{"id":3958,"date":"2022-03-28T11:35:25","date_gmt":"2022-03-28T09:35:25","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=3958"},"modified":"2022-03-28T11:35:25","modified_gmt":"2022-03-28T09:35:25","slug":"lindenallee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/lindenallee\/","title":{"rendered":"Lindenallee"},"content":{"rendered":"<p>Die seit 1946 als Lindenallee bezeichnete Verbindung zwischen Platanenallee und Ludwigsallee verl\u00e4uft in ostwestlicher Richtung an der S\u00fcdseite der sog. Gro\u00dfmutterwiese entlang. Noch bis zum Ende des 19. Jh. ist diese Verbindung als gerader, von B\u00e4umen ges\u00e4umter Weg in den Katastern und Stadtpl\u00e4nen eingezeichnet. Nur etwa in der Mitte des Stra\u00dfenzuges auf der s\u00fcdlichen Seite bestand ein einzelnes Anwesen. Heute pr\u00e4sentiert sich die Stra\u00dfe als einseitig bebaute Allee entlang der historischen Gr\u00fcnfl\u00e4che \u201eGro\u00dfmutterwiese\u201c.<\/p>\n<p><strong>Lindenallee 1\/3<\/strong><\/p>\n<p>1907 entwarf der Architekt Heinrich Morhard den Neubau eines Wohnhauses Lindenallee 1 f\u00fcr den Baumeister Ernst Haun an der nord\u00f6stlichen Ecke des Stadtparks Sch\u00f6ntal. Zu dem Wohnhausneubau plante Haun selbst noch im gleichen Jahr einen Pferdestall mit Wagenremise. Diesen lie\u00df die Aschaffenburger Firma Sebastian Fleckenstein GmbH als Bauherr 1923 ver\u00e4ndern. Beim Angriff auf die Stadt am 2. April 1945 besch\u00e4digten Granaten das Vorder- und das Hinterhaus sowie das Dach, Kamine, Fenster, T\u00fcren, Decken und W\u00e4nde. Das Geb\u00e4ude war damals noch im Besitz der Familie Haun. 1992 erfolgten Umbauten im 2. Obergeschoss und im Dachgeschoss. Das dreigeschossige Mietshaus wurde mit einigen Architekturdetails des Jugendstils als mehrgliedriger Bau auf hohem rustiziertem Sockelgeschoss errichtet. Ein dreiachsiger Fl\u00fcgel ist traufst\u00e4ndig zur Ernsthofstra\u00dfe ausgerichtet und mit einem leicht vorspringenden Erker mit Zwerchgiebel versehen. Der Erker ist durch genutete Lisenen hervorgehoben. An der s\u00fcdlichen Giebelseite ist ein weiterer Erker angef\u00fcgt, der \u00fcber drei Geschosse reicht und mit einem Balkon mit Sandsteinbr\u00fcstung abschlie\u00dft. Im Winkel dazu steht ein zweiter Fl\u00fcgel in der Flucht der Lindenallee, der seinerseits mit einem quer angef\u00fcgten Mansarddachbau abgeschlossen ist. An der \u00f6stlichen Fassade ist ein schmaler Treppenhausanbau angef\u00fcgt. Vor dem Wohnhaus ist der Vorgarten aus der Entstehungszeit des Baus erhalten. Das Geb\u00e4ude f\u00fcgt sich sehr gut in die Stra\u00dfensituation ein. Das Wohnhaus Lindenallee 3 steht eng neben Nr. 1. Beide Geb\u00e4ude bilden zusammen eine markante Ecksituation am Beginn der Lindenallee. Der Baumeister Ernst Haun zeichnete 1909 den Plan zum Neubau dieses Wohnhauses quasi als Pendant zu Haus Nr. 1. Der zwischen den beiden sich gegen\u00fcberstehenden Giebeln entstandene schmale Raum bildet die Durchfahrt zum Innenhof. Im Zweiten Weltkrieg zerst\u00f6rten Granaten zu zwei Dritteln die Dacheindeckung sowie Zwischenw\u00e4nde und Decken im 2. Obergeschoss. 1964 wurde an der Geb\u00e4uder\u00fcckseite ein Aufzug angebaut. \u00c4hnlich wie Nr. 1 wurde dieses Geb\u00e4ude \u00fcber einem winkligen Grundriss errichtet. Der dreigeschossige Satteldachbau ist mit Risaliten, einem T\u00fcrmchen und Wandvorspr\u00fcngen mehrfach gegliedert. Die fassadengliedernden Elemente sind in rotem Sandstein farbig hervorgehoben. Die Hauptfassade akzentuiert ein Risalit mit Standerker \u00fcber zwei Geschosse und Balkon. Der Vorgarten dieses Mietshauses wurde in den 1960er Jahren wegen Bereitstellung von Parkpl\u00e4tzen entfernt.<\/p>\n<p><strong>Lindenallee 12<\/strong><\/p>\n<p>Die Architekten Becker und Scholl entwarfen 1907 den Neubau einer Villa f\u00fcr den Fabrikbesitzer H. Koloseus, Gr\u00fcnder der \u201eAschaffenburger Herdfabrik und Eisengie\u00dferei Hermann Koloseus, K\u00f6nigl. bayer. Hoflieferant\u201c. Hinzu kamen ein Stallgeb\u00e4ude und eine gemauerte Einfriedung mit h\u00f6lzernen Zaunfeldern. Im Zweiten Weltkrieg wurde durch Luftdruck das Hinterhaus v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Am Wohnhaus wurde die S\u00fcdfassade eingedr\u00fcckt, das Dach abgehoben, es entstanden Risse im Mauerwerk, Fenster und T\u00fcren gingen kaputt. 1947 erfolgte die Instandsetzung des R\u00fcckgeb\u00e4udes, 1949\/50 der Umbau des Wohnhauses. 