{"id":2681,"date":"2021-09-17T08:56:27","date_gmt":"2021-09-17T06:56:27","guid":{"rendered":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/?p=2681"},"modified":"2022-03-15T09:55:07","modified_gmt":"2022-03-15T08:55:07","slug":"maeae-unn-kipp-leiderer-sport-und-abenteuerland-mitte-der-1950er-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de\/maeae-unn-kipp-leiderer-sport-und-abenteuerland-mitte-der-1950er-jahre\/","title":{"rendered":"M\u00e4\u00e4 unn Kipp \u2013 Leiderer Sport- und Abenteuerland Mitte der 1950er Jahre"},"content":{"rendered":"<p>Wer in den 1950er Jahren, so wie der Autor, im Aschaffenburger Stadtteil Leider aufgewachsen ist, fand in der Uferlandschaft zwischen dem Ende des Unterdorfes [1], der \u201eKipp\u201c, und nat\u00fcrlich \u201eemm M\u00e4\u00e4\u201c ein f\u00fcr Kinder und Jugendliche ideales Freizeitgel\u00e4nde. Dies war ganzj\u00e4hrig ge\u00f6ffnet, ohne Voranmeldung und Eintrittskarte. Die \u201eKipp\u201c, das heutige Gebiet zwischen Karlsbader Stra\u00dfe, Seidelstra\u00dfe, Ebertbr\u00fccke und Main, war Mitte der 1950er Jahre zum gr\u00f6\u00dften Teil Wiesen- und Brachlandschaft. Ackerstreifen, einzelne Obstb\u00e4ume und aufgelockerte Buschgruppen bildeten eine nat\u00fcrliche Grenze zum n\u00f6rdlichen Bebauungsrand von Leider. Im \u00f6stlichen Teil Richtung Ebertbr\u00fccke [2], die damals noch nicht bestand, befanden sich etliche Kleing\u00e4rten. Entlang der flussseitigen Grenzen der Anwesen in der Ruhlandstra\u00dfe bildete eine hohe Baumreihe eine ca. 200 m lange, markante Sichtachse parallel zum \u2013 gesch\u00e4tzt \u2013 3 bis 4 m hohen Hochwasserdamm bis nahe an die Brunnengasse. Mit dem Main zusammen war dieser Teil von Leider zu allen Jahreszeiten das ideale Sport- und Abenteuerland f\u00fcr Kinder und Jugendliche [3].<\/p>\n<p>Vor allem f\u00fcr die in den 50er-Jahren beliebten Ballspiele wie Fu\u00dfball, V\u00f6lkerball, Treibball usw. eignete sich das flache Wiesengel\u00e4nde der \u201eKipp\u201c ganz hervorragend. Einen Ball, gleich aus welchem Material, Hauptsache rund und ausreichend aufgepumpt, hatte immer jemand dabei. Einzelb\u00e4ume und Buschgruppen am Rande waren begehrte Verstecke f\u00fcr das beliebte \u201eR\u00e4uw\u00e4 unn Sch\u00e5nde\u201c-Spiel [4].<\/p>\n<p>Obwohl die Leiderer Stra\u00dfen Mitte der 50er Jahre kaum von Autos oder Bussen befahren waren und wir dort sogar gefahrlos Ball spielen konnten, lernten wir das Radfahren auf dem Hochwasserdamm zwischen \u201eBumphaisje\u201c und \u201eKipp\u201c. Der Grund war ein ganz praktischer: Unsere Fahrversuche begannen in aller Regel mit recht h\u00e4ufigen St\u00fcrzen \u2013 und da fielen wir hier doch etwas weicher in Sand und Gras als auf Stra\u00dfenpflaster oder Asphalt. Die Anzahl der St\u00fcrze hatte mehrere Ursachen: Kaum einer von uns F\u00fcnf- bis Achtj\u00e4hrigen hatte je ein Kinderrad gefahren, vielleicht einmal einen Tretroller bewegt. Gelernt wurde in der Regel auf eher \u201ealtersschwachen\u201c Erwachsenenr\u00e4dern, dazu meistens noch Herrenr\u00e4dern, also mit Querstange. Aufsteigen ging da kaum ohne die Hilfe \u00e4lterer Geschwister oder Bekannter, die das Fahrrad am Sattel und am Lenker stabilisierten. Hatte sich der Fahrsch\u00fcler \u2013 dieser Vorgang war nat\u00fcrlich abh\u00e4ngig von seiner K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe \u2013 entweder \u00fcber die Querstange gehievt oder zwischen Sattelst\u00fctze und Lenkerstrebe unter der Querstrebe eingeklemmt auf die Pedalen gestellt, wurde das Rad samt Fahrsch\u00fcler mit einem mehr oder weniger kr\u00e4ftigen Anschub in Bewegung versetzt. Dass die Fortbewegung auf solche \u2013 vor allem im letzteren Fall akrobatisch zu nennende \u2013 Weise meistens nicht lange andauerte, versteht sich von selbst. Auch die angesteuerten Ziele wurden bei derartigen Versuchen meistens deutlich verfehlt, blaue Flecken und Sch\u00fcrfwunden waren \u201enormal\u201c. Nach dem Grundsatz \u201e\u00dcbung macht den Meister\u201c dauerte es jedoch f\u00fcr die meisten nicht lange, bis sie auf zwei R\u00e4dern auf dem Hochwasserdamm zuerst das Geradeaus-, dann das Kurven- und als Kr\u00f6nung schlie\u00dflich das Achter-Fahren beherrschten. Schr\u00e4g den Hochwasserdamm auf der dem Main abgewandten Seite hinabzufahren oder einen Kumpel auf dem Gep\u00e4cktr\u00e4ger sicher zu transportieren galt quasi als \u201eMeister\u201c-Pr\u00fcfung. Die Zeit f\u00fcr ein eigenes Jugendrad und f\u00fcr Radfahren auf den Leiderer Stra\u00dfen war jetzt mehr als reif.