{"id":4344,"date":"2022-03-28T07:57:13","date_gmt":"2022-03-28T05:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=4344"},"modified":"2022-03-29T09:28:12","modified_gmt":"2022-03-29T07:28:12","slug":"bodendenkmaeler-graeberfeld-im-strietwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/bodendenkmaeler-graeberfeld-im-strietwald\/","title":{"rendered":"Bodendenkm\u00e4ler &#8211; Gr\u00e4berfeld im Strietwald"},"content":{"rendered":"<p>Im \u201eStriet Stiftswald\u201c befindet sich in der Abteilung \u201ePickacker\u201c ein kleines Grabh\u00fcgelfeld vorgeschichtlicher Zeitstellung auf einer flachen Anh\u00f6he. Eine erste Kartenskizze durch Elmar Freiherr von Haxthausen verzeichnet 1897 f\u00fcnf H\u00fcgel. Durch Georg Hock, den zust\u00e4ndigen Konservator in W\u00fcrzburg, wurden sp\u00e4ter zwei weitere sichere Objekte und ein vermeintlicher H\u00fcgel entdeckt. Entsprechend verzeichnet auch Peter Endrich 1961 in einer Lageskizze sieben eng zusammenliegende Grabh\u00fcgel und einen etwas entfernteren fraglichen H\u00fcgel. Bj\u00f6rn-Uwe Abels f\u00fchrt 1979 hingegen nur die sieben, damals gesicherten H\u00fcgel an. Die dicht beieinanderliegenden, sieben gesicherten Objekte besitzen nach der \u00dcberpr\u00fcfung durch ein digitales Gel\u00e4ndemodell und nachfolgender Ortsbegehung Durchmesser von 10 bis 20 m. Ihre H\u00f6hen liegen zwischen 1 und 2,5 m. Darunter befindet sich auch der bei Endrich noch fragliche H\u00fcgel, der aus heutiger Sicht sicher als Grabh\u00fcgel anzusprechen ist. Ein schon 1961 vom sog. \u201eoberen breiten Weg\u201c auf der Gemarkungsgrenze zu Kleinostheim angeschnittener H\u00fcgel ist heute hingegen eingeebnet. Die Grabh\u00fcgel befinden sich in einem stark gest\u00f6rten Zustand. Neben \u00e4lteren Ausgrabungen und Trichterungen sind zwei der aus Sand aufgebauten H\u00fcgel offenbar Ende 2001\/Anfang 2002 von einem Raubgr\u00e4ber angegraben worden. Weitere Substanzverluste j\u00fcngeren Datums sind durch die Anlage eines Forstweges bedingt. Bereits 1880 wurden durch Johann Baptist Broili im Auftrag des Aschaffenburger Magistrates an einem der Grabh\u00fcgel Ausgrabungen durchgef\u00fchrt. Er berichtet von m\u00f6glichen Pl\u00fcnderungen, die noch 25 Jahre weiter zur\u00fcckreichen, \u00fcber deren Resultat aber nichts bekannt geworden ist. Weitere Grabungen wurden an vier H\u00fcgeln durch Elmar von Haxthausen 1897 unternommen.<\/p>\n<p>Die Grabh\u00fcgel wurden nach Ausweis der \u00fcberlieferten Informationen wohl in schnurkeramischer Zeit (ca. 2800\u20132100 v. Chr.) angelegt und in der Hallstattzeit (8.\u20135. Jh. v. Chr.) f\u00fcr Nachbestattungen genutzt. Dadurch, vor allem aber durch die alten Untersuchungen und Beraubungen, kam es zu vielen St\u00f6rungen der urspr\u00fcnglichen Zusammenh\u00e4nge. Zu den \u00e4ltesten Fundst\u00fccken z\u00e4hlen das Fragment eines gebrochenen Steinbeils sowie der Splitter eines Feuersteinmessers. An hallstattzeitlichem Material konnten schon durch Broili ein bronzener Armreif und Reste einer eisernern Fibel geborgen werden. Von Haxthausen fand weitere Beigaben von Brandgr\u00e4bern. In dem gr\u00f6\u00dften H\u00fcgel befand sich eine Brandsch\u00fcttung mit dem St\u00fcck eines bronzenen Armreifs und Keramikscherben der Hallstattzeit. In einem anderen, zuvor bereits getrichterten H\u00fcgel konnte er einen kleinen Eisenring sowie zwei Spiralarmb\u00e4nder aus Bronze aufdecken. Eventuell handelte es sich wegen der geringen Gr\u00f6\u00dfe der Spiralen um ein Kindergrab.