{"id":4040,"date":"2022-03-28T10:36:41","date_gmt":"2022-03-28T08:36:41","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=4040"},"modified":"2022-03-28T14:24:55","modified_gmt":"2022-03-28T12:24:55","slug":"weissenburger-strasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/weissenburger-strasse\/","title":{"rendered":"Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>Die Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe, n\u00f6rdlich der Altstadt, verl\u00e4uft entlang des ehem. Stadtgrabens parallel zur Friedrichstra\u00dfe. Wie diese beginnt die Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe an der Goldbacher Stra\u00dfe, an der Stelle, wo sich ehemals das Herstalltor befand, und geht in westlicher Richtung in die Hanauer Stra\u00dfe \u00fcber. Nach 1871 wurde der Graben zwischen der ehem. Apfelallee (heute Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe) und dem Seilergang (jetzt Friedrichstra\u00dfe) aufgef\u00fcllt, die Stadtmauer beseitigt und die Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe gemeinsam mit der Friedrichstra\u00dfe zu einem Boulevard mit repr\u00e4sentativen, mehrgeschossigen Wohn- und Gesch\u00e4ftsbauten ausgebaut. An der Nordseite der Stra\u00dfe lie\u00dfen sich Gesch\u00e4ftsleute von Aschaffenburger Baumeistern gro\u00dfe Mietsh\u00e4user errichten, z.T. als Spekulationsobjekte. An der S\u00fcdseite der Stra\u00dfe verl\u00e4uft der Gr\u00fcnstreifen \u201eSch\u00f6ntal\u201c. An beiden Seiten der Stra\u00dfe befand sich ein Trottoir, die Fahrspur war schmaler als heute, sodass man auf der Stra\u00dfe flanieren konnte. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges wurde auch die Bebauung der Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe stark beeintr\u00e4chtigt und sp\u00e4ter durch B\u00fcro- und Gesch\u00e4ftsh\u00e4user der Nachkriegsmoderne ersetzt. Dennoch ist eine geraume Anzahl von repr\u00e4sentativen Geb\u00e4uden der Jahrhundertwende erhalten, die gemeinsam mit der gegen\u00fcberliegenden Friedrichstra\u00dfe das Ensemble Friedrichstra\u00dfe\/Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe bilden. Heute ist die Stra\u00dfe mehrspurig ausgebaut und nur noch in eine Richtung befahrbar. Der Fu\u00dfweg an der Seite des Gr\u00fcnstreifens ist weggefallen. Die Namensgebung der Stra\u00dfe erinnert an den Sieg des deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preu\u00dfen am 4. August 1870 bei der Schlacht bei Wei\u00dfenburg (Wissembourg) im Elsass. An diesem Tag erst\u00fcrmte dieser mit preu\u00dfischen und bayerischen Truppen die Stadt Wei\u00dfenburg.<\/p>\n<p><strong>Ensemble Friedrichstra\u00dfe\/Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>Seit 1854, mit dem Anschluss an die Ludwig-Westbahn, begann Aschaffenburg sich weiter nach Norden auszudehnen. Dieses Wachstum kam erst w\u00e4hrend der Gr\u00fcnderzeit zur vollen Entfaltung, da bis 1870 die \u00e4u\u00dfere Stadtbefestigung von 1370\/80 im Wesentlichen erhalten geblieben war. Erst nachdem der Graben zwischen der ehem. Apfelallee (heute Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe) und dem Seilergang (jetzt Friedrichstra\u00dfe) aufgef\u00fcllt und die Stadtmauer beseitigt worden war (1870\/71), setzte die Bebauung ein, die dem Ensemble Friedrichstra\u00dfe\/Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe trotz zahlreicher Kriegszerst\u00f6rungen und Neubauten seinen bleibenden Stempel aufdr\u00fcckt. Ein Beispiel der fr\u00fchen Bebauung ist