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir Mitte der 1950er im Einschulungsalter auf dem Hochwasserdamm unsere Laufbahn als Zweiradfahrer starteten, hatten zwei junge Leiderer M\u00e4nner schon l\u00e4ngst auf motorisierte Zweir\u00e4der umgesattelt. Josef Roth (Jg. 1935) und Friedel Morhard (Jg. 1937) absolvierten an ihren Feierabenden am westlichen Abhang der Kipp, dort, wo ein Fu\u00dfpfad vom Kindergarten am Beginn der Ruhlandstra\u00dfe hinunterf\u00fchrte zum Main [5], waghalsige Spr\u00fcnge mit ihren Motorr\u00e4dern. Josefs Maschine war eine Triumph Cornet mit einer Leistung von ca. 10 PS und einer H\u00f6chstgeschwindigkeit von etwas \u00fcber 100 km\/h [6].<br \/>\nFriedel hatte sich vom Leiderer Holzbildhauer und Modellschreiner Ludwig Fischer (\u201eHerrgottsschnitzer\u201c) 1953 f\u00fcr 450,00 Mark eine NSU Fox 98, Baujahr 1949, gekauft [7].\u00a0 Die war mit einer Leistung von 5, 8 PS und einer H\u00f6chstgeschwindigkeit vom 85 km\/h [8] der Maschine von Josef zwar deutlich unterlegen, der leichtgewichtige Friedel absolvierte aber dennoch ebenso hohe und weite Spr\u00fcnge. Jedes Mal, wenn die beiden ihre Sprungman\u00f6ver trainierten, lockte uns das Aufheulen der Motoren an den Ort des Geschehens. Ganz gebannt verfolgten wir die beiden Motorrad-Artisten, wenn sie auf der Ebene unterhalb des Hochwasserdammes auf k\u00fcrzester Strecke ihre Maschinen beschleunigten, um mit Vollgas die etwa 3 bis 4 Meter hohe B\u00f6schung hinaufzuschie\u00dfen. Uns blieben die M\u00fcnder offen stehen, wenn sie, auf ihren Motorr\u00e4dern mehr stehend als sitzend, in hohem Bogen mehrere Meter weit durch die Luft flogen, um dann nach einem m\u00f6glichst kurzen Auslauf mit einem gekonnten \u201eSlide\u201c und aufspritzendem Untergrund in der Gegenrichtung wieder den Abhang hinunterzusausen [9]. Wenn die beiden Akteure am Ende ihres Trainings in ihren verdreckten Klamotten ihre Fahrzeuge noch einmal inspizierten und schlie\u00dflich ihren Heimweg antraten, konnten sie sich der Hochachtung der staunenden Kinderschar ebenso sicher sein wie der Tatsache, dass mancher der Zuschauer dieselben Kunstst\u00fccke auf dem Fahrrad nachmachen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Friedel Morhard blieb seinem geliebten Hobby noch Jahrzehnte treu und fuhr f\u00fcr den Motorsportclub \u201eK\u00f6nigswelle\u201c Mainaschaff als Rennfahrer ungez\u00e4hlte Erfolge ein. Daneben widmete er sich der Sammlung historischer Fahrr\u00e4der, von denen \u00fcber 100 Exemplare \u2013 vor allem der Marke \u201eOpel\u201c \u2013 ein beredtes Zeugnis ablegen. Gemeinsam mit seiner Frau Rosalinde tritt er heute noch in zeitgetreuer Kleidung bei Vereins-Jubil\u00e4en und Oldtimer-Vorf\u00fchrungen auf. Im Juli 2009 berichtete das Aschaffenburger \u201eMain-Echo\u201c ausf\u00fchrlich \u00fcber eine Ausfahrt historischer R\u00e4der in Aschaffenburg \u2013 Rosalinde und Friedel Morhard waren dabei [10].<\/p>\n<p>Der seit 1924 geltende olympische Leistungsgedanke \u201eCitius, altius, fortius\u201c, zu Deutsch \u201eSchneller, h\u00f6her, weiter\u201c [11], lag auch unseren Aktivit\u00e4ten im Leiderer Freizeitland an \u201eM\u00e4\u00e4 unn Kipp\u201c zugrunde, obwohl wir weder dieses Motto, noch seinen Sch\u00f6pfer Pierre de Coubertin kannten oder gar des Lateinischen kundig waren. Was uns antrieb, war der reine Wettkampfgedanke.<\/p>\n<p>H\u00f6her hinaus als z. B. die eben erw\u00e4hnten Motorradfahrer bei ihren Gel\u00e4ndespr\u00fcngen, wollten einige der begeisterten Kletterer unter den Leiderer Jugendlichen. Weil Berge in der flachen Mainebene nicht existierten, Reisen in die Berge f\u00fcr die meisten unerschwinglich waren und Kletterhallen oder Boulderw\u00e4nde erst 60 bis 70 Jahre sp\u00e4ter ihre Reize f\u00fcr Kletterbegeisterte entfalten sollten, nahm diese Gruppe das, was die Natur in Leider Mitte der 1950er anbot: z. B. B\u00e4ume. Geradezu ideal war die eingangs erw\u00e4hnte Baumreihe an den mainseitigen Grundst\u00fccksgrenzen der Anwesen in der Ruhlandstra\u00dfe. Mit H\u00f6henma\u00dfen bis ca. 25 m und \u00fcppigen Baumkronen ausgestattet, lagen die Objekte der jugendlichen Kletterbegierden zudem noch so weit von den zugeh\u00f6rigen Wohnh\u00e4usern der Grundst\u00fccksbesitzer entfernt, dass letztere selten etwas von den Baumbesteigungen mitbekamen. Gr\u00f6\u00dfere Vogelnester, vor allem die der Elstern, \u00fcbten dabei einen zus\u00e4tzlichen Anreiz aus. In ihnen sollte nach umlaufenden Ger\u00fcchten in gr\u00f6\u00dferer St\u00fcckzahl glitzerndes Geschmeide zu finden sein. Einer der gewandtesten Baumkletterer war Horst S., 12 Jahre alt, ein hervorragender Leichtathlet und Turner, dem wir J\u00fcngere vom sicheren Boden aus gespannt und voller Hochachtung bei seinen Kletterabenteuern zusahen. Als er eines Tages wieder einmal einen \u201eseiner\u201c B\u00e4ume fast ganz erklommen hatte, ert\u00f6nte vom Boden her laut der Schreckensruf: \u201eDe Arraz kimmt!