{"id":3931,"date":"2022-03-28T13:24:10","date_gmt":"2022-03-28T11:24:10","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=3931"},"modified":"2022-03-28T16:14:30","modified_gmt":"2022-03-28T14:14:30","slug":"herstallstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/herstallstrasse\/","title":{"rendered":"Herstallstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>Die Herstallstra\u00dfe beginnt am sog. \u201eScharfeck\u201c, einer Kreuzung, an der drei wichtige Innenstadtstra\u00dfen aufeinandertreffen. Herstallstra\u00dfe und Sandgasse bilden dabei einen spitzen Winkel. Die Herstallstra\u00dfe verl\u00e4uft in n\u00f6rdlicher Richtung in leicht geschwungener und ansteigender F\u00fchrung bis zur Friedrich- und Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe. Sie stellt die Verbindung der mittelalterlichen innerst\u00e4dtischen Markt- und Handelsstra\u00dfe (heute Dalbergstra\u00dfe) mit der aus der Stadt heraus nach Goldbach und W\u00fcrzburg f\u00fchrenden Handelsstra\u00dfe (Goldbacher Stra\u00dfe) her. Sie ist eine der \u00e4ltesten Stra\u00dfen der Stadt. Erste Nennungen lassen sich im 13. Jh. nachweisen. Der heutige Stra\u00dfenzug entspricht weitestgehend noch dem alten Grundriss, der im 19. Jh. durch Einrichtung einer einheitlichen Baulinie leicht begradigt und verbreitert wurde. Mit Er\u00f6ffnung des Bahnhofes 1854 n\u00f6rdlich der Altstadt verlagerte sich der Verkehr zunehmend in diese Richtung, sodass sich die Herstallstra\u00dfe zu einer belebten Einkaufsstra\u00dfe entwickelte. Seit 1973 ist sie als Fu\u00dfg\u00e4ngerzone f\u00fcr den Durchgangsverkehr gesperrt. F\u00fcr die Namensgebung der Stra\u00dfe gibt es verschiedene Erkl\u00e4rungen.<\/p>\n<p>Noch bis zum Ende des 19. Jh. setzte sich die Herstallstra\u00dfe aus den Stra\u00dfenabschnitten \u201eScharfeck\u201c, \u201eSalzmarkt\u201c und \u201eHerstall\u201c bzw. \u201eHerstallgasse\u201c zusammen. Der Herstall kann eine Sammelstelle von Truppen als Ausgangspunkt kriegerischer Aktionen gewesen sein. Auch kann damit eine wasserfreie Stelle in einem \u00dcberschwemmungsgebiet gemeint sein. Der Aschaffenburger Herstall ist eine flache Erhebung, die ehemals von Bachl\u00e4ufen, die z.B. durch die Sandgasse und das Sch\u00f6ntal flossen, und sumpfigen Gegenden wie dem Entenpfuhl (der heutigen Entengasse) umgeben war. Die dritte Deutung besagt, dass sich Herstall von \u201eHerd\u201c und \u201ebrennen\u201c ableiten lie\u00dfe, weil in dem Gebiet zwischen Herstallstra\u00dfe, Sandgasse und Ro\u00dfmarkt die \u00e4ltesten Brenn\u00f6fen der Hafner und die Essen der Schmiede und anderer Feuerhandwerker sowie Flachsverarbeiter standen. Im Mittelalter und in der fr\u00fchen Neuzeit war die Stra\u00dfe \u00fcberwiegend von giebelst\u00e4ndigen B\u00fcrger- und Handwerkerh\u00e4usern ges\u00e4umt. Einen Eindruck davon vermittelt heute noch das mit seinem Giebel zur Herstallstra\u00dfe ausgerichtete Geb\u00e4ude Riesengasse 2, welches in die 1. H\u00e4lfte des 18. Jh. datiert, im Kern jedoch \u00e4lter ist. Seit Mitte des 19. Jh. wurden diese B\u00fcrger- und Handwerkerh\u00e4user von mehrgeschossigen Wohn- und Gesch\u00e4ftsbauten abgel\u00f6st. Um 1900 wurden meist viergeschossige Wohn- und Gesch\u00e4ftsh\u00e4user errichtet, deren Erdgeschosse gewerblichen Zwecken dienten und deren Obergeschosse gro\u00dfz\u00fcgiges Wohnen in der Innenstadt erm\u00f6glichten. Von diesen sind noch einige anschauliche Beispiele erhalten.