{"id":4237,"date":"2022-03-28T09:20:27","date_gmt":"2022-03-28T07:20:27","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=4237"},"modified":"2022-03-29T09:10:49","modified_gmt":"2022-03-29T07:10:49","slug":"hauptstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/hauptstrasse\/","title":{"rendered":"Hauptstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>Die Hauptstra\u00dfe verl\u00e4uft parallel zum Main. Ihr s\u00fcdliches Ende bildet eine Stichstra\u00dfe, um die sich die Anwesen des sog. \u201eSchwarzviertels\u201c gruppieren. Die Stra\u00dfe ist zwischen 10 und 15 m breit und an beiden Seiten von meist zweigeschossigen, giebelst\u00e4ndigen Wohnh\u00e4usern ges\u00e4umt. Sie stehen mit der n\u00f6rdlichen Traufwand auf der Grundst\u00fccksgrenze. Auf der S\u00fcdseite liegt der Wirtschaftshof. Urspr\u00fcnglich waren die Bauernanwesen mit hohen, gemauerten rundbogigen Toren mit Sandsteingew\u00e4nde und kleinen Fu\u00dfg\u00e4ngerpf\u00f6rtchen miteinander verbunden, die heute kaum mehr erhalten sind. Den r\u00fcckw\u00e4rtigen Abschluss des Hofes bildet die Scheune, deren First parallel zur Stra\u00dfe verl\u00e4uft. Sie reicht von Grundst\u00fccksgrenze zu Grundst\u00fccksgrenze. Dahinter erstreckt sich der Gem\u00fcse- und Obstgarten. Die H\u00e4user sind ganz oder teilweise in Holz gebaut, ihr Fachwerk ist meist verputzt. Sie werden in der Regel von der Hofseite erschlossen. Das Innere ist in drei Zonen unterteilt. Im Erdgeschoss befanden sich auf der zur Stra\u00dfe gewandten Seite Stube und Kammer, der zum Hof gerichtete Bereich wurde als Stall oder Werkstatt genutzt und in der Mitte waren die K\u00fcche und der Aufgang zum Obergeschoss, wo Wohn- und Schlafr\u00e4ume untergebracht waren. Das Dach war nicht ausgebaut und hatte keine Gauben. Da Obernau von den Zerst\u00f6rungen des Zweiten Weltkrieges weitgehend verschont geblieben ist, sind im Bereich des historischen Ortskerns entlang der Hauptstra\u00dfe noch einige anschauliche Beispiele dieser b\u00e4uerlichen Anwesen erhalten.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 6<\/strong><\/p>\n<p>An der Stelle, an der die Hauptstra\u00dfe nach Norden abknickt, steht das Halbwalmdachhaus. \u00dcber einem massiven Erdgeschoss folgt ein verputztes Fachwerkobergeschoss. Das Fachwerk kragt jeweils leicht vor. Das Satteldach ist an der nach S\u00fcden gerichteten Giebelseite zur H\u00e4lfte abgewalmt. Im Giebel sind zwei kleine Fenster. An der n\u00f6rdlichen Giebelseite ist eine Scheune mit Tordurchfahrt angeschlossen. Das b\u00e4uerliche Anwesen wird in das Ende des 16. Jh. datiert, bezeichnet ist es mit 1811. Dieses Datum bezieht sich wohl auf einen Umbau des Erdgeschosses. 1962 wurde das Wohnhaus um einen zweigeschossigen Anbau in \u00f6stlicher Richtung erweitert. Dadurch wurden \u00fcber der Hofeinfahrt drei Zimmer geschaffen. Der Anbau ist unterkellert, er steht auf den Fundamenten eines Vorg\u00e4ngerbaus.