\u201c Der Grundst\u00fccksbesitzer, ein von Familienangeh\u00f6rigen und Dorfbewohnern gleicherma\u00dfen wegen seines J\u00e4hzorns gef\u00fcrchteter Landwirt und Fuhrunternehmer [12], kam ,mit einer Mistgabel bewaffnet, herangeeilt. Wir standen durch den Grundst\u00fcckszaun getrennt auf der sicheren Au\u00dfenseite. Horst jedoch sa\u00df hoch droben im Baum in der Falle und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Karl M., aus Altersgr\u00fcnden nicht mehr kletterf\u00e4hig, schickte nicht druckreife Beschimpfungen nach oben, lie\u00df aber auch uns dabei nicht aus. \u201eIsch ward, biss de runnerkimmst. D\u00e5nn v\u00e4rsohl isch di\u00e4 doin A&#8230;!\u201c drohte er dem Kletterer an, der \u2013 und das verschlimmerte seine Lage gewaltig \u2013 mit seiner Familie bei Karl M. zur Miete wohnte. Horst machte jedoch keine Anstalten, seinen sicheren Hochsitz zu verlassen und so zog der Grundst\u00fccksbesitzer\u00a0sich, als er seinem \u00c4rger Luft verschafft hatte und nach einer Weile nicht mehr l\u00e4nger warten wollte, samt Mistgabel wieder Richtung Ruhlandstra\u00dfe zur\u00fcck. Nachdem jetzt die Luft rein war, machte sich Horst auf den Weg nach unten, immer Ausschau haltend, ob der Hausherr nicht wieder von irgendwo her im Anmarsch war. Wir Zuschauer freuten uns nat\u00fcrlich \u00fcber den gl\u00fccklichen Ausgang dieser Kletteraktion. Was sich an jenem Abend in der Ruhlandstra\u00dfe 20 in dieser Angelegenheit noch ereignet hat, haben wir nie erfahren.<\/p>\n<p>Noch viel h\u00f6her hinaus ging es dann vor allem an windigen Herbsttagen im Bereich der offenen Kipp. Dort hatten wir auf ebenem Gel\u00e4nde ohne gr\u00f6\u00dfere B\u00fcsche oder B\u00e4ume das ideale Drachenflug-Revier. Nat\u00fcrlich gab es damals noch keine Lenkdrachen mit Karbongestellen und Polyesterbespannung oder bunt bedruckte fliegende Luftkissen, wie man sie heute bei Drachenfesten beobachten kann. DIY [13], Selbermachen, war da schon eher angesagt. Den Gestaltungsideen der jungen Leiderer Drachenbauer waren keine Grenzen gesetzt. Die meisten bauten den klassischen rautenf\u00f6rmigen Drachen [14], Spezialisten wagten sich mitunter sogar an Kastendrachen. Das Problem, das alle Bastler hatten: die Beschaffung der geeigneten Materialien. Da galt es, sich als erstes geeignete Rahmenh\u00f6lzer zu besorgen. In der Schreinerei von Karl B. oder beim Wagner Walter S. bekamen wir meistens f\u00fcr ein \u201eDankesch\u00f6n\u201c oder ein paar Zehner einige Fichtenleisten. Die wurden dann zuhause selbst, oder mit der Unterst\u00fctzung \u00e4lterer Geschwister oder eines Elternteils, auf die entsprechenden Ma\u00dfe zurechtges\u00e4gt. Hatten wir die Rahmenschnurbespannung angebracht, stand das gr\u00f6\u00dfere Problem an: Die Beschaffung des Bespannungspapiers. Die einen versuchten es mit schwerem Packpapier und erhofften sich dadurch eine l\u00e4ngere Haltbarkeit. Andere verwendeten gar Zeitungspapier, wieder andere g\u00f6nnten sich das teurere und farbige Drachenpapier. W\u00e4hrend die beiden erstgenannten Sorten nur bei starkem Wind Flugerlebnisse hervorbrachten, sorgte das d\u00fcnnere Drachenpapier auch schon bei einer leichten Brise f\u00fcr erfreuliche Flugeigenschaften. Der Schwachpunkt aller Papiersorten war die geringe Rei\u00dffestigkeit, wenn die Piloten bei ihren Lenkman\u00f6vern doch einmal einen Busch oder einen Baum streiften. Wesentlich beeinflusst wurden die Flugeigenschaften nicht nur durch das Bespannungsmaterial und die Windst\u00e4rken, sondern auch durch die Gestaltung des Drachenschwanzes. Der wurde von \u201eK\u00f6nnern\u201c meistens erst am Flugtag und vor Ort den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Wenn die Piloten \u2013 an Pilotinnen kann ich mich nicht erinnern \u2013 dann ihren Drachen zum ersten Mal von der Leine, besser gesagt Schnur lie\u00dfen, war die Anspannung bei ihnen und den Zuschauern meistens gro\u00df. W\u00fcrde der Drache \u00fcberhaupt fliegen? Wie wird er fliegen? L\u00e4sst sich das eigene Bauwerk auch gut steuern? Was kann ich noch tun, um die Flugeigenschaften vielleicht noch zu verbessern? Solche oder \u00e4hnliche Fragen gingen uns da durch den Kopf. Hatte unser Sportger\u00e4t dank der Starthilfe durch einen lauffreudigen Unterst\u00fctzer erst einmal etwas an H\u00f6he gewonnen und stand gut im Wind, galt es vorsichtig Drachenschnur von der F\u00fchrungsrolle abzulassen. Wenn Wind und Wetter uns gewogen waren, standen \u00fcber der Leiderer Kipp dann schon einmal drei oder vier Drachen gleichzeitig am Mainhimmel, Bilder, die auch sechzig Jahre sp\u00e4ter noch im Ged\u00e4chtnis verhaftet sind. Nat\u00fcrlich kam in solchen Augenblicken auch wieder der oben erw\u00e4hnte Coubertin\u00b4sche Wettkampfgedanke ins Spiel: Schneller, h\u00f6her, weiter. <em>\u201eMoiner h\u00e5t jetzt hunnert Meter Schnu\u00e4!