<\/p>\n<p><strong>Herstallstra\u00dfe 7<\/strong><\/p>\n<p>Bis 1874 bestand das Areal des heutigen Anwesens noch aus zwei Grundst\u00fccken, die dann vereinigt wurden. 1875 lie\u00df sich der S\u00e4ckler Jakob Ganz ein neues Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus von Adam Kleespie\u00df auf dem vergr\u00f6\u00dferten Grundst\u00fcck errichten. 1888 wurde der Laden f\u00fcr den Kaufmann Samuel Stern umgebaut und die Erdgeschosstreppe im Wohnhaus verlegt, wodurch eine Vergr\u00f6\u00dferung des Ladens erreicht wurde. Die Umbauten plante der Architekt Hermann Reichard. Ein weiterer Ladenumbau erfolgte 1924 unter der Leitung des Baumeisters Johann Scheuermann. Der Laden wurde 1995 modernisiert und ist heute etwas zur\u00fcckversetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die R\u00fcckwand des Geb\u00e4udes durch eine Sprengbombe bis auf die H\u00f6he des 2. Stocks zerst\u00f6rt. Zwischenw\u00e4nde, Schaufenster sowie T\u00fcren und Fenster wurden zertr\u00fcmmert. Das viergeschossige Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus steht traufst\u00e4ndig an der Herstallstra\u00dfe. Von den vier Fensterachsen sind die beiden mittleren etwas enger gestellt und sitzen in einem leicht vorspringenden Risalit. Die Fenster des 1. Obergeschosses haben Br\u00fcstungsfelder, die \u00fcbrigen Br\u00fcstungsgitter. \u00dcber den Fenstern im 1. und 2. Obergeschoss befindet sich ein gerades Gesims. Die Traufe kragt weit \u00fcber und ist einfach profiliert. Zwei Gauben auf dem Satteldach wurden sp\u00e4ter erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p><strong>Herstallstra\u00dfe 10<\/strong><\/p>\n<p>Der Uhrmacher und Juwelier Adam Nees lie\u00df sich 1903 von dem M\u00fcnchner Architekten August Hock das Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus als Sandsteinquaderbau errichten. Das Geb\u00e4ude mit neubarocker Fassade ist drei Achsen breit und vier Geschosse hoch. Im Mansarddach sitzt ein Zwerchgiebel. Im Erdgeschoss ist ein Laden eingerichtet, der mehrfache Umbauten erfuhr. Die gro\u00dfen Fenster im 1. Obergeschoss haben Stichb\u00f6gen und Br\u00fcstungsfelder, die des 2. Obergeschosses Ohrungen und Br\u00fcstungsfelder mit Flachreliefs, die des 3. Obergeschosses Konsolen. In der Mittelachse befindet sich im Bereich des 2. und 3. Obergeschosses ein halbrund hervortretender Erker mit drei Fenstern je Geschoss. Unter dem Erker ist eine Wappenkartusche mit den Initialen des Bauherrn \u201eAN\u201c f\u00fcr Adam Nees angebracht. Die Br\u00fcstungsfelder am Erker sind mit Reliefs versehen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Geb\u00e4ude vor allem am Dach durch Luftdruck und Artillerie schwer besch\u00e4digt. Zwischenw\u00e4nde, Fenster und T\u00fcren wurden zerst\u00f6rt. Die Instandsetzung des Geb\u00e4udes erfolgte 1946. Im Erdgeschoss befindet sich heute ein moderner Laden. Ansonsten zeigt sich das Geb\u00e4ude noch in der von August Hock geplanten Gestalt und stellt somit ein Beispiel f\u00fcr die um 1900 neu entstandenen B\u00fcrgerh\u00e4user dar.