das Anwesen Friedrichstra\u00dfe 19 aus dem Jahr 1874, errichtet an der Stelle des 1867 abgebrochenen sog. Folterturms, der Teil der \u00e4u\u00dferen Aschaffenburger Stadtbefestigung gewesen war. Dieses ehem. sp\u00e4tklassizistische Wohnhaus, heute an einen modernen Gesch\u00e4ftsbau angebunden, illustriert die urspr\u00fcngliche villenartige Bebauung am Rande der Unteren Stadt. Mit Bauten des sp\u00e4ten Historismus und Jugendstils, mit z.T. pr\u00e4chtigen, roten und gelben Sandsteinfassaden des sp\u00e4ten 19. und fr\u00fchen 20. Jh., wurde diese Stra\u00dfenanlage zu einer vom Typus der Ringstra\u00dfe erweitert, die auch den hierf\u00fcr charakteristischen, parkartigen Gr\u00fcnstreifen besitzt und so in besonderer Weise die alte \u201eStadtgrenze\u201c anschaulich macht. Ein besonderes st\u00e4dtebauliches Gewicht bekommt das Ensemble dadurch, dass es im Zusammenhang eines gr\u00f6\u00dferen, die Stadt einfassenden Park- und Gr\u00fcng\u00fcrtels steht. Denn \u00f6stlich der erhaltenen Barbakane des 1869 abgebrochenen Herstalltores, die einen Endpunkt des Ensembles markiert, erstreckt sich der Park Sch\u00f6ntal, der ehem. ummauerte f\u00fcrstliche Tiergarten, der im 18. Jh. zu einem englischen Park (mit der \u201eStaffagearchitektur\u201c der Beginenklosterruine) umgewandelt worden war. Am westlichen Endpunkt des Ensemblebereichs, ungef\u00e4hr da, wo das ehem. Karlstor bzw. Dingstalltor stand, setzt sich der Gr\u00fcng\u00fcrtel im Schlossgarten fort, der, bis zum Main f\u00fchrend, einen Schloss und Pompejanum einfassenden Park bildet.<\/p>\n<p><strong>Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 12<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr sein M\u00f6belgesch\u00e4ft lie\u00df sich der Gesch\u00e4ftsmann Abraham Hamburger von dem Architekten Friedrich Selbert 1910 den Neubau eines Wohn- und Gesch\u00e4ftshauses planen. Auf dem zuvor mit einem Wohnhaus und einem Nebengeb\u00e4ude bebauten Eckgrundst\u00fcck entstand ein viergeschossiges Geb\u00e4ude mit drei Achsen an der Frohsinnstra\u00dfe, einer \u201erunden Ecke\u201c und sechs Achsen entlang der Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe. Im Erd- und 1. Obergeschoss war ein Laden eingerichtet. Der Keller nahm einen Lagerraum und die Keller f\u00fcr die privaten Wohnungen auf, die sich in den \u00fcbrigen Obergeschossen befanden. Im Dachgeschoss war eine Waschk\u00fcche mit Trockenraum und Kammern untergebracht. Der Zugang zum Kaufhaus erfolgte \u00fcber die abgerundete und gestalterisch hervorgehobene Geb\u00e4udekante, der Eingang zu den Wohnungen befindet sich auf der Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe auf der Seite zu Haus Nr. 14. Beim Luftangriff am 3. Oktober 1944 wurden die Fenster im Erdgeschoss, ein Hauptpfeiler, die Inneneinrichtung im 1. Obergeschoss sowie das Dach besch\u00e4digt. Im Auftrag der Bayerischen Hypothekenbank wurde das Anwesen 1950 unter Leitung von Architekt Ludwig D\u00f6lger instand gesetzt und umgebaut.