wie Ernst Klee bewerten das Verhalten von Friedrich von Bodelschwingh kritisch, sehen seine \u201ehinhaltende Kooperation mit NS-Stellen\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> als Versuch an, den Bestand der Bethel\u2018schen Anstalten zu retten.<\/p>\n<p><em>Eugenik und Euthanasie<\/em><\/p>\n<p>Anneliese Hochmuth hat in ihrer \u201eSpurensuche\u201c die Anstaltsgeschichte zu den Themen Eugenik, Sterilisationen und Euthanasie\/Patientenmorde anhand der Anstaltsakten aufgearbeitet.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Dabei wird deutlich, dass sich die Innere Mission und auch Friedrich von Bodelschwingh pers\u00f6nlich schon Ende der 1920er Jahre mit diesen Themen intensiv besch\u00e4ftigten. Zusammengefasst lie\u00dfe sich sagen, dass sich Friedrich von Bodelschwingh offen f\u00fcr Fragen der modernen Eugenik zeigte, aber sich aus seinem christlichen Selbstverst\u00e4ndnis strikt gegen die Euthanasie (im Sinne der Ermordung von Anstaltsinsassen) zeigte und aussprach.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Bereits in einem Vortrag in L\u00fcbeck 1929 zeigte er sich aufgeschlossen f\u00fcr den Einfluss eugenischer Forschung auf die Wohlfahrtsf\u00fcrsorge, lehnte aber zugleich die Ermordung von Patienten kategorisch ab.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Evangelische Fachkonferenz f\u00fcr Eugenik vom 20. Mai 1931 in Treysa. Auf der Konferenz, an der Friedrich von Bodelschwingh teilnahm, wurde auf die deutliche Unterscheidung \u201ezwischen der Verh\u00fctung der Entstehung erbkranken Lebens und der Vernichtung entstandenen Lebens\u201c hingewiesen.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> W\u00e4hrend Sterilisierungen unter bestimmten (noch festzulegenden) Voraussetzungen als \u201esittliche Pflicht\u201c in den Anstalten als gerechtfertigt anzusehen seien, sei die \u201eVernichtung lebensunwerten Lebens\u201c unter allen Umst\u00e4nden abzulehnen; zu letzterem z\u00e4hlten auch Schwangerschaftsabbr\u00fcche in Form einer \u201eAusdehnung der eugenischen Indikation\u201c. In diesem Rahmen ist die Friedrich von Bodelschwingh zugeordnete Aussage zu verstehen, die mit Bezug auf die Konferenz in Treysa in der Literatur zitiert wird:<\/p>\n<p>\u201eIch w\u00fcrde den Mut haben, vorausgesetzt, dass alle Bedingungen gegeben und Schranken gezogen sind, hier im Gehorsam gegen Gott die Eliminierung an anderen Leibern zu vollziehen, wenn ich f\u00fcr diesen Leib verantwortlich bin.\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Insgesamt sah die Innere Mission in der \u201eAsylierung\u201c der Kranken eine wichtige Aufgabe \u2013 auch im Sinne der Eugenik, da so geschlechtliche Beziehungen der Patientinnen und Patienten ohnehin so gut wie ausgeschlossen waren.<\/p>\n<p>Als zum 1. Januar 1934 das \u201eGesetz zur Verh\u00fctung erbkranken Nachwuchses\u201c in Kraft trat, wurde es in den Anstalten Bethel bereitwillig akzeptiert und umgesetzt; Anstalts\u00e4rzte spielten dabei eine treibende Kraft.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Das Gesetz betraf Anfallskranke und Psychiatriepatient:innen sowie Wanderer und F\u00fchrsorgez\u00f6glinge. Die statistische \u00dcberlieferung aus der Zeit l\u00e4sst eine genaue Angabe zur Anzahl der Zwangssterilisationen nicht zu; es l\u00e4sst sich \u2013 gest\u00fctzt auf vorliegende Daten \u2013 aber nachweisen, das deutlich \u00fcber 1.000 Sterilisationen durchgef\u00fchrt worden sind.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Schwangerschaftsabbr\u00fcche wurden hingegen prinzipiell abgelehnt.