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 8\/10<\/strong><\/p>\n<p>Der hochgiebelige Satteldachbau wurde bis auf das r\u00fcckseitige Giebeldreieck aus grob behauenen Sandsteinen errichtet. Die Hauskanten der Stra\u00dfenfassade sind mit gr\u00f6\u00dferen, hammerrecht bearbeiteten Sandsteinquadern hervorgehoben. Da ein Steinbau in der Zeit seiner Entstehung, um 1600, teuer und daher selten war, ist anzunehmen, dass die Bauherren wohlhabende Leute waren. Das Haus wurde als Wohn- und Stallhaus genutzt. Die Fenster sind \u2013 ohne dass dies konstruktiv notwendig w\u00e4re \u2013 wie bei einem Fachwerkhaus ungleichm\u00e4\u00dfig auf der Fassade verteilt. An der s\u00fcdwestlichen Geb\u00e4udekante sind sie gekuppelt. Im 1. Obergeschoss befindet sich hinter diesen Fenstern die ehem. Stube. Dieser Raum ist mit Wanddekorationen aus der Erbauungszeit ausgestattet, die an den Fensternischen gemalte S\u00e4ulen mit Kapitellen und einen Segmentbogen zeigen. Unter der Decke ist ein kr\u00e4ftiger Fries, darunter sind feine, rankenartige Gebilde dargestellt. Es wird davon ausgegangen, dass urspr\u00fcnglich der gesamte Raum ausgemalt war. Im hinteren Bereich des Grundst\u00fccks steht eine Doppelscheune mit zur Stra\u00dfe parallelem First, sie reicht von Grundst\u00fccksgrenze zu Grundst\u00fccksgrenze. Unter beiden Scheunenteilen befindet sich ein gew\u00f6lbter Keller, der h\u00f6chstwahrscheinlich als Weinkeller gedient hat.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 15 &#8211; St. Peter und Paul<\/strong><\/p>\n<p>Kirchenrechtlich war Obernau bis zur Gr\u00fcndung der eigenen Pfarrei 1788 dem Stift St. Peter und Alexander in Aschaffenburg und damit dem Erzbistum Mainz zugeh\u00f6rig. Bevor Ende des 18. Jh. in der Ortsmitte die kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul errichtet wurde, bestand bis zur Fertigstellung der neuen Kirche 1793 im Bereich des Gemeindefriedhofs eine kleine Kapelle. Die Lage dieser Kapelle wird in der N\u00e4he des heutigen Friedhofseingangs an der Kirchhofgasse angenommen. Es handelte sich um eine geostete Westturmanlage mit eingezogenem quadratischem Chor. Das Jahr der Errichtung dieser Kapelle ist nicht bekannt. Fr\u00fcheste schriftliche Aufzeichnungen, die eine Kapelle im Friedhof nennen, sind aus dem Jahr 1283 \u00fcberliefert. Mit der Einrichtung der Pfarrei Obernau 1788 verst\u00e4rkten sich die Bestrebungen zum Bau eines gr\u00f6\u00dferen Gotteshauses in der Ortsmitte. Gegen\u00fcber dem vorhandenen Pfarrhaus wurden drei Grundst\u00fccke gekauft und zwei Wohnh\u00e4user abgebrochen, um darauf 1792 nach Pl\u00e4nen des Aschaffenburger Baumeisters Johannes Jodokus Hospes eine neue Kirche zu errichten, die 1793 weitgehend fertiggestellt war. Das Langhaus hatte drei Fensterachsen und einen eingezogenen halbrund geschlossenen Chor mit Sakristeianbau. Der Turm war in die zur Hauptstra\u00dfe weisende Westfassade integriert. Am 3. November 1942 brannte die Kirche infolge eines Kurzschlusses in der elektrischen Anlage bis auf die Au\u00dfenmauern aus. Durch den Brand wurde die gesamte Ausstattung zerst\u00f6rt. Der Turm blieb als Stumpf stehen. Wenige Monate nach dem Brand begann man mit dem kriegsbedingt m\u00fchsamen Wiederaufbau der Kirche. Auf den Au\u00dfenmauern wurde ein Notdach errichtet und so die Kirche zun\u00e4chst nutzbar gemacht.<\/p>\n<p>1946 erhielt die Kirche eine Empore, um der durch die gro\u00dfe Zahl an Fl\u00fcchtlingen gewachsenen Gemeinde ausreichend Platz zu schaffen. Um 1950 angestellte \u00dcberlegungen, die Kirche in erweiterter Form wieder aufzubauen, f\u00fchrten sp\u00e4ter zu dem Entschluss, eine neue Kirche zu errichten. 