<\/p>\n<p><strong>Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 26<\/strong><\/p>\n<p>Der kgl. Hofbaurat Eugen Drollinger stellte am 20. Juli 1905 beim Stadtmagistraten von Aschaffenburg den Antrag zur Erlaubnis, ein kgl. Filialbankgeb\u00e4ude neu errichten zu d\u00fcrfen. Schon am 14. Oktober 1906 konnte die Er\u00f6ffnung des Neubaus mit einem Festakt und G\u00e4sten, die zur Besichtigung der Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume geladen waren, gefeiert werden. Der viergeschossige Satteldachbau erhielt eine repr\u00e4sentative Fassade aus unverputzten, gelben Sandsteinquadern mit \u00fcbergiebeltem Mittelrisalit. \u00dcber einem Sockel mit Kellerfenstern folgt ein hohes Erdgeschoss mit korbbogig abgeschlossenen gro\u00dfen Fenstern. Die Etage dar\u00fcber ist durch Br\u00fcstungen betont und besonders reich mit Fassadenschmuck versehen. So ist in der Mitte ein bayerisches Wappen angebracht und die beiden \u00e4u\u00dferen Fenster des Risalits sind zus\u00e4tzlich mit Meanderwerk gerahmt. Dar\u00fcber befindet sich eine Loggia, die von vier schlanken S\u00e4ulen mit ionischen Kapitellen getragen wird. Zwischen den S\u00e4ulen sind Holzgel\u00e4nderfelder mit Festons ausgebildet. Der heute fehlende Giebel war mit zwei fig\u00fcrlichen Darstellungen gestaltet. In der Mitte befand sich eine Krone. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges entstanden an dem Geb\u00e4ude erhebliche Sch\u00e4den am Dach, wobei auch der Giebel des Risalits vernichtet wurde. Der westliche Teil des Geb\u00e4udes wurde stark besch\u00e4digt und st\u00fcrzte ein, gleichzeitig sind Mauern und der westliche Treppenturm eingefallen. 1946 erfolgte der Wiederaufbau des Geb\u00e4udes der Bayerischen Staatsbank nach Planung von Dipl.-Ing. Wilk, wobei die Wiedererrichtung des Daches und die Wiederherstellung der Binnenstruktur Priorit\u00e4t hatte. Die Fassade zur Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe wurde ohne den breiten Giebel \u00fcber dem Mittelrisalit instand gesetzt. 1956 fanden erneut Umbauarbeiten im Innern des Geb\u00e4udes statt. Offenbar war aber das Bankhaus seit dem Ende des Krieges doch in so schlechtem baulichem Zustand, dass der Architekt Ernst Br\u00f6nner am 8. M\u00e4rz 1976 bei der Bauverwaltung des Stadtbauamtes Aschaffenburg um eine Abbruchgenehmigung ersuchte, die allerdings nicht bewilligt wurde. Das Geb\u00e4ude wurde nur teilweise r\u00fcckgebaut. Die Fassade zur Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe sowie die Umfassungsmauern der Treppenh\u00e4user und der Tresorr\u00e4ume blieben erhalten. So konnte das Bankgeb\u00e4ude bis heute sein repr\u00e4sentatives Erscheinungsbild bewahren, welches es mit seiner Jugendstilfassade an dem einstigen Boulevard urspr\u00fcnglich hatte.<\/p>\n<p><strong>Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 36<\/strong><\/p>\n<p>Das Eckgeb\u00e4ude an der Einm\u00fcndung der Erthalstra\u00dfe in die Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe wurde 1891 von Hermann Reichard als \u201eWohngeb\u00e4ude mit Restauration (Caf\u00e9 Sch\u00f6ntal)\u201c f\u00fcr Alois Geiger und S\u00f6hne, Hermann Koloseus, Adam Hohenberger und Jakob M\u00fcller entworfen. Der viergeschossige Satteldachbau steht mit jeweils drei Achsen zur Wei\u00dfenburger und zur Erthalstra\u00dfe, die Geb\u00e4udekante ist abgeschr\u00e4gt und eine Fensterachse breit. Das Geb\u00e4ude ist aus gelben Backsteinen errichtet, die unverputzte Fassade durch Gesimse, Fensterrahmungen und -\u00fcberdachungen aus rotem Mainsandstein gegliedert. Die Fenster des 1. und 2. Obergeschosses \u00fcber dem rundbogigen Eingang besitzen einen Balkon mit eisernem Gel\u00e4nder. Jeweils die mittlere der drei Fassadenachsen ist durch zu Paaren zusammengefasste Fenster hervorgehoben. Die Eing\u00e4nge sind besonders gerahmt und mit einem gesprengten Segmentbogengiebel versehen. Die rundbogigen Schaufenster sind heute bis zum Bodenniveau vergr\u00f6\u00dfert. Im 1. Obergeschoss weisen die Fenster Giebelverdachungen auf, die in der mittleren Achse wiederum als gesprengte Giebel gestalterisch hervorgehoben sind. Der Reichtum der Gliederung nimmt mit zunehmendem Stockwerk ab.