{"id":3982,"date":"2022-03-28T11:17:13","date_gmt":"2022-03-28T09:17:13","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=3982"},"modified":"2022-03-29T07:59:38","modified_gmt":"2022-03-29T05:59:38","slug":"pfaffengasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/pfaffengasse\/","title":{"rendered":"Pfaffengasse"},"content":{"rendered":"<p>Die Pfaffengasse verbindet die Dalbergstra\u00dfe mit dem Schlo\u00dfplatz und bildet eine Sichtachse zwischen Stiftskirche und Schloss Johannisburg. Einst war die Gasse zu beiden Seiten mit den Stiftsh\u00f6fen der Stiftsherren bebaut und erhielt so ihren Namen: Die Bezeichnung \u201ePfaffe\u201c (lat. papa = Vater) wurde urspr\u00fcnglich f\u00fcr katholische Priester verwendet. Erst nach der Reformation wurde \u201ePfaffe\u201c zum abf\u00e4lligen Schimpfwort f\u00fcr Geistliche. Die Stiftsh\u00f6fe waren gro\u00dfz\u00fcgig angelegte, z.T. wehrhaft geschlossene Anwesen, die im Erdgeschoss keine oder sehr hoch gelegene, mitunter auch vergitterte Fenster hatten. Das Hauptgeb\u00e4ude lag von der Stra\u00dfe zur\u00fcckversetzt. Der Zugang erfolgte nie direkt von der Stra\u00dfe, sondern immer \u00fcber Toreinfahrten und Innenh\u00f6fe. Das urspr\u00fcngliche Bild der Pfaffengasse hat sich \u2013 vor allem auch mit der Anlage des Karlsplatzes 1812 und durch die Zerst\u00f6rungen w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges \u2013 sehr stark ver\u00e4ndert. Die Bebauung ist weitgehend erneuert. Seit 1983 ist die Pfaffengasse zusammen mit dem Karlsplatz eine verkehrsberuhigte Zone.<\/p>\n<p><strong>Pfaffengasse 13<\/strong><\/p>\n<p>Anstelle der heute von der evangelischen Gemeinde genutzten Geb\u00e4ude stand seit dem 14. Jh. die \u201eDekanei\u201c, auch \u201eAlte Dechantei\u201c, in der der jeweilige Dekan des Stiftes wohnte. 1807 fiel die alte Dechantei an das erzbisch\u00f6fliche Seminar und es entstand ein Kasinosaal f\u00fcr die Vereinigte Kasinogesellschaft, die bisher einen Saal im Gasthaus \u201eZur alten Krone\u201c in der Dalbergstra\u00dfe 28 nutzte. Als das Priesterseminar 1823 aufgehoben wurde, kaufte die Kasinogesellschaft das Haus Pfaffengasse 13 und stellte den Antrag zur Errichtung eines neuen Geb\u00e4udes. Dieses war im Oktober 1824 fertiggestellt. Der evangelische Kirchenbauverein wurde 1920 Eigent\u00fcmer des Anwesens und lie\u00df, nachdem das Geb\u00e4ude kurze Zeit als Lazarett gedient hatte, Wohnungen darin einrichten. 1925 wurde der Saal erstmals umgebaut. Durch einen Bombenvolltreffer wurde das Gemeindehaus am 21. November 1944 zerst\u00f6rt. Die D\u00e4cher und zahlreiche Innenr\u00e4ume wurden schwer besch\u00e4digt. Die Geb\u00e4ude erfuhren einen Wiederaufbau und der als \u201eBachsaal\u201c bezeichnete Gemeindesaal an der Seite des Karlsplatzes wurde 1960 und 1989 umgebaut. Das von der Pfaffen- bis zur Schlo\u00dfgasse reichende Grundst\u00fcck wird s\u00fcdlich vom Karlsplatz begrenzt. Der Geb\u00e4udekomplex besteht aus drei Trakten, von denen das Hauptgeb\u00e4ude parallel zur Pfaffengasse an der Stelle der alten Dechantei steht. Der Saalbau (Bachsaal) steht an der Seite zum Karlsplatz. Ein dreiachsiges Geb\u00e4ude steht anstelle der ehem. Kurie \u201eZum gro\u00dfen Christoph\u201c an der Seite zur Kirche. Die Geb\u00e4ude sind zweigeschossig und mit einem Satteldach abgeschlossen. Die Fassade aus hammerrechtem Schichtenmauerwerk zeigt einfache klassizistische