1955 genehmigte die Di\u00f6zese den Neubau einer Kirche. Die Baupl\u00e4ne zeichnete das Architekturb\u00fcro Willi Goldhammer und Anton Schmitt aus Aschaffenburg. Anregungen f\u00fcr den Entwurf holten sie sich bei Hansjakob Lill. Am 8. August 1960 s\u00fcdwestlichen Geb\u00e4udekante sind sie gekuppelt. Im 1. Obergeschoss befindet sich hinter diesen Fenstern die ehem. Stube. Dieser Raum ist mit Wanddekorationen aus der Erbauungszeit ausgestattet, die an den Fensternischen gemalte S\u00e4ulen mit Kapitellen und einen Segmentbogen zeigen. Unter der Decke ist ein kr\u00e4ftiger Fries, darunter sind feine, rankenartige Gebilde dargestellt. Es wird davon ausgegangen, dass urspr\u00fcnglich der gesamte Raum ausgemalt war. Im hinteren Bereich des erfolgte die Baugenehmigung und im Juni desselben Jahres wurde die alte Kirche bis auf den Turm und die Westfassade abgerissen. Die neue Kirche wurde am 5. Mai 1962 den Heiligen Peter und Paul geweiht. Der Neubau wurde in der Tiefe des Grundst\u00fccks errichtet. Glockenturm und Westfront der barocken Kirche von 1793 blieben als Torso erhalten und pr\u00e4gen weiterhin als wichtiger Blickpunkt das alte Stra\u00dfendorf. Das einstige Hauptportal der alten Kirche mit geradem Sturz und Dreiecksgiebel ist erhalten, aber zugemauert. Im Sturz ist die Jahreszahl \u201eMDCCLXXXXII\u201c (1792) zu lesen. Dar\u00fcber befindet sich eine Rundbogennische in der urspr\u00fcnglich eine h\u00f6lzerne Marienfigur stand. Heute steht darin eine Schutzmantelmadonna aus rotem Mainsandstein. Zwischen dem Neubau und den rekonstruierten Ruinenteilen wurde eine r\u00e4umliche Trennung vorgenommen. Als Verbindung dient der eingeschossige Pfarrsaal. Durch diese Anordnung der Bauk\u00f6rper entstand der bisher nicht vorhandene Kirchenvorplatz.<\/p>\n<p>Das neue Kirchengeb\u00e4ude ist eine in Skelettbauweise aus sieben Spannbetonbindern errichtete Halle von 23 \u00d7 31,5 m Grundfl\u00e4che mit einem eingezogenen trapezf\u00f6rmigen Chor und flachem Satteldach. Die Skelettbauweise erlaubt einen st\u00fctzenfreien Innenraum. Die W\u00e4nde sind mit Ziegelsteinen ausgefacht und au\u00dfen mit behauenem Mainsandstein verkleidet. Fenster haben die W\u00e4nde keine. Die Belichtung des Kirchenschiffes erfolgt in erster Linie \u00fcber ein breites, farbiges Fensterband, das auf der s\u00fcdwestlichen Fassade zwischen Schildwand und den Seitenw\u00e4nden bzw. dem Dach verl\u00e4uft. Dieses gestalterische Mittel wird durch die frei tragende Konstruktion m\u00f6glich und wurde von dem Bauhausk\u00fcnstler Hannes Neuner entworfen. Au\u00dferdem f\u00e4llt durch ein Lichtband am oberen Ende der Seitenw\u00e4nde wie durch einen Obergaden Tageslicht in den Raum. Der Chor wird zus\u00e4tzlich von der Nordseite durch eine Fensterwand aus Betonteilen belichtet. Die Holzdecke ist an den Spannbetonbindern aufgeh\u00e4ngt. Das Eingangsportal hebt sich mit einer starken, unprofilierten Sandsteinrahmung mit geradem Sturz von der Westfassade ab. Vier T\u00fcrfl\u00fcgel mit Oberlichtern f\u00fchren zum Kircheninnenraum. Dieser ist von einer gro\u00dfen Schlichtheit gekennzeichnet. Die fensterlosen W\u00e4nde sind wei\u00df get\u00fcncht und ohne architektonischen Schmuck. Der ebenso schlicht gehaltene Altarraum ist hell und \u00fcbersichtlich m\u00f6bliert. Der Altar steht auf einem um drei Stufen erh\u00f6hten Podest und besteht aus einem Block aus \u00f6rtlichem rotem Sandstein. Ambo (links) und Kanzel (rechts) sind ebenfalls aus rotem Sandstein gefertigt. An der Altarwand befindet sich ein Wandbild von Sr. Michaela Kroemer (1916\u20132010), Missionsschwester vom kostbaren Blut aus Neuenbeken. Pfarrer Johannes Maria Tschoepe (1913\u2013 1996) w\u00fcnschte f\u00fcr seine den Aposteln Petrus und Paulus gewidmete Kirche die Darstellung der sog. \u201eTraditio legis\u201c, die \u00dcbergabe des Gesetzes von Christus an Petrus. Die Mosaizistin und Textilk\u00fcnstlerin Kroemer gestaltete ein 5\u00d77 m gro\u00dfes Wandbild aus Steinen.<\/p>\n<p>Die Darstellung entfernt sich allerdings von der Tradition. Die Apostel stehen nicht links und rechts von Jesus, sondern erscheinen beide etwas niedriger auf der Evangelistenseite. Christus h\u00e4lt in seiner rechten Hand ein kostbar geschm\u00fccktes Buch und zeigt mit der linken auf Petrus und Paulus, die beide mit ihren jeweiligen Attributen \u2013 Schl\u00fcssel und Schwert \u2013 dargestellt sind. Im Altarraum befindet sich noch ein Osterleuchter, der in der Goldschmiede der Abtei M\u00fcnsterschwarzach (Lkr. Kitzingen) hergestellt wurde. Die getriebenen, feuervergoldeten Bronzeplatten zeigen Motive aus dem Alten Testament. Rechts des Altarraums steht der Taufstein. Dieser wurde von dem Aschaffenburger Bildhauer Hermann Kr\u00f6ckel gefertigt und ist wie Altar, Ambo und Kanzel aus rotem Sandstein. Er hat eine Piscina aus zwei Becken. In der Wand hinter dem Taufstein befindet sich eine vergitterte Nische, in der die heiligen \u00d6le f\u00fcr die Taufe aufbewahrt werden. Die Marienfigur auf der linken Seite des Altarraumes ist das einzige nicht zeitgen\u00f6ssische Ausstattungsst\u00fcck in der Kirche. Sie wurde bereits f\u00fcr die alte Kirche aus dem Frankfurter Kunsthandel angeschafft und stammt wohl aus dem 15. Jh. Apostelleuchter und Kreuzweg sind getrennt voneinander jeweils an den beiden Seitenw\u00e4nden des Kirchenschiffes angebracht: links die Apostelleuchter, rechts der Kreuzweg. Die Leuchter wurden von Herman Kr\u00f6ckel geschaffen. Der Sandstein daf\u00fcr stammt aus demselben Block, aus dem der Altar gehauen wurde. Der Kreuzweg, gefertigt aus getriebenen Bronzetafeln nach dem Entwurf von Helmut Albert und Willibald Blum, zeigt keine Folge von einzelnen Stationen, sondern einen zusammenh\u00e4ngenden Weg, aus dem die Bronzetafeln als H\u00f6hepunkte herausstechen.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 16 a\/b<\/strong><\/p>\n<p>Bei dem in zwei Hausnummern unterteilten Wohnstallhaus handelt es sich um ein Fachwerkgiebelhaus, welches als Stockwerkskonstruktion errichtet wurde. Dem Fachwerk nach ist das Geb\u00e4ude in die 2. H\u00e4lfte des 17. Jh. zu datieren. Das Satteldach ist auf der s\u00fcdlichen Giebelseite mit einem Kr\u00fcppelwalm versehen. Anstelle der das Grundst\u00fcck zum Main hin abschlie\u00dfenden Scheune wurde 1998 ein neues Wohnhaus errichtet.