\u201c \u201eGlaab isch nitt. De\u00e4 iss doch nitt sou houch wie moiner; unn demm h\u00e5b isch scho hunnertzw\u00e5nzisch Meder Kordel g\u00e4wwe! \u201eDess kimmt, weil du schreesch gugge dhust!\u201c<\/em> Bei solchen Wortgefechten kam es dann nat\u00fcrlich auch vor, dass sich die Drachen bei zu geringem Abstand oder einer B\u00f6e verhedderten und unweigerlich zu einer unfreiwilligen (Bruch-)Landung ansetzten. Oder im Wortgefecht hatten die Piloten nicht auf wechselnde Windst\u00e4rken oder -richtungen geachtet, und die H\u00f6henst\u00e4nde der einzelnen Flugger\u00e4te hatten sich zwischenzeitlich drastisch ver\u00e4ndert. Der Wettkampf musste von vorne beginnen \u2013 Unterhaltung, Spannung, Wettkampf, Abenteuer anno 1955 eben.<\/p>\n<p>Mit viel geringerem Aufwand wurde \u201e\u00e5m M\u00e4\u00e4\u201c zwei anderen sportlichen Bet\u00e4tigungen nachgegangen: Weitwurf und Wasserh\u00fcpfer. Im Gegensatz zum Drachensteigen sch\u00e4tzten wir bei diesen beiden Sportarten den Wind nicht so besonders. Das Material, flach geschliffene Mainkiesel, lag am Mainufer kostenlos herum, wir mussten sie nur finden. Und das konnte manchmal dauern. Daf\u00fcr sparten wir uns andererseits lange Bastelzeiten.<br \/>\nBeide Wurfdisziplinen waren nat\u00fcrlich ebenfalls durch die Coubertin\u00b4schen Grunds\u00e4tze gepr\u00e4gt, und so trainierten wir sie eigentlich schon von Kindesbeinen an. Landeten die Steine nach dem Abwurf etwa gar hinter dem Werfer, konnte der sich des h\u00e4mischen Gel\u00e4chters der Zuschauer sicher sein. Fielen am Beginn unserer \u201eWeit-Werfer-Karriere\u201c die Steine entweder \u00fcberhaupt nicht oder nur ein paar Meter vom Uferrand entfernt ins Wasser, so steigerten wir uns im Laufe unserer Entwicklung zu immer gr\u00f6\u00dferen Distanzen. Die konnten wir zwar nicht messen, aber die Wellen der \u201eEinschlagsorte\u201c zeigten schon f\u00fcrs Auge der Betrachter, wie die Leistungskurve verlief, bzw. wer bei den allt\u00e4glichen Wettk\u00e4mpfen gewonnen hatte. Ausnahmek\u00f6nner gab es da nat\u00fcrlich auch. Das waren meistens die Jugendlichen, die \u00fcber eine h\u00f6here Anlaufgeschwindigkeit, eine exzellente Wurftechnik und die entsprechende Wurfkraft verf\u00fcgten. Der bereits erw\u00e4hnte Kletterspezialist Horst S. und der ein Jahr j\u00fcngere Klaus G. \u2013 ein Linksh\u00e4nder \u2013 waren diejenigen, die es tats\u00e4chlich schafften, ihre Wurfger\u00e4te etwas mainabw\u00e4rts vom \u201eBumphaisje\u201c \u00fcber die gesamte Flussbreite ans jenseitige Ufer zu katapultieren [15]. Wir waren angesichts solcher Ergebnisse schon stolz, wenn wir wenigstens etwa in der Flussmitte die Wellen um die \u201eEinschlagsorte\u201c unserer Wurfobjekte sichten konnten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich \u201emissbrauchte\u201c auch der eine oder andere Werfer seine Wurfkraft oder Zielgenauigkeit gelegentlich. Da gab es Zielw\u00fcrfe auf langsam vorbeiziehende Schleppschiffe, die in der Regel eine berechtigte Schimpfkanonade der Matrosen oder Schiffsf\u00fchrer zur Folge hatten. Eine andere \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes \u2013 Zielgruppe der Steinwurfspezialisten waren nat\u00fcrlich die Angler. Hatten die sich ein ruhiges und beschauliches Pl\u00e4tzchen an den Steiluferabschnitten ausgesucht, waren auch die Wurfakteure bald hinter B\u00fcschen auf dem Hochwasserdamm verdeckt positioniert. Mit gezielten W\u00fcrfen von oben in den Angelbereich, waren alle Anf\u00fctterma\u00dfnahmen der Angler zum Scheitern verurteilt. Die Folge: Auch hier gab es nat\u00fcrlich w\u00fcste Beschimpfungen seitens der Betroffenen an die unsichtbaren \u201eHeckensch\u00fctzen\u201c. Von Klaus G., einem meiner \u00e4lteren Br\u00fcder, ist eine anderer \u201eWurf-Missbrauch\u201c bekannt. Unsere Mutter hatte ihm den Auftrag erteilt, verdorbene H\u00fchnereier auf dem Hauskomposthaufen im Garten zu entsorgen. Klaus, ein