<\/p>\n<p>Friedrich von Bodelschwingh vermied es in der Regel, sich zu den eugenischen Ma\u00dfnahmen \u00f6ffentlich zu \u00e4u\u00dfern. Er hegte zwar gewisse Bedenken gegen den Zwangscharakter der Sterilisationen, r\u00e4umte dem Staat aber das Recht ein, hier Zwang auszu\u00fcben. Ernst Klee gelangte nach Quellenstudium zu folgender Einsch\u00e4tzung:<\/p>\n<p>\u201eBodelschwingh hat die Sterilisierungspraxis mit \u00dcberzeugung vertreten. Er steht auch sonst zum NS-Staat. Trotz der antikirchlichen Hetze verfasst er am 29. M\u00e4rz 1936 einen Aufruf zu den Reichstagswahlen, freiwillig: \u201aDrei Jahre ist Deutschlands F\u00fchrer der erste Diener seines Staates gewesen. In tiefer Dankbarkeit gedenken wir dessen, was er durch diesen Dienst uns allen gab.\u2018 Zwei Jahre sp\u00e4ter, am 21. Juli 1938, leistet Bodelschwingh Hitler den Treueeid \u2013 f\u00fcr einen Pfarrer, der nicht den Deutschen Christen angeh\u00f6rt, ein nicht unbedingt \u00fcblicher Schritt.\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Anders verhielt es sich, wie erw\u00e4hnt, hinsichtlich der \u201eVernichtung unwerten Lebens\u201c, der \u201eEuthanasie\u201c: Entgegen der Entwicklung in der psychiatrisch orientierten Rassenhygiene reagierte die Anstaltsleitung hier eindeutig ablehnend. Auch Versuche des Reichsinnenministeriums, die Anstaltsleitung \u201evon einer Radikalisierung der Aufartungspolitik aufgrund der Extremsituation des Weltkrieges zu \u00fcberzeugen\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>, fruchteten diesbez\u00fcglich nicht. Friedrich von Bodelschwingh versuchte aktiv auf die Einstellung der \u201eAktion T 4\u201c hinzuwirken. Unter anderem lehnte die Anstaltsleitung das Ausf\u00fcllen von Meldeb\u00f6gen mit biografischen Angaben und Diagnosen einzelner Patientinnen und Patienten zun\u00e4chst ab.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Kerstin Stockhecke, Leiterin des \u201eHauptarchivs der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel\u201c fasst das Wirken wie folgt zusammen:<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr den Betheler Anstaltsleiter Friedrich von Bodelschwingh stand ab Anfang April 1940 fest, dass kranke, behinderte und psychisch beeintr\u00e4chtigte Menschen selektiert, in T\u00f6tungsanstalten gebracht und dort ermordet wurden. Bodelschwingh lehnte dieses aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden rundweg ab. In der Hoffnung, die Mordaktionen stoppen zu k\u00f6nnen, informierte er Kirchenleitungen und andere Leiter von Einrichtungen der Inneren Mission, er schrieb an Beh\u00f6rden und Parteifunktion\u00e4re, er nahm Kontakt zu f\u00fchrenden Personen des nationalsozialistischen Staates auf, f\u00fchrte mit ihnen Gespr\u00e4che oder versuchte beharrlich zu Gespr\u00e4chen mit den Verantwortlichen vorzudringen. Dabei kritisierte er die Krankent\u00f6tungen und forderte zumindest eine gesetzliche Grundlage. Im Zuge einer gesetzlichen Regelung \u2013 so dachte Bodelschwingh \u2013 h\u00e4tten die T\u00f6tungsaktionen nicht l\u00e4nger geheim bleiben k\u00f6nnen und auch das Ausland h\u00e4tte davon erfahren.\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>Anders als andere Anstalten erhielt Bethel keine Aufforderung zum Abtransport von Patientinnen und Patienten. Es gab allerdings angeordnete Verlegungen in andere Anstalten,<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> darunter die j\u00fcdischer Patientinnen und Patienten (siehe unten). Die (nicht\u00f6ffentlichen) Interventionen von Friedrich von Bodelschwingh sind im Selbstverst\u00e4ndnis der Anstalten Bethel und dar\u00fcber hinaus lange Zeit als mitverantwortlich f\u00fcr die Einstellung der \u201eEuthanasie\u201c-Morde gewertet worden (zusammen mit den \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferungen des Bischofs von M\u00fcnster, Clemens August von Galen). Einer Ver\u00f6ffentlichung aus dem Jahr 1953, die tats\u00e4chliche Ereignisse mit frei erfundenen kombinierte \u2013 aber als Tatsachenbericht rezipiert wurde \u2013, kam diesbez\u00fcglich eine nachhaltige Wirkung zu.