<\/p>\n<p><strong>Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 40<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Grundst\u00fcck, welches ehemals dem Spirituosenfabrikanten Carl Weber geh\u00f6rte, plante im November 1909 der Architekt Adolf Scholl einen Neubau f\u00fcr Alfons Vogel. Der Entwurf sah ein viergeschossiges Mehrfamilienwohnhaus mit reich verzierter Jugendstilfassade mit einem gro\u00dfen, leicht geschwungenen Giebel vor. Nur drei Monate sp\u00e4ter zeichnete Heinrich Morhard einen Tekturplan f\u00fcr den Neubau, der diesen mit einer neubarocken Fassade zeigt. In den Grundz\u00fcgen \u00e4hneln sich die Entw\u00fcrfe, was wohl auf die Vorgaben und W\u00fcnsche des Bauherrn Alfons Vogel zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Realisiert wurde ein traufst\u00e4ndiger Satteldachbau mit dreiachsiger Fassade zur Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe. Auf der linken Seite des Geb\u00e4udes befindet sich eine Durchfahrt zum Hof und auf der rechten Seite der Hauseingang. Auf den von Scholl vorgesehenen Giebel verzichtete Morhard und versah das Dach mit zwei gr\u00f6\u00dferen Gauben mit Segmentbogenabschluss und einer kleineren in der Mitte. Die drei Fensterachsen sind im Bereich der Obergeschosse optisch durch kolossale Pilaster aus Sandstein getrennt. Das rustizierte Erdgeschoss und die Fensterrahmungen sind ebenfalls aus Sandstein gefertigt und heben sich von der verputzten Fassade ab. Der Erker \u00fcber der Tordurchfahrt auf der linken Seite erstreckt sich vom 1. bis ins 3. Obergeschoss und schlie\u00dft mit einem Balkon mit Sandsteinbr\u00fcstung ab. In n\u00f6rdlicher Richtung ist an das Hauptgeb\u00e4ude ein R\u00fcckbau angef\u00fcgt. Die von Morhard geplanten Grundrisse sahen eine Wohnung pro Etage vor, wobei sich vier Zimmer im Vorderhaus und zwei im R\u00fcckgeb\u00e4ude befanden. Im Verbindungsbereich waren das Bad, WC und K\u00fcche untergebracht. Das Geb\u00e4ude wurde im Krieg besch\u00e4digt, konnte jedoch wieder instand gesetzt werden und zeigt sich heute in der von Morhard 1910 geplanten Form. Als Wohnhaus mit einer Fassade mit repr\u00e4sentativem Anspruch ist das Geb\u00e4ude ein pr\u00e4gender Bau im Bereich des Ensembles Friedrichstra\u00dfe\/Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 50<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem auf dem Eckgrundst\u00fcck an der Kreuzung Duccastra\u00dfe\/Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe bereits am Ende des 19. Jh. ein Wohnhaus mit R\u00fcckgeb\u00e4uden gestanden hat, errichtete der Baumeister Adam Schneider 1906 ein viergeschossiges Mehrfamilienhaus mit Laden. Im Jahr darauf erwarb Heinrich Ernst den Bau und lie\u00df sich im Anwesen eine Badeanstalt bauen. Beide Geb\u00e4ude, das Wohnhaus und das Badhaus, sind heute noch erhalten. Das Wohnhaus erhebt sich als Eckgeb\u00e4ude mit neubarocker Fassade viergeschossig auf fast quadratischem Grundriss und schlie\u00dft mit einem Mansarddach ab. Der massive Bau ist verputzt und war urspr\u00fcnglich reich mit Gliederungselementen aus rotem Mainsandstein ornamentiert. Das gesamte Erdgeschoss ist aus roten Sandsteinquadern errichtet. Die zur Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe gerichtete Fassade ist erkennbar aufwendiger