{"id":3917,"date":"2022-03-28T13:33:34","date_gmt":"2022-03-28T11:33:34","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=3917"},"modified":"2022-03-28T13:33:34","modified_gmt":"2022-03-28T11:33:34","slug":"goldbacher-strasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/goldbacher-strasse\/","title":{"rendered":"Goldbacher Stra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>Die Goldbacher Stra\u00dfe ist eine der l\u00e4ngsten Stra\u00dfenz\u00fcge im Stadtgebiet. Sie ist eine alte Ausfallstra\u00dfe in die \u00f6stlich der Stadt gelegenen Spessartd\u00f6rfer und weiter nach Lohr am Main. Sie f\u00fchrt vom Stadtinneren bis in den Vorort Goldbach. Die Stra\u00dfe beginnt am n\u00f6rdlichen Ende der Herstallstra\u00dfe, am ehem. Herstalltor, verl\u00e4uft in nord\u00f6stlicher Richtung bis zur Bahnlinie Frankfurt\u2013W\u00fcrzburg, dort weiter fast bis zum \u00d6sterreicher-Denkmal, unter der Bahnstrecke hindurch, bis sie auf die Sch\u00f6nbornstra\u00dfe trifft, welche weiter nach Goldbach f\u00fchrt, dem Ort, der ihr den Namen gab.<\/p>\n<p><strong>Goldbacher Stra\u00dfe 1\/Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 2\/4\/6\/8<\/strong><\/p>\n<p>Die Br\u00fcder Franz (1859\u20131937) und Roman (1857\u2013 1932) Woerner, beide Steinmetze in Aschaffenburg, gr\u00fcndeten 1884 das Baugesch\u00e4ft F. &amp; R. Woerner. 1894\/95 kauften sie das Gel\u00e4nde der ehem., im Auftrag von Carl Theodor von Dalberg zwischen 1805 und 1807 erbauten Infanteriekaserne. Diese stand mit der Hauptfassade entlang der Goldbacher Stra\u00dfe und hatte zwei Seitenfl\u00fcgel, einen l\u00e4ngs der sp\u00e4teren Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe und einen entlang der Heinsestra\u00dfe. Mit dem Bau der J\u00e4gerkaserne an der W\u00fcrzburger Stra\u00dfe 1895 verlor die alte Kaserne ihre Daseinsberechtigung. Nachdem zun\u00e4chst eine Umwandlung der Kaserne zu Wohnungsbauten geplant war, erfolgte dann der Abriss des Geb\u00e4udes und die Bebauung des Baugrundes zwischen dem Beginn der Goldbacher Stra\u00dfe und dem Beginn der Frohsinnstra\u00dfe mit f\u00fcnf jeweils viergeschossigen Wohn- und Gesch\u00e4ftsh\u00e4usern durch das Bauunternehmen F. &amp; R. Woerner. Im Erdgeschoss befanden sich die L\u00e4den, in denen die Waren verkauft wurden, die vor Ort, n\u00e4mlich in den R\u00fcckgeb\u00e4uden im Hinterhof der jeweiligen Anwesen produziert wurden. Alle H\u00e4user waren mit \u00fcbergiebelten Risaliten und reich gegliederten Fassaden versehen. Die stilistisch einheitlichen historistischen Fassaden wurden in unterschiedlichen Materialien ausgef\u00fchrt. Einige sind verputzt, andere in gelbem Backstein gefertigt und mit Gliederungen aus rotem Sandstein akzentuiert. Belebend wirken die in verschiedenen Geschossen angebrachten Balkone mit Sandsteinbr\u00fcstung. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Schaufenster der Ladenzonen im Erdgeschoss durch Luftdruck zerst\u00f6rt und die D\u00e4cher, Balkone sowie Fenster und T\u00fcren besch\u00e4digt. In allen Geb\u00e4uden befinden sich heute im Erdgeschoss modernisierte Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume. Die Wohnr\u00e4ume in den Obergeschossen werden wegen ihrer Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und Lage heute \u00fcberwiegend als B\u00fcros oder Praxen genutzt.