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>Stefan K\u00fchl stellt in seinem Beitrag die These in den Raum, dass \u201edie Sorge um die Existenz der Institution Bethel bei den Reaktionen der Anstaltsleitung auf die T4-Aktion eine Rolle gespielt hat\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>. Auch K\u00fchl weist auf die eindeutig ablehnende Haltung Friedrich von Bodelschwinghs hinsichtlich der Mordaktion an Kranken und Behinderten aufgrund seiner religi\u00f6sen Einstellung hin, kommt nach seinem Quellenstudium aber zu folgendem Ergebnis:<\/p>\n<p>\u201e[\u2026] Aus den Aufzeichnungen von Bodelschwinghs wird deutlich, dass er aufgrund des Drucks von au\u00dfen bereit gewesen ist, einen Teil seiner Pfleglinge in die T\u00f6tungsanstalten abzugeben.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob man eine solche Strategie der hinhaltenden Kooperation als \u201averdeckte Obstruktionspolitik\u2018, \u201aMitarbeit zum Zwecke der Sabotage\u2018 oder als \u201aSelektion\u2018 der eigenen Anstaltsbewohner bezeichnet, steht fest, dass die Leitung der v. Bodelschwinghschen Anstalten zu einem bestimmten Zeitpunkt bereit war, gegen ihre innere \u00dcberzeugung einen Teil der Anstaltsinsassen in die T\u00f6tungsanstalten auszuliefern. Durch das Opfern eines Teils der Anstaltsinsassen sollten der andere Teil der Behinderten bewahrt und die v. Bodelschwinghschen Anstalt [sic!] als Ganzes erhalten werden.\u201c<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p><em>J\u00fcdische Anstaltsbewohner:innen<\/em><\/p>\n<p>Am 30. August 1940 hatte das Reichsinnenministerium eine \u201eVerlegung geisteskranker Juden\u201c angeordnet.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> In den Anstalten Bethel waren davon 14 Patientinnen und Patienten j\u00fcdischen Glaubens betroffen. Bethel war angewiesen, ihre j\u00fcdischen Patientinnen und Patienten in die Landesheil- und Pflegeanstalt Wunstorf zu bringen. Die Anstalten Bethel benachrichtigten einige Familien von Betroffenen und legten ihnen nahe, ihre Angeh\u00f6rigen nach Hause zu holen. Gleichzeitig wurde versucht, \u00fcber die J\u00fcdische Kultusgemeinde in Bielefeld private Unterbringungsm\u00f6glichkeiten oder einen Platz in einer j\u00fcdischen Anstalt zu finden. F\u00fcr sechs Patientinnen und Patienten konnte eine anderweitige Unterbringung erreicht werden. Acht j\u00fcdische M\u00e4nner und Frauen wurden schlie\u00dflich am 21. September 1940 nach Wunstorf verlegt; eine Patientin konnte von dort noch abgeholt und bei einer j\u00fcdischen Familie in Bielefeld untergebracht werden. Nach heutigem Kenntnisstand wurden die anderen vier M\u00e4nner und drei Frauen \u00fcber Wunstorf in die T\u00f6tungsanstalt in Brandenburg\/Havel transportiert und dort mit Gas umgebracht.<\/p>\n<p>In der rezipierten Literatur gehen Forschende davon aus, die Anstaltsleitung habe die Einsch\u00e4tzung vertreten, unter den gegebenen Umst\u00e4nden nicht mehr f\u00fcr die j\u00fcdischen Patientinnen und Patienten tun zu k\u00f6nnen: \u201eOffenbar hatte man keine Chance gesehen, diese doppelt stigmatisierten Kranken zu sch\u00fctzen: Sie waren Behinderte und Juden\u201c, res\u00fcmierte etwa Matthias Benad.