gestaltet als die zur Duccastra\u00dfe. Sie ist mit einem \u00fcber zwei Ebenen reichenden Giebel versehen und mit einem \u00fcber zwei Etagen reichenden Erker in der Mittelachse betont. Die Geb\u00e4udekante ist abgerundet. Die Fassade zur Duccastra\u00dfe ist klar gegliedert. Auf der rechten Seite befindet sich eine rundbogige Durchfahrt zum Hof und dem dort stehenden Badhaus. Das Badhaus erinnert \u00e4u\u00dferlich an eine kleine Burg. Das gesamte Geb\u00e4ude ist verputzt. Gesimse und Sohlb\u00e4nke aus rotem Sandstein gliedern die Fassade. Das zu einem Turm ausgebildete Treppenhaus ist an den Ecken mit Strebepfeilern versehen, die dem Bau einen fortifikatorischen Charakter verleihen. Der Eingang ist in Form einer offenen rundbogigen Veranda gestaltet. Im Erdgeschoss befanden sich \u2013 nach Geschlechtern getrennt \u2013 Umkleiden und die verschiedenen Bader\u00e4ume, darunter Licht- und Brausebad, au\u00dferdem Ruher\u00e4ume. Im Obergeschoss, welches nur auf der linken Geb\u00e4udeh\u00e4lfte ausgebaut war, lag die Wohnung des Bademeisters. R\u00e4ume f\u00fcr die Heizungsanlage, ein Trockenraum sowie je eine Waschk\u00fcche f\u00fcr die Badeanstalt und eine f\u00fcr das Wohnhaus waren im Souterrain untergebracht. W\u00e4hrend des Krieges wurden sowohl das Wohnhaus als auch das Badhaus besch\u00e4digt. Dach, Treppenhaus, Zwischenw\u00e4nde sowie Fenster und T\u00fcren wurden durch Luftdruck zerst\u00f6rt. Am Badhaus entstanden Sch\u00e4den am Eingang und die Bademeisterwohnung brannte aus. Die durch den Krieg entstandenen Sch\u00e4den wurden 1949 wieder repariert.<\/p>\n<p><strong>Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 58<\/strong><\/p>\n<p>1895 planten die Baumeister Albert und Hartmann aus Damm den Neubau eines Wohnhauses, den Michael Zahn erwarb. Ein Jahr sp\u00e4ter lie\u00df er sich an der \u00f6stlichen Grundst\u00fccksgrenze des Anwesens ein eingeschossiges Nebengeb\u00e4ude als Holzlege und f\u00fcr die Waschk\u00fcche errichten. Au\u00dferdem wurde im Erdgeschoss des Wohnhauses ein Laden eingerichtet, der sp\u00e4ter von B\u00e4ckermeister Peter Hartlaub genutzt wurde, heute aber wieder r\u00fcckgebaut ist. W\u00e4hrend des Angriffs auf Aschaffenburg am 21. November 1944 wurden das Dach, Decken, W\u00e4nde sowie Fenster und T\u00fcren des Geb\u00e4udes besch\u00e4digt. Die Sch\u00e4den wurden unter Leitung des Architekten Werner Schlauersbach 1949 instand gesetzt. Das viergeschossige Wohnhaus steht traufst\u00e4ndig an der Baulinie der Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe und schlie\u00dft mit einem Satteldach ab. Die mittlere der drei Fassadenachsen ist zu einem leicht vortretenden Risalit ausgebildet, der in einem Zwerchgiebel endet und durch Diamantquader hervorgehoben ist. Die zu Paaren zusammengefassten, hochrechteckigen Fenster der Fassade sind mit Gew\u00e4nden aus rotem Sandstein gerahmt und mit Ankersteinen verziert, die des 1. und 2. Obergeschosses sind mit einem geraden, profilierten Sturz abgeschlossen. Durchlaufende, profilierte Sohlbankgesimse in jeder Etage gliedern die Fassade horizontal. In der Mitte des 1. Obergeschosses ruht auf drei Konsolen ein Balkon mit gusseisernem Gel\u00e4nder. Leider hat die Fassadengliederung des Wohnhauses durch den Verputz ihren Zusammenhang verloren. So scheinen die diamantf\u00f6rmigen Schlusssteine \u00fcber den Fenstern durch die fehlenden Entlastungsb\u00f6gen zu schweben.