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 19\/21<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Grundst\u00fcck des ehem. Bauernanwesens D\u00f6lger an der Ecke der ehem. \u201eK\u00f6rnchesgasse\u201c (Am Rathaus) entstand 1910\/11 das neue Rathaus der Gemeinde Obernau. Der Entwurf stammt von dem Bauamtsassessor des Kgl. Landbauamts Aschaffenburg Selzer. Er hatte eine historisch gepr\u00e4gte, bodenst\u00e4ndige Architekturauffassung und setzte den damals zeitgem\u00e4\u00dfen Jugendstil nur sparsam ein. Die Arbeiten f\u00fcr den Neubau begannen im Juni 1910, im Oktober wurde Richtfest gefeiert und am 14. M\u00e4rz 1911 das neue Rathaus eingeweiht. Das zweigeschossige Geb\u00e4ude setzt sich aus zwei giebelst\u00e4ndigen Bauk\u00f6rpern mit dazwischenliegendem Mitteltrakt mit Tordurchfahrt zusammen. Der linke der beiden Bauk\u00f6rper tr\u00e4gt ein Kr\u00fcppelwalmdach und ist mit einem zierlichen Dachreiter bekr\u00f6nt, der rechte ist mit einem Mansarddach abgeschlossen. Die Fenster des verputzten Baus sind mit Gew\u00e4nden aus rotem Sandstein gerahmt. Auff\u00e4llig ist eine Gruppe von vier gekuppelten Fenstern im Obergeschoss des linken Bauteils. Der Eingang ist mit einer geraden, profilierten Verdachung versehen. Daneben ist der Torbogen des Hofportals des Anwesens D\u00f6lger in den Rathausbau integriert. Ebenso wurde der Wappenstein des abgebrochenen Unteren Tores der Ortsbefestigung in die Fassade eingesetzt. An der Geb\u00e4udekante befindet sich die Figur des hl. Florian, da das Geb\u00e4ude auch von der Feuerwehr genutzt wurde. Das in das Dorfbild harmonisch integrierte Geb\u00e4ude nimmt die \u00e4u\u00dfere Form der zwei zuvor an dieser Stelle gestandenen Giebelh\u00e4user und Tore und damit den Ma\u00dfstab der umgebenden Bebauung wieder auf. Es passt sich somit in das Bild des Stra\u00dfendorfes ein. Der Dachreiter bereichert gemeinsam mit dem Kirchturm die Silhouette der Ortschaft.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 25\/27<\/strong><\/p>\n<p>Der Bauernhof besteht aus einem zweigeschossigen giebelst\u00e4ndigen Wohnhaus mit den Nrn. 25 und 27 und einer Scheune. Das Wohnhaus wurde um 1600 aus Bruchsteinmauerwerk errichtet. Auf der s\u00fcd\u00f6stlichen Traufseite besteht das Obergeschoss aus Fachwerk. Die z. T. gekuppelten Fenster der Giebelfassade sind mit Sandsteingew\u00e4nden gerahmt. Diese sind weitgehend unprofiliert, aber mit Ladenfalz versehen. M\u00f6glicherweise war die heute steinsichtige Fassade des Satteldachbaus urspr\u00fcnglich verputzt. An der mainseitigen Grundst\u00fccksgrenze ist eine Scheune erhalten, die wohl, wie das Wohnhaus, um 1600 entstanden ist. An der s\u00fcdlichen Geb\u00e4udekante des Wohnhauses sind Reste des profilierten Sandsteingew\u00e4ndes des ehem. Hoftores erhalten. Das Grundst\u00fcck wird auf der S\u00fcdseite von einer Bruchsteinmauer begrenzt.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 26<\/strong><\/p>\n<p>Das ehem. Wohnstallhaus aus der 2. H\u00e4lfte des 17. Jh. erhebt sich zweigeschossig auf rechteckigem Grundriss und schlie\u00dft mit einem steilen Satteldach ab. Der Zugang befindet sich auf der Traufseite im Hof. Aktuell ist das Geb\u00e4ude mit Eternitplatten verkleidet. Es handelt sich um eine Mischkonstruktion aus einem massiv erneuerten Erdgeschoss, einer Bruchsteinmauer zur Feuergasse hin und Fachwerkbauweise.