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Mehrere Jahre zuvor, im April 1933, hatte sich Friedrich von Bodelschwingh zu Ma\u00dfnahmen seitens der Nationalsozialisten gegen\u00fcber J\u00fcdinnen und Juden ge\u00e4u\u00dfert:<\/p>\n<p>\u201eWenn man in den letzten 20 Jahren das \u00f6ffentliche Leben besonders in den Gro\u00dfst\u00e4dten gesehen hat und dabei die Flut von Schmutz, Zersetzung und Unwahrheit, die aus entartetem j\u00fcdischen Geist in unser deutsches Volk hineingeflossen ist, kann man wohl verstehen, da\u00df eine kr\u00e4ftige und harte Reaktion dagegen geschichtlich unvermeidlich war. Und in revolution\u00e4ren Zeiten lassen sich Ausschreitungen nicht ganz vermeiden. Aber es ist ja deutlich, da\u00df auch in diesem Fall viele edle und innerlich gute Menschen das leiden m\u00fcssen, was ihre Volksgenossen ges\u00fcndigt haben. Man kann nur w\u00fcnschen \u2013 und das scheint sich ja anzubahnen \u2013 da\u00df die notwendige Einschr\u00e4nkung j\u00fcdischen Einflusses aus dem Bereich der Volksleidenschaft in gesetzliche Bahnen geleitet wird. Wo wir k\u00f6nnen, versuchen wir von hier aus dahin zu wirken, da\u00df Ungerechtigkeiten und Qu\u00e4lereien vermieden werden. Aber \u00f6ffentlich kann man dar\u00fcber bei den heutigen Verh\u00e4ltnissen nicht sprechen \u2026!\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p>Nach Matthias Benad benutzte Friedrich von Bodelschwingh den Begriff \u201ej\u00fcdisch\u201c hier nicht in rassischer Bedeutung, \u201esondern als Sammeletikette f\u00fcr politische, soziale und sittliche Zust\u00e4nde, die dem kulturmissionarischen Rechristianisierungsprogramm der Inneren Mission zuwider liefen\u201c.<\/p>\n<p><em>Einsatz von Zwangsarbeitenden und Kriegsgefangenen<\/em><\/p>\n<p>Regina Mentner hat die tradierten Quellen zum Thema Zwangsarbeit in den Bethelschen Anstalten ausgewertet, f\u00fcr die Friedrich von Bodelschwingh als \u201eNS-Betriebsleiter\u201c verantwortlich zeichnete.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden in den Anstalten Bethel in der Landwirtschaft, in den Gewerbebetrieben, in der Hauswirtschaft sowie in der Pflege eingesetzt. In den Gewerbebetrieben begann der Einsatz ausl\u00e4ndischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Februar 1942; bereits Ende 1939 waren in Zweiganstalten polnische \u201eArbeitskr\u00e4fte\u201c besch\u00e4ftigt, Ende 1941 trafen sowjetrussische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ein. Es fehlten aufgrund des Kriegseinzugs zunehmend weite Teile der Belegschaft. Die Anstaltsleitung stellte in den Antr\u00e4gen auf Zuweisung ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte \u201eden vaterl\u00e4ndischen Dienst an den Verwundeten heraus und betonte die kriegswirtschaftliche Bedeutung der Produktion von Brennstoffen, Brenntorf und Lebensmitteln\u201c.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> Bis Ende 1944 waren stets zwischen 150 und 180 zivile ausl\u00e4ndische Zwangsarbeitende im Einsatz (zus\u00e4tzlich zu den Kriegsgefangenen). Die dienstverpflichteten Frauen und M\u00e4nner stammten aus den von Deutschen besetzten Gebieten; aus Belgien, D\u00e4nemark, Frankreich, Holland, Jugoslawien, Kroatien, Polen, Rum\u00e4nien, Russland, Serbien, der Slowakei, der Ukraine und Ungarn.