<\/p>\n<p>Innerhalb des \u201eStriet Stiftswalds\u201c in der Abteilung \u201eSalzh\u00fcgel\u201c liegt ein altbekannter Grabh\u00fcgel. Diese Gel\u00e4ndeerhebung ist durch ein digitales Gel\u00e4ndemodell und eine nachfolgende Ortseinsicht nochmals nachgewiesen worden. Das Objekt besitzt einen Durchmesser von etwa 15 m und eine H\u00f6he von noch knapp 2 m. Im digitalen Gel\u00e4ndemodell wurden etwa 40 bis 50 m s\u00fcdlich des genannten Grabh\u00fcgels zwei weitere, jedoch deutlich weniger ausgepr\u00e4gte Gel\u00e4ndeformationen entdeckt. Bei ihnen handelt es sich ebenfalls um Grabh\u00fcgel, die vermutlich zusammen mit dem altbekannten H\u00fcgel den Rest einer kleinen Nekropole darstellen. Das kleine Grabh\u00fcgelfeld vorgeschichtlicher Zeitstellung befindet sich oberhalb einer quellf\u00fchrenden Mulde auf einem sanft nach S\u00fcdwesten abfallenden Hang. Eine n\u00e4here Datierung innerhalb der Vorgeschichte ist nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Am Ende eines sich nach S\u00fcdwesten erstreckenden Gel\u00e4ndesporns im \u201eStriet Stiftswald\u201c sind im digitalen Gel\u00e4ndemodell zwei benachbarte, etwa 10 m voneinander entfernte Erhebungen zu erkennen, bei denen es sich um weitgehend verflachte Grabh\u00fcgel vorgeschichtlicher Zeitstellung handelt. Beide Objekte besitzen einen Durchmesser von etwa 15 bis 20 m. Bodeneingriffe im Bereich der H\u00fcgel sind nicht bekannt. Eine n\u00e4here Datierung innerhalb der Vorgeschichte ist nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>2012 wurde im digitalen Gel\u00e4ndemodell etwa 250 m \u00f6stlich der Nordost-Gruppe des Grabh\u00fcgelfeldes \u201eMolkenbrunn\u201c ein kleines Grabh\u00fcgelfeld auf einer Gel\u00e4ndekuppe entdeckt. Die Ortseinsicht best\u00e4tigte vier eng beieinanderliegende Grabh\u00fcgel von ca. 15 m Durchmesser und noch 1 m H\u00f6he. Drei der H\u00fcgel wurden offensichtlich bereits alt angetrichtert. Das Grabh\u00fcgelfeld vorgeschichtlicher Zeitstellung ist in der Literatur nicht bekannt. Eventuell entspricht es einem von Peter Endrich in der Waldabteilung \u201ePfaffengrund\u201c verortetem Grabh\u00fcgel.<\/p>\n<p>Im \u201eStrietwald\u201c in der Abteilung \u201eMolkenbrunn\u201c befindet sich beiderseits des sog. \u201eMolkenbrunnenweges\u201c auf einer flachen Anh\u00f6he ein kleines Grabh\u00fcgelfeld vorgeschichtlicher Zeitstellung. Es bildet zusammen mit dem nahe gelegenen Grabh\u00fcgelfeld den nord\u00f6stlichen Teil einer gr\u00f6\u00dferen Nekropole. Peter Endrich (1961) und Bj\u00f6rn-Uwe Abels (1979) waren noch sechs Grabh\u00fcgel bekannt, die aber bereits damals nicht mehr alle deutlich im Gel\u00e4nde hervortraten. Zudem waren zwei H\u00fcgel sichtbar angegraben. In moderner Zeit haben offensichtlich Ver\u00e4nderungen in der F\u00fchrung der Forstwege zu Substanzverlusten gef\u00fchrt. So wurden durch ein digitales Gel\u00e4ndemodell und die anschlie\u00dfende Ortseinsicht nur noch vier Objekte aufgefunden. Die H\u00fcgel sind aus Erde und wenigen Steinen aufgebaut und besitzen Durchmesser zwischen 8 und 12 m, ihre H\u00f6hen liegen bei 0,6 bis 1,5 m. Ausgrabungen fanden in dieser Grabh\u00fcgelgruppe vermutlich vor allem 1885 durch Johann Baptist Broili statt. Da aber die \u00e4ltesten Aufzeichnungen nur sehr unzureichend gef\u00fchrt wurden, lassen sich die damals bekannten acht Grabh\u00fcgel nicht mit den seit Beginn des 20. Jh. unterschiedenen 17 H\u00fcgeln in zwei Gruppen in \u00dcbereinstimmung bringen.