Formen. Der Bachsaal steht mit der Schmalseite zur Pfaffengasse und ist an den Fassaden der L\u00e4ngsseiten durch Rundbogenfenster gegliedert. \u00dcber dem Eingang an der Schmalseite sitzt ein Rechteckfenster. Unter dem Mitteltrakt liegt schr\u00e4g ein Gew\u00f6lbekeller, dessen Enden \u00fcber die Grundmauern des Geb\u00e4udes hinausragen. Er hat demnach keine Beziehung zum dar\u00fcberliegenden Geb\u00e4ude, sondern war Bestandteil eines \u00e4lteren Baus, wahrscheinlich des Haupthauses der \u201eAlten Dechantei\u201c von 1804.<\/p>\n<p><strong>Pfaffengasse 15<\/strong><\/p>\n<p>Die Evang.-Luth. Pfarrkirche, Christuskirche, nahe dem Schloss wurde als Stadtkirche 1839 nach den Pl\u00e4nen des Bayreuther Kreisbaurats Karl Christian Riedel und dem Aschaffenburger Professor Karl Ludwig Louis errichtet. Die Zahl der B\u00fcrger, die dem evangelischen Glauben angeh\u00f6rten, stieg nach dem \u00dcbergang Aschaffenburgs an Bayern deutlich an, sodass die Gr\u00fcndung einer Gemeinde vorangetrieben wurde. Den ersten Gottesdienst feierte man 1830 noch in der Aula des Gymnasiums (Pfaffengasse 22, kriegszerst\u00f6rt). Im gleichen Jahr wurde das Grundst\u00fcck des ehem. Stiftshofes \u201eZum Schelmen\u201c (Pfaffengasse 17) f\u00fcr die evangelische Kirchengemeinde ersteigert und im Hauptgeb\u00e4ude eine Pfarrerwohnung und eine protestantische Schule eingerichtet. Ein Nebengeb\u00e4ude zu Pfaffengasse 13 wurde abgerissen, um den Bauplatz f\u00fcr die Errichtung der Kirche zu schaffen. Am 8. Juli 1837 wurde die Grundsteinlegung des neuen Gotteshauses im Beisein von K\u00f6nigin Therese von Sachsen-Hildburghausen und Kronprinz Maximilian von Bayern gefeiert. Nach zweij\u00e4hriger Bauzeit erfolgte am 14. April 1839 die Weihe der Stadtkirche. Die einschiffige Anlage wurde wegen der Situation in der eng bebauten Oberstadt von Nordosten nach S\u00fcdwesten ausgerichtet. Sie war klein und hatte zun\u00e4chst keinen Chorraum, der Altar stand in der Mitte der Kirche. Auf Wunsch von K\u00f6nigin Therese wurde eine Loge eingerichtet, weil sie w\u00e4hrend ihrer h\u00e4ufigen Aufenthalte in Aschaffenburg die M\u00f6glichkeit haben wollte, an den Gottesdiensten teilzunehmen. 1883 wurde die Kirche um eine Fensterachse verl\u00e4ngert und ein Chor errichtet. An der Westseite des Chores wurde eine Sakristei angebaut. Im Rahmen dieser Umbauma\u00dfnahmen erhielt die Stadtkirche eine Orgelempore, auf der ein Instrument der Firma Strebel aus N\u00fcrnberg aufgestellt wurde. Zwischen Herbst 1944 und Fr\u00fchjahr 1945 war die Oberstadt Ziel von Bomben und Artilleriebeschuss, dem nur Teile der Fassade und des Turms der Kirche standhielten.<\/p>\n<p>Am 27. M\u00e4rz 1951 wurde auf den Fundamenten der kriegszerst\u00f6rten Stadtkirche der Grundstein f\u00fcr einen Kirchenneubau gelegt. Dieser erfolgte unter Verwendung der erhalten gebliebenen Teile nach Pl\u00e4nen von Professor Hannes Mayer (1896\u2013 1992) aus Heilbronn und konnte am 13. April 1952 als \u201eChristuskirche\u201c f\u00fcr die vor allem durch Fl\u00fcchtlinge deutlich gewachsene evangelische Gemeinde geweiht werden. Das neue Kirchenschiff wurde wie die erhaltenen Teile aus unverputztem rotem Sandstein errichtet. Die Turmfassade von 1839 mit dem rundbogigen Portal und den Blendbogenfriesen ist im f\u00fcr diese Zeit typischen Rundbogenstil gestaltet, der in Anlehnung an fr\u00fchchristliche Vorbilder und Romanik in der 