<\/p>\n<p><strong>Herstallstra\u00dfe 12<\/strong><\/p>\n<p>Das Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus lie\u00df sich der Kaufmann Leopold Sternheimer nach Pl\u00e4nen des Baumeisters Adam Schneider 1903 erbauen. Im Erdgeschoss war ein Laden mit Verkaufsr\u00e4umen im 1. Obergeschoss untergebracht, 2. und 3. Obergeschoss sowie das Dachgeschoss dienten Wohnzwecken. Das viergeschossige Geb\u00e4ude mit dreiachsiger Fassade wurde an der neuen Baulinie errichtet, die in diesem Bereich etwas zur\u00fcckgenommen wurde, um die Biegung der Stra\u00dfe leicht zu begradigen. Die aus Sandsteinquadern steinsichtig gefertigte Fassade ist asymmetrisch gestaltet. Der Eingang zu den Wohnungen liegt auf der Seite zu Haus Nr. 14. Daneben befindet sich ein modernisierter Laden. Das Obergeschoss weist gro\u00dfformatige Schaufenster auf, die von bossierten Pfeilern gerahmt werden. In den beiden Geschossen dar\u00fcber befindet sich auf der linken Seite ein Erker mit gro\u00dfen Korbbogenfenstern, die mit Festons dekoriert sind; die Schmalseiten haben Schlitzfenster. Der Erker wird von \u00fcber zwei Geschose reichenden kannelierten Pilastern flankiert. Die rechte Fassadenh\u00e4lfte wird durch zwei Fensterachsen mit segmentbogigen und rundbogigen Fenstern gegliedert, die mit Br\u00fcstungsfeldern, Pilastern und Kartuschen gestaltet sind. Das Traufgesims kragt vor und ist mit einem Zahnfries versehen. Auf dem Dach sitzen ein Zwerchgiebel und zwei Gauben. Nachdem an dem Geb\u00e4ude w\u00e4hrend der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg starke Sch\u00e4den entstanden waren, zeigen sich der Dachbereich und der Giebel heute nicht mehr so reich ausgebildet.<\/p>\n<p><strong>Herstallstra\u00dfe 14<\/strong><\/p>\n<p>Der Apotheker Ludwig Ostermaier lie\u00df sich 1906 von Johann Scheuermann ein neues Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus errichten. Der viergeschossige Bau entstand an der etwa 2 m zur\u00fcckgenommenen, neuen Baulinie unter Einbeziehung des Nebengrundst\u00fccks. Die nur dreiachsige, aber dennoch breite Fassade des unverputzten Sandsteinquaderbaus ist deutlich horizontal gegliedert. Im Erdgeschoss befindet sich die Apotheke mit drei breiten, korbbogigen Schaufenstern, von denen das mittlere gr\u00f6\u00dfer ist und den Ladeneingang bildet. Der Eingang zu den Wohnungen liegt auf der Seite zu Haus Nr. 12. An den \u00e4u\u00dferen Achsen der drei Wohnzwecken dienenden Obergeschosse sind polygonale Erker mit Zwerchgiebeln ausgebildet, die durch Balkone mit steinernen Br\u00fcstungen miteinander verbunden sind. Auf der Br\u00fcstung des 1. Obergeschosses steht auf einem Konsolstein mit Volute die Bronzefigur eines Vogel Strau\u00df. Im 1. und 2. Obergeschoss gibt es ein breites, korbbogiges Fenster, im 3. Obergeschoss ein rechteckiges Doppelfenster. 