<\/p>\n<p>Der \u201eBetriebsf\u00fchrer\u201c, also Friedrich von Bodelschwingh, und seine Stellvertreter, dazu die \u00f6rtliche Schutzpolizei sowie der Betriebsobmann der DAF waren f\u00fcr die Einhaltung der Auflagen hinsichtlich der \u00dcberwachung verantwortlich, die allgemein unter Federf\u00fchrung der Geheimen Staatspolizei organisiert wurde. Durch allgemeine Vorschriften und Erlasse waren Ern\u00e4hrung, Unterkunft, medizinische Versorgung sowie L\u00f6hne und Arbeitszeiten geregelt. \u201e\u00dcber die konkrete Ausgestaltung der Lebensverh\u00e4ltnisse gibt es nur wenige Quellen, deshalb l\u00e4sst sich heute nicht mehr entscheiden, in welchem Ausma\u00df sich die jeweils Verantwortlichen Bethels an die Vorschriften hielten oder von ihnen abwichen\u201c, konstatiert Regina Mentner. Das christliche Arbeitsethos, das Friedrich von Bodelschwingh in den Anstalten vertrat, spielte hinsichtlich der Zwangsarbeitenden keine ersichtliche Rolle. Wenngleich die Quellenlage wie erw\u00e4hnt \u00e4u\u00dferst l\u00fcckenhaft ist und pr\u00e4zise Angaben daher schwierig, profitierte die Anstalt Regina Mentner folgend von dem in der Regel unfreiwilligen Einsatz der zivilen ausl\u00e4ndischen \u201eArbeitskr\u00e4fte\u201c: \u201eOhne Zweifel aber haben die Zwangsverpflichteten einen erheblichen materiellen Beitrag zum Fortbestand der Anstalten geleistet, der ihnen nicht angemessen vergolten wurde.\u201c<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a><\/p>\n<p>In Einzelf\u00e4llen hat sich die Anstaltsleitung \u00fcber Vorschriften hinweggesetzt, zugunsten der Zwangsarbeitenden. Daraus lie\u00dfe sich aber keine Tendenz ableiten, so Regina Mentner, die zu folgendem Res\u00fcmee gelangt:<\/p>\n<p>\u201eDie v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel waren in ihrem Umgang mit Zwangsarbeiter(inne)n weithin ein Spiegel des Normalzustandes im nationalsozialistischen Deutschland. Das Interesse an der Arbeitsleistung der zugewiesenen Ausl\u00e4nder stand im Vordergrund und wurde bei Erkrankung oder Disziplinproblemen auch durchgesetzt, etwa durch Abschiebung, gelegentlich auch mit Hilfe der Ortspolizei oder durch Einsch\u00fcchterung. Doch gab es gegen\u00fcber Anzeigen und Meldungen nach au\u00dfen auch Bedenken. Ausgesprochene Misshandlungen sind nicht \u00fcberliefert, der Einsatz von KZ-H\u00e4ftlingen und j\u00fcdischen Zwangsarbeiter(inne)n ist nicht nachweisbar.\u201c<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/p>\n<p>Neben dem Arbeitseinsatz ziviler Zwangsarbeitenden profitierten die Anstalten Bethel vom Einsatz Kriegsgefangener. Wie Kerstin Stockhecke und Volker Pieper in ihrer Untersuchung darlegen, verteilten sich die Kriegsgefangenen auf f\u00fcnf Arbeitskommandos.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> \u201eDamit war die Anstalt Bethel mit s\u00e4mtlichen Zweiganstalten in das System der Ausbeutung von Kriegsgefangenen eingebunden\u201c, konstatieren die Forschenden. In Bethel selbst waren Kriegsgefangene vor allem mit dem Bau eines Luftschutzstollens besch\u00e4ftigt, der f\u00fcr bis zu 2.000 Personen in den Berg getrieben und bis Kriegsende nicht vollst\u00e4ndig fertiggestellt wurde. In den Zweiganstalten Eckhardtsheim und Freistatt waren insgesamt vier Arbeitskommandos in der Landwirtschaft besch\u00e4ftigt. In den Zweiganstalten spielten Kriegsgefangene schon kurz nach Kriegsbeginn eine Rolle; der Stollenbau in Bethel durch Kriegsgefangene ist ab Herbst 1943 nachweisbar. Ein Arbeitskommando in Freistatt bestand bis 1942, die \u00fcbrigen vier bis gegen Kriegsende.