{"id":4014,"date":"2022-03-28T10:57:07","date_gmt":"2022-03-28T08:57:07","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=4014"},"modified":"2022-03-29T08:14:53","modified_gmt":"2022-03-29T06:14:53","slug":"schlossplatz-das-schloss-johannisburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/schlossplatz-das-schloss-johannisburg\/","title":{"rendered":"Schlo\u00dfplatz &#8211; Das Schloss Johannisburg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schlo\u00dfplatz 4 &#8211; Schloss Johannisburg<\/strong><\/p>\n<p>Das Schloss Johannisburg wurde zwischen 1605 und 1614 nach Pl\u00e4nen des Baumeisters Georg Ridinger im Auftrag von Erzbischof und Kurf\u00fcrst Johann Schweikard von Kronberg errichtet. Es erhebt sich oberhalb des Mains am rechten Ufer auf einer Terrasse am nord &#8211; westlichen Ende der Oberstadt. An der Stelle des heutigen Renaissanceschlosses stand eine mittelalterliche Burg mit einer Johannes d. T. geweihten Kapelle, die namensgebend f\u00fcr Burg und Schloss war. Auch die heutige Schlosskapelle hat dieses Patrozinium beibehalten. Wegen seiner exponierten Lage ist das Schloss von allen Seiten gut sichtbar und pr\u00e4gt insbesondere vom Main her das Stadtbild auf beeindruckende Weise.<\/p>\n<p>Baubeschreibung:<\/p>\n<p>Georg Ridinger entwarf das Schloss als monumentale Vierfl\u00fcgelanlage mit Eckt\u00fcrmen um einen fast quadratischen Innenhof. Der unverputzte Bau wurde aus \u00f6rtlichem rotem Mainsandstein errichtet, die D\u00e4cher sind mit Schiefer gedeckt. Alle vier Fl\u00fcgel sind dreigeschossig und haben fast gleichwertig gegliederte Fassaden und einen Ziergiebel, einzig am Nordwestfl\u00fcgel lie\u00df sich die nahezu perfekte Symmetrie des Baus wegen der Beibehaltung des mittelalterlichen Bergfrieds nicht einhalten. Die Eckt\u00fcrme springen aus der Fassade leicht vor. Der Bergfried nimmt den Nordfl\u00fcgel zur H\u00e4lfte ein und steht au\u00dferhalb der Mittelachse, er bildet den f\u00fcnften Turm der Schlosssilhouette. Die Haupteinfahrt zum Schlosshof befindet sich im S\u00fcdfl\u00fcgel, eine weitere im Nordfl\u00fcgel, die Durchfahrt im Ostfl\u00fcgel wurde erst im sp\u00e4ten 18. Jh. geschaffen. Im Innenhof sind in den Ecken Treppent\u00fcrme angef\u00fcgt. Vor der zum Main gerichteten Westfassade befindet sich eine durch eine hohe Quadermauer abgest\u00fctzte Terrasse. Sie ist von einer Sandsteinbalustrade umgeben. Etwa in der Mitte der Mauer ist ein von zwei Genien gehaltenes Wappen von Schweikard eingearbeitet. Dar\u00fcber befand sich urspr\u00fcnglich die Sandsteinfigur des hl. Johannes d.T., die 1805 ins Sch\u00f6ntal gebracht wurde, aber nicht mehr erhalten ist. Auff\u00e4llig ist die gleichm\u00e4\u00dfige und klare Gliederung der Fassaden, die nur in untergeordneten Details abweicht, welche die einheitliche Gesamtwirkung nicht beeinflussen. Die Fl\u00fcgel verf\u00fcgen \u00fcber elf, einschlie\u00dflich der Eckt\u00fcrme \u00fcber 15 Achsen. Die ausschlie\u00dflich horizontale Gliederung erfolgt durch geschosstrennende Gurtgesimse, unter denen ein einfacher Fries verl\u00e4uft, der im Bereich der Fenster mit Beschlagwerkornament versehen ist. Die Geschosse sind gleich hoch und haben jeweils die gleichen Fensterformate. Allerdings sind diese mit einer flach aus der Fassade hervortretenden Rahmung versehen, die