{"id":3793,"date":"2022-03-28T13:56:33","date_gmt":"2022-03-28T11:56:33","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=3793"},"modified":"2022-03-28T13:56:33","modified_gmt":"2022-03-28T11:56:33","slug":"dalbergstrasse-wohn-buerger-und-fachwerkhaeuser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/dalbergstrasse-wohn-buerger-und-fachwerkhaeuser\/","title":{"rendered":"Dalbergstra\u00dfe &#8211; Wohn,- B\u00fcrger- und Fachwerkh\u00e4user"},"content":{"rendered":"<p>Die Dalbergstra\u00dfe beginnt an der Landingstra\u00dfe, an der Stelle des sog. \u201eScharfeck\u201c, f\u00fchrt vorbei am Stiftsplatz und am Rathaus bis hinunter zum Main, wo sie in die L\u00f6herstra\u00dfe m\u00fcndet. Der Stra\u00dfenzug war im Mittelalter die wichtigste Verkehrsverbindung f\u00fcr den st\u00e4dtischen Durchgangsverkehr. Gleichzeitig war er eine bedeutende Gesch\u00e4ftsstra\u00dfe in der N\u00e4he des Marktes. Deshalb sind die H\u00e4user dieser Stra\u00dfe von wohlhabenden Handelsleuten und Handwerkern errichtet worden und in ihrer Substanz recht hochwertig. Die Bedeutung der Stra\u00dfe f\u00fcr den Warenhandel ist mit dem Ausbau der Bahnlinie Frankfurt\u2013 W\u00fcrzburg und der damit verbundenen Verlagerung der Gesch\u00e4fte in das neu entstandene Gebiet zwischen Altstadt und Bahnhof verloren gegangen. Ihren Namen tr\u00e4gt die Stra\u00dfe seit 1875 zu Ehren des F\u00fcrstprimas und letzten Mainzer Kurf\u00fcrsten Carl Theodor von Dalberg (1744\u20131817). Sein Herz ruht in einer Urne in der nahe der Stra\u00dfe gelegenen Stiftskirche St. Peter und Alexander. Vor 1875 hatte der Stra\u00dfenzug keinen einheitlichen Namen. Der Bereich zwischen der L\u00f6wenapotheke und dem Scharfeck wurde \u201eZwischen den Toren\u201c genannt. Als \u201eMarkt\u201c bezeichnete man den Bereich des heutigen Stiftsplatzes. Der \u00fcberwiegende Teil wurde \u201eGro\u00dfe Metzgergasse\u201c genannt, der unterste Teil bis zur Mainbr\u00fccke hie\u00df \u201eWindfang\u201c. Die Benennung \u201eGro\u00dfe Metzgergasse\u201c erfolgte nach den hier angesiedelten Metzgern und deren Einrichtungen wie Schlachthaus und Fleischbank. Heute ist in der Dalbergstra\u00dfe eine recht unterschiedliche Bebauung vorhanden. Einige wenige Fachwerkh\u00e4user sind erhalten, die durch den Krieg entstandenen L\u00fccken wurden durch neue, dem Stra\u00dfenbild angepasste Wohnh\u00e4user gef\u00fcllt. Die am st\u00e4rksten bestimmende Ver\u00e4nderung vollzog sich in den 1950er Jahren durch den Bau des neuen Rathauses und die Gestaltung des Theaterplatzes, den es sonst als solches zuvor nicht gegeben hat.<\/p>\n<p><strong>Dalbergstra\u00dfe 2<\/strong><\/p>\n<p>Das repr\u00e4sentative Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus an der Ecke Landing-\/Dalbergstra\u00dfe lie\u00df die Firma B\u00fcttner und Lenk OHG 1905 f\u00fcr die \u201eEisenhandlung Aschaffenburg\u201c von dem Architekten Heinrich Morhard errichten. Das viergeschossige Geb\u00e4ude am Beginn der Dalbergstra\u00dfe in st\u00e4dtebaulich markanter Lage, dessen repr\u00e4sentative Jugendstilfassade mit ornamentalen Formen wie Blattwerk, Girlanden und Vasen gestaltet ist, schlie\u00dft mit einem Mansarddach ab. Erd- und 1. Obergeschoss aus Sichtquadermauerwerk sind aus Naturstein, die Obergeschosse verputzt und durch Gesimse und Lisenen gegliedert. Die Schaufenster im Erdgeschoss hatten urspr\u00fcnglich Segmentb\u00f6gen. Alle \u00fcbrigen Fenster sind steinumrahmt, z.T. mit Profilierung und Schlussstein