1961 erwarb Dr. Vinzenz Schwind, Oberb\u00fcrgermeister von Aschaffenburg zwischen 1946 und 1970, die Villa und lie\u00df sie geringf\u00fcgig umbauen. Der zweigeschossige, giebelst\u00e4ndige, landhaus\u00e4hnliche Bau wurde im historisierenden Heimatstil errichtet. Das hohe Satteldach mit Kr\u00fcppelwalm dominiert das Geb\u00e4ude. Der Giebel ist durch mit Dachziegeln gedeckte Gesimse gegliedert. Die Fenster sind mit roten Sandsteingew\u00e4nden gerahmt. An der zur Lindenallee gerichteten Giebelseite sind zwei Anbauten angef\u00fcgt, die den Eingang s\u00e4umen.<\/p>\n<p><strong>Lindenallee 14<\/strong><\/p>\n<p>Wann die historistische Jugendstilvilla errichtet wurde, ist nicht bekannt. Allerdings liegen Pl\u00e4ne vor, die belegen, dass Heinrich Morhard 1909\/10 Umbauten an dem Wohnhaus plante. Das Geb\u00e4ude wurde wahrscheinlich nur wenige Jahre vor 1910 errichtet. Wie die Nachbargeb\u00e4ude hat auch diese Villa Sch\u00e4den im Zweiten Weltkrieg erlitten. So sind durch Luftdruck und Artillerie der Fl\u00fcgel zur Schwindstra\u00dfe und das Dachgeschoss zerst\u00f6rt worden, Fenster und T\u00fcren wurden vernichtet. Der Teilwiederaufbau des Hauses f\u00fcr den damaligen Bauherrn Dr. Paul Leidreiter wurde unter Leitung des Architekten Karl Jung durchgef\u00fchrt. Der vielgliedrige dreigeschossige Massivbau wirkt vor allem durch sein hohes Halbwalmdach. Auff\u00e4llig ist das leicht vorkragende Fachwerkobergeschoss mit gro\u00dfen geschnitzten Winkelh\u00f6lzern. An beiden Stra\u00dfenfassaden sind Risalite angef\u00fcgt, der zur Schwindstra\u00dfe schlie\u00dft mit einem geschwungenen Giebel ab. Durch roten Sandstein farblich und materiell abgesetzte Fassadengliederungselemente wie Gew\u00e4nde, Balkonpfeiler und einzelne Ortsteine sind gezielt als Gestaltungsmittel eingesetzt. Bemerkenswert sind die leicht geb\u00f6schten Eckpfeiler, die der Villa einen etwas fortifikatorischen Charakter verleihen. Zudem befindet sich die Villa in st\u00e4dtebaulich markanter Lage an der Ecke Lindenallee\/Schwindstra\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Lindenallee 26<\/strong><\/p>\n<p>Der Fabrikbesitzer Anton Gentil lie\u00df sich 1908 von den Architekten Reichard &amp; Wild ein Wohnhaus am Eckgrundst\u00fcck, das n\u00f6rdlich von der Lindenallee und s\u00fcdlich von der Gr\u00fcnewaldstra\u00dfe begrenzt wird, entwerfen. 1914 wurde das Grundst\u00fcck in westlicher Richtung vergr\u00f6\u00dfert und die Einfriedung entsprechend angepasst. 1924 erfolgte ein Anbau an das Wohnhaus in \u00f6stlicher Richtung. Die Planung des Anbaus oblag dem Aschaffenburger Architekten Fritz Schmitt. Das Wohnhaus, welches von einem steilen Satteldach dominiert wird, wurde im Stil eines Landhauses entworfen. Auf den beiden gro\u00dfen zur S\u00fcd- und zur Nordseite gerichteten Giebeln steht das Dach weit \u00fcber. Der s\u00fcdliche Giebel ist mit Holz verkleidet und mit einem \u00fcberdachten Balkon versehen. Der n\u00f6rdliche Giebel ist dagegen in unverputztem Fachwerk ausgef\u00fchrt. Auf der Ost- und der Westfassade ist jeweils ein zweigeschossiger Querbau mit vorkragendem Giebel angef\u00fcgt. An der nordwestlichen Geb\u00e4udeecke ist ein weiterer Bauk\u00f6rper angebaut. Das verputzte und mit dunklen Holzelementen abgesetzte Wohnhaus ist zus\u00e4tzlich mit Erkern und Balkonen aufgelockert. Der Runderker an der s\u00fcd\u00f6stlichen Ecke ist wie das Br\u00fcstungsfeld am Erker der Ostfassade mit fig\u00fcrlichen Reliefs geschm\u00fcckt. Der vorkragende Ostgiebel wird von zwei Konsolsteinen getragen, die ebenfalls mit Figuren plastisch gestaltet sind. \u00dcber Sch\u00e4den, die das Geb\u00e4ude w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges erlitten hat, ist nichts bekannt. Es zeigt sich heute in weitestgehend bauzeitlichem Zustand und stellt eine st\u00e4dtebauliche Verbindung zwischen den beiden in den Wittelsbacherring m\u00fcndenden Stra\u00dfen Lindenallee und Gr\u00fcnewaldstra\u00dfe dar.<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>Ina Gutzeit\/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkm\u00e4ler, Bodendenkm\u00e4ler (Denkm\u00e4ler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), M\u00fcnchen 2015, S. 85-87.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die seit 1946 als Lindenallee bezeichnete Verbindung zwischen Platanenallee und Ludwigsallee verl\u00e4uft in ostwestlicher Richtung an der S\u00fcdseite der sog. Gro\u00dfmutterwiese entlang. Noch bis zum Ende des 19. 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