in den drei Geschossen variiert. Eine leicht angedeutete Hierarchie ist in der aufwendigeren Ausgestaltung der f\u00fcrstlichen Wohnetagen zu erkennen. Im Erdgeschoss weist die profilierte Rahmung eine Bekr\u00f6nung aus Beschlagwerkformen auf; im 1. Obergeschoss folgt eine gebrochene Segmentverdachung, bei der zwischen den Giebelschenkeln das Mainzer Rad auf einer Konsole dargestellt ist, zwischen Fensterrahmung und Giebel verl\u00e4uft ein Fries mit den Eisenh\u00fcten des Kronberger Wappens; im 2. Obergeschoss sind die Fenster mit einem offenen Dreiecksgiebel bekr\u00f6nt, dessen Giebelfeld mit Beschlagwerk gef\u00fcllt ist, auch hier findet sich zwischen Fensterrahmung und Giebel ein Fries, der mit Triglyphen und Beschlagwerk verziert ist. W\u00e4hrend sich im Kellergeschoss nur in jeder zweiten Achse ein Doppelfenster befindet, sitzen im Dach in jeder Achse zwei Gauben \u00fcbereinander.<\/p>\n<p>Au\u00dfer am Nordfl\u00fcgel wird die Mitte der Fassaden durch einen reich gegliederten Zwerchgiebel akzentuiert, der durch Gesimse in drei Ebenen unterteilt ist. Die unteren beiden verf\u00fcgen \u00fcber ein mittiges Doppelfenster, welches in der untersten Ebene von kannelierten Pilastern und leeren Muschelnischen flankiert wird, in der mittleren Ebene sind es Hermenpilaster. Beide Ebenen sind jeweils seitlich mit Volutenst\u00fccken und Rollwerk verziert. Den \u00e4u\u00dferen Abschluss bilden Obelisken. Die oberste Ebene ist mit einem Rundfenster mit Rollwerkrahmung, flankiert von Obelisken, versehen. Bekr\u00f6nt ist der Zwerchgiebel mit einem Muschelgiebel mit drei Obelisken. Die vier Eckt\u00fcrme haben in den unteren drei Geschossen die gleiche Gliederung wie die Fassaden. Dar\u00fcber folgen ab der Traufe der Fl\u00fcgel drei etwas gedrungene Geschosse mit je zwei fast quadratischen Doppelfenstern, deren Rahmung Rollwerk aufweist. Das 7. Geschoss tritt leicht zur\u00fcck und ist mit einem Umlauf auf geschwungenen Maskenkonsolen mit Sandsteinbr\u00fcstung umgeben. Das Motiv der Masken wiederholt sich auf den Pfeilern der Balusterbr\u00fcstung. Dieses Geschoss hat nur ein einziges Fenster. Dar\u00fcber folgt ein niedriges achteckiges Geschoss, welches den \u00dcbergang zur oktogonalen Haube mit Laterne bildet. In der Mitte des S\u00fcdfl\u00fcgels befindet sich das in den Schlosshof f\u00fchrende Hauptportal. Es ist in kr\u00e4ftiger Rustika ausgef\u00fchrt. Die T\u00fcr\u00f6ffnung ist rundbogig und tr\u00e4gt im Schlussstein eine Maske. Je ein S\u00e4ulenpaar flankiert das Portal. Sockel und Sch\u00e4fte der S\u00e4ulen sind kreuzweise mit Steinb\u00e4ndern umfasst, deren Schnittpunkte mir runden Buckeln besetzt sind. Die S\u00e4ulen tragen je ein Geb\u00e4lkst\u00fcck, auf dem heute die Platte des Balkons ruht, der erst unter Erzbischof Friedrich Carl Joseph von Erthal angebracht wurde. Zuvor befand sich anstelle der auf den Balkon f\u00fchrenden T\u00fcr eine gro\u00dfe Kartusche mit dem Wappen von Schweikard, welches in die Ruine im Sch\u00f6ntal verbracht wurde, wo es verloren ging. Die die Balkont\u00fcr flankierenden Hermenpilaster mit Kronberger Helmzier sind allerdings urspr\u00fcnglich. Bemerkenswert sind die h\u00f6lzernen Torfl\u00fcgel mit Schnitzwerk in architektonischen Formen der deutschen Renaissance, die von Hofschreiner J\u00f6rg Kayser gefertigt wurden.