<\/p>\n<p><strong>Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 60<\/strong><\/p>\n<p>Der Baumeister Adam Schneider errichtete 1898 das viergeschossige Wohnhaus als Spekulationsobjekt. Das Erdgeschoss ist aus regelm\u00e4\u00dfigen Quadern aus rotem Mainsandstein, die dar\u00fcberliegenden Geschosse sind aus gelben Ziegelsteinen errichtet. Die Fassadengliederungselemente sind ebenfalls aus rotem Sandstein gefertigt. Von den vier Achsen sind die beiden \u00e4u\u00dferen leicht vorspringend. Die \u00e4u\u00dferste linke Achse ist im Bereich der Obergeschosse als dreieckiger Erker ausgef\u00fchrt, der eine kleine Haube tr\u00e4gt. Die Fenster der rechten Achse sind im 1. und 2. Obergeschoss mit Balkonen versehen. Alle Obergeschossfenster sind jeweils zu Paaren zusammengefasst. Ein durchlaufendes Gesims etwa in der Mitte der Fenster gliedert die Fassade in horizontaler Richtung. Das Geb\u00e4ude wurde im Krieg im Bereich des Daches besch\u00e4digt. Die Reparaturen sind heute am Mauerwerk durch die etwas andersfarbigen Ziegel ablesbar. Im Gegensatz zu den repr\u00e4sentativen Wohn- und Gesch\u00e4ftsh\u00e4usern am Beginn der Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe, die mit deutlich aufwendiger gestalteten Fassaden versehen sind, nimmt dieser repr\u00e4sentative Charakter gegen Ende der Stra\u00dfe ab.<\/p>\n<p><strong>N\u00e4he Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Gr\u00fcnstreifen zwischen Friedrich- und Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe, dem sog. Offenen Sch\u00f6ntal, steht in H\u00f6he der r\u00fcckw\u00e4rtigen Einfahrt des Grundst\u00fccks Karlstra\u00dfe 16 ein Kruzifix, bei dem es sich um eines der ehemals sechs Kreuze an den wichtigsten Stadttoren der Aschaffenburger Stadtbefestigung handelt. Bildst\u00f6cke und Kreuze an Stadtein- bzw. -ausg\u00e4ngen befestigter St\u00e4dte dienten seit dem Mittelalter den Menschen als Ort der Andacht oder des Gebets vor dem Verlassen der Stadt oder bei der R\u00fcckkehr einer Reise. Das Kreuz ist im Urkataster von 1845 an der Ecke Hanauer Stra\u00dfe\/Kolpingstra\u00dfe eingezeichnet. 1869 wurde es im Zuge der Errichtung der Umfassungsmauern des Anwesens des Magistratsrats Moritz Vetter abgebrochen und an der abgeschr\u00e4gten Ecke wieder aufgestellt. Den Zweiten Weltkrieg \u00fcberstand das Kreuz schwer besch\u00e4digt. Es wurde 1947 restauriert. Dabei fertigte der Bildhauer Johann Gehring einen neuen Korpus nach dem damals noch vorhandenen Vorbild an. Professor Hans Morsheuser beaufsichtigte die Erneuerung der Inschriftenplatte. Das aus rotem Sandstein gefertigte Kruzifix steht auf einem breiten, 95 cm hohen Sandsteinsockel. Dieser wurde aus vier Bl\u00f6cken und einer davor gesetzten Inschriftenplatte auf einem flachen Sockel errichtet. Die Altarplatte ist einfach profiliert. Das Kreuz ist ca. 2 m hoch und in der Mitte der Altarplatte aufgestellt. Es wird von zwei gedrehten Eisenst\u00e4ben gest\u00fctzt. Aus der Inschrift geht hervor, dass die Eheleute Adam und Anna Pflug, geb. Bleistein am 20. August 1661 das Kreuz errichten lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>Ina Gutzeit\/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkm\u00e4ler, Bodendenkm\u00e4ler (Denkm\u00e4ler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), M\u00fcnchen 2015, S. 7-8; S. 188-192.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe, n\u00f6rdlich der Altstadt, verl\u00e4uft entlang des ehem. Stadtgrabens parallel zur Friedrichstra\u00dfe. 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