<\/p>\n<p><strong>Goldbacher Stra\u00dfe 1<\/strong><\/p>\n<p>Das mit der Jahreszahl 1898 bezeichnete viergeschossige Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus an der Ecke Wei\u00dfenburger\/Goldbacher Stra\u00dfe wurde von den Br\u00fcdern Franz und Roman Woerner entworfen. Der Plan zeigt ein gro\u00dfes Geb\u00e4ude mit einem seine Ecklage betonenden Eckt\u00fcrmchen und Eckerker mit hohem Dach. Das Geb\u00e4ude wurde als Gesch\u00e4ftshaus mit gro\u00dfen Schaufenstern im Erd- und 1. Obergeschoss geplant. Schon wenige Jahre nach der Fertigstellung des Geb\u00e4udes 1898 wurde 1906 die Anbringung von Auslagek\u00e4sten an den Pfeilern der Erdgeschossfenster von der st\u00e4dtischen Bauaufsicht genehmigt. 1907 wurde die im r\u00fcckw\u00e4rtigen Bereich des Geb\u00e4udes befindliche Halle mit einem Glasdach versehen und von Alois Scheuermann ein Souterrain f\u00fcr Johann Zapf gebaut. 1911 wurde die Eingangssituation ver\u00e4ndert und ein neuer Eingang in der Mitte der Fassade zur Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe geschaffen. 1922 richtete man eine Dachwohnung im Geb\u00e4ude ein. 1925 kamen erneut Schauk\u00e4sten an die Erdgeschosspfeiler. Bei den Luftangriffen am 3. Oktober und 21. November 1944 auf die Stadt wurden durch Luftdruck und Artillerie das Dachwerk, der Eckerker sowie Fenster und T\u00fcren des Geb\u00e4udes zerst\u00f6rt. Geschossdecken wurden durchbrochen und an der Stra\u00dfenfront gro\u00dfe Mauerst\u00fccke durch Granaten eingebrochen. Die Wiederinstandsetzung des Geb\u00e4udes plante der Architekt Franz Schmitt 1946 f\u00fcr Franz Hahmann. Es erfolgte ein vereinfachter Wiederaufbau des Wohn- und Gesch\u00e4ftshauses. Man verzichtete auf das Eckt\u00fcrmchen und die urspr\u00fcngliche Haube des Eckerkers. 1955 lie\u00df Franz Hahmann von Architekt Werner Schlauersbach das Dach ausbauen und drei Dachgauben errichten. 1957 wurde die Schaufensterfront ausgebaut. 1994 kam es zur Nutzungs\u00e4nderung und zum Umbau der Verkaufsr\u00e4ume im Erd- und 1. Obergeschoss. Das repr\u00e4sentative Eckgeb\u00e4ude bildet eine bauliche Einheit mit den H\u00e4usern Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 2, 4, 6 und 8. Es ist viergeschossig und mit einem einseitig abgewalmten Satteldach abgeschlossen. Seine historistische Fassade ist im Stil der Neurenaissance gestaltet. Die abgeschr\u00e4gte Eckachse sowie die ersten beiden Achsen der Fassaden sind in unverputzten roten Sandsteinquadern ausgef\u00fchrt, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen Fassaden nur verputzt sind. An der Eckachse befindet sich im Erdgeschoss ein Ladeneingang, im 2. Obergeschoss ein leicht hervortretender Schmuckbalkon mit gusseisernem Gel\u00e4nder. Dar\u00fcber tritt der urspr\u00fcnglich zweigeschossige Eckerker hervor. Dieser umfasst seit der Instandsetzung des Geb\u00e4udes nach 1946 nur noch ein Geschoss und wird von einem flachen Zeltdach abgeschlossen. Das einst \u00e4u\u00dferst repr\u00e4sentative Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus bildet einen Blickpunkt am Ende der Herstallstra\u00dfe.