im Unterdorf bekannter Lausbub, verwandelte jedoch die Mauer am Beginn der Ankergasse hinab zur Wirtschaft \u201eZum goldenen Anker\u201c zur gro\u00dffl\u00e4chigen Zielscheibe f\u00fcr Entsorgungsw\u00fcrfe mit den faulen Eiern. Rasch entfaltete sich in der Sommerhitze ein \u00fcbler Gestank, der potenziellen Gasthausbesuchern den Gang zum \u201eAnker\u201c verdarb. Die Wirtin, Irmgard S., merkte nat\u00fcrlich bald, dass die \u00fcblichen G\u00e4ste ausblieben und betrieb Ursachenforschung. Als sie die Quelle des \u00dcbels aufgesp\u00fcrt hatte, war ihr schnell auch deren Verursacher klar. Die Folge: Klaus blieb nichts anderes \u00fcbrig, als mit Schrubber und viel Wasser die Folgen seiner anr\u00fcchigen Wurf\u00fcbungen zu beseitigen. Zu Zeiten der Apfelernte aber war ich dann meistens sein beliebtes Zielobjekt. Wenn wir wieder einmal zum \u00c4pfel-Lesen auf unser Obstbaumgrundst\u00fcck jenseits der Kleinen Sch\u00f6nbuschallee geschickt worden waren, dauerte es meistens nicht lange, bis mir, oft nach geschickten Ablenkungsman\u00f6vern, vor allem faule \u00c4pfel um die Ohren flogen oder auf die Lederhose klatschten.<\/p>\n<p>Eine \u201eKunstform\u201c des Werfens betrieben wir gerne bei windstillem Wetter und wenn gerade kein oder nur geringer Wellengang \u201euff em M\u00e4\u00e4\u201c herrschte: Wasserh\u00fcpfer. Im Duden ist dieser Begriff nicht zu finden, daf\u00fcr der eher norddeutsche Begriff \u201eflitschen\u201c. Im Online-Duden werden dazu folgende Aussagen getroffen: \u201eWortart: schwaches Verb \u2013 Gebrauch: landschaftlich umgangssprachlich \u2013 H\u00e4ufigkeit: selten \u2013 Aussprache: Betonung flitschen \u2013 Rechtschreibung: Worttrennung flit|schen \u2013 Bedeutung: schleudern, schnellen \u2013 Beispiele: Steine \u00fcbers Wasser flitschen\/das Flugzeugmodell wurde geflitscht (mittels Katapultstart in die H\u00f6he bewegt)&#8220; [16].<br \/>\nSucht man im Duden unter der Umschreibung \u201eSteine h\u00fcpfen lassen\u201c wird man zu dem Begriff \u201eschirken\u201c gef\u00fchrt. Das wird dann im Duden so bestimmt: \u201eschirken (landschaftl. f\u00fcr einen flachen Stein \u00fcber das Wasser h\u00fcpfen lassen)\u201c [17]. Nimmt man beide Definitionen zusammen, ergibt sich daraus ann\u00e4hernd die exakte Beschreibung unserer zweiten Wurfsportart am Main. Ja, mit schnellen, schleudernden Wurfbewegungen aus einem kurzen Anlauf heraus von den Kr\u00e4ften der Natur flach geschliffene Kieselsteine auf der Oberfl\u00e4che des Maines h\u00fcpfen zu lassen, das war unser anderer Wurfsport drunten am Main. Wir nannten es eben \u201eWasserh\u00fcpfer\u201c. Wenn wir die idealen Steine gefunden hatten und die bereits genannten \u00e4u\u00dferen Bedingungen auf dem Main stimmten, dann war die Zeit der h\u00fcpfenden Steine gekommen: Aufgelegt auf den gekr\u00fcmmten Mittelfinger, leicht eingeklemmt zwischen Daumen und Zeigefinger, schleuderten wir die Kiesel nach einem kurzen Anlauf auf der Uferl\u00e4nde unten \u201e\u00e5m Bumphaisje\u201c mit einer kurzen, aber heftigen Wurfbewegung auf die Wasseroberfl\u00e4che. Jetzt galt es, f\u00fcr Beobachter wie Werfer gleicherma\u00dfen, nat\u00fcrlich die Zahl der Aufsetzer auf die Wasseroberfl\u00e4che zu beobachten. Waren die anfangs noch leichter mitzuverfolgen, weil ihre Abst\u00e4nde recht gro\u00df waren, verringerten sich diese mit sinkender Fluggeschwindigkeit rapide und waren bis zu dem Moment, wo der Stein versank, kaum noch festzustellen. 5 bis 10 H\u00fcpfer zu schaffen war schon eine ansprechende Leistung. Alles, was dar\u00fcber lag, war \u201espitze\u201c. Betrachtet man die Meldung von Christian Sartorius in der \u201eK\u00f6lnischen Rundschau\u201c vom 13.07.2015: <em>\u201e88 H\u00fcpfer sind Weltrekord: Jeder kann beim Steine-Flitschen punkten\u201c<\/em>\u00a0 [18], dann waren unsere H\u00fcpferzahlen doch eher bescheiden. Dennoch: Wir waren stolz auf unsere Leistung!<\/p>\n<p>Stolz und Freude, das waren auch die Gef\u00fchle, die meinen Freund aus Kindertagen, Bruno Z., und mich erf\u00fcllten, wenn uns Brunos Nachbar Matth\u00e4us Schmitt, genannt \u201eMadd\u0113s\u201c, erlaubte, bei seinem \u201eRentnerjob\u201c dabei zu sein. Das Adressbuch der Stadt Aschaffenburg von 1956 weist ihn zwar als Lokheizer a. D. aus [19], \u201eMadd\u0113s\u201c aber, geboren im Jahr 1885, war in den 1950er Jahren als Rentner F\u00e4hrmann in Leider. Die Geschichte der Leiderer F\u00e4hre selbst liegt f\u00fcr den Autor noch etwas im Dunkeln, zeigt doch das Regionalblatt der Karte des Deutschen Reiches von 1906 [20] im Mainverlauf zwischen Aschaffenburg und Mainaschaff keinerlei F\u00e4hren auf. Die erste flussabw\u00e4rts von Aschaffenburg gelegene F\u00e4hre, war die in Mainaschaff, gekennzeichnet als K. F. [21].