1945 wurde das Geb\u00e4ude am Dach durch Granaten schwer besch\u00e4digt. 1964 und 1975 erfolgten Renovierung und Modernisierung des Geb\u00e4udes und 1992 eine Umgestaltung der Schaufensterfront, die dabei wieder in ihren bauzeitlichen Zustand von 1906 zur\u00fcckgef\u00fchrt wurde, nachdem sie 1961 umgebaut worden war.<\/p>\n<p><strong>Herstallstra\u00dfe 26<\/strong><\/p>\n<p>1908 wurde an der neuen Baulinie ein Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus f\u00fcr B\u00e4ckermeister Philipp R\u00fcth von den Architekten Reichard &amp; Wild errichtet. Das Geb\u00e4ude wurde im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen und dabei das Mauerwerk besch\u00e4digt, Fenster und T\u00fcren sowie Zwischenw\u00e4nde zerst\u00f6rt. 1967 erfolgten bauliche \u00c4nderungen nach Pl\u00e4nen des Architekten Georg Ackermann. 1983 wurden die Obergeschosse nach Pl\u00e4nen des Architekten Josef B\u00f6hm umgebaut. Die letzte umfangreiche Umbauma\u00dfnahme fand 1992 statt. Aus der Zeit der Erbauung ist der Figurenschmuck an den Pfeilern zwischen den Fenstern des 1. Obergeschosses erhalten. Es handelt sich dabei um fig\u00fcrlich gestaltete Quader aus marmoriertem, rotem Sandstein, welche die Pfeiler bilden. Dargestellt sind (von links): ein Kopf mit einem Korb, aus dem ein Weinstock w\u00e4chst, dar\u00fcber zwei V\u00f6gel; eine Frauenfigur \u00fcber einem Widder, dar\u00fcber zwei Hasen; ein Bauer \u00fcber einem Krebs, dar\u00fcber zwei Tauben; eine Frauenfigur mit F\u00fcllhorn \u00fcber einer Waage, dar\u00fcber F\u00fcchse; ein J\u00e4ger \u00fcber einem Steinbock, dar\u00fcber zwei V\u00f6gel; ein Korb \u00fcber einem Frauenkopf, aus dem ein verschlungener Baum w\u00e4chst, dar\u00fcber zwei B\u00e4ren; ein Atlant als Erkertr\u00e4ger, zwischen seinen Beinen eine abwehrende Figur; ein Kopf mit einem Korb, aus dem ein Baum w\u00e4chst, dar\u00fcber V\u00f6gel. Der fig\u00fcrliche Fassadenschmuck ist 1908\u201309 von dem Aschaffenburger Bildhauer Vinzenz Schwind (1885\u20131847) gefertigt worden. \u00dcber dem mittleren Fenster im Erdgeschoss befindet sich au\u00dferdem ein Konsolstein mit Weinranken, darauf ein Modell des Vorg\u00e4ngerbaus.<\/p>\n<p><strong>Herstallstra\u00dfe 28<\/strong><\/p>\n<p>1906 planten die Architekten Becker &amp; Scholl einen Neubau f\u00fcr die Kaufleute Julius und Berthold Adler. Erst zwei Jahre sp\u00e4ter wurde der dritte Entwurf verwirklicht. Es entstand schlie\u00dflich ein modernes Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus, dessen Fassade ohne historisierende Neostile auskommt. Die aufgehende Wand ist fast v\u00f6llig in Fensterfl\u00e4chen aufgel\u00f6st. Sie wird nur von schmalen geschoss\u00fcbergreifenden Lisenen und Fensterpfosten aus Sandstein gebildet. Diese verleihen dem Geb\u00e4ude einen modernen Charakter. Im Erdgeschoss wurde der Laden eingerichtet und im dar\u00fcberliegenden \u201eEntresol\u201c, dem Halbgeschoss, gab es weitere Ausstellungsr\u00e4ume f\u00fcr Waren. Der Eingang zu den Wohnungen in den dar\u00fcberliegenden Geschossen befindet sich auf der linken Seite, rechts daneben ist der Laden. Die Fassade aus rotem Sandstein mit wei\u00dfer Marmorierung ist in drei Fensterachsen, die durch Lisenen