versehen. Zur Landingstra\u00dfe ist ein quer angef\u00fcgter Giebelbau orientiert, der im Bereich des 2. und 3. Obergeschosses einen Natursteinerker ausbildet, dessen Br\u00fcstungsfelder plastischen Schmuck aus Girlanden aufweisen. \u00dcber dem Erker erhebt sich ein geschwungener Giebel, der mit floralen Motiven reich verziert ist. Die zur Dalbergstra\u00dfe gerichtete Fassade ist klar gegliedert. Zwischen den Fenstern des 2. und 3. Obergeschosses verlaufen Lisenen, die des 2. Obergeschosses sind genutet. Der Eingang zum Geb\u00e4ude befindet sich an der Dalbergstra\u00dfe in Form einer Doppelt\u00fcr mit dar\u00fcberliegenden Fenstern. In der Geb\u00e4udeecke, die sich aus der Zusammenf\u00fcgung der Bauk\u00f6rper ergibt, ist eine Loggia mit dar\u00fcberliegendem Balkon angef\u00fcgt. Im Zweiten Weltkrieg entstanden durch Luftdruck, Sog und Artillerie Sch\u00e4den am Dach, der Mansarde und dem Treppenhaus des Geb\u00e4udes. Alle Fenster und T\u00fcren wurden zerst\u00f6rt sowie W\u00e4nde im 2. und 3. Obergeschoss mehrfach durchschossen. Der Aschaffenburger Architekt Ludwig D\u00f6lger leitete 1956 die Instandsetzungs- und Umbauma\u00dfnahmen des Wohn- und Gesch\u00e4ftshauses. Dabei wurden u. a. die Mittels\u00e4ule vor dem Ladeneingang entfernt, die Schaufenster modernisiert und die erkerartigen Fenster im Obergeschoss umgebaut. Die letzte Fassadenrenovierung fand 1992 statt.<\/p>\n<p><strong>Dalbergstra\u00dfe 36<\/strong><\/p>\n<p>Das Wohnhaus steht als dreigeschossiger Mansarddachbau traufst\u00e4ndig in der Dalbergstra\u00dfe. \u00dcber einem massiven Erdgeschoss folgen zwei leicht vorkragende Fachwerkobergeschosse. Das gesamte Geb\u00e4ude ist verputzt. Die Fassade ist vierachsig. Der Eingang liegt in der zweiten Achse von rechts. 1822 wurde um die Genehmigung zu einer Hauptreparatur an dem Geb\u00e4ude aus dem fr\u00fchen 16. Jh. gebeten. Diese wurde unter der Auflage, das Portal zu beseitigen und durch eine in der Flucht der Fassade liegende \u00d6ffnung zu ersetzen, erteilt. Bei dem ehem. Portal handelte es sich nach Alois Grimm um ein rundbogiges Renaissanceportal mit flankierenden S\u00e4ulchen mit Kapitell und Architrav, vergleichbar dem Kapelleneingang am Sch\u00f6nborner Hof. Auch die \u00fcberstehenden Obergeschosse sollten zur\u00fcckgenommen werden, worauf man allerdings wegen der Statik des Daches verzichtete. 1851 wurde der Gehsteig ausgebaut und daf\u00fcr der Kellerabgang des Hauses beseitigt. Im gleichen Jahr wurde im Hof ein eingeschossiges Nebengeb\u00e4ude als Drechslerwerkstatt auf der Seite zu Haus Nr. 1 in der Schlo\u00dfgasse errichtet. 1854 wurde ein als Stall und Scheune genutztes Nebengeb\u00e4ude abgerissen und an dieser Stelle ein zweigeschossiges Wohnhaus neu errichtet (Schlo\u00dfgasse 5). 1906 erfolgte die Errichtung einer massiven Brandmauer an der Seite zu Haus Nr. 38\/40. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Anwesen bei einem Angriff am 27. Oktober 1944 schwer besch\u00e4digt. Eine Mine vernichtete am 5. November 1944 das Hinterhaus v\u00f6llig. Die Sch\u00e4den im Dachbereich des Wohnhauses konnten 1948 repariert werden. 1957 kam es durch Verkauf zur Trennung von Vorder- und Hinterhaus. Das Hinterhaus wird seitdem unter der Adresse Schlo\u00dfgasse 5 gef\u00fchrt. Bereits bei den Reparaturarbeiten 1822 wurde festgestellt, dass das Mansarddach nicht dem urspr\u00fcnglichen Zustand des Hauses entspricht. Dies konnte durch eine dendrochronologische Untersuchung 2009 best\u00e4tigt werden. Sie ergab, dass das Mansarddach 1787 auf das bestehende, wohl urspr\u00fcnglich giebelst\u00e4ndige Geb\u00e4ude aufgesetzt wurde. Unter dem Geb\u00e4ude befindet sich ein Gew\u00f6lbekeller, dessen Scheitel parallel zur Stra\u00dfe verl\u00e4uft. Der Kellerabgang ist in den Resten noch erhalten.