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 34\/36<\/strong><\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich waren die H\u00e4user an der Stra\u00dfenkante durch hohe Mauern und Tore miteinander verbunden. Zum Hof f\u00fchrte ein mit Sandsteingew\u00e4nde gerahmtes Einfahrtstor mit danebenliegender kleinerer Fu\u00dfg\u00e4ngerpforte. Das Hoftor zwischen Hauptstra\u00dfe 34 und 36 aus dem 16. Jh. ist das einzige erhaltene Beispiel dieser Toranlagen. Reste von Hoftoren sind noch an weiteren Anwesen zu erkennen.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 38<\/strong><\/p>\n<p>Da der Vorg\u00e4ngerbau von 1724 bauf\u00e4llig war, ging man an die Planung zum Bau eines neuen Pfarrhauses. Eine erste Planzeichnung fertigte Stiftsbautechniker Ignaz Henfling am 24. Januar 1907, diese wurde jedoch nicht ausgef\u00fchrt, da die Finanzierung des Projektes noch ungekl\u00e4rt war. Pfarrer Kilian Huber trieb die Bestrebungen, ein neues Pfarrhaus zu errichten, erneut voran, sodass der Aschaffenburger Architekt Otto Leitolf neue Pl\u00e4ne zeichnete. Im Fr\u00fchjahr 1912 wurde mit dem Bau begonnen, die Bauausf\u00fchrung \u00fcbernahm das Baugesch\u00e4ft Alois Scheuermann. Das Pfarrhaus steht der Kirche direkt gegen\u00fcber, etwas hinter die Bauflucht zur\u00fcckgesetzt. Als zweigeschossiger Mansardwalmdachbau im neubarocken Stil hebt es sich von der \u00fcbrigen Bebauung ab. Die Fassade wirkt ausgewogen, obwohl sie nicht symmetrisch gegliedert ist. Aus der Mitte ger\u00fcckt, befindet sich im Erdgeschoss der \u00fcber einige Stufen erreichbare, eingetiefte Eingang. Links davon ist ein einfaches, rechts ein gekuppeltes Fenster mit Sandsteingew\u00e4nde und Eisenvergitterung gesetzt. Im Obergeschoss gibt es auf der zur Stra\u00dfe gerichteten Fassade drei Fenster mit Klappl\u00e4den, die ebenfalls mit Rahmen aus rotem Sandstein eingefasst sind. Im Dach sitzt \u00fcber der Mittelache eine gro\u00dfe Gaube mit zwei Fenstern und einem geschwungenen Giebel. Sie ist mit Schiefer verkleidet und wird von zwei kleineren Gauben flankiert. Den Anschluss an die Nachbarbebauung stellen zwei zu Viertelkreisen gebogene Fl\u00fcgelmauern her. Auf der R\u00fcckseite des Geb\u00e4udes sind die Fenster zu Paaren zusammengefasst. Dazwischen befindet sich mittig ein von drei kr\u00e4ftigen S\u00e4ulen getragener Balkon. Auf dem Grundst\u00fcck stehen noch die 1765 errichteten Nebengeb\u00e4ude des alten Pfarranwesens. Die ehem. Zehntscheune bildet mit dem einstigen Kelterhaus und Viehstall eine dreifl\u00fcgelige Geb\u00e4udegruppe, die weitgehend unver\u00e4ndert heute noch erhalten ist und der Gemeinde f\u00fcr verschiedene Zwecke dient.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 40<\/strong><\/p>\n<p>Das Wohnhaus Nr. 40 auf der Mainseite der Hauptstra\u00dfe ist eines der wenigen traufst\u00e4ndigen Beispiele in dem einstigen Stra\u00dfendorf. Im Erdgeschoss befindet sich auf der linken Seite eine Durchfahrt zum Hof. Die Erdgeschosswand der rechten Seite ist verputzt, wahrscheinlich handelt es sich um Fachwerk \u00fcber einem Sandsteinsockel. Anordnung und Gr\u00f6\u00dfe der Fenster entsprechen nicht dem bauzeitlichen Zustand. Das Sichtfachwerk des Obergeschosses wurde in der Vergangenheit mehrfach ver\u00e4ndert, Schmuckformen sind keine vorhanden. Die hofseitige Traufwand besteht ebenfalls aus Fachwerk. Auf dem Satteldach sitzen drei Gauben. Der \u00f6stliche Giebel ist mit einem Kr\u00fcppelwalm versehen. Au\u00dfer im Bereich der Durchfahrt ist das Haus unterkellert. Der Kellerhals befindet sich im Hof. Schriftliche Hinweise zum Bau des Wohnhauses gibt es keine. Aufgrund bauhistorischer Untersuchungen durch den Stadtheimatpfleger wird seine Entstehung im fr\u00fchen 19. Jh. angesetzt.