1. H\u00e4lfte des 19. Jh. in Deutschland prim\u00e4r f\u00fcr \u00f6ffentliche Bauten Anwendung fand. Die neu aufgef\u00fchrten Teile zeigen ebenfalls den Charakter des neuromanischen Stils, sind aber eher dem Heimatstil verhaftet. Auf die Rundb\u00f6gen hat Hannes Mayer verzichtet. Gegen\u00fcber dem Vorg\u00e4ngerbau war die neue Kirche 11 m l\u00e4nger und wurde durch einen Emporenanbau auf der Ostseite um zus\u00e4tzliche Sitzpl\u00e4tze erweitert. In Verl\u00e4ngerung der Empore wurde ein Treppenhaus als Verbindung zum Keller und ein Sakristeianbau mit darunterliegendem Jugendraum angebaut. Der Chor ist durch einen rundbogigen Triumphbogen optisch vom Kirchenschiff abgetrennt, welches urspr\u00fcnglich auf den dreiseitigen, erh\u00f6hten Chor ausgerichtet war. An dessen gerader R\u00fcckwand befinden sich f\u00fcnf kleine Buntglasfenster, deren Gew\u00e4nde aus rotem Sandstein zu einem Fries zusammengefasst sind. An der s\u00fcd\u00f6stlichen Chorwand f\u00fchrt ein Doppelbogen zur Sakristei. Altar, Kanzel und Taufstein (heute im Eingangsbereich der Kirche) waren ebenfalls aus \u00f6rtlichem Buntsandstein. 1972\/73 wurde der Innenraum der Kirche nach Pl\u00e4nen von Architekt Reinhard Riemerschmid (1914\u20131996) umgestaltet. Dabei wurde der Altar an die zum Schloss gerichtete L\u00e4ngsseite des Kirchenschiffes gestellt und die Bestuhlung entsprechend angeordnet. Der Altar aus Sandstein wurde durch einen leichter wirkenden Tisch ersetzt. Man wollte die Kirche heller und freundlicher gestalten und gleichzeitig den Abstand zwischen Pfarrer und Gemeinde verringern. Was Reinhard Riemerschmid in den 1970er Jahren noch nicht wagte, setzte der Architekt Theo Steinh\u00e4user 1999 um: Mit dem Durchbruch der Westwand gelang es ihm, die Verbindung zwischen der urspr\u00fcnglichen Gestalt der Kirche und der Beibehaltung der ge\u00e4nderten Raumsituation herzustellen. Er f\u00fcgte in der Mitte der Westwand eine verglaste Taufkapelle an, wodurch viel Licht in das Kirchenschiff gelangt. Altar, Kanzel, Kreuz und Osterleuchter \u2013 Werke von Karlheinz Hoffmann (1925\u20132011) \u2013 stehen etwas erh\u00f6ht und bilden die zentralen Elemente im Raum. Die Bestuhlung ist in einem Halbkreis darum gruppiert. Erhaltenes Ausstattungst\u00fcck der alten Kirche des 19. Jh. ist das im Eingangsbereich aufgeh\u00e4ngte Kruzifix.<\/p>\n<p><strong>Pfaffengasse 19<\/strong><\/p>\n<p>Die seit dem Ende des 18. Jh. als \u201eStarkenburg\u201c bezeichnete Kurie an der Ecke Pfaffengasse\/F\u00fcrsteng\u00e4sschen besteht aus zwei im rechten Winkel zueinander stehenden Geb\u00e4udefl\u00fcgeln. Die Geb\u00e4udekante ist abgeschr\u00e4gt. Das Erdgeschoss ist gemauert und verputzt, das Obergeschoss ist aus \u201em\u00e4\u00dfig figuriertem Fachwerk\u201c konstruiert. An der Fassade zur Pfaffengasse ist ein aus drei Achteckseiten konstruierter Fachwerkerker angef\u00fcgt, der bis in die Dachflucht reicht und mit einer Haube abgeschlossen ist. Schon in den 1918 von Felix Mader publizierten Kunstdenkm\u00e4lern Bayerns wird der Bau der Kurie in das sp\u00e4te 15. Jh. datiert. Die erste Erw\u00e4hnung der Kurie stammt von 1317. Der zu dieser Zeit noch als Kurie \u201eKeulenberg\u201c bezeichnete Teil auf der Seite zum Schelmenhof (Pfaffengasse 17) hatte einen Giebel zur Stra\u00dfe und ein mit Schiefer gedecktes Dach. An der Ecke der heutigen F\u00fcrstengasse befand sich der Stiftshof \u201eWartenburg\u201c. Anfang des 17. Jh. waren die Kurien \u201eKeulenberg\u201c und \u201eWartenberg\u201c miteinander vereint. Der Name \u201eStarkenburg\u201c taucht erst 1798 zum ersten Mal auf. 1810 wurde die zum Universit\u00e4tsfonds geh\u00f6rende Kurie Starkenburg mit Hof, Holzschuppen, Garten und Brunnen im Intelligenzblatt zur Versteigerung angeboten, die erst 1827 vollzogen wurde. Die Kurie gelangte so in Privatbesitz. 