<\/p>\n<p>F\u00fcr eine schon vor 1900 bestehende F\u00e4hrverbindung zwischen Leider und dem Gegenufer im Bereich der Aschaffenburger M\u00f6rswiese sprechen jedoch zwei Fakten:<br \/>\n\u2022 Bei O. Berninger findet sich eine Darstellung der \u201eSchiffsneubauten und Schiffsreparaturen der Werft Josef Zipprich, W\u00f6rth a. Main, in den Jahren 1891 &#8211; 1917\u201c (Mainschifffahrtsnachrichten. Mitteilungsblatt Nr. 18 vom Dezember 2000). Hier wird f\u00fcr das Jahr 1897 auch eine Reparatur des Leiderer F\u00e4hrnachens (S. 37) dokumentiert [22].<br \/>\n\u2022 Auf dem Nachbargrundst\u00fcck zum \u201eGoldenen Anker\u201c existierte ein eigenes F\u00e4hrhaus, das bereits auf einem Katasterblatt von 1845 f\u00fcr Leider eingezeichnet ist [23]. Schmitt selbst wohnte rund 100 Jahre sp\u00e4ter jedoch in seinem eigenen Haus in der Brunnengasse 13. Im Stadtplan von 1940 [24] ist die Leiderer F\u00e4hrverbindung als gestrichelte Linie mit einem kleinen Bootssymbol eingetragen.<\/p>\n<p>Die \u201eSchmitt\u00b4sche\u201c F\u00e4hre bestand aus einem l\u00e4ngeren Ruderboot mit 2 Riemen [25], zwei kleineren Sitzb\u00e4nken f\u00fcr die Passagiere und einer breiteren f\u00fcr den F\u00e4hrmann. Mitte der 1950er Jahre durften Bruno Z. und ich \u00f6fter den \u201eMadd\u0113s\u201c auf seinen F\u00e4hrfahrten begleiten. Ein besonderes Abenteuer war es dann, wenn wir beiden Buben, jeder einen Riemen in seinen H\u00e4nden, die F\u00e4hrpassagiere von Leider an das rechte Mainufer oder von dort nach Leider rudern durften. \u201eMadd\u0113s\u201c hatte uns nat\u00fcrlich vorher beigebracht, auf was wir besonders zu achten hatten: In erster Linie auf die Handhabung der Riemen und das Steuern des Ruderkahns durch den gleichm\u00e4\u00dfigen oder unterschiedlichen Einsatz unserer Ruderriemen. Gleichzeitig sollten wir auch die Str\u00f6mung des Wassers, eine eventuelle Abdrift des Bootes und nat\u00fcrlich sich n\u00e4hernde Frachtschiffe beobachten. Die Verteilung der \u201ePassagiere\u201c nahm der Kapit\u00e4n selbst vor. Dass bei unseren Ruderfahrten die olympischen Leistungsgedanken keine Rolle spielten, versteht sich von selbst. Bruno und ich waren froh, wenn wir den Ruderkahn samt Insassen heil ans Ufer gebracht hatten. So schafften wir ein oder zwei Fahrten, dann \u00fcberlie\u00dfen wir beide ziemlich ersch\u00f6pft dem \u201eMadd\u0113s\u201c wieder die Riemen.<\/p>\n<p>Die \u201eFahrg\u00e4ste\u201c, das waren in der Regel M\u00e4nner mit und ohne Fahrrad, die entweder morgens vor allem aus Damm, Strietwald oder gar dem \u00f6stlichen Mainaschaff zu ihren Arbeitspl\u00e4tzen in den Leiderer Fabriken (Messwerkzeuge, Metallbau etc.), im Hafen oder im Bayernwerk wollten und dann abends per F\u00e4hrboot wieder zur\u00fcckkehrten. Manch Leiderer nahm morgens die F\u00e4hre, um an seinen Arbeitsplatz in einem Betrieb im Westen Aschaffenburgs oder nach Damm zu gelangen. Da es zu diesem Zeitpunkt als einzige Stra\u00dfenverbindung von Leider nach Aschaffenburg nur die Vorg\u00e4ngerbr\u00fccke der heutigen Willigis-Br\u00fccke gab, bedeutete die Schmitt\u00b4sche F\u00e4hre eine ordentliche Zeitersparnis. Wie aber wurde \u201eMadd\u0113s\u201c angefordert in diesen Zeiten ohne Handy? Harald R., einige Jahre \u00e4lter als Bruno und ich, ein Nachbar aus der Brunnengasse, erinnert sich: \u201e<em>Isch h\u00e5b den `Madd\u0113s\u00b4 eischentlisch nie bei soim N\u00e5me genennt. F\u00e4r misch w\u00e5r dess nu\u00e4 de Hol\u00fcber.\u201c<\/em> Das war der Anforderungsruf vom rechten Mainufer, wenn der F\u00e4hrnachen am Ufer am Ende der Leiderer Brunnengasse lag. Wollten Passagiere von hier auf die D\u00e4mmer Mainseite gebracht werden, schauten sie einfach bei \u201eMadd\u0113s\u201c in der Brunnengasse oder direkt an der Uferl\u00e4nde vorbei, wo unten am \u201eBumphaisje\u201c der Rudernachen vert\u00e4ut lag. Wahrscheinlich 1958 stellte \u201eMadd\u0113s\u201c seinen F\u00e4hrbetrieb ein. Jetzt regelm\u00e4\u00dfig und h\u00e4ufiger verkehrende Linienbusse und zunehmende Motorisierung waren neben dem Alter von Matth\u00e4us Schmitt wohl die Ursachen daf\u00fcr. Reicht\u00fcmer hatte er mit seinen F\u00e4hrdiensten sicher nicht verdient. Matth\u00e4us Schmitt verstarb 1962 und wurde auf dem Friedhof in Leider beigesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<p>[1] Ende der Wohnbebauung in der Ruhlandstra\u00dfe. Anm. d. Verf.