{"id":4005,"date":"2022-03-28T10:58:19","date_gmt":"2022-03-28T08:58:19","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=4005"},"modified":"2022-03-28T10:58:19","modified_gmt":"2022-03-28T08:58:19","slug":"schlossgasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/schlossgasse\/","title":{"rendered":"Schlo\u00dfgasse"},"content":{"rendered":"<p>Die Schlo\u00dfgasse verl\u00e4uft parallel zur Pfaffengasse zwischen Schlo\u00dfplatz und Dalbergstra\u00dfe und ist eine Hauptader auf der die Altstadt aufnehmenden Erhebung, der Oberstadt. Gemeinsam mit der Pfaffengasse geh\u00f6rt sie zu den Stra\u00dfen, die wohl im Zusammenhang mit einer ersten b\u00fcrgerlichen Ansiedlung im Umfeld der Pfarrei Zu Unserer Lieben Frau, die die \u00e4lteste in Aschaffenburg ist, angelegt wurden. Ihr Name wird im Allgemeinen mit der Lage an dem unter Kurf\u00fcrst Johann Schweikard von Kronberg erbauten Schloss erkl\u00e4rt. Vor dessen Errichtung im 16. Jh. wurde sie \u201eGro\u00dfe\u201c oder \u201eNeue Webergasse\u201c genannt, da sie gemeinsam mit der Webergasse ein ehem. Quartier von Textilhandwerkern um schlie\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Schlo\u00dfgasse &#8211; Nepomukfigur<\/strong><\/p>\n<p>Die Sandsteinfigur des hl. Johann Nepomuk ist eine Stiftung der Aschaffenburger Fischerzunft und war 1751 auf der Br\u00fcstung des \u201eFischerbr\u00fcckchens\u201c in der N\u00e4he des Welzbachs nahe der stadtseitigen Auffahrt zur Mainbr\u00fccke aufgestellt worden. Mit dem Ausbau der L\u00f6herstra\u00dfe wurde die Figur an die Mauer des Fecher\u2019schen Anwesens versetzt und sp\u00e4ter beim Abbruch der alten Mainbr\u00fccke 1889 an den Pfarrer der Muttergottespfarrkirche verkauft und von diesem zun\u00e4chst im Pfarrgarten, Webergasse aufgestellt, bis sie 1964 ihren Platz an der Nordseite des Glockenturms der Kirche erhielt. Die Figur steht auf einem gebauchten Sockel mit Inschrift.<\/p>\n<p><strong>Schlo\u00dfgasse 10<\/strong><\/p>\n<p>Durch eine \u00f6ffentliche Versteigerung wurde das Anwesen im Mai 1810 aus dem Areal des ehem. \u201eDeutschen Hauses\u201c (Schlo\u00dfgasse 8), welches als Sitz der Kommende des Deutschordens diente, herausgel\u00f6st. Nach Abbruch des unterkellerten Vorg\u00e4ngerbaus wurde ein Neubau f\u00fcr Haushofmeister Georg Sodi errichtet, der noch im Oktober desselben Jahres fertiggestellt war. Nach einem Entwurf von Konrad B\u00fcrger entstand ein massiver zweigeschossiger traufst\u00e4ndiger Satteldachbau zu vier Achsen. 1875 wurde das Wohnhaus f\u00fcr den Advokaten Dr. Ferdinand Heigl um ein Stockwerk erh\u00f6ht. Das ehem. Traufgesims ist heute als Gurtgesims \u00fcber den Fenstern des 1. Obergeschosses noch vorhanden. Die gleichm\u00e4\u00dfige, vierachsige Fassade erf\u00e4hrt durch die beiden \u00e4u\u00dferen, leicht zur\u00fcckgesetzten Achsen eine Rhythmisierung. Der \u00fcber f\u00fcnf Stufen einer Freitreppe erreichbare Eingang befindet sich auf der linken Seite. Die regelm\u00e4\u00dfig in der Fassade angeordneten hochrechteckigen Fenster heben sich von dieser durch eine schlichte Rahmung aus rotem Mainsandstein ab. Eine profilierte Traufe mit Zahnfries ist Ausdruck des sp\u00e4ten Klassizismus des