<\/p>\n<p><strong>Dalbergstra\u00dfe 41<\/strong><\/p>\n<p>Erste urkundliche Erw\u00e4hnungen des B\u00fcrgerhauses sind aus dem 15. Jh. \u00fcberliefert. Das Haus wird auch unter dem Namen \u201eZum Bratfisch\u201c genannt, wohl im Zusammenhang einer hier ans\u00e4ssigen Familie Bratfisch. Das Haus geh\u00f6rte vom Beginn des 16. Jh. an h\u00f6heren Stiftsbeamten. Jost Gelph machte 1596 gegen\u00fcber dem Stift die Anzeige, dass er an der Grundst\u00fccksgrenze zu den Anwesen Stiftsgasse 12 und 14 einen Keller graben und eine Scheune darauf errichten wolle.<\/p>\n<p>Wann das Haus, das fr\u00fcher den Fleischbeins geh\u00f6rte, dann an die Familie Reigersberger \u00fcberging, ist ungekl\u00e4rt. Aus einem undatierten Testament der Familie geht hervor, dass Nikolaus Georg Reigersberger den Besitz \u00fcber die Aschaffenburger Kapuziner gekauft hatte. Reigersberger starb 1651 in Frankfurt am Main. Er war kaiserlicher Rat, Kurmainzer Kanzler und B\u00fcrgermeister von Aschaffenburg. Au\u00dferdem spielte er eine wichtige Rolle bei der Unterzeichnung des Westf\u00e4lischen Friedens am Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges. Nach dem Verkauf aller kirchlichen Besitzungen 1806 kam das Anwesen an den Gastwirt Valentin Sattig. Dieser teilte den Besitz auf, sodass die heutigen Nrn. 39 und 41 entstanden. Zur gleichen Zeit, in den Jahren 1806\/07, bestand wohl die Absicht, das Haus abzubrechen und zusammen mit Nr. 43 neu zu errichten, dazu kam es nicht. Zwischen 1846 und 1852 wurde das Hinterhaus abgebrochen sowie eine Teilfl\u00e4che an das Anwesen Nr. 39 abgetreten. 1878 kam es zur Einrichtung einer Metzgerei und dem Einbau von Schaufenstern an der Stelle eines dreiteiligen Fensters. Die Metzgerei wurde 1914 wieder aufgegeben und die Haust\u00fcr an die linke Seite verlegt sowie Fenster an der Stelle des Schaufensters eingesetzt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Geb\u00e4ude Sch\u00e4den vor allem im Bereich des Daches und der Brandw\u00e4nde. Diese wurden bis 1950 wieder repariert. Das dreigeschossige Fachwerkhaus mit kleinem Schopfwalm steht mit dem Giebel zur Dalbergstra\u00dfe. Das Erdgeschoss und die Brandw\u00e4nde zu den angrenzenden H\u00e4usern sind massiv gemauert. Die Fachwerkobergeschosse kragen leicht vor. Das Erdgeschoss ist durch Pilaster vertikal gegliedert. Die Pilaster, Fensterumrahmungen und Konsolsteine aus Sandstein sind reich mit Beschlag- und B\u00e4nderwerk verziert. Im rechten Feld ist ein gekuppeltes Fenster, zwei weitere einfache Fenster sind in der Mitte, der Eingang befindet sich links. Die Positionen der Fenster der Obergeschosse sind ver\u00e4ndert worden. Das 1. Obergeschoss sitzt auf Konsolsteinen auf. Die Br\u00fcstungsfelder der Fenster weisen gerade Fu\u00dfstreben auf. Das ebenfalls leicht auskragende 2. Obergeschoss zeigt in den Br\u00fcstungsfeldern gerade Fu\u00dfstreben und Andreaskreuze mit Nasen. Im Giebelfeld befanden sich urspr\u00fcnglich zwei gekuppelte Fenster.