<\/p>\n<p>Zum Portal f\u00fchrt \u00fcber den Graben eine gemauerte Br\u00fccke mit Balusterbr\u00fcstung. Auch diese wurde in der Zeit Friedrich Carl Joseph von Erthals errichtet. Die urspr\u00fcngliche Br\u00fccke des 17. Jh. war etwas schmaler, was daran zu erkennen ist, dass die beiden Atlanten, welche die Doppels\u00e4ulen des Hauptportals tragen, halb verdeckt sind. Gegen\u00fcber dem Portal stand am anderen Ende der Br\u00fccke ein Vortor, dessen Fundamente noch erhalten und im Graben sichtbar sind. Dem Hauptportal gegen\u00fcber gibt es ein weiteres Portal im Nordfl\u00fcgel. Es ist ebenfalls rundbogig, jedoch deutlich schlichter gestaltet. Beide Durchfahrten im S\u00fcd- und Nordfl\u00fcgel sind mit Kreuzgew\u00f6lben versehen, die mit geometrischen Feldern mit Beschlagwerk stuckiert sind. Dieser Stuck \u00e4hnelt den Arbeiten des Eberhard Fischer in der nahen Jesuitenkirche. Eine dritte Durchfahrt zum Schlosshof wurde w\u00e4hrend der einschneidenden Umbauten zur Zeit Friedrich Carl Joseph von Erthals durch seinen Architekten Emanuel Joseph von Herigoyen im Ostfl\u00fcgel geschaffen. Um einen Zugang zu einem neu eingebauten Treppenhaus zu erm\u00f6glichen, wurde in der Mitte des Fl\u00fcgels das dritte Portal eingeschlagen und daf\u00fcr der Graben an dieser Seite verf\u00fcllt. Der sp\u00e4tere Einbau ist kaum wahrnehmbar, da das Portal stilistisch dem Renaissancebau angeglichen wurde. Im Innenhof sind die Fassaden wie die des Au\u00dfenbaus gegliedert. Ost-, S\u00fcd- und Westseite haben Zwerchgiebel gleich den Giebeln der Au\u00dfenfassade. An der Nordseite befindet sich der Bergfried. In den Ecken des Innenhofes stehen vier polygonale Treppent\u00fcrme, die mit drei Achteckseiten in den Schlosshof ragen, bis in den Dachraum reichen und mit einer Haube abgeschlossen sind. Die Gestaltung der Fenster in den Eckt\u00fcrmen entspricht der der Fassaden, im 3. Obergeschoss haben sie Rollwerkrahmungen. Die Portale der T\u00fcrme sind in Rustika ausgef\u00fchrt und mit Pilastern flankiert, deren Sockel und Sch\u00e4fte mit gekreuzten Steinb\u00e4ndern umfasst sind, ein Motiv, das vom Hauptportal \u00fcbernommen wurde. Die Pilaster tragen einen Architrav, der mit Beschlagwerk verziert ist, dar\u00fcber befindet sich in der Mitte ein mit radialen Keilsteinen gerahmtes Rundfensterchen, umgeben von Rollwerk.<\/p>\n<p>In den Treppent\u00fcrmen f\u00fchrt eine Wendeltreppe aus Sandstein zu den Geschossen. Sie ruht auf je drei Diensten, die im Obergeschoss zu einem kunstvollen Knoten aus Sandstein verwunden sind. Die Treppent\u00fcrme schlie\u00dfen im Innern mit einem Kuppelgew\u00f6lbe mit sternf\u00f6rmiger Rippenfiguration. Eine Besonderheit findet sich am Fu\u00df des s\u00fcdwestlichen Treppenturms, hier steht ein steinerner L\u00f6we mit dem Wappen des Erbauers. Die T\u00fcrbl\u00e4tter sind mit \u00e4hnlich aufwendigem Schnitzwerk versehen wie die des Hauptportals. Vor dem Westfl\u00fcgel befand sich urspr\u00fcnglich ein Arkadengang, der in der Erthal-Zeit entfernt wurde. Heute sind hier noch zwei S\u00e4ulen dieses Arkadenganges zu sehen. \u00c4hnliche Arkaden befanden sich auch vor dem nord\u00f6stlichen Treppenturm. Der von der mittelalterlichen Burg \u00fcbernommene, in den Westfl\u00fcgel integrierte Bergfried ist innen und au\u00dfen stark