<\/p>\n<p><em>Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 2<\/em><\/p>\n<p>Der Juwelier Heinrich Josef Schwind hatte 1892 ein Juweliergesch\u00e4ft er\u00f6ffnet und erwarb das von den Bauunternehmern Woerner 1898 errichtete Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus. 1899 wurde das Anwesen um eine Holzhalle und ein Jahr sp\u00e4ter um einen Lagerraum erweitert. 1914 erfolgte die Umgestaltung des mittleren Schaufensters von einer stichbogigen zu einer rechteckigen \u00d6ffnung. Beim Wiederaufbau des Geb\u00e4udes 1948 wurde die Schaufensteranlage neu gestaltet. Das Geb\u00e4ude wurde im Dachbereich nicht exakt in der Gestalt ausgef\u00fchrt, wie es die erhaltenen Baupl\u00e4ne zeigen. Der Zwerchgiebel \u00fcber der mittleren der drei Fensterachsen kam nicht zur Ausf\u00fchrung. Daf\u00fcr wurden die Balkone des rechten Risalits breiter ausgef\u00fchrt. Der Zierrat aus Kugel- und Obeliskenaufs\u00e4tzen auf dem geschwungenen Giebel wurde bei den Instandsetzungsarbeiten 1948 nicht wieder rekonstruiert. Ebenso wurde der Balkon im 2. Obergeschoss nur in verk\u00fcrzter Form wieder hergestellt. Auch die Giebel\u00fcberdachung des mittleren Fensters im 2. Obergeschoss fehlt.<\/p>\n<p><em>Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 4<\/em><\/p>\n<p>Das Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus planten F. &amp; R. Woerner 1897 f\u00fcr Adam Spiegel. Dieser Bau ist mit drei Achsen der schmalste der f\u00fcnf Neubauten. Die Fenster der Obergeschosse sind alle zu Paaren zusammengefasst. In der Mitte wird das Geb\u00e4ude von einem breiten geschwungenen Zwerchgiebel bekr\u00f6nt. Wie bei dem Nachbargeb\u00e4ude war dieser mit Kugel- und Obeliskenaufs\u00e4tzen dekoriert, die bei der Instandsetzung nach dem Krieg nicht wieder aufgesetzt worden sind.<\/p>\n<p><em>Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe 6<\/em><\/p>\n<p>Der erste Entwurf f\u00fcr das Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus f\u00fcr B\u00e4ckermeister Anton R\u00fcth vom April 1898 kam nicht zur Ausf\u00fchrung. Der neue Entwurf vom Juni des gleichen Jahres zeigt einen viergeschossigen Satteldachbau mit linksseitigem Risalit. Drei unterschiedliche Balkone akzentuieren die Fassade. Zwei davon sitzen auf doppelt geschwungenen Konsolen mit Sandsteinbr\u00fcstung, der oberste hat ein gusseisernes Gel\u00e4nder. Die Fassade des Geb\u00e4udes ist verputzt, der Risalit steinsichtig aus Sandsteinquadern. Der Giebel \u00fcber dem Risalit ist im Stil der deutschen Renaissance gestaltet und nur einfach geschwungen. Im Erdgeschoss befand sich die \u201eRestauration\u201c mit einem Haupt- und zwei Nebenlokalen sowie der K\u00fcche. Auf der Seite zu Nr. 6 befindet sich eine Durchfahrt zum Hof. In den Obergeschossen lagen Wohnungen. 