1857 wurde dem T\u00fcncher Konrad Hock, dem Onkel des Malers Adalbert Hock, der Bau einer Halle entlang des F\u00fcrsteng\u00e4sschens genehmigt. Dieser eingeschossige Bau wurde 1894 zu Wohnungen ausgebaut und mit gr\u00f6\u00dferen Fenstern und einer Zwischendecke versehen, sodass ein Kniestock entstand. Am Haupthaus wurden die dicht unter der Decke liegenden kleinen Erdgeschossfenster durch gro\u00dfe Fenster ersetzt. Im Zweiten Weltkrieg entstanden durch Luftangriffe und Artilleriebeschuss Sch\u00e4den an Dach, Dachgeb\u00e4lk, Mauern und Decken. 1955 wurde die ehem. Kurie f\u00fcr das evang.-luth. Pfarramt umgebaut. Bei der Restaurierung hat man das Fachwerk als Skelett freigelegt und detaillierte bauhistorische und dendrochronologische Untersuchungen durchgef\u00fchrt, die die Errichtung der heute noch bestehenden Bauteile um 1450 ergaben. Im Zwischenbau zum Nebenhaus ist ein spitzbogiges Tor mit gekehltem Gew\u00e4nde aus der Erbauungszeit erhalten. Auf dem Erker wird urspr\u00fcnglich ein Spitzhelm vermutet. Heute dient die ehem. Kurie Starkenburg als Wohnhaus f\u00fcr den Pfarrer der evangelischen Gemeinde. Sie ist das einzige noch erhaltene Beispiel einer Stiftskurie in der Pfaffengasse.<\/p>\n<p><strong>Pfaffengasse 22\/24<\/strong><\/p>\n<p>Am n\u00f6rdlichen Ende der Pfaffengasse befindet sich der Geb\u00e4udekomplex des ehem. Jesuitenkollegs, der aus drei ungleichen Trakten besteht, die einen rechteckigen Hof bilden, welcher im Nordwesten von der ehem. Jesuitenkirche (Pfaffengasse 26) geschlossen wird. Das gemeinsam mit der Kirche zwischen 1619 und 1621 errichtete Kolleg mit Schulbau wurde mehrfach erweitert und umgebaut. Steigender Platzbedarf f\u00fchrte z.B. in den Jahren 1701 und 1703 zum Stockwerksaufbau und zum Ausbau eines Erweiterungsbaus, der auf winkligem Grundriss an die Stadtmauerseite nach S\u00fcdosten angef\u00fcgt wurde. 1726 wurde der Komplex um das neue Schulgeb\u00e4ude, die Aula, erg\u00e4nzt (ehem. Pfaffengasse 22). Dieser dreigeschossige Mansardwalmdachbau mit einer Fassade von neun Achsen und einem \u00fcbergiebelten Mittelrisalit wurde im Krieg v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Als nach der Besetzung der Stadt Mainz durch die Franzosen 1797 die dortige Universit\u00e4t aufgel\u00f6st wurde, dienten die R\u00e4ume des Jesuitenkollegs zwischen 1802 und 1817 als H\u00f6rs\u00e4le. Anschlie\u00dfend wurden dort alle Aschaffenburger Lehranstalten zu einem \u201eSchulzentrum\u201c zusammengefasst und daf\u00fcr Trennw\u00e4nde herausgenommen, der S\u00fcdfl\u00fcgel in Holzfachwerk aufgestockt, Dachaufbauten r\u00fcckgebaut sowie Fenster versetzt oder neu eingebrochen. Weitere nutzungsbedingte Umbauma\u00dfnahmen folgten im 19. Jh., so z.B. 1839\/40 f\u00fcr das neu gegr\u00fcndete Knabenseminar und 1853\/54 f\u00fcr dessen Erweiterung bzw. nach 1872 f\u00fcr dessen Umwandlung in ein k\u00f6nigliches Studienseminar. Im Zweiten Weltkrieg stark besch\u00e4digt, wurden die Geb\u00e4ude sukzessive