ver\u00e4ndert. Er ist verputzt und mit Eckquadern aus Sandstein versehen. Die Fenster sind im 17. Jh. denen der Fassade angeglichen worden. Das steile Walmdach des Bergfrieds wurde 1826 neu hergestellt. Es entspricht den \u00fcberlieferten Abbildungen aus dem 16. Jh. Ob die kuppel\u00e4hnliche Haube, wie auf dem Stich von Georg Ridinger zu sehen, in Angleichung an die vier Eckt\u00fcrme je ausgef\u00fchrt worden war, ist nicht gekl\u00e4rt. Ebenfalls 1826 wurde auf der Hofseite eine gro\u00dfe Dachgaube angebracht, die wie auch der Dachreiter nach dem Zweiten Weltkrieg nicht rekonstruiert worden ist.<\/p>\n<p>Die durch die Stiche von Georg Ridinger gut dokumentierte urspr\u00fcngliche Aufteilung der Schlossr\u00e4ume ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Zum einen wurden die R\u00e4ume unter Erzbischof Friedrich Carl Joseph von Erthal und unter seinem Nachfolger Carl von Dalberg umgebaut und ver\u00e4ndert, zum anderen wurde das Schloss w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges so stark besch\u00e4digt, dass im Fr\u00fchjahr 1945 nur die Au\u00dfenmauern der ausgebrannten Ruine stehen blieben. Beim Wiederaufbau wurde vor allem die Rekonstruktion des Au\u00dfenbaus verfolgt. Die Raumaufteilung des 18. Jh. wurde nicht wieder hergestellt, sondern dem musealen Nutzen des Schlosses angepasst. Heute befinden sich im Schloss Johannisburg die Sammlungen von drei Museumsinstitutionen: die Galerie der Bayerischen Staatsgem\u00e4ldesammlung mit etwa 260 Gem\u00e4lden, die Schaur\u00e4ume der Bayerischen Schl\u00f6sserverwaltung mit erhaltenen Ausstattungsst\u00fccken und der Sammlung der Korkmodelle antiker Bauten sowie das st\u00e4dtische Schlossmuseum mit Objekten aus dem weltlichen Bereich die Stadtgeschichte betreffend wie das D\u00e4mmer Porzellan der D\u00e4mmer Steingutfabrik des 19. Jh. Die zwischen Westturm und Bergfried eingegliederte Schlosskapelle ist heute der einzige Raum, der sein Erscheinungsbild seit Errichtung des Schlosses im 17. Jh. bewahrt hat. Der rechteckige Raum zu f\u00fcnf Jochen umfasst das Erd- und das Obergeschoss. Er ist mit einem nachgotischen Netzgew\u00f6lbe, welches auf Renaissancekonsolen ruht, geschlossen. Dieses war beim Brand des Schlosses im Krieg eingest\u00fcrzt und wurde 1963 durch die Steinmetzschule rekonstruiert. Die Kapelle hat auf beiden Schmalseiten Emporen, die im Stich von Ridinger als \u201ePorkirchen\u201c bezeichnet sind. Die westliche diente als Oratorium f\u00fcr Angeh\u00f6rige des Hofes und ist von den Schlossr\u00e4umen aus zug\u00e4nglich. Die \u00f6stliche Empore war f\u00fcr S\u00e4nger und Musiker bestimmt. Die hohen Fenster der Kapelle haben einen geraden Sturz und Mittelpfosten mit doppeltem Kreuz aus Sandstein.<\/p>\n<p>Das Portal zur Kapelle befindet sich im Schlosshof rechts neben dem westlichen Treppenturm. Es ist ganz im Stil der Renaissance ausgef\u00fchrt und wohl unter Mitwirkung des Bildhauers Hans Junker entstanden. Die rundbogige T\u00fcr\u00f6ffnung wird von zwei S\u00e4ulenpaaren flankiert, die Geb\u00e4lkst\u00fccke tragen, \u00fcber denen segmentbogige Giebelst\u00fccke angebracht sind. Die S\u00e4ulen sind im unteren Drittel mit Beschlagwerk versehen, der \u00fcbrige Schaft ist kanneliert. Das Beschlagwerkmotiv wiederholt sich im Fries \u00fcber dem Geb\u00e4lk und in