<\/p>\n<p><strong>Dalbergstra\u00dfe 43<\/strong><\/p>\n<p>Im r\u00fcckw\u00e4rtigen Teil des heute bestehenden Anwesens ist der Geb\u00e4udekern des im 16. Jh. errichteten Baus \u2013 wohl der Nachfolgebau eines 1313 eingefallenen Geb\u00e4udes \u2013 erhalten. Zeugnis davon ist das \u00fcber eine Treppe erreichbare und hinter einer Glast\u00fcr liegende Sandsteinportal in den Formen der Renaissance. Das rundbogige Portal wird von kannelierten Pilastern gerahmt und von einem profilierten geraden Gesims abgeschlossen. Dar\u00fcber im Fries befindet sich ein schmales Oberlicht mit Eisengitter, das wiederum von einem profilierten Gesims bekr\u00f6nt wird. Das Wohnhaus wurde im Zweiten Weltkrieg durch eine Mine am 27. Oktober 1944 stark besch\u00e4digt. Zwei Obergeschosse wurden zerst\u00f6rt. 1948 entstanden erste Pl\u00e4ne zum Wiederaufbau des Hauses, 1954 wurde es instand gesetzt. Im Jahr 2003 wurde das Haus erneut umgebaut, das Dach angehoben und ein neues Satteldach errichtet. Somit ist der heute zur Dalbergstra\u00dfe giebelst\u00e4ndige und mit einem weiteren Giebel zum Platz hin versehene viergeschossige Bau ein Neubau.<\/p>\n<p><strong>Dalbergstra\u00dfe 47<\/strong><\/p>\n<p>Das im Kern wohl bis ins 16. Jh. zur\u00fcckreichende B\u00fcrgerhaus wurde im letzten Weltkrieg schwer getroffen. Die hinteren, zum Hof gerichteten Teile des Hauses wurden zerst\u00f6rt und nach Ende des Krieges neu errichtet. Im Rahmen des Neubauprogramms \u201eAltenwohnungen der Hospitalstiftung an der Stiftsgasse\u201c wurde das Geb\u00e4ude 1979\/80 bis auf die Stra\u00dfenfassade abgetragen und \u00fcber dem alten Keller, jedoch mit neuem Grundriss wieder aufgebaut. Der dreigeschossige Satteldachbau steht mit dreiachsiger Giebelfassade zur Dalbergstra\u00dfe. Das Erdgeschoss ist massiv, die Obergeschosse sind aus Fachwerk und kragen leicht vor. Der Giebel ist mit Schiefer verkleidet und der kleine Schopfwalm mit einer Kugel bekr\u00f6nt. Im Erdgeschoss links befindet sich ein rundbogiger Kellereingang, auf der rechten Seite der \u00fcber sieben Stufen erreichbare Eingang, dazwischen ein gekuppeltes und ein einfaches Fenster mit gestelztem Kehlprofil.<\/p>\n<p><strong>Dalbergstra\u00dfe 48<\/strong><\/p>\n<p>Das relativ schmale, giebelst\u00e4ndige Fachwerkhaus ist am Portal mit der Jahreszahl \u201e1784\u201c bezeichnet. Diese markiert jedoch nur eine Umbauphase. Alois Grimm datiert die Entstehung des Hauses aufgrund der Fachwerkformen in die Mitte oder die 2. H\u00e4lfte des 17. Jh. Der dreigeschossige Satteldachbau mit Schopfwalm verf\u00fcgt \u00fcber ein hohes, massives Erdgeschoss. Auch die Brandw\u00e4nde zu den angrenzenden H\u00e4usern sind massiv gemauert. Die leicht vorkragenden Obergeschosse und der Giebel sind Fachwerk. Im Erdgeschoss befinden sich ein halbrunder Kellerabgang und seit 1930 zwei einfache, faszierte Fenster, der Eingang liegt in der rechten Achse. Das 1. Obergeschoss hat vier Fenster, im Geschoss dar\u00fcber sitzt wie im Giebel nur ein gekuppeltes Fenster. Das beachtliche B\u00fcrgerhaus weist schlichte Fachwerkformen und wenig Dekor auf. 1889 wurde im Erdgeschoss des Hauses ein Wirtschaftslokal eingerichtet. Ebenso wurden die K\u00fcche, die Waschk\u00fcche und die Abortanlage erneuert. Die Umbauma\u00dfnahmen plante der Architekt Hermann Reichard. Das Lokal blieb bis 1912 bestehen. 1920 wurde das Geb\u00e4ude f\u00fcr Spenglermeister Hugo Fuchs umgebaut und ein Schaufenster an der Fassade eingerichtet, welches 1930 wieder r\u00fcckgebaut wurde. Die im Zweiten Weltkrieg durch Luftdruck entstandenen Sch\u00e4den an Dach, W\u00e4nden, Fenstern und T\u00fcren konnten beseitigt werden.