<\/p>\n<p>Im \u201eStrietwald\u201c in der Abteilung \u201eMolkenbrunn\u201c befinden sich nordwestlich des sog. \u201eEssigpfades\u201c auf einer Anh\u00f6he elf Grabh\u00fcgel vorgeschichtlicher Zeitstellung, die heute im Gel\u00e4nde nicht mehr alle deutlich erkennbar sind. Die H\u00fcgelgruppe bildet zusammen mit dem nahe gelegenen Grabh\u00fcgelfeld den s\u00fcdwestlichen Teil einer gr\u00f6\u00dferen Nekropole. Die H\u00fcgel sind aus Erde und wenigen Steinen aufgebaut, ihre Durchmesser betragen zwischen 6 und 13 m, die H\u00f6hen liegen zwischen 0,5 und 1,5 m.<\/p>\n<p>Bis zum Beginn des 20. Jh. wurden lediglich acht Grabh\u00fcgel unterschieden. Erst Georg Hock beschrieb zwei Gruppen mit zusammen 17 H\u00fcgeln. Zudem bem\u00fchte er sich um die Sicherung und Klassifizierung des Fundmaterials. Dennoch lassen sich die bei den \u00e4lteren Grabungen gemachten Beobachtungen und Funde nicht mehr zweifelsfrei einer der beiden Gruppen zuordnen. Durch ein digitales Gel\u00e4ndemodell konnten elf Grabh\u00fcgel erkannt und pr\u00e4zise eingemessen werden. Ihre Lage stimmt jedoch nicht exakt mit den von Peter Endrich oder in \u00e4lteren Lageskizzen \u00fcberlieferten H\u00fcgeln \u00fcberein. Somit ist unklar, ob bestimmte H\u00fcgel heute eingeebnet sind. Erste Grabungen fanden vermutlich bereits 1856 durch den Aschaffenburger Museumsleiter Valentin Hofmann statt. Zwei H\u00fcgel wurden 1881 durch Johann Baptist Broili untersucht, ein dritter 1885. Elmar von Haxthausen \u00f6ffnete 1897 drei weitere H\u00fcgel. Zudem unternahm von Haxthausen Nachuntersuchungen im Bereich der vorangegangenen Grabungen. Das \u00e4lteste Fundmaterial geh\u00f6rt der Schnurkeramik an (ca. 2800\u20132100 v. Chr.). Darunter befinden sich zwei typische Becher mit Tannenzweigmuster bzw. schr\u00e4gen Strichreihen in Schnitttechnik sowie weitere Keramikscherben. Unter den Steinger\u00e4ten ist besonders eine sorgf\u00e4ltig facettierte Axt aus gr\u00fcnlichgrauem Hornblendeschiefer bemerkenswert. Au\u00dferdem wurden zwei kleine trapezf\u00f6rmige Beile und ein fl\u00e4chig retuschiertes Messer aus Feuerstein entdeckt. In der sp\u00e4ten Hallstattzeit (Ha D) bzw. der fr\u00fchen Lat\u00e8nezeit (Lt A) wurden in den H\u00fcgeln Nachbestattungen von Brandgr\u00e4bern vorgenommen (6. und 5. Jh. v. Chr.). Von den im 19. Jh. get\u00e4tigten Funden sind nur wenige bekannt geworden. Bereits 1856 gelangten wohl von hier zwei Bronzearmringe in das Aschaffenburger Museum, die aber schon fr\u00fch wieder verloren gingen. Bei den Ausgrabungen durch Broili wurden ein Steigb\u00fcgelarmring sowie stark korrodierte Eisenringe gefunden. Weitere Eisen- und Bronzegegenst\u00e4nde sowie Keramikscherben sollen durch von Haxthausen geborgen worden sein.