<\/p>\n<p>[2] Etwa im Bereich zwischen der n\u00f6rdlichen Kerschensteinerstra\u00dfe und westl. Grenze des SSKC-Poseidon-Gel\u00e4ndes. Anm. d. Verf.<\/p>\n<p>[3] Siehe Karte 1!<\/p>\n<p>[4] D. h. \u201eR\u00e4uber und Gendarm\u201c.<\/p>\n<p>[5] Heute am mainseitigen Ende der Karlsbader Stra\u00dfe. Anm. d. Verf.<\/p>\n<p>[6] Angaben \u00fcbernommen aus dem Datenblatt \u201eTriumph Cornet\u201c \u2013 Reparaturanleitung M14. Quelle: <a href=\"https:\/\/zweitaktfreunde-mainz.de\/archiv\/content\/triumph-cornet\/\">https:\/\/zweitaktfreunde-mainz.de\/archiv\/content\/triumph-cornet\/<\/a> &#8211; Siehe auch Abbildung 1!<\/p>\n<p>[7] Angaben zu den Personen und Motorr\u00e4dern stammen von Friedel Morhard. Siehe auch Abb. 4!<\/p>\n<p>[8] Quelle: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/NSU_Fox\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/NSU_Fox<\/a>.<\/p>\n<p>[9] Siehe Abb. 3!<\/p>\n<p>[10] Siehe Bericht im Main-Echo unter <a href=\"https:\/\/www.main-echo.de\/regional\/stadt-kreis-aschaffenburg\/auf-zweirad-oldtimern-unterwegs-art-851603\">https:\/\/www.main-echo.de\/regional\/stadt-kreis-aschaffenburg\/auf-zweirad-oldtimern-unterwegs-art-851603<\/a> (Stand: 10.08.2021) und Abb. 4!<\/p>\n<p>[11] Fortius bedeutet eigentlich \u201est\u00e4rker\u201c; im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch hat sich aber die Deutung \u201eweiter\u201c durchgesetzt. Siehe dazu auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Citius,_altius,_fortius\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Citius,_altius,_fortius<\/a>! \u2013 Stand: 11.08.2021.<\/p>\n<p>[12] Karl M. hatte sich den Spitznamen \u201eArraz\u201c im Dorf eingehandelt, erz\u00e4hlte er doch gerne von seinen Erlebnissen im Ersten Weltkrieg \u201evor Arraz\u201c; gemeint war nat\u00fcrlich Arras, Nordfrankreich. Siehe auch: Kaup, Otmar: Leiderer Geschichten. Geschichten aus Leider, S. 67.<\/p>\n<p>[13] K\u00fcrzel f\u00fcr \u201eDo it Yourself\u201c.<\/p>\n<p>[14] Eine Bauanleitung f\u00fcr die \u201enormalen Drachen\u201c wie in den 1950er Jahren findet man z. B. unter <a href=\"https:\/\/www.bauplan-bauanleitung.de\/hobby\/flugdrachen-bauanleitung\/\">https:\/\/www.bauplan-bauanleitung.de\/hobby\/flugdrachen-bauanleitung\/<\/a>.<\/p>\n<p>[15] Nachmessungen auf <a href=\"https:\/\/geoportal.bayern.de\">https:\/\/geoportal.bayern.de<\/a> haben ergeben, dass es sich dabei um eine Distanz von ca. 100 m gehandelt haben muss. Von beiden \u201eSportlern\u201c ist bekannt, dass sie auch mit den bei Bundesjugendspielen \u00fcblichen 80g-Schlagb\u00e4llen in den 1950er Jahren den Leiderer Fu\u00dfballplatz um mehr als die gesamte L\u00e4nge \u00fcberworfen haben.<\/p>\n<p>[16] Siehe <a href=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/flitschen\">https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/flitschen<\/a> \u2013 Stand: 14.08.2021.<\/p>\n<p>[17] Duden. Die deutsche Rechtschreibung. 24. Aufl. Mannheim \u2013 Leipzig \u2013 Wien \u2013 Z\u00fcrich 2006, S. 891.<\/p>\n<p>[18] Siehe <a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\/erleben\/88-huepfer-sind-weltrekord-jeder-kann-beim-steine-flitschen-punkten-22451162\">https:\/\/www.rundschau-online.de\/erleben\/88-huepfer-sind-weltrekord-jeder-kann-beim-steine-flitschen-punkten-22451162<\/a> \u2013 Stand: 14.08.2021.<\/p>\n<p>[19] Siehe Abb. 7!<\/p>\n<p>[20] Siehe Karte 2!<\/p>\n<p>[21] K. F. steht hier f\u00fcr Kahnf\u00e4hre, also eine mit Rudern betriebene Personenf\u00e4hre in Form eines Ruderkahns. Eine zweite F\u00e4hre ist ein St\u00fcck mainabw\u00e4rts zwischen der damals noch v\u00f6llig unbebauten Mainaschaffer Gemarkung, heute Bereich Mainaschaff-West, und Stockstadt in H\u00f6he der Eisenbahnbr\u00fccke eingetragen.<\/p>\n<p>[22] Siehe Abb. 8!<\/p>\n<p>[23] In: Kaup, Wilhelm; Kaup, Wolfgang; Hapke, Klaus: Leben in Leider. Textband, S. 113.<\/p>\n<p>[24] Siehe Karte 1!<\/p>\n<p>[25] Ausdruck in der Schiffer- u. Seemannssprache f\u00fcr die Ruder zum Vortrieb eines kleineren Bootes mittels Muskelkraft.<\/p>\n<p><strong>Abbildungen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Abb. 1:<\/strong> Triumph Cornet \u2013 Quelle: Reparaturanleitung M 14 \u2013 Quelle: https:\/\/zweitaktfreunde-mainz.de\/archiv\/content\/triumph-cornet\/.<\/p>\n<p><strong>Abb. 2: <\/strong>NSU Fox \u2013 Quelle: https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?title= File:ZweiRadMuseumNSU_NSU-Fox_1950.JPG&amp;oldid=522661169.<\/p>\n<p><strong>Abb. 3<\/strong>: Josef Roth unterwegs im Gel\u00e4nde \u2013 Ausschnitt \u2013 Archiv: Birgit Lassek, Mainaschaff.