voneinander getrennt sind, unterteilt. Die linke Achse ist zu einem Bay-Window-Erker ausgeformt, der in jedem Geschoss vier schmale Fenster mit Br\u00fcstungsfeldern hat, die im 1. Obergeschoss mit Rollwerk-Kartuschen und im 2. Obergeschoss mit Reliefs von Adlern, wohl als Anspielung auf die Bauherren, versehen sind. Die Fenster der beiden Achsen rechts neben dem Erker sind zu Dreiergruppen zusammengefasst, ihre Br\u00fcstungsfelder sind leer. Unter der weit \u00fcberstehenden Traufe befinden sich Kassettenfelder mit Reliefs. Das Mansarddach ist ausgebaut. \u00dcber dem Erker sitzt ein Aufbau mit vier schmalen Fenstern und Segmentbogen, der das Relief eines doppelten A \u2013 f\u00fcr die Br\u00fcder Julius und Berthold Adler \u2013 enth\u00e4lt. Durch mehrere Angriffe und Artillerie wurde das Geb\u00e4ude im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Dachwerk brannte aus, Mauern wurden z.T. stark besch\u00e4digt. Zwischen 1946 und 1949 wurde das Haus instand gesetzt, 1960 die Schaufensteranlage umgestaltet sowie das Geb\u00e4ude 1970 umgebaut und erweitert.<\/p>\n<p><strong>Herstallstra\u00dfe 29<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem das einer Inschrift zufolge 1754 erbaute Vorg\u00e4ngergeb\u00e4ude im Mai 1905 abgebrannt war, erwarb der Kaufmann Friedrich Fritz das Grundst\u00fcck und lie\u00df sich hier den Neubau eines Wohn- und Gesch\u00e4ftshauses nach Pl\u00e4nen von Hermann Reichard errichten. Das schmale Geb\u00e4ude steht traufst\u00e4ndig zur Hertallstra\u00dfe und schlie\u00dft mit einem Mansarddach ab. Das Dach wird von einem \u00fcber die gesamte Breite reichenden Giebel mit ornamentierter Kartusche und Bezeichnung \u201e1905\u201c dominiert. Die Fassade ist zweiachsig, die rechte der beiden Achsen ist im 1. und 2. Obergeschoss zu einem geschwungenen Erker ausgeformt. Dieser schlie\u00dft im 3. Obergeschoss mit einem Balkon mit Eisengitter ab. Die Fassade ist glatt verputzt. Der Erker, die Fensterrahmungen und die Lisenen an den Geb\u00e4udekanten sind aus rotem Sandstein. Im Unterschied zu dem in den Bauakten enthaltenen Entwurf von Hermann Reichard, der eine Jugendstilfassade vorsah, wurde die Fassade im historisierenden Stil des Neubarock realisiert. Luftdruck, Splitter und Artillerie besch\u00e4digten die Fassade des Geb\u00e4udes 1944\/45. Nach Instandsetzung wurde der Laden 1955 umgestaltet. Nachdem 1966 der Eigent\u00fcmer das Geb\u00e4ude abbrechen und durch einen Neubau ersetzen wollte, zeigt es sich heute bis auf den modernisierten Erdgeschossbereich in der \u00e4u\u00dferen Form von 1905.<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>Ina Gutzeit\/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkm\u00e4ler, Bodendenkm\u00e4ler (Denkm\u00e4ler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), M\u00fcnchen 2015, S. 68-72.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Herstallstra\u00dfe beginnt am sog. \u201eScharfeck\u201c, einer Kreuzung, an der drei wichtige Innenstadtstra\u00dfen aufeinandertreffen. Herstallstra\u00dfe und Sandgasse bilden dabei einen spitzen Winkel. 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