<\/p>\n<p>1951 wurden bei Planierungsarbeiten f\u00fcr einen Sportplatz im Bereich der \u201eHasenh\u00e4ge\u201c mehrere Keramikst\u00fccke eines oder mehrerer rauwandiger Gef\u00e4\u00dfe vorgeschichtlicher Zeitstellung entdeckt. Das Wandst\u00fcck eines Topfes war mit einer Fingertupfenleiste am Hals verziert, die eine Datierung in die Hallstattzeit (8.\u20135. Jh. v. Chr.) nahelegt. Die heute verschollenen Funde belegen eine Siedlung vorgeschichtlicher Zeitstellung, vermutlich der Hallstattzeit in einem Gel\u00e4nde, das heute weitgehend \u00fcberbaut ist.<\/p>\n<p>Das in der Literatur unter der Bezeichnung Aschaffenburg-Strietwald gef\u00fchrte Brandgr\u00e4berfeld der sp\u00e4ten Bronzezeit, der Urnenfelderzeit und der fr\u00fchen Hallstattzeit gewinnt seine hohe Bedeutung f\u00fcr die arch\u00e4ologische Forschung daraus, dass an dieser Stelle erstmals im Untermaingebiet ein metallzeitliches Gr\u00e4berfeld gro\u00dffl\u00e4chig und systematisch ausgegraben und dokumentiert werden konnte. Auf der Flur \u201eOber dem Betzenb\u00fchl\u201c wurde 1953 in einem ansonsten landwirtschaftlich genutzten Gel\u00e4nde Sand abgebaut, was zur Entdeckung des ersten Grabes durch spielende Kinder f\u00fchrte. Im Anschluss sicherten Ernst Schneider von den Museen der Stadt Aschaffenburg und Alois Nowotny vom Museum in Dieburg die ersten Grabinventare. Die anschlie\u00dfende Notgrabung f\u00fchrte zur Auffindung von insgesamt 24 Gr\u00e4bern, die bereits durch Peter Endrich nachgewiesen wurden. Da das Gr\u00e4berfeld in den 1960er Jahren durch eine geplante Erweiterung der Strietwald-Siedlung akut gef\u00e4hrdet war, entschloss man sich 1967 die Ausgrabungen wieder aufzunehmen. So erh\u00f6hte sich durch die Grabungen der Stadt Aschaffenburg und des Bayerischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege unter der Leitung von Hermann G\u00fcnter Rau die Gesamtzahl der Bestattungen bis 1969 auf 50. Diese verteilten sich auf eine Fl\u00e4che von etwa 60 m in Ost-West-Richtung und auf 110 m in Nord-S\u00fcd-Richtung. Bereits kurze Zeit nach Abschluss der Feldarbeiten konnte das Ergebnis der Ausgrabungen durch den Ausgrabungsleiter ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Von der Topographie her lag das Gr\u00e4berfeld an einem sanft nach S\u00fcden geneigten Hang in N\u00e4he zur fruchtbaren Bachaue der Aschaff. Alle Gr\u00e4ber wurden in eine \u00fcber 1 m m\u00e4chtige Feinsandschicht eingetieft, die als schmale postglaziale Flugsandd\u00fcne anzusprechen ist. Keines der Gr\u00e4ber wurde in den sehr festen Untergrundslehm eingegraben. Wahrscheinlich wurde der Bestattungsplatz zu gro\u00dfen Teilen erfasst. Nach Norden hat die Verl\u00e4ngerung der Grabungsfl\u00e4che in den 1960er Jahren keine weiteren Gr\u00e4ber mehr erbracht. Zudem steht der steinige Untergrund hier sehr viel h\u00f6her an. Auch im S\u00fcden verflachte sich die Sandtiefe zunehmend. Im Westen befand sich eine kleine sumpfige Wiesenstelle, s\u00fcdlich davon war das Gel\u00e4nde durch unregelm\u00e4\u00dfige Sandgruben und Schuttauff\u00fcllungen vor 1953 deutlich ver\u00e4ndert worden, sodass hier mit massiven St\u00f6rungen zu rechnen ist. Unbeobachtet bleibt die Ausdehnung nach Osten. Eventuell w\u00fcrden sich auch in der alten Grabungsfl\u00e4che mit einer moderneren Methodik noch weitere Urnengr\u00e4ber, Brandsch\u00fcttungsgr\u00e4ber und Leichenbrandnester ohne Steinsetzung nachweisen lassen.