<\/p>\n<p><strong>Abb.4:<\/strong> Friedel Morhard mit Frau Rosalinde (Bildvordergrund) auf ihren original restaurierten Opel-Fahrr\u00e4dern. \u2013 Quelle:\u00a0 https:\/\/www.main-echo.de\/regional\/stadt-kreis-aschaffenburg\/auf-zweirad-oldtimern-unterwegs-art-851603 \u2013 Foto: Victoria Schilde.<\/p>\n<p><strong>Abb. 5:<\/strong> Selbstgebauter Flugdrache \u2013 Quelle: https:\/\/www.bauplan-bauanleitung.de\/hobby\/flugdrachen-bauanleitung\/.<\/p>\n<p><strong>Abb.6:<\/strong> Wasserh\u00fcpfer \u2013 Quelle: https:\/\/www.istockphoto.com\/de\/fotos\/steine-h%C3%BCpfen-lassen \u2013 Stand: 15.08.2021.<\/p>\n<p><strong>Abb. 7: <\/strong>Schmitt Matth\u00e4us, Brunnengasse 13, Aschaffenburg-Leider \u2013 Adressbucheintrag 1956 \u2013 Quelle: Adressbuch Aschaffenburg 1956, S. 19\/III.<\/p>\n<p><strong>Abb. 8: <\/strong>Eintrag der W\u00f6rther Schiffswerft Zipprich von 1897 f\u00fcr die Reparatur eines F\u00e4hrnachens in Leider \u2013 Quelle: Berninger, Otto: Schiffsneubauten und Schiffsreparaturen der Werft Josef Zipprich, W\u00f6rth a. Main, in den Jahren 1891 \u2013 1917. In: Mainschifffahrtsnachrichten. Mitteilungsblatt Nr. 18 vom Dezember 2000, S. 37.<\/p>\n<p><strong>Karten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Karte 1:<\/strong> M\u00e4\u00e4 unn Kipp \u2013 Leiderer Sport- und Abenteuerland Mitter der 1950er Jahre \u2013 Kartengrundlage: Pharusplan. In: Einwohnerverzeichnis Stadt Aschaffenburg 1939\/40. Umschlagr\u00fcckseite innen \u2013 bearb. d. Verf.<\/p>\n<p><strong>Karte 2:<\/strong> F\u00e4hren zwischen Aschaffenburg und Mainaschaff \u2013 Ausschnitt \u2013 Quelle: Karte des Deutschen Reichs 1:100.000 (528) Aschaffenburg [1906] \u2013 https:\/\/www.bavarikon.de\/object\/bav:BSB-MAP-0000MAPPXI91W528?lang=de.<\/p>\n<p><strong>Literaturverzeichnis:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Berninger, Otto: Schiffsneubauten und Schiffsreparaturen der Werft Josef Zipprich, W\u00f6rth a. Main, in den Jahren 1891 \u2013 1917. In: Mainschifffahrtsnachrichten. Mitteilungsblatt Nr. 18 vom Dezember 2000.<\/li>\n<li>Die deutsche Rechtschreibung. 24. Aufl. Mannheim \u2013 Leipzig \u2013 Wien \u2013 Z\u00fcrich 2006.<\/li>\n<li>Einwohnerbuch der Stadt Aschaffenburg. Aschaffenburg 1940. Online verf\u00fcgbar: http:\/\/wiki-de.genealogy.net\/w\/index.php?title=Aschaffenburg\/Adressbuch_1939-40&amp;printable=yes.<\/li>\n<li>Kaup, Otmar: Leiderer Geschichten. Geschichten aus Leider. Aschaffenburg 2009.<\/li>\n<li>Kaup, Wilhelm; Kaup, Wolfgang; Hapke, Klaus: Leben in Leider. Textband. Portrait eines Stadtteils. Aschaffenburg 1995.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Online-Ressourcen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u00a0<\/strong>Adressbuch Aschaffenburg 1956. <a href=\"http:\/\/wiki-de.genealogy.net\/Aschaffenburg\/Adressbuch_1956\">http:\/\/wiki-de.genealogy.net\/Aschaffenburg\/Adressbuch_1956<\/a><\/li>\n<li>Duden Online: <a href=\"https:\/\/www.duden.de\">https:\/\/www.duden.de<\/a><\/li>\n<li>Historische Landkarten: <a href=\"https:\/\/landkartenarchiv.de\">https:\/\/landkartenarchiv.de<\/a><\/li>\n<li>K\u00f6lnische Rundschau: <a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\">https:\/\/www.rundschau-online.de<\/a><\/li>\n<li>Landkarte Bayern:\u00a0 <a href=\"https:\/\/geoportal.bayern.de\">https:\/\/geoportal.bayern.de<\/a><\/li>\n<li>Main-Echo Aschaffenburg:\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.main-echo.de\/e-paper\/\">https:\/\/www.main-echo.de\/e-paper\/<\/a><\/li>\n<li>Wikipedia \u2013 Die freie Enzyklop\u00e4die:\u00a0 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wikipedia:Hauptseite\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wikipedia:Hauptseite<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in den 1950er Jahren, so wie der Autor, im Aschaffenburger Stadtteil Leider aufgewachsen ist, fand in der Uferlandschaft zwischen dem Ende des Unterdorfes [1], der \u201eKipp\u201c, und nat\u00fcrlich \u201eemm [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":52,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[41,42],"tags":[471,472,473,474],"post-format":[44],"post-content":[3,67],"class_list":["post-2681","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leben","category-persoenliches","tag-mainufer","tag-wasserhuepfer","tag-bootsfaehre","tag-motocross","format-beobachtung","content-image","content-text","project-stadtarchiv"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.1.1 - 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