einstigen B\u00fcrgerhauses. Unter dem Geb\u00e4ude befinden sich zwei Kellerr\u00e4ume, von denen der vordere in Firstrichtung und der hintere, etwas kleinere quer dazu steht. Von baulichen Ver\u00e4nderungen weitgehend verschont geblieben, entspricht das \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild des Geb\u00e4udes heute noch weitgehend dem des 19. Jh. Einzig die 1921 im Erdgeschoss f\u00fcr Schneidermeister Josef Heimbach eingebauten Schaufenster, die in den 1990er Jahren durch drei kleine Fenster mit Sandsteinrahmung ersetzt wurden, haben den Fassadenrhythmus ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><strong>Schlo\u00dfgasse 14<\/strong><\/p>\n<p>Ehem. Wasserloser Hof. Der im 14. Jh. errichtete zweigeschossige traufst\u00e4ndige Satteldachbau mit deutlich auskragendem Fachwerkobergeschoss ist nachweislich eines der \u00e4ltesten erhaltenen Geb\u00e4ude innerhalb der historischen Bebauung der Schlo\u00dfgasse. Als das Anwesen 1984 den Besitzer wechselte, war es in stark vernachl\u00e4ssigtem baulichen Zustand, sodass es einer durchgreifenden Sanierung unterzogen werden musste. Ein in Vorbereitung der Sanierung angefertigtes verformungsgerechtes Aufma\u00df und dendrochronologisches Gutachten ergaben ein Baudatum um 1365. Das als Geschossbau errichtete Fachwerkgeb\u00e4ude aus einem Firstst\u00e4ndergef\u00fcge erhielt im 18. Jh. auf der Seite zur Schlo\u00dfgasse ein massives Erdgeschoss aus Bruchsteinen. Die barockisierte Fassade verf\u00fcgt heute \u00fcber sieben eng stehende Fenster mit profilierter Sohlbank und geohrten roten Sandsteingew\u00e4nden jeweils mit Schlussstein. Etwa in der Mitte des Erdgeschosses befindet sich der ebenfalls sandsteingerahmte Eingang. Rechts daneben liegt unterhalb des Fensters der Abgang zum Keller. Das auskragende Fachwerkobergeschoss ist verputzt und hat sieben hochrechteckige Fenster. Auf der hofseitigen Fassade ist vom bauzeitlichen Wandgef\u00fcge wegen zahlreicher Umbauma\u00dfnahmen nur ein Wandst\u00e4nder erhalten. Unter dem heute als Gasthaus genutzten Geb\u00e4ude befindet sich ein Gew\u00f6lbekeller mit einer Scheitelh\u00f6he von ca. 3 m, dessen Gew\u00f6lbe sich in Firstrichtung bis unter das Nachbargrundst\u00fcck Schlo\u00dfgasse 16 erstreckt und nicht dem Grundriss des Hauses entspricht. Neben dem Zugang von der Schlo\u00dfgasse liegt auf halber Tiefe ein kleiner Vorkeller. Der Zugang vom Haus aus wird als sp\u00e4terer Einbau angenommen. Im Zusammenhang mit der R\u00e4umung des Hauses in Vorbereitung der Sanierung kam es am 21. Juli 1985 zum Einsturz der Dachkonstruktion, woraufhin das gesamte Bauwerk neu errichtet werden musste.<\/p>\n<p><strong>Schlo\u00dfgasse 15\/17<\/strong><\/p>\n<p>Die 1901 durch innere Umbauten zu einem B\u00fcrgerhaus vereinigten Satteldachbauten, die seither nur durch das Treppenhaus von Nr. 15 erschlossen sind, haben eine unterschiedliche Baugeschichte. Erw\u00e4hnungen des im Zinsregister von 1805\/10 als Haus \u201eZum roten Hahnen an der Pfarrkirche\u201c bezeichneten Anwesens Schlo\u00dfgasse 15 reichen bis ins Jahr 1482 zur\u00fcck. So kann die Bezeichnung \u201eI.P.F. 1735\u201c \u00fcber der T\u00fcr als eine Phase von Umbauten, nicht aber als Baudatum gedeutet werden. 