<\/p>\n<p>Als Bestattungsform wurden ausschlie\u00dflich Leichenverbrennungen festgestellt. Es \u00fcberwogen Brandsch\u00fcttungen, einige von ihnen mit Urnen. Echte Urnengr\u00e4ber bildeten die Ausnahme. Charakteristisch ist, dass die erkannten Gr\u00e4ber von Steinsetzungen umgeben sind, zu denen h\u00e4ufig Bodenpflaster und \u00fcberdeckende Steinpackungen geh\u00f6ren. Besonders reichhaltig ist das keramische Inventar, w\u00e4hrend Bronzegegenst\u00e4nde nur m\u00e4\u00dfig vertreten sind. Etwa ein Drittel der Gr\u00e4ber geh\u00f6rt der sp\u00e4ten Bronzezeit bzw. der \u00dcbergangsphase zur Urnenfelderzeit an. Die haupts\u00e4chliche Belegung f\u00e4llt in die Hauptphase der Urnenfelderzeit. Am \u00dcbergang zur Hallstattzeit (Ha C) stehen lediglich zwei Grabfunde. Die \u00e4ltesten Gr\u00e4ber konzentrierten sich im s\u00fcdlichen Teil des Gr\u00e4berfeldes, die j\u00fcngeren im n\u00f6rdlichen. Die allerj\u00fcngsten Gr\u00e4ber liegen wiederum im \u00e4ltesten Teil des Bestattungsplatzes. Hervorzuheben ist die perioden\u00fcbergreifende, kontinuierliche Belegung des Bestattungsplatzes.<\/p>\n<p>Unmittelbar n\u00f6rdlich des Gr\u00e4berfeldes, in nur ca. 30 m Entfernung, wurde bei der Grabung im Jahre 1968 eine Siedlungsstelle angeschnitten, die in die Hauptbelegungsphase des Bestattungsplatzes datiert. Leider konnte keine eingehende Untersuchung stattfinden. Es wurden vier unspezifische Siedlungsgruben gefunden, die Fragmente von Grob- und Feinkeramik, Ger\u00e4te aus Silex und Felsgestein sowie einige Quarzitbruchst\u00fccke lieferten. Vereinzelte Streufunde k\u00f6nnten auch auf eine neolithische Besiedlung hindeuten.<\/p>\n<p>Im digitalen Gel\u00e4ndemodell l\u00e4sst sich ein isolierter, stark verflachter Grabh\u00fcgel vorgeschichtlicher Zeitstellung erkennen, der durch verschiedene Bodeneingriffe und Materialablagerungen im Umfeld keine regelm\u00e4\u00dfige Grundfl\u00e4che mehr aufweist. Das Objekt ist mittig nicht getrichtert und somit im 19. oder fr\u00fchen 20. Jh. wohl nicht untersucht worden. Eine n\u00e4here Datierung innerhalb der Vorgeschichte ist nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Im Bereich der ehem., im 17. Jh. neu errichteten Michaeliskapelle befinden sich Befunde von Vorg\u00e4ngerbauten der fr\u00fchen Neuzeit im Boden. (Vgl. Baudenkm\u00e4ler, <a href=\"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/wp-admin\/post.php?post=4160&amp;action=edit&amp;classic-editor\">Dorfstra\u00dfe 5<\/a>)<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>Ina Gutzeit\/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkm\u00e4ler, Bodendenkm\u00e4ler (Denkm\u00e4ler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), M\u00fcnchen 2015, S. 205-253.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im \u201eStriet Stiftswald\u201c befindet sich in der Abteilung \u201ePickacker\u201c ein kleines Grabh\u00fcgelfeld vorgeschichtlicher Zeitstellung auf einer flachen Anh\u00f6he. Eine erste Kartenskizze durch Elmar Freiherr von Haxthausen verzeichnet 1897 f\u00fcnf H\u00fcgel. 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