<\/p>\n<p>Anzahl, Lebensumst\u00e4nde und Behandlung der Kriegsgefangenen lassen sich unter der sehr l\u00fcckenhaften Datenlage nur sehr begrenzt rekonstruieren. \u00c4hnlich wie im Falle der zivilen Zwangsarbeitenden findet sich nur sporadisches Quellenmaterial tradiert. Daraus l\u00e4sst sich f\u00fcr M\u00e4rz 1945 eine Anzahl von rund 250 Kriegsgefangenen in Zwangsdiensten der Anstalten schlussfolgern. Damit \u00fcbertraf zumindest nahe Kriegsende die Anzahl der zwangsverpflichteten Kriegsgefangenen die der zivilen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter deutlich. Die Forschenden halten eine gute Verbindung zum nahe gelegenen Stalag 326 (VI K) Senne f\u00fcr wahrscheinlich \u2013 und sehen diese als einen Baustein an f\u00fcr die Gewinnung einer solch gro\u00dfen Zahl bewilligter Kriegsgefangener als Arbeitskr\u00e4fte, zumal der Einsatz etwa sowjetischer Kriegsgefangener in der Landwirtschaft eher un\u00fcblich war. Wobei hier die Vorstellung eines Bauernhofs eher tr\u00fcge, da bei den landwirtschaftlichen Betrieben der Betheler Anstalten durchaus Bedingungen \u00e4hnlich denen in der Industrie herrschten.<\/p>\n<p>In die vorgeschriebene Bewachung der Kriegsgefangenen in Bethel, die untergebracht waren in einem ehemaligen Wohnheim f\u00fcr Ziegeleiarbeiter, kaserniert hinter Stacheldraht, waren auch gut 30 Mitarbeiter der Anstalten als Hilfswachm\u00e4nner einbezogen. Jeweils zwei vereidigte Wachposten wurden f\u00fcr die Bewachung der Kriegsgefangenenlager herangezogen. In einer Quelle aus dem Februar 1944 ist von 46 russischen Kriegsgefangenen im Arbeitskommando 713 die Rede; die Zahl dieses Arbeitskommandos pendelte sich wohl auf etwa 50 Kriegsgefangene ein. Wieviel Kriegsgefangene insgesamt in den Anstalten zwangsweise arbeiteten, l\u00e4sst sich aufgrund unklarer Fluktuation und fehlender \u00dcberlieferungen nicht erheben. \u201e\u00dcber die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kriegsgefangenen in Bethel l\u00e4sst die l\u00fcckenhafte Quellenlage nur wenige Aussagen zu\u201c, res\u00fcmieren entsprechend Kerstin Stockhecke und Volker Pieper.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> Einzelne Berichte lassen auf Freiz\u00fcgigkeiten in Einzelf\u00e4llen schlie\u00dfen, anderen Berichten zufolge gab es Denunziationen und in einem Fall auch t\u00e4tliche \u00dcbergriffe eines Wachmannes (der allerdings bemerkenswerterweise daraufhin vom Dienst entbunden wurde).<\/p>\n<p>Nach der Auffassung von Matthias Benad geh\u00f6rte der Einsatz von Kriegsgefangenen und zivilen ausl\u00e4ndischen Zwangsarbeitenden aus Sicht der Anstaltsleitung \u201ezu den notwendigen Ma\u00dfnahmen, um im Krieg die Arbeitsf\u00e4higkeit der Anstalten sicherzustellen \u2013 im Interesse der Patient(inne)n, der Anstalten und des Vaterlandes. [\u2026] Dass die Ausnutzung ihrer Arbeitskraft Unrecht sein k\u00f6nnte, wurde in Bethel nicht gesehen.\u201c<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>BArch, R 9361-V\/14482<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Benad, Matthias: Bethels Verh\u00e4ltnis zum Nationalsozialismus. In: Ders.\/Mentner, Regina (Hrsg.): Zwangsverpflichtet. Kriegsgefangene und zivile Zwangsarbeiter in Bethel und Lobetal 1939 \u2013 1945. Bielefeld 2002, S. 27 \u2013 66.<\/li>\n<li>Benad, Matthias (Hrsg.): Friedrich v. Bodelschwingh d. J. und die Betheler Anstalten. Fr\u00f6mmigkeit und Weltgestaltung. Stuttgart\/Berlin\/K\u00f6ln 1997.<\/li>\n<li>Hansen, Eckhard\/Tennstedt, Florian (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945. Band 2: Sozialpolitiker in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus 1919 bis 1945. Kassel 2018, S. 15 f.<\/li>\n<li>Hochmuth, Anneliese: Spurensuche. Eugenik, Sterilisation, Patientenmorde und die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel 1929 \u2013 1945. Bielefeld 1997.