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 42<\/strong><\/p>\n<p>Das Wohnhaus Nr. 42 ist dem Nachbaranwesen baulich sehr \u00e4hnlich. Das Wohnhaus steht ebenfalls traufseitig an der Stra\u00dfe, ist mit einem Satteldach abgeschlossen und verf\u00fcgt wie Nr. 40 \u00fcber eine \u00fcberbaute Hofdurchfahrt auf der linken Seite. Das Anwesen entstand h\u00f6chstwahrscheinlich zur gleichen Zeit, also im fr\u00fchen 19. Jh.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 44<\/strong><\/p>\n<p>Bei diesem schmalen Fachwerkgiebelhaus handelt es sich wohl um das ehem. Austragshaus eines der Nachbargeb\u00e4ude. Da der Bau auf dem Urkataster aber bereits als Einzelanwesen mit R\u00fcckgeb\u00e4uden und Scheune dargestellt ist, wurde er m\u00f6glicherweise schon am Ende des 18. oder am Beginn des 19. Jh. zum eigenst\u00e4ndigen Wohnhaus. Das Geb\u00e4ude ist so schmal, dass auf der Giebelseite im Erdgeschoss nur ein gekuppeltes Fenster, im Obergeschoss zwei eng stehende Fenster mit schmaler Figurennische dazwischen und im Giebel wieder ein gekuppeltes Fenster Platz haben. Das Fachwerk ist konstruktiver Natur ohne Schmuckformen. Es handelt sich um einen Stockwerksbau. Seine Errichtung ist am Ende des 18. Jh. anzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 46<\/strong><\/p>\n<p>Der zweigeschossige Mansardhalbwalmdachbau steht mit dem Giebel zur Stra\u00dfe. Er wurde aus Fachwerk errichtet, welches auf der Giebelseite im Bereich des Erdgeschosses durch einen Ladeneinbau erheblich gest\u00f6rt ist. Die Traufseiten sind verputzt, auf der Giebelseite liegt das Fachwerk frei. Es handelt sich um konstruktives Fachwerk ohne Schmuckformen. Die Fenster sitzen gleichm\u00e4\u00dfig in drei Achsen auf der Fassade. Das Wohnhaus wurde im fr\u00fchen 19. Jh. errichtet. Im mainseitigen Bereich des Grundst\u00fccks steht eine Scheune.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 58\/60<\/strong><\/p>\n<p>Das mit zwei Hausnummern bezeichnete Wohnhaus geh\u00f6rt, wie auch Nr. 62, zu den \u00e4ltesten Hofanlagen der Hauptstra\u00dfe. Es ist ein anschaulicher Vertreter des Obernauer Bauernhauses und entstand wohl im 16.\/17. Jh. Trotz des Verputzes ist der Charakter des Fachwerkhauses ablesbar. Er zeigt sich zum einen an den wegen der Fachwerkkonstruktion unregelm\u00e4\u00dfig angeordneten Fenstern der Giebelfassade, zum anderen an den \u00fcberstehenden Balkenk\u00f6pfen. Der Eingang befindet sich auf der Hofseite.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 61<\/strong><\/p>\n<p>Der kleine, giebelst\u00e4ndige Satteldachbau an der Ecke Hauptstra\u00dfe\/Kirchhofgasse ist durch unterschiedliche Spuren von Umbauten und sp\u00e4ter erg\u00e4nzten Bauteilen ungekl\u00e4rten Ursprungs gekennzeichnet und hat eine bewegte Baugeschichte. Das zweigeschossige Wohnhaus wurde als reines Fachwerkhaus um 1485 (d) errichtet. Die Fachwerkkonstruktion des St\u00e4nderbaus ist einfach, die einzelnen H\u00f6lzer sind miteinander