den Segmentgiebelst\u00fccken. Zwischen den S\u00e4ulen sind Muschelnischen mit zwei Figuren ausgebildet, links Johannes d.T., rechts Johannes Evang. \u00dcber der T\u00fcr, quasi als Supraporte, befindet sich ein bemerkenswertes Relief mit der Darstellung der Taufe Christi. Den Auszug bildet ein Segmentgiebel, der von einer Marienfigur bekr\u00f6nt ist. W\u00e4hrend die Kanzel der Kapelle beim Einsturz des Gew\u00f6lbes stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, hatte man den Altar durch eine Mauer gesch\u00fctzt, weswegen er weitgehend unbesch\u00e4digt blieb. Beide Werke werden dem Bildhauer Hans Juncker zugeschrieben. Der mehrteilige Altar wurde aus unterschiedlich farbigem Marmor zwischen 1609 und 1614 gefertigt. Es handelt sich dabei um einen architektonischen Aufbau mit einer F\u00fclle von Reliefs und Figuren. Den Mittelpunkt bildet eine fast vollplastische Kreuzigungsgruppe mit Maria, Johannes und Magdalena in einer rundbogigen Nische. \u00dcber dieser Gruppe halten zwei Engel eine Kartusche mit dem Monogramm Christi. Rechts und links der zentralen Szene sind je vier quadratische Relieftafeln mit Darstellungen der Passion Christi angebracht. Zwei weitere Tafeln befinden sich in der Predella. \u00dcber dem Mittelteil folgt ein reicher Aufsatz, der bis unter das Gew\u00f6lbe reicht. Hier findet sich ein Relief mit der Auferstehung Christi. Es wird flankiert von zwei Pilastern, vor denen die zwei Engelsfiguren mit Kreuz bzw. Gei\u00dfels\u00e4ule stehen. Abgeschlossen wird der Aufsatz mit einem gebrochenen Giebel, auf dessen Schenkeln Engel sitzen, dazwischen das Wappen von Erzbischof Johann Schweikard. Korinthische S\u00e4ulen trennen das Mittelfeld von den Seitenteilen. In Muschelnischen stehen der hl. Martin und der Auftraggeber des Renaissanceschlosses Johann Schweikard im bisch\u00f6flichen Ornat mit dem Modell des Schlosses auf der rechten Hand. Die Seitenteile sind mit Giebelst\u00fccken bekr\u00f6nt, auf denen Engel, Festons haltend, sitzen. \u00dcber den korinthischen S\u00e4ulen stehen kleine Figuren der beiden Johannes. Die 1618\/19 fertiggestellte, ebenfalls reich dekorierte Kanzel ist aus grauem Tuff gemei\u00dfelt, die Figuren sind aus Alabaster, Friese und weitere Details bestehen aus rotem Marmor. Der halbrunde Korpus steht auf einem Pfeiler mit Nischen, vor denen drei Figuren gelehnt stehen. Auf der Kanzelbr\u00fcstung sind als Hochreliefs die vier lateinischen Kirchenlehrer und Christus als Weltenlehrer dargestellt. Dazwischen stehen als Vollplastiken die vier Evangelisten sowie Petrus und Paulus. Die Treppenbr\u00fcstung der Kanzel ist mit einem Putto, der eine Akanthusranke h\u00e4lt, dekoriert. Der obere Teil zeigt einen Engelskopf mit Rankwerk.<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>Ina Gutzeit\/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkm\u00e4ler, Bodendenkm\u00e4ler (Denkm\u00e4ler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), M\u00fcnchen 2015, S. 136-141.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlo\u00dfplatz 4 &#8211; Schloss Johannisburg Das Schloss Johannisburg wurde zwischen 1605 und 1614 nach Pl\u00e4nen des Baumeisters Georg Ridinger im Auftrag von Erzbischof und Kurf\u00fcrst Johann Schweikard von Kronberg errichtet. 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