<\/li>\n<li>Kaminsky, Uwe: Die Anstalten der Inneren Mission und die Krankenmorde im Rheinland und in Westfalen. In: Bachmann, Hans\/van Spankeren, Reinhard (Hrsg.): Diakonie: Geschichte von unten. Christliche N\u00e4chstenliebe und kirchliche Sozialarbeit in Westfalen. Bielefeld 1995, S. 299 \u2013 325.<\/li>\n<li>Klee, Ernst: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und Nach 1945. Frankfurt am Main 2013 (4. Auflage), S. 57.<\/li>\n<li>Klee, Ernst: \u201eEuthanasie\u201c im Dritten Reich. Die \u201eVernichtung lebensunwerten Lebens\u201c. Frankfurt am Main (vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeitete Neuauflage) 2010.<\/li>\n<li>K\u00fchl, Stefan: Eugenik und \u201eVernichtung lebensunwerten Lebens\u201c: Der Fall Bethel aus einer internationalen Perspektive. In: Benad, Matthias (Hrsg.): Friedrich v. Bodelschwingh d. J. und die Betheler Anstalten. Fr\u00f6mmigkeit und Weltgestaltung. Stuttgart\/Berlin\/K\u00f6ln 1997, S. 54 \u2013 67.<\/li>\n<li>Mentner, Regina: \u201eArbeit ist Ehre und Freude des freien Mannes\u201c \u2013 Zwangsarbeit in Bethel, Eckardtsheim und Freistatt. In: Benad, Matthias\/Dies. (Hrsg.): Zwangsverpflichtet. Kriegsgefangene und zivile Zwangsarbeiter in Bethel und Lobetal 1939 \u2013 1945. Bielefeld 2002, S. 67 \u2013 131.<\/li>\n<li>Nicolaisen, Carsten: Fritz von Bodelschwingh als Kirchenpolitiker. In: Benad, Matthias (Hrsg.): Friedrich v. Bodelschwingh d. J. und die Betheler Anstalten. Fr\u00f6mmigkeit und Weltgestaltung. Stuttgart\/Berlin\/K\u00f6ln 1997, S. 82 \u2013 100.<\/li>\n<li>Pieper, Volker\/Stockhecke, Kerstin: Der Einsatz von Kriegsgefangenen in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. In: Benad, Matthias\/Dies. (Hrsg.): Zwangsverpflichtet. Kriegsgefangene und zivile Zwangsarbeiter in Bethel und Lobetal 1939 \u2013 1945. Bielefeld 2002, S. 143 \u2013 171.<\/li>\n<li>Stockhecke, Kerstin: September 1940. Die \u201eEuthanasie\u201c und die j\u00fcdischen Patienten in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. In: Brack, Claudia et al. (Hrsg.): Kirchenarchive mit Zukunft. Festschrift f\u00fcr Bernd Hey zum 65. Geburtstag. Bielefeld 2007, S. 131 \u2013 142.<\/li>\n<li>Stockhecke, Kerstin: Die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel im Nationalsozialismus. Auf: Internet-Portal \u201eWestf\u00e4lische Geschichte\u201c [https:\/\/www.lwl.org\/westfaelische-geschichte\/portal\/Internet\/finde\/langDatensatz.php?urlID=186&amp;url_tabelle=tab_websegmente&amp;url_zaehler_blaettern=4], letzter Abruf: 01.08.2022.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik, S. 15.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Benad, Bethels Verh\u00e4ltnis zum Nationalsozialismus, S. 65.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Zitiert nach Benad, Bethels Verh\u00e4ltnis zum Nationalsozialismus, S. 28.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Dazu Benad, Bethels Verh\u00e4ltnis zum Nationalsozialismus, S. 36 f.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Benad, Bethels Verh\u00e4ltnis zum Nationalsozialismus, S. 29.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> BArch, R 9361-V\/14482.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Ausf\u00fchrlich zu \u201eFritz von Bodelschwingh als Kirchenpolitiker\u201c der gleichnamige Beitrag von Carsten Nicolaisen, auf den sich die folgenden Ausf\u00fchrungen zur Episode \u201eReichsbischof\u201c st\u00fctzen. Zitat hier S. 84. Das kirchenpolitische Wirken von Friedrich von Bodelschwingh kann im Folgenden nur in gebotener K\u00fcrze skizziert werden.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Nicolaisen, S. 86.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Nicolaisen, S. 100.