1929 lie\u00df Josef Schellenberger, der kurz zuvor das Anwesen erworben hatte, eine Schreinerwerkstatt einbauen. In den Jahren 1933\/34 erfolgten innere Umbauten in beiden Geb\u00e4uden. Im Zweiten Weltkrieg wurden am Vorderhaus Dach, Zwischenw\u00e4nde, Decken, Fenster und T\u00fcren sowie die Werkstatt durch Luftdruck besch\u00e4digt. Der dreigeschossige, traufst\u00e4ndige Satteldachbau ist zwei Fensterachsen breit. In dem massiven Erdgeschoss liegt rechts der Eingang (gleichzeitig zu Haus Nr. 17) und links daneben ein gekuppeltes Fenster mit einfachem Steingew\u00e4nde. Die Obergeschosse sind aus heute verputztem, konstruktivem Fachwerk errichtet. Am \u00dcbergang vom Erd- zum 1. Obergeschoss ist ein leichter \u00dcberstand zu erkennen, jedoch ist die Fassade in ihrer heutigen Gestalt Ergebnis eines Umbaus, bei dem die vorkragenden Obergeschosse angeglichen wurden. Eine urspr\u00fcngliche Giebelst\u00e4ndigkeit wird von Alois Grimm vermutet, ist jedoch nicht nachgewiesen. Der unter dem Geb\u00e4ude befindliche Gew\u00f6lbekeller, dessen Scheitel senkrecht zum First steht, k\u00f6nnte ein Indiz daf\u00fcr sein. Der Bau des Hauses Nr. 17 wird vor 1403 angenommen, da das Haus als Nachlass von Heinrich Dubbel 1415 an das Stift \u00fcbergeben wurde, der jedoch bereits 1403 verstorben war. Neuer Besitzer 1415 war der Schneider Heinrich Zuddel von H\u00f6sbach. Ein weiterer Anhaltspunkt zur Kl\u00e4rung der Hausgeschichte sind die Wappen an den beiden Konsolsteinen \u00fcber dem Erdgeschoss. Das erste von links ist zwar nicht eindeutig zu identifizieren, hat aber gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit mit einem Steinmetzzeichen auf dem Epitaph f\u00fcr Albert Kirchner (gest. 1541) in der Stiftskirche und dem f\u00fcr Bartholom\u00e4us Bleicher (gest. 1523) in St. Agatha. Da die beiden Epitaphe in der 2. H\u00e4lfte des 16. Jh. entstanden sind, schlie\u00dft Grimm auf einen Hinweis von Baut\u00e4tigkeit am Anwesen. Die zweite Hausmarke zeigt das Wappen derer von Hartlieb genannt Wallsporn.<\/p>\n<p>1882 erfolgten Umbauarbeiten und die \u00dcberbauung des Hofes. Nach der Vereinigung mit Haus Nr. 15 1901 wurde der links befindliche Hauseingang verschlossen und ein gekuppeltes Fenster nach dem Beispiel des rechten Fensters eingebaut. Gleichzeitig wurde die Geschosstreppe ausgebaut und an das Treppenhaus von Nr. 15 angebunden. Es fanden weitere innere Umbauten statt. Wie Nr. 15 ist das Haus Nr. 17 dreigeschossig, traufst\u00e4ndig und schlie\u00dft mit einem Satteldach ab. \u00dcber einem massiven Erdgeschoss folgen auf Steinkonsolen aufsitzende, vorkragende Fachwerkobergeschosse, die verputzt sind. Im Erdgeschoss befinden sich zwei gekuppelte Fenster mit gestelzten Profilen und schneckenf\u00f6rmigem Anlauf. In den Obergeschossen wird die Fassade dreiachsig fortgef\u00fchrt. Die Fenster sind mit einer klassizistischen Holzrahmung versehen. Im 1. Obergeschoss haben sie zus\u00e4tzlich profilierte gerade Verdachungen. Die Sohlb\u00e4nke werden von Triglyphenkonsolen getragen. Die Traufe ist mehrfach profiliert. Unter dem Geb\u00e4ude befindet sich ein Gew\u00f6lbekeller, dessen Scheitel wie beim Nachbaranwesen quer zum First gerichtet ist, wodurch auf eine urspr\u00fcngliche Giebelst\u00e4ndigkeit hingewiesen wird.