1913 lie\u00dfen Georg und Karl Ebert das Lokal in Richtung des Hofes nach Pl\u00e4nen des Architekten Heinrich Morhard vergr\u00f6\u00dfern. Im Zuge dieser Umbauma\u00dfnahme wurde auch der Restauranteingang von der Durchfahrt an die Wei\u00dfenburger Stra\u00dfe verlegt, wo er sich auch heute noch befindet. Bei der Instandsetzung der im Zweiten Weltkrieg entstandenen Sch\u00e4den verzichtete man auf die Wiederherstellung der Fachwerkkonstruktion im Giebel. Haupt- und Filialgiebel sind heute mit Holz verkleidet. Der Erker im 1. Obergeschoss konnte 1949 wieder hergestellt werden, wobei man auch hier eine Rekonstruktion in alten Formen vermied.<\/p>\n<p><strong>Goldbacher Stra\u00dfe 5<\/strong><\/p>\n<p>Die Br\u00fcder Franz und Roman Woerner errichteten 1897 im Bereich der alten Kaserne f\u00fcr Drechslermeister Josef Schropp den Neubau eines Wohnhauses und 1898 zwei R\u00fcckgeb\u00e4ude. Der dreigeschossige massive Satteldachbau steht traufst\u00e4ndig zur Goldbacher Stra\u00dfe. Die Fassade ist im neubarocken Stil gestaltet. Die gliedernden Bauteile wie Fenster- und T\u00fcrgew\u00e4nde, Gesimse und Konsolen sind aus rotem Sandstein gefertigt. Von den vier Achsen sind die mittleren beiden von einem geschwungenen, mit Sandsteinvasen versehenen Zwerchgiebel bekr\u00f6nt. In den \u00e4u\u00dferen Achsen sind die Fenster zu Paaren zusammengefasst. Auff\u00e4lligstes dekoratives Element an der Fassade sind drei Balkone mit reich verzierten gusseisernen Gel\u00e4ndern. Im Erdgeschoss liegen eine korbbogige Tordurchfahrt und ein Hauseingang. Dazwischen befinden sich zwei rundbogige Schaufenster f\u00fcr das Ladengesch\u00e4ft. Diese sind noch im bauzeitlichen Zustand erhalten und nicht modernisiert. Im Bereich des 2. Obergeschosses der reich gegliederten Fassade gibt es eine halbrunde leere Nische. Beim Angriff auf die Stadt am 3. Oktober und am 21. November 1944 st\u00fcrzten durch Luftdruck der Brandgiebel und das Dachwerk des Vorderhauses zu einem Drittel ein, wodurch Kamin, W\u00e4nde, Decken, Fenster und T\u00fcren besch\u00e4digt wurden. \u00c4hnliche Sch\u00e4den entstanden an den beiden R\u00fcckgeb\u00e4uden. Joseph Schropp, der Enkel des einstigen Bauherrn, reichte 1947 einen Antrag auf Genehmigung zur Wiedererrichtung des Brandgiebels und Instandsetzung beim st\u00e4dtischen Bauordnungsamt ein. Die beiden R\u00fcckgeb\u00e4ude wurden 1996 abgebrochen und das Wohnhaus im r\u00fcckw\u00e4rtigen Bereich modernisiert. Ein weiterer Umbau des Wohn- und Gesch\u00e4ftshauses erfolgte 1999, bei dem im Geb\u00e4udeinnern leichte Ver\u00e4nderungen vorgenommen wurden.<\/p>\n<p><strong>Goldbacher Stra\u00dfe 14<\/strong><\/p>\n<p>1852 lie\u00df sich der Wachsfabrikant Joseph Bertha den Neubau eines Wohnhauses mit Nebengeb\u00e4uden planen. Das Wohnhaus wurde traufst\u00e4ndig, etwas zur\u00fcckgesetzt an der Goldbacher Stra\u00dfe errichtet. Auf dem gro\u00dfz\u00fcgigen, in s\u00fcd\u00f6stlicher Richtung anschlie\u00dfenden Grundst\u00fcck wurden au\u00dferdem ein Siedhaus und ein Schuppen aufgef\u00fchrt. Die Nebengeb\u00e4ude wurden in der Folgezeit erweitert und erg\u00e4nzt. So lie\u00df sich Joseph Bertha 1874 von Maurermeister S. Hauck noch eine Lagerhalle auf seinem Anwesen erbauen. Im Zweiten Weltkrieg erfuhr das Geb\u00e4ude durch Granatbomben schwere Sch\u00e4den an Mauern und am Dachgeb\u00e4lk sowie an Fenstern und T\u00fcren. 