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Nicolaisen, S. 100.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vgl. Hansen\/Tennstedt, S. 15. Hier wird die Arbeitsgemeinschaft als <em>in<\/em> der \u201eBekennenden Kirche\u201c als einflussreich bezeichnet.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Benad, Bethels Verh\u00e4ltnis zum Nationalsozialismus, S. 32.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Klee, Personenlexikon.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Siehe Literaturverzeichnis.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. auch den Beitrag von Stefan K\u00fchl.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Text des Vortrags, gehalten 1929 vor der evangelischen Akademikerschaft in L\u00fcbeck, bei Hochmuth, Dokument 3, S. 215 \u2013 226.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Dieses und die folgenden Zitate nach Hans Harmsen: Gegenwartsfragen der Eugenik, der die Ergebnisse der Konferenz vorstellt, zitiert nach Hochmuth, Dokument 4, S. 227 \u2013 230.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Siehe etwa Klee, Personenlexikon; Klee, \u201eEuthanasie\u201c, S. 33; K\u00fchl, S. 55.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Klee, \u201eEuthanasie\u201c, S. 177.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> In der Literatur wird die Zahl von mindestens 1.176 Zwangssterilisationen in Bethel zwischen 1933 und 1945 genannt, etwa Klee, \u201eEuthanasie\u201c, S. 177.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Klee, \u201eEuthanasie\u201c, S. 178.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> K\u00fchl, S. 65.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Klee, \u201eEuthanasie\u201c, S. 184.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Stockhecke, Bethel im Nationalsozialismus. Vgl. dazu Klee, \u201eEuthanasie\u201c, S. 241 \u2013 244 und 259.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Klee, \u201eEuthanasie\u201c, S. 464 f.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Kurt Pergande: Der Einsame von Bethel; \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichung und deren Rezeption ausf\u00fchrlich Benad, Einleitung in Hochmuth, S. XVI f.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> K\u00fchl, S. 66.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> K\u00fchl, S. 66 f.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Zum Folgenden die Ver\u00f6ffentlichungen von Kerstin Stockhecke sowie Benad, Nationalsozialismus, S. 30 f.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Benad, Einleitung in Hochmuth, S. XXXII.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Zitiert nach Benad, Bethels Verh\u00e4ltnis zum Nationalsozialismus, S. 31. Folgendes Zitat des Autors ebenda.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Siehe Literaturverzeichnis.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Mentner, S. 128.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Mentner, S. 130.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Mentner, S. 130 f.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Siehe Literaturverzeichnis, hier S. 169.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Pieper\/Stockhecke, S. 170.<\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Benad, Bethels Verh\u00e4ltnis zum Nationalsozialismus, S. 65.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bodelschwinghstra\u00dfe (Innenstadt), benannt 1949 nach Friedrich von Bodelschwingh (1877 \u2013 1946) Evangelischer Theologe, Innere Mission * 14. 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