<\/p>\n<p><strong>Schlo\u00dfgasse 16<\/strong><\/p>\n<p>Der Hofschneider Christian Schrodt bem\u00fchte sich Anfang des 17. Jh. um \u00dcberlassung des stiftseigenen Grundst\u00fccks in der Schlo\u00dfgasse und errichtete, den Formen des Fachwerks nach, einen zweigeschossigen traufst\u00e4ndigen Satteldachbau. Bei einer Umgestaltung im 18. Jh. wurde die Au\u00dfenwand zur Schlo\u00dfgasse im Obergeschoss ausgewechselt und mit regelm\u00e4\u00dfig angeordneten Fenstern versehen sowie das gesamte Geb\u00e4ude verputzt. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde das Fachwerk des Wohnhauses wieder freigelegt. Heute zeigt sich das Geb\u00e4ude mit massivem Erdgeschoss, vorkragendem Fachwerkobergeschoss und einem recht gro\u00dfen Zwerchhaus. Im Erdgeschoss f\u00e4llt an der linken Geb\u00e4udekante eine achteckige Sandsteinst\u00fctze mit einem ausladenden Kopfst\u00fcck auf. Sie diente wohl ehemals als Unterbau eines nicht mehr vorhandenen Eckerkers. Der Eingang zum Geb\u00e4ude liegt an der rechten Seite auf der zur Schlo\u00dfgasse gerichteten Fassade, daneben befindet sich unter zwei hochrechteckigen Fenstern ein rundbogiger Kellerabgang. Die Giebelseite verf\u00fcgt \u00fcber ein etwas tiefer sitzendes gekuppeltes Fenster mit Profilrahmung. Das Fachwerk des Obergeschosses ist vor allem auf dieser Seite mit Bundpfosten mit Streben und Winkelh\u00f6lzern relativ ungest\u00f6rt, das der Traufseite entspricht der Umbauphase der Barockzeit und zeigt keine Schmuckformen, da die Fassade zu dieser Zeit verputzt war. Die Br\u00fcstungsfelder des Zwerchhauses hingegen sind mit einem netzartigen Muster aus Andreaskreuzen und Rauten verziert. Unter dem Geb\u00e4ude liegen z.T. der Keller von Nr. 14 und ein kleiner Keller mit senkrecht zum First stehendem Gew\u00f6lbe. Das Anwesen ist eines der \u00e4ltesten in der Oberstadt. Seit 1985 wird im Erdgeschoss des urspr\u00fcnglich als privates Wohnhaus errichteten Geb\u00e4udes eine Gastwirtschaft betrieben.<\/p>\n<p><strong>Schlo\u00dfgasse 19<\/strong><\/p>\n<p>Das wegen der vor dem Haus befindlichen Sandsteinpoller, die ehemals durch Eisenketten miteinander verbunden waren, unter dem Namen \u201eKettenhaus\u201c bekannte Anwesen wurde vermutlich nach 1780 unter Oberst von Roda zu Stoda errichtet. Der zweigeschossige Satteldachbau steht mit sechs Achsen traufst\u00e4ndig in der Schlo\u00dfgasse. Die Fenster des massiven Erdgeschosses sind mit profilierten Steingew\u00e4nden gerahmt, die des verputzten Fachwerkobergeschosses haben eine geohrte Rahmung aus Holz. Unter der Traufe verl\u00e4uft ein kr\u00e4ftiger Zahnfries. Da die mittleren drei Fensterachsen etwas n\u00e4her zueinander ger\u00fcckt sind, erf\u00e4hrt die ansonsten schlichte Fassade in diesem Bereich eine gewisse Betonung \u00e4hnlich einem Risalit. Hinter der Dreierfenstergruppe im Obergeschoss hat sich ehemals ein die Breite der drei Fenster einnehmender kleiner Saal bzw. Salon befunden. Die Aufteilung der R\u00e4ume wurde jedoch w\u00e4hrend eines Umbaus 1902 ver\u00e4ndert. Der Eingang zum Geb\u00e4ude befindet sich auf der rechten Giebelseite, er ist \u00fcber ein barockes Portal, welches zwischen den H\u00e4usern Nr. 19 und 21 steht, erreichbar. Auf der linken Seite liegt eine Toreinfahrt, die 1954 zu einer Garage umgebaut worden ist. Das Wohnhaus hat einen Gew\u00f6lbekeller, der mit Errichtung des Geb\u00e4udes Ende des 18. Jh. entstanden ist. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges entstanden Sch\u00e4den an Dach, Zwischenw\u00e4nden, Fenstern und T\u00fcren des Anwesens. Diese konnten bis 1960 repariert werden. Die Gr\u00f6\u00dfe und die anspruchsvolle Ausstattung (Treppenhaus, T\u00fcren und Reste von Stuckleisten im Obergeschoss aus der Erbauungszeit) geben Hinweise auf den repr\u00e4sentativen Anspruch des Geb\u00e4udes.<\/p>\n<p><strong>Schlo\u00dfgasse 21<\/strong><\/p>\n<p>Das bei Martin Kittel ohne n\u00e4here Quellenangaben als \u201eUlner Hof\u201c bezeichnete Anwesen wurde wohl von dem Aschaffenburger Vizedom Oswald Groschlag von Dieburg 1507 gebaut. Die Fachwerkformen des Obergeschosses und des Giebeldreiecks sind laut Alois Grimm in das 1. Drittel des 16. Jh. zu datieren, was die Annahme zur Erbauung des Anwesens wenige Jahre nach 1500 best\u00e4tigt. Das zweigeschossige, urspr\u00fcnglich komplett in Fachwerk errichtete Geb\u00e4ude steht giebelst\u00e4ndig zur Schlo\u00dfgasse und ist drei Achsen breit. Das Erdgeschoss wurde um 1800 massiv erneuert. Rechts liegt eine spitzbogige Toreinfahrt, von der wegen ihrer Form und Profilierung angenommen wird, dass sie \u00e4lter als das Geb\u00e4ude selbst ist und urspr\u00fcnglich aus einem anderen Anwesen stammt. Die Durchfahrt wurde in einer nicht datierten Bauphase mit einem Geschoss \u00fcberbaut. Die Holzt\u00fcr ist neugotisch. Unter dem Anwesen befindet sich ein Gew\u00f6lbekeller aus dem fr\u00fchen 13. Jh. mit einem Vorkeller. Der Zugang zu diesem erfolgte \u00fcber den noch heute erhaltenen Kellerabgang von der Gasse aus. 1802 wurde entlang der Grundst\u00fccksgrenze zu Haus Nr. 19 eine Scheune errichtet, die 1871 um ein Geschoss erh\u00f6ht wurde und ebenfalls z.T. unterkellert ist. Von Kriegssch\u00e4den und baulichen Ver\u00e4nderungen in j\u00fcngerer Vergangenheit weitgehend verschont, zeigt sich das Anwesen heute noch in fast urspr\u00fcnglichem Zustand und ist damit eines der wichtigsten Zeugnisse der Bebauung des 15.\/16. Jh. in der Schlo\u00dfgasse.<\/p>\n<p><strong>Schlo\u00dfgasse 27<\/strong><\/p>\n<p>Die dreifl\u00fcgelige Anlage auf dem trapezf\u00f6rmigen Grundst\u00fcck zwischen Schlo\u00df- und Webergasse war der ehem. Marstall der kurf\u00fcrstlichen Residenz, der im 18. und Anfang des 19. Jh. als herrschaftliche Remise genutzt wurde. Der vorhergehende Marstall befand sich auf dem Gel\u00e4nde der Anwesen Schlo\u00dfplatz 3 und 5. Der Nachfolger hat seinen baulichen Ursprung wohl in einem Kutscherhaus, welches 1730\/31 errichtet wurde und m\u00f6glicherweise heute noch in dem zur Webergasse gelegenen Fl\u00fcgel steckt. Die Arbeiten zur Errichtung des Marstalls als \u201eneue Remise\u201c begannen 1749 und wurden mit der Pflasterung der Hoffl\u00e4che 1758 beendet. Die als Abschluss des vor dem Schloss gelegenen Platzes errichtete Anlage bestand aus drei eingeschossigen Geb\u00e4uden. Der Mittelfl\u00fcgel