<\/p>\n<p><strong>Dalbergstra\u00dfe 49<\/strong><\/p>\n<p>Das zweigeschossige B\u00fcrgerhaus an der Ecke Dalberstra\u00dfe\/Neben der Gro\u00dfen Metzgergasse wurde nach einer Inschrift \u00fcber einem eingemauerten Portal wohl 1710 erbaut. Im massiven Erdgeschoss befinden sich ein Eingang und drei schmale, hochrechteckige Fenster. Das unverputzte Fachwerkobergeschoss kragt zur Dalbergstra\u00dfe leicht vor. Das Fachwerk ist als dekoratives Sichtfachwerk gearbeitet und mit Rauten und Andreaskreuzen, z.T. mit Nasen, versehen. In der Mitte des Obergeschosses ist ein rechteckig vorkragender Erker ausgebildet, der bis ins Dach hineinreicht. Das Dach ist zur Seite der Gasse abgewalmt. Das Wohnhaus hatte bis 1933 keinen eigenen Keller, aber ein 1851 best\u00e4tigtes Nutzungsrecht am Keller des Nachbarhauses (Nr. 47) mit eigenem Zugang. Im Zweiten Weltkrieg entstanden durch Luftdruck Risse am Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p><strong>Dalbergstra\u00dfe 49 a<\/strong><\/p>\n<p>An der Stelle des klassizistischen B\u00fcrgerhauses stand einst das alte Schlachthaus, das 1800 in einen Neubau am L\u00f6hertor versetzt worden war. 1803 ersteigerte der Ziegler Johann Schwind das alte Geb\u00e4ude und lie\u00df unter Leitung des Zimmermanns Franz Hirsch zwischen April und Dezember 1803 ein dreigeschossiges f\u00fcnfachsiges Stadthaus errichten. Da seine Ehefrau im November 1803 versuchte, Emanuel Joseph von Herigoyen f\u00fcr den Entwurf eines Nebengeb\u00e4udes zu gewinnen, ist anzunehmen, dass dieser auch die Pl\u00e4ne f\u00fcr das Wohnhaus gezeichnet haben k\u00f6nnte. Nachdem 1808 der B\u00e4cker Michael Hartlaub das Anwesen erworben hatte, wurde im Hof ein Backhaus errichtet und der Eingang von der Dalbergstra\u00dfe auf die Seite zur Stra\u00dfe \u201eNeben der Gro\u00dfen Metzgergasse\u201c verlegt. Seit 1903 f\u00fchrt das Anwesen jedoch die Hausnummer Dalbergstra\u00dfe 49 a anstatt Neben der Gro\u00dfen Metzgergasse 2. Im Zweiten Weltkrieg entstanden durch Luftdruck und Granaten schwere Sch\u00e4den am Dach, an den Mauern, den Zwischenw\u00e4nden sowie an Fenstern und T\u00fcren. Bei der letzten umfassenden Renovierung des Hauses 1975 wurde es \u00e4u\u00dferlich in den urspr\u00fcnglich klassizistischen Zustand mit Gurtgesimsen und Fensterfaschen zur\u00fcckgef\u00fchrt. Auch wenn das Geb\u00e4ude den Charakter eines Steinbaus tr\u00e4gt, ist nur das Erdgeschoss massiv gemauert, in den beiden Obergeschossen besteht es aus verputztem Fachwerk. In der Mitte der symmetrischen Stra\u00dfenfront nimmt ein flach vorspringender, \u00fcbergiebelter Mittelrisalit drei der f\u00fcnf Achsen ein. Die Fenster im 1. Obergeschoss des Risalits haben die Form sog. franz\u00f6sischer Fenster mit eisernen Br\u00fcstungsgittern. Die Fenster des 2. Obergeschosses sind quadratisch. Zwischen den Geschossen verlaufen Gurtgesimse. Die Eckabrundung zur seitlichen Gasse ist der am Geb\u00e4ude Steingasse 1, welches nachweislich von Herigoyen ist, sehr \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>Ina Gutzeit\/Hauke Kenzler: Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Ensembles, Baudenkm\u00e4ler, Bodendenkm\u00e4ler (Denkm\u00e4ler in Bayern. VI. Unterfranken, 71), M\u00fcnchen 2015, S. 32-33.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Dalbergstra\u00dfe beginnt an der Landingstra\u00dfe, an der Stelle des sog. \u201eScharfeck\u201c, f\u00fchrt vorbei am Stiftsplatz und am Rathaus bis hinunter zum Main, wo sie in die L\u00f6herstra\u00dfe m\u00fcndet. 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