verblattet. Die stra\u00dfenseitige Giebelwand und der an den Westgiebel anschlie\u00dfende Teil der hofseitigen Traufwand wurden im 16. Jh. massiv aus Bruchsteinen erneuert. Das Baumaterial wurde offensichtlich von einem abgebrochenen Geb\u00e4ude zweitverwendet. Auff\u00e4llig sind die unregelm\u00e4\u00dfig auf der Fassade verteilten Fenster mit ganz unterschiedlichen Formaten. W\u00e4hrend die des Erdgeschosses recht klein sind, erscheinen die Dreierfenstergruppe im Obergeschoss und das gekuppelte Fensterpaar im Giebel proportional zu gro\u00df. Wahrscheinlich handelt es sich hier \u2013 wie auch bei der kleinen sandsteingefassten Rund\u00f6ffnung im Giebelspitz des Hauses \u2013 um Spolien. Ein aufwendig gestalteter Wappenstein \u00fcber den Fenstern des Obergeschosses zeigt ein Handwerkszeichen und die Jahreszahl \u201e1588\u201c. Der namentlich nicht bekannte Eigent\u00fcmer des Hauses brachte mit der steinernen Fassade Wohlstand und beruflichen Erfolg zum Ausdruck. Auf der Hofseite befindet sich unmittelbar neben dem heutigen Zugang ein zugemauertes spitzbogiges T\u00fcrgew\u00e4nde, welches den ehem. Eingang markiert. Hinter dem Wohnhaus in Richtung Friedhof stand eine Scheune, die 1960 abgebrannt ist. Unter dieser ehem. Scheune liegt ein gew\u00f6lbter Keller, dessen Zugang in der Kirchhofgasse mit sandsteingerahmtem und mit \u201e1608\u201c bezeichnetem Portal erhalten ist. Zwischen dem Wohnhaus und der ehem. Scheune steht seit 1959 ein kleiner zweigeschossiger Anbau.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 62<\/strong><\/p>\n<p>Vergleichbar wie bei Nr. 58\/60 handelt es sich bei diesem im 17.\/18. Jh. entstandenen Bauernhaus um einen verputzten Fachwerkbau. Das giebelst\u00e4ndige Wohnhaus schlie\u00dft mit einem Satteldach ab. Die Fenster der Giebelwand sind zum Teil gekuppelt, die der Hofseite sitzen direkt unter der Traufe. Wie fast alle Wohnh\u00e4user der Hauptstra\u00dfe erfolgt der Zugang von der Hofseite her. Zwischen dem Satteldachbau und dem \u00f6stlichen Nachbaranwesen Nr. 58\/60 ist in Teilen die Toranlage mit (ehemals) rundbogiger Durchfahrt und Fu\u00dfg\u00e4ngerpforte (bez. \u201e1606\u201c) erhalten.<\/p>\n<p><strong>Hauptstra\u00dfe 66<\/strong><\/p>\n<p>Das wohl bereits im 16. Jh. entstandene Wohnhaus entspricht dem Typus des Obernauer Bauernhauses, ist jedoch erkennbar \u00e4lter. Wie zahlreiche andere ist der Fachwerkbau verputzt. Die leicht vorspringenden Geschosse deuten darauf hin, dass der Bau \u00e4lter ist als die beiden \u00f6stlichen Nachbaranwesen. Die Fenster sind verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig klein und der Fachwerkkonstruktion entsprechend auf der Giebelfassade angeordnet bzw. sitzen auf der Traufseite direkt unter der Traufschwelle.<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>Ina Gutzeit\/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkm\u00e4ler, Bodendenkm\u00e4ler (Denkm\u00e4ler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), M\u00fcnchen 2015, S. 288-295.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hauptstra\u00dfe verl\u00e4uft parallel zum Main. Ihr s\u00fcdliches Ende bildet eine Stichstra\u00dfe, um die sich die Anwesen des sog. \u201eSchwarzviertels\u201c gruppieren. 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