war neun Fensterachsen breit, von denen die Mittelachse als Risalit betont war. Im Erdgeschoss waren Stallungen, im Dachgeschoss Bedienstetenwohnungen untergebracht. Daran angeschlossen waren zwei Fl\u00fcgel mit an den Enden abgewalmten Satteld\u00e4chern. Dort befanden sich weitere Stallungen und die Wagenremisen. Zun\u00e4chst wohl mit einem Satteldach errichtet, wurde der Mittelbau in der 2. H\u00e4lfte des 18. Jh. mit einem Mansarddach versehen. Ende des Jahrhunderts waren in dem Marstall etwa 40 bis 50 Pferde untergebracht. 1913 erfolgten Renovierungs- und Umbauarbeiten. Seitdem diente das Anwesen nicht mehr als kurf\u00fcrstliche Remise und k\u00f6niglicher Marstall, sondern wurde von der bayerischen Armee zum Unterstellen von Pferden und Fahrzeugen genutzt. 1928 wurde das Geb\u00e4ude als zentrale Wache f\u00fcr die st\u00e4dtische Feuerwehr umgebaut. Der bei dieser Ma\u00dfnahme errichtete Schlauchturm pr\u00e4gte bis zu seinem Abbruch 1979 die Stadtsilhouette vom Main aus. Im Krieg schwer besch\u00e4digt, wurde das Geb\u00e4ude zwischen 1979 und 1981 bei umfangreichen Sanierungsma\u00dfnahmen um- und z.T. wieder aufgebaut und dient seither der Meisterschule f\u00fcr Steinmetzen und Steinbildhauer als Domizil. Nach dem Umbau zeigt sich die Anlage \u00e4u\u00dferlich in der historischen Form, wurde aber entsprechend der Nutzung im Innern angepasst. Im Erdgeschoss des Mittelbaus befinden sich eine geschlossene Werkhalle, das Treppenhaus und sanit\u00e4re Anlagen; im Obergeschoss liegen Zeichen- und Unterrichtsr\u00e4ume. In dem Fl\u00fcgel entlang der Schlo\u00dfgasse sind Verwaltungsr\u00e4ume untergebracht, der Fl\u00fcgel an der Webergasse dient als offene Werkhalle.<\/p>\n<p><strong>Schlo\u00dfgasse 28<\/strong><\/p>\n<p>An der Stelle, wo sich heute das stadtbekannte Traditionsgasthaus \u201eSchlappeseppel\u201c befindet (Schlo\u00dfgasse\/Ecke F\u00fcrsteng\u00e4sschen), bestand bereits seit Beginn des 19. Jh. eine Wirtschaft. 1802 lie\u00df die Witwe von Bierbrauer Sebastian Bormann ein Wohnhaus mit Schankwirtschaft f\u00fcr ihren Sohn, Franz Bormann, nach Pl\u00e4nen von Maurermeister Sebastian Mang errichten. Da Franz Bormann sein Bier im \u201eKarpfen\u201c in der L\u00f6herstra\u00dfe braute und zu seiner neuen Schankwirtschaft bringen musste, baute er sich 1803 entlang des F\u00fcrsteng\u00e4sschens ein Brauhaus. Nachdem die als \u201eWei\u00dfes Bierhaus auf dem Schlo\u00dfplatz\u201c bekannt gewordene Brauerei verschiedentlich den Besitzer gewechselt hatte, stellte 1842 Josef Steigerwald den Antrag zur Errichtung eines neuen Brauhauses anstelle des alten. Wegen eines Streits \u00fcber zwei Fenster mit dem Nachbarn Adam Seitz (F\u00fcrstengasse 1) wurde der dreigeschossige Neubau erst 1851 errichtet. Zu dem Anwesen geh\u00f6rten weitere Nebengeb\u00e4ude wie Holzlege, Schweinestall und Werkstatt sowie eine Brandweinbrennerei, die zusammen mit dem Hauptgeb\u00e4ude einen Hofraum umschlossen. 