1947 wurde das Dachwerk wieder hergestellt. Das Wohnhaus aus unregelm\u00e4\u00dfigen roten Sandsteinquadern erhebt sich zweigeschossig \u00fcber rechteckigem Grundriss und wird von einem Satteldach abgeschlossen. Die Geb\u00e4udekanten sind durch Ortquader betont. Die Hauptfassade wird durch einen dreiachsigen \u00fcbergiebelten Mittelrisalit akzentuiert, dessen Fenster mit Stichb\u00f6gen \u00fcberfangen sind. Im Giebelfeld befindet sich ein kleiner Vierpass. Vor dem mittleren Fenster des Obergeschosses ist ein Balkon mit eisernem Gel\u00e4nder angebracht. Erd- und Obergeschoss sind durch zwei Geschossgesimse optisch voneinander getrennt. Der Zugang zum Geb\u00e4ude und das etwas hervortretende Treppenhaus liegen auf der r\u00fcckw\u00e4rtigen Seite. Der Natursteinbau geh\u00f6rt zu den fr\u00fchesten Bauten des 19. Jh. an der Goldbacher Stra\u00dfe. Trotz der Kriegssch\u00e4den zeigt sich der Bau heute noch in seinen schlichten sp\u00e4tklassizistischen Formen und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele Aschaffenburger Baukultur aus der Mitte des 19. Jh.<\/p>\n<p><strong>Goldbacher Stra\u00dfe 73<\/strong><\/p>\n<p>Am n\u00f6rdlichen Ende der Goldbacher Stra\u00dfe, nach der Unterf\u00fchrung der Bahnlinie, steht stadtausw\u00e4rts links ein gemauertes, verputztes Bildh\u00e4uschen mit einem biberschwanzgedeckten Satteld\u00e4chlein. \u00dcber dem Sockel mit seitlichem \u00dcberstand erhebt sich ein vierkantiger Schaft, der am \u00dcbergang zum Aufsatz an den Seiten mit einem Gesims versehen ist. Im Aufsatz ist eine tiefe Nische eingef\u00fcgt, in der seit 1994 eine Madonnenfigur steht. An der R\u00fcckwand der Nische ist seit der Renovierung des Bildh\u00e4uschens 1973 eine Darstellung des hl. Martin flankiert von zwei T\u00fcrmen aus farbigem, glasiertem Ton eingelassen. \u00dcber die urspr\u00fcngliche Ausstattung der ehemals zwei Nischen gibt es keine \u00dcberlieferung. Da es sich um einen weit verbreiteten Typus im gesamten Untermaingebiet handelt, erweist sich die Datierung des Bildh\u00e4uschens als schwierig. M\u00f6glicherweise wurde dieser Typ von Tiroler Maurern erst im 17. Jh. eingef\u00fchrt. Der Grund der Aufstellung des Bildh\u00e4uschens hingegen ist \u00fcberliefert: Es markiert die Stelle, an der ein Bauer vom Blitz erschlagen wurde. Am Fu\u00dfe des Bildstocks steht ein lateinisches Kreuz aus Sandstein mit gefasten Kreuzarmen. Es stand urspr\u00fcnglich an anderer Stelle und wurde bei der Neuanlage der Goldbacher Stra\u00dfe an diese Stelle versetzt. Es handelt sich um ein sog. S\u00fchnekreuz, wie solche auch im Zusammenhang mit Totschlagsdelikten errichtet wurden.<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>Ina Gutzeit\/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkm\u00e4ler, Bodendenkm\u00e4ler (Denkm\u00e4ler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), M\u00fcnchen 2015, S. 54-57.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Goldbacher Stra\u00dfe ist eine der l\u00e4ngsten Stra\u00dfenz\u00fcge im Stadtgebiet. Sie ist eine alte Ausfallstra\u00dfe in die \u00f6stlich der Stadt gelegenen Spessartd\u00f6rfer und weiter nach Lohr am Main. 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