wieder hergestellt. Die Einrichtung der staatl. Fachoberschule machte ab 1972 weitere Bauma\u00dfnahmen und in den 1980er Jahren Erweiterungsbauten notwendig. Heute zeigt sich der Komplex Pfaffengasse 22\/24 in seiner Grundanlage noch in der Form des fr\u00fchen 17. Jh. Die Umbau- und Erweiterungsma\u00dfnahmen des 18. und 19. Jh. wurden in der Baugestalt den \u00e4lteren Trakten vollkommen angeglichen. Alle Fl\u00fcgel sind mit doppelten Steinpfostenfenstern ausgestattet und ihre Geb\u00e4udekanten durch eine Eckquaderung hervorgehoben, was der vielgliedrigen Geb\u00e4udegruppe eine einheitliche Wirkung gibt. Der Fl\u00fcgel entlang der Pfaffengasse ist sieben Achsen lang, zweigeschossig und mit einem Satteldach abgeschlossen. Eine rundbogige Durchfahrt f\u00fchrt in den Hof. Der mehrfach erweiterte, senkrecht zur Pfaffengasse stehende S\u00fcdfl\u00fcgel ist dreigeschossig mit Walmdach. Er st\u00f6\u00dft auf den Nordfl\u00fcgel, dessen zum Hof gerichtete Fassade mit einem Mittelrisalit versehen ist. Im Osten ist ein dreigeschossiger Walmdachbau auf L-f\u00f6rmigem Grundriss angeschlossen. Auch wenn die Bauk\u00f6rper an der Nordseite durch den Ausbau des Landings weggefallen sind, spiegelt die heute \u00fcberkommene Situation samt Kirche noch immer die geschlossene Baugruppe des 17. Jh. wieder und stellt ein anschauliches Zeugnis der deutschen Renaissancearchitektur dar.<\/p>\n<p><strong>Pfaffengasse 24<\/strong><\/p>\n<p>Am Versprung des Fl\u00fcgels entlang der Pfaffengasse ist eine barocke Mariens\u00e4ule aus dem 18. Jh. aufgestellt. Auf einem hochrechteckigen Sockel mit Inschriftenkartusche und einer profilierten Platte erhebt sich eine schlanke S\u00e4ule mit ionischem Kapitell. Darauf befindet sich die von der Schlange umwundene Erdkugel, auf der die lebensgro\u00dfe Marienfigur steht. Diese h\u00e4lt im linken Arm das Jesuskind und in der rechten Hand ein Zepter. Sie tr\u00e4gt eine goldene Krone, die von einem Strahlenkranz aus vergoldeten Sternen umgeben ist: Maria als Himmelsk\u00f6nigin. Aus der Inschrift auf dem Sockel geht hervor, dass die Mariens\u00e4ule 1703 von Johann Heinrich R\u00fccklin (1633\u20131705) gestiftet worden ist. Er war Kanoniker und Kustos des Stifts St. Peter und Alexander und erhielt nach seinem Tod ein Epitaph, welches sich heute im s\u00fcdlichen Kreuzgang der Stiftskirche befindet. Bereits 1699 hatte R\u00fccklin die Kreuzigungsgruppe vor der Maria-Schnee-Kapelle gestiftet. Diese war von dem Bildhauer Antonius Wermerskirch gefertigt worden. Daher ist anzunehmen, dass er auch die Mariens\u00e4ule in der Pfaffengasse geschaffen hat. Die Angriffe auf die Stadt im Zweiten Weltkrieg \u00fcberstand die S\u00e4ule ohne Sch\u00e4den. Sie wurde jedoch abgebaut und nach Ausbesserungen und Erg\u00e4nzungen an ihren jetzigen Standort versetzt. Bei der letzten Sanierung der S\u00e4ule 1983 wurde das verloren gegangene Zepter ersetzt.<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>Ina Gutzeit\/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkm\u00e4ler, Bodendenkm\u00e4ler (Denkm\u00e4ler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), M\u00fcnchen 2015, S. 102-105.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pfaffengasse verbindet die Dalbergstra\u00dfe mit dem Schlo\u00dfplatz und bildet eine Sichtachse zwischen Stiftskirche und Schloss Johannisburg. 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