1869 wurde im Brauhaus eine zweite Malzdarre eingebaut und 1873 ein Eiskeller unter dem Gastraum eingerichtet. Das Brauereigesch\u00e4ft schien zu dieser Zeit zu florieren, sodass Johann Adam Steigerwald zun\u00e4chst 1873 ein neues, dreigeschossiges R\u00fcckgeb\u00e4ude winklig zu dem bestehenden Fl\u00fcgel errichten lie\u00df und 1879 und 1880 um die Genehmigung zur Errichtung zweier neuer Keller bat. Eine erste gr\u00f6\u00dfere Umbauma\u00dfnahme erfuhr das Wohn- und Gasthaus 1907 unter der Bauherrschaft von Georg Konrad Vogel, der den Eingang zur Gastwirtschaft von der Mitte an die linke Seite des Geb\u00e4udes verlegte und im Zuge dessen den Gastraum vergr\u00f6\u00dferte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges wurden alle Geb\u00e4ude auf dem Anwesen durch Luftangriffe besch\u00e4digt. Das ehem. Anwesen Nr. 26, welches bereits 1929 der Brauerei angegliedert worden war, wurde 1960 abgebrochen und in gleicher Breite neu gebaut und die Fassade der bestehenden Nr. 28 angeglichen. Seither ist die Fassade zur Schlo\u00dfgasse sieben Fensterachsen breit. Durch Angliederung des Hauses Schlo\u00dfgasse 24 wurde das Anwesen nach dem Krieg vergr\u00f6\u00dfert und 1958 im r\u00fcckw\u00e4rtigen Bereich eine Flaschenabf\u00fcllanlage errichtet. 1961 wurde auf dem Grundst\u00fcck von Nr. 24 ein dreigeschossiger Neubau errichtet, in dessen Erdgeschoss sich die Einfahrt zu Hof und Flaschenlager befindet, dar\u00fcber sind Erweiterungsr\u00e4ume f\u00fcr die Flaschenabf\u00fcllanlage untergebracht und im Dachgeschoss wurden Wohnr\u00e4ume eingerichtet. Seit 1978 wird an diesem Standort kein Bier mehr gebraut; die traditionsreiche Gastst\u00e4tte blieb erhalten. Aufgrund der wechselvollen Baugeschichte hat sich die \u00e4u\u00dfere Gestalt des als Wohnhaus und Schankwirtschaft errichteten Geb\u00e4udes mehrfach ver\u00e4ndert. Der Bau von 1802 wurde in der Flucht des gegen\u00fcberliegenden Hauses F\u00fcrstengasse 2 als zweigeschossiger, massiver Halbwalmdachbau traufst\u00e4ndig zur Schlo\u00dfgasse errichtet. Er war drei zu f\u00fcnf Achsen gro\u00df, wobei die mittleren drei der f\u00fcnf zur Schlo\u00dfgasse gerichteten Achsen etwas enger standen, was eine Betonung der mittleren Fassadenpartie ergab und einen harmonischen Rhythmus der Fassade bewirkte. Der Eingang befand sich entsprechend in der Mittelachse. Links davon war der Gastraum der Wirtschaft, den ein Mittelgang von Wohnr\u00e4umen trennte. Im Obergeschoss lagen weitere Wohnr\u00e4ume, wobei sich hinter den drei mittleren Fenstern ein kleiner Saal befand. Leider ohne Beleg ist eine Bauma\u00dfnahme, bei der das Geb\u00e4ude ein 2. Obergeschoss erhielt, welches in Fachwerk ausgef\u00fchrt wurde. Es ist anzunehmen, dass dies in der Mitte des 19. Jh. geschah, als das Anwesen um ein neues, dreigeschossiges Brauereigeb\u00e4ude erg\u00e4nzt worden war. Seither ist der Bau mit einem Walmdach abgeschlossen.<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>Ina Gutzeit\/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkm\u00e4ler, Bodendenkm\u00e4ler (Denkm\u00e4ler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), M\u00fcnchen 2015, S. 122-134.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schlo\u00dfgasse verl\u00e4uft parallel zur Pfaffengasse zwischen Schlo\u00dfplatz und